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Marburg, Freitag, 6. October 1876.
XI. Mgaag.
Lagesbericht
Bei dem Besuche des Kaisers in Fröschweiler hielt der
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Glas sich wieder zusammenfüge, so wenig solle ihre hört, was begegnete mi7 noch kurz vor meiner Abr-ike -n ? ?ch°°b des Hügels, der eine
b- getrennt werden. Nun sprach der Greis noch den Euch. Da ließ er mich zu sich Wien unt erHätk mir M 9?°tmtC -ms
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„SD,* rief Jacob, „wie vielen Schmerz, welche Sorge hat sie mir nicht schon bereitet! Wie ost hat er mir nicht schon gedroht, mich mit Hunden vom Hofe hetzen oder von den Rneltcn durchpeitschrn zu lassen, oder mich einzukerkern, bis ich bekennen würde, von ihm bezahlt zu sein. Aber
Wie lange er dort geseffen haben mochte, wußte der Kriegswann selber nicht. Plötzlich berührte seine Hand mit sanftem Druck den herabgesunkenen Arm und Cäsar von RippertSbcrg erwachte. Vor ihm stand ein Greis, eine hohe, edle Gestalt mit lang herabwallenvem, silberweißem Bart und Haupthaar, mild und ernst dem schlummertrunkenen Wanderer inS Antlitz schauend. Ihn nach sich winkend, schritt der GreiS voran, quer durch die Trümmer der Burg, nach der anderen Seite des Berges hin. Eine Pforte aus weißem Marmorstein blinkte dem Erstaunten entgegen,
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Der Graf von Dürckheim-Montmartin, welcher an Se. Mas. den Kaistr Wilhelm in Froschmeiler die bekannte patriotische Ansprache gerichtet hat, ist kein Elsäffer von Geburt. Die Familie ist seit einigen Generationen in Bayern ansässig; der in Rede stehende Graf war unter dem Kaiserreiche des Napoleon Präfekt zu Colmar und zuletzt Generalinspektor der telegraphischen Linien; den letzteren Posten begleitete er bis 1870.
Wie uns aus Paris mitgetheilt wird, hat sich Herr Thiers, welcher bisher in den orientalischen Angelegenheiten sthr optimistisch gesinnt war, feit einigen Tagen davon überzeugt, daß alle Anstrengungen der Diplomatie, den Frieden herbeizuführen, vergeblich sein würden.
AuS Paris wird uns noch geschrieben: Die so viel besprochene „Mariage* des Grafen Heinrich von Bardi (Bruder des Herzogs von Parma aus dem Hause der Bourbons) mit der Herzogin Maria das Neves de Bra- ganza, Tochter dcö Dom Miguel von Portugal, ist durch einen von den betheiligten hohen prmzlichen Persönlichkeiten, jedenfalls unerwarteten Zwischenfall zunächst vereitelt worden. Die bayerische Regierung forderte nämlich die Autorisation der Könige von Italien und Portugal, ehe sie die Vermählung geschehen lasten könne. ES hatten aber die beiden Brautleute nicht daran gedacht, sich solche Dokumente zu verschaffen. Die Vermählung wird vermuthlich in Oesterreich st-ttfinden.
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition b. Blatte» sowie die Amwncen-Bureaur von ® L. Daube & Co. in Frankfurt a. M -JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ▲ meyer in Berlin; Carl Schüß- ” (et in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
und daher solle ich ihm noch zweitausend Thaler geben. Ich betheuertc, daß ich nicht dazu im Stande sei. Er drohte, er schimpfte, er fluchte, und ich bat vergebens, mir zu glauben, daß ich sein Verlangen nicht erfüllen könne, Als er sah, daß mich nichts bewegen könne, ihm zu willfahren, gerieth er in Wuth: Hund von Juden, brüllte er, schaff oder du mußt hängen! und schwang dabei drohend die Hetzpeitsche, welche er in der Hand hielt. Als ich nun nochmals die Unmöglichkeit betheuertc, ihm dienen zu können, da rief er seine knechte und befahl, das Unheil an mir zu vollziehen. Die Sklaven wollten mich ergreifen, allein in diesem Augenblick bat ich, indem ich ihm zu Füßen fiel, mit Thränen, mir nur bis nach meiner Hochzeit zur Anschaffung der verlangten Geldsumme Zeit zu lasten, wo ich sie mir von Euch borgen wolle, bloß um ihn zu befriedigen.
(Fortsetzung folgt)
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Nach einer steirischen Sage. (Schluß).
Der Sehe, bon Coönicza.
Erzählung aus dem polnisch-jüdischen Volksleben von Dr. W. Bernhardt.
(Fortsetzung).
2.
den Fürsten, der stark im Krieg und mild im Sieg, l as Wohl aller seiner Unterthancn auf väterlichem Herren trägt; den Fürsten, der unbeirrt durch die widerchristli^cn 1 Strömungen dieser Zeit, ungeblendet von der Macht und ' Ehre dieser Welt, es sich nicht nehmen läßt, mit jenem ' KriegShelde > alter Zeit, stolz und dewüthig zugleich, zu bekennen: Ich und mein Haus wir wollen dem Herrn dienen.--Der Herr, der bisher geholfen, segne Ew.
Majestät und deren ganzes HauS; Er behüte Sie, der Herr laffe leuchten sein Angesicht über sie und sei Ihnen gnädig; der Herr erhebe Sein Angesicht aus Sie und gebe Ihnen Seinen Frieden — Amen!
«Amen* wiederhallte es halblaut aus dem Munde aller Nahestehenden.
Kaiser Wilhelm erwiderte:
„Sie haben, Herr Pfarrer, den Standpunkt berührt, auf dem ich stehe. Der Friede, deffen Denkmal sich über uns erhebt, wird die Wunden des Krieges heilen. Auf diesem Boden finden wir uns Alle vereint. Wer diesen Standpunkt theilt, mit dem ist Gott! Nehmen Sic für Ihre Gemeinde und ganz Elsaß Lothringen Meinen Dank für die mir gebotene Begrüßung.
Die Wahltermine werden wohl nunmehr, schreibt die „Prov. Corr.*, unverweilt veröffentlicht werden.
Die Auflösung des Abgeordnetenhauses behuss demnächsti- ger Vornahme der Neuwahlen wird voraussichtlich am 14. Oktober erfolgen — die Wahlen der Wahlmänner dürften sodann auf den 20. Oktober (Freitag), die Wahlen der Abgeordneten auf den 27. Oktober angesetzt werden. Die großen Schwierigkeiten, welche die schließliche Vorbereitung der Wahlen in dem kurzen Zeitraum vom 14 bis 20. Oktober darbietet, kann den Behörden diesmal nicht erspart werden, weil die Auflösung nicht vor dem 14. erfolgen darf, wenn die Bestimmung der Verfassung, daß der Landtag 90 Tage nach erfolgter Auflösung berufen werden, muß, innegehalten werden soll.
Die Berufung des Reichstages ist für den 30 Oktober in Aussicht genommen.
Was die Reichstagswahlen betrifft, so wird, der frü Heren Annahme entgegen, eine vorgängige Auflösung des Reichstages nicht erforderlich sein, indem die Auffaffung ur entscheidenden Geltung gelangt ist, daß das dreijährige Mandat von dem Tage der allgemeinen Wahl zu rechnen st. Die Wahlen haben im Jahre 1874 am 10 Januar tattgefunden und dürften ebenso auf bett kommenden 10. Januar angesetzt werden.
glückwünschten das junge Paar und verlebten drei Taae in Hochzeitsfestlichkeiten. 9
Nach dem Ablaufe dieser der Freude geweihten Zeit, als Ruhe und Stille wiederum eingetreten war, rief Isaac Ben David seinen Schwiegersohn zu sich und hieß thn sich ihm gegenüber niederlaffcn.
Nach einer kleinen Pause begann der Greis: „Mein Sohn, cs naht nun der Zeitpunkt, in welchem wir uns trennen muffen, wo meine gute Tochter völlig Dir, Deiner Sorgsamkeit für sie, überlasten fein wird, und ich ganz einsam und allein dastehen werde. Diese uns bevorstehende Trennung, die vielleicht nach dem Willen Gottes die erste und einzige für diese Welt sein kann, macht es nothwendig, über einige Punkte sich zu verständigen Wie stehst Du mit dem Starosten Deines Ortes?"
„Ihr wißt*, entgegnete Jacob, „daß es schon ziemlich lange her ist, feit ich ihm eine ziemlich bedeutende Summe vorstreckte, und dieserhalb war die Bebandlung seinerseits gegen mich eine Zeit lang etwas milder, als gegen Andere Aber freilich, seitdem ich gewagt habe, um Rückgabe des Kapitals und Zinszahlung zu bitten, weil ich beides zu meiner Hochzeit und Wirthschastseinrichtung nothgedrungen brauche, verfolgt er mich mit bitterem Haß."
„Schlimm, sehr schlimm, mein Sohn*^ unterbrach hier der Rabbiner den Sprechenden, „und ich fürchte, diese Sache wird Dir noch Ungelegenheiten machen, wenn Du sie schärfer treibst.*
Auf diesen Willkomm erwiderte mit sichtlicher Rührung »er Kaiser:
„Ich danke herzlich der guten Gemeinde Fiöschweiler ! und ihrem treuen Organ für die so freundliche An- ' spräche. Ich hoffe, daß das liebe Elsaß recht bald sich unter meiner Regierung in treuer Sorge verwaltet, mit den neuen Verhältnissen befreunden und ein treues, glückliches Glied des deutschen Volksverbandcs fein wird."
Der Kaiserliche Zug begab sich sodann nach der Frie- tenSkirche, wo eine ungeheure Volksmenge versammelt war. An der Vorhalle der Kirche begrüßte der Pfarrer Klein (n Kaiser mit folgenden Worten:
Mit tiefer Ehrfurcht und inniger Freude heißen wir v. Majestät Willkommen am Eingang dieser Kirche, die
l. 90. ich als ein Denkmal der Liebe des Deutschen Reiches und Äncr erhabenen Fürsten, insbesondere Ew. Kaiserlichen Majestät und Seiner Kaiserlichen Hoheit deS Kronprinzen |u unserem Lande auf diesem schlachtgeweihtea Boden et-
„Auf dem historischen Boden, wo dreimal die Geschicke dcS Landes durch die Waffen entschieden wurden, begrüßt heute im Namen der hier versammclten Gemeinde Frösch »eilet ehrfurchtsvollst Euere Kaiserliche Majestät als ihren erlauchten rechtmäßigen Landesherrn, ein Enkel des letzten deutschen Soldaten, der hier vor 200 Jahren Leib und
Einige Zeit nach diesem Vorfälle kam auch Jacob bei en ©einigen an, und wat sehr erfreut, als er hörte, die krankheit seiner Mutter habe solch' eine Wendung genom» »en, daß Über ihre vollkommene Genesung kein Zweifel lehr obzuwalten schien. Es ward demnach gleich zur kein der Hochzeit mit Rebecca Anstalt gemacht, und nach »cnigen Tagen dieselbe mit aller der Feierlichkeit vollzogen, »clche bet mosaische Gebrauch erheischt Die Braut saß « Hochzeitstage mit bet heiligen Tempeldecke bedeckt, und «e Freundinnen besuchten und schmückten sic. Dann fiel as schöne Leckenhaar, welches die Jungfrau geziert, unter ft unerbittlichen Scheerc, und der greife Vater, welcher Übst die Trauung zu vollziehen beschloffcn hatte, kam und hie ihr, als Symbol des neuen Standes, die Haube auf. achdem dies geschehen war, wurde trotz der ungünstigen Bitterung im Hofe der Synagoge die Trauung selbst «llzogen. Die heilige Tempeldecke bildete den Baldachin, »ter welchen das Brautpaar trat, und der Vater selbst »llzog alle zu dieser Feierlichkeit nothwendigen Cetemonicn. »blich reichte Jakob seiner Braut den Ring und sprach: Durch diesen Ring sollst Du mir angetraut fein!" Re- «ca nahm ihn, und nun ergriff der Rabbiner ein GlaS "t Wein gefüllt, segnete und reichte es dem Bräutigam, sicher daraus trank und cS sodann der Braut gab Such iese rank auS demselben, warf es hierauf zur Erde und'
fcortige Gutsbesitzer Graf Dürkheim, welcher mit dem Bürgermeister und Gemeinderath den Monarchen an einer Ehrenpforte begrüßte nach, der „Prov.-Corresp.* folgende Ansprache an Se. Majestät:
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux oon Th. Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M ; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leipzig, Cöln ic; Rudolf Messe in Berlin, Frankfurt a. M. re.
Gut opferwillig, doch verzweifelnd für ein deutsches Elsaß »ahingcgcbkn. — Die Geschichte bringt früher oder später ihre hohen Vergeltungen, weil sie ja stets von einer gerech len Vorsehung geleitet wird So mußte eS denn kommen, >aß auf demselben Boden, wo die Väter, von dem ster- lendcn Reiche vcrlaffcn, einer fremden Macht unterlagen, >as neue, durch diese glorreiche Führung des hclbenmüthi- jen beuischen Volkes in Jugenbkraft entstandene Reich die :0 M. > Snfel wiedergewonnen hat. — Daß die Enkel nimmermehr berlaffen werden, das verbürgt unS heute die huldvolle Gegenwart Euerer Majestät, in deren hohen edlen Erschei- nung sich uns die unerschütterliche stramme Treue der Hohenzollern und deS ganzen deutschen Stammes so mäch- tig und doch so versöhnend darstellt."
Der mit dem Quartalschluß veröffentlichte detaillirte Ausweis über die Staatseinnahmen Großbritannien's vom 1. Juli bis 30. September a c. zeigt durchaus günstige Ziffern. Die gejammten Einnahmen für daö bei floffene Quartal betragen 16,734.607 Pfv. St. oder 352,390 Pfd. St. mehr als die Einkünfte im entsprechenden Vierteljahr im Jahre 1875. An diesem Zuwachs der Staatseinkünfte sind fast sämmtliche Einnahmequellen beteiligt, mit alleiniger Ausnahme der Diversen. Die größte Zunahme weist der Ertrag der Accise — der beste Prüfstein für die Wohl- ahrt der großen Volksmaffe — auf, nämlich 135,000 Pf. St., während auch Zölle, Stempelgesälle, daö Postamt und der Telegraphendienst, sowie die Vermögens, und Ein- ommcnsteuer (letztere wohl in Folge ihrer zum Beginn dieses Finanzjahres erfolgten Erhöhung um einen Penny m Pfunde) ansehnliche Mehrerträge aufzuweiscn haben. Für bas am 30. September beenbete Jahr belaufen sich
I- L , die Staatseinnahmen auf 77,564,833 Pf. Sterl. b i.
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