nl
t»
le
ffr. 2LS.
JRarßurg, Freitag, 29. September 1876.
XL Jahrgang.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte!, sowie die Amroncen-Bureanx von Th. Dietrich & So. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a- M-; Haasenstein & Vogler in Frankfnrta. M, Berlin, Leipzig, Cöln rc; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
ObtrhcWt Inümg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & So. in Frankfurt a. M.-Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
Sflt in der Expedition zu erthe,lende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet/ 8 ö 1V
bekannt werde."
— Dem Anscheine nach hat dieser letztere
187«.
Furchtbar, furchtbar!" unterbrachen einige Stimmen.
„Darauf," fuhr dir Erzählerin fort, „ging Wilhelm w- Hau- und der Grcßknecht auch und ich will daraus
Raffel 187«.
Höchen ät der log. —
..
und
ganz merk- lserem rarate genau amen.
«12- .
Id 85 ,
äst.
re.
!ld. i; 9*4 11 81 71 4
2 8
51 3 4
31 '71 3J 4
44 17
nicht einzusehen, daß die preußische Regierung in der gedachten Hinsicht interessirt ist. In der Thaisache, daß alle Dänisch Gesinnten aus Nordschleswig auöwandern, finden wir die einfachste Erledigung der nordschleSwigschen Frage. Wir glauben, daß es mehr im Jnterefie der DSnischosfiziösen als der preußischen Regierung liegt, die Thatsache zu verheimlichen, daß sich die Zahl der dänisch-gesinnt Schleswiger alljährlich verringert
— „Jetzt werde ich reden", sprach hierauf die Groß- magt, zu welcher sich begierig die Leute drängten, um daS Geheimniß zu hören.
„ES mochte", erzählte sie, „gestern Abend ungefähr 11 ikhr fein, als Wilhelm die kleine Magd in die Kammer stieß, obgleich sie sich, wie ich hörte, sehr dagegen wehrte und weinte. Wilhelm schloß die Kammer zu, und ich konnte durch die Wand hören, wie Liesbeth schluchzte und jam merke. Lei dem anhaltenden Schluchzen und Weinen konnte ich natürlich nicht einschlafen; ich stand deßhalb wieder auf und ging vor die Thür, wo ich den Großknecht eben auS dem Kruge kommen sah. Kaum hatte mir dieser einen guten Abend gesagt, so bemerkte ich auch schon, wie Wilhelm ganz verstohlen nach Liesbeths Kawmelfenster schlich. Der Grcßknecht bemerkte es auch und kann es beschwören. —
Gedanken sind zollfrei, und was ich mit dem Groß knecht anfänglich über solchen nächtlichen Besuch dachte, kann sich ein Jeder vorstellen. Wilhelm ober blieb vor dem Fenster stehen, klopfte nicht einmal an, sondern verband eS ganz leise. Das konnten wir unS allerdings nicht erklären, denn zu welchem Zweck verbindet mau ein Fenster?"
Der Dieser 6tt Gerechtigkeit.
Criminal - Novelle von A. L. tzua. (Fortsetzung).
Als der Unglückliche diesen alten Widersacher ansah
Die dänisch.offiziöse „Correspondenz vom Sunde" ver- mittelt UNS daS Verständniß eines Artikels des in Hadersleben erscheinenden „Dannevirke" über die nordschleSwigsche Auswanderungsfrage. Die „Corresp. vom Sunde" schreibt nörtlich: „Fast alle deutsche Zeitungen haben in diesen Tagen eine halbamtliche Notiz gebracht, nach der die AuS- Wanderung von Nord-SchleSwig im Abnehmen begriffen sein soll. Ja diesem Anlässe schreibt daS nordschleSwigsche Blatt „Dannevirke": „Diese offiziöse Mikiheilung leidet, wie alle die schleSwigschen Verhältnisse betreffenden, an einem wesentlichen Mangel. Sollte sie etwas beweisen, müßte sie aufklären, in welchem Verhältniffe die Zahl der zum preußischen Kriegsdienste auögchobenen zugenommen hat und wie viele der ausgehobenen oder auSgewandertcn jungen Männer in Nordschleswig einheimisch sind. Davon aber sagt der Bericht nichts. Die natürlichste Ursache der ver- minderten Auswanderung scheint indeffen zu sein, daß die Anzahl der Wehrpflichtigen abnimmt, wegen früherer AuS Wanderung von Knaben. Jedenfalls ist es ein sprechender Beweis von Mißvergnügen in Holstein und Schleswig, daß nach den ungeheuren Auswanderungen der vorhergehenden sechs Jahre in 1872—1875 noch 13,923 wehrpflichtige Männer auSgewandert sind. Es scheint im In
„Er und kein Anderer," riefen hierauf Alle, welche dastanden, „ist der Brandstifter, der Mordbrenner!"
Während hierauf einige auf den Unglücklichen schlagen wollten und Andere sich dem widersetzten, kam der Schulze dazu und erfuhr daS Schreckensvolle.
„Mein Sohn," rief er, „ist unschuldig. Es ist Alles erlogen." ,
„So," schrie darauf plötzlich ein zorniger Mann, „warum ist denn der H.rr Schulzensohn in der vergangenen Nacht in der Stabt gewesen? — Wer sich auf die Weise vor Verdacht bewahren will, der zieht ihn erst recht auf sich."
„ES ist auch," sprach der Schulze, „erlogen, daß mein Sohn in der Stadt gewesen, denn noch gegen 10 Uhr war er in meiner Stube."
„Wir selber," sprach einer der Stadtspritzenleute, „haben ihn auf dem Wege aus der Stadt hieher 6cm Scheine der Fackeln gesehen. UnS kam daS verdächtig vor."
„Ist mein Sohn schuldig, so wird er seine Straft empfangen," sprach daraus der Schulze mit fester Stimme. „Euch Allen aber hier gebiete ich, Euch nicht zu Richtern auizuwerfen. Der Gerichtsdiener wird ihn nach der Stadt führen und ihn den rechtmäßigen Richtern übergeben."
In demselben Augenblick, als der Gerichtsdiener dem eines so schweren Verbrechens Beschuldigten vermittels einer klein-n Kette die Hände zusammenschloß, kamen die Schulzin
Brief. 1024
1024
981
971
941
1024
581
961
1034
141
641
981
2531
85
1154
48
1474
Lagebericht.
Die Wahlen zum Abgeordneienhause werden nach der Prov.-Eorresp. im letzten Drittheil des Monats Oktober stattfinden, die Wahlen der Wahlmänner in den ersten ' Tagen nach dem 20., die Abgeordncicnwahlen in den letzten Tagen des Monats. (In unserer gestrigen sehr verstümmelten Berliner Depesche war, wie sich jetzt zeigt, irrthüm- ltch der zweite Oktober statt des 20. angegeben. Anm. d. Red.)
Von der preußischen Gesetzsammlung sind bisher 3350 Exemplare in der deutsch polnischen und 900 Exemplare in der deutsch-dänischen Ausgabe erschienen. Nach dem Gesetze betr. die GeschäftSsprache der Behörden rc. vom 28. Aug d. I. fallen nunmehr diese Ausgaben gänzlich weg und eS wird für die lausende Bezugszeit an Stelle derselben die deutsche Ausgabe der Gesetzsammlung geliefert. Durch diese Vereinfachung dürste der Etat des Gesetzsammlungsamtes einige Ersparungen ausweisen.
ES ist bemeikenöwerth, daß auch von denjenigen industriellen Branchen, welche Roheisen, Stahl rc. weiter verarbeiten, die Aushebung der Eisenzölle zum 1. Januar 1877 für verfrüht gehalten wird. Dem liegt jedoch ausschließlich
it dem 1. October beginnt ein neues Quartal-
Abonnement auf die Ob-rhesfisch- Z-i. t««g, wir ersuchen die Bestellungen, namentlich die bei derPost, baldigst machen zu wollen. Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß im Feuilleton der Zeitung Anfang October zum Abdruck kommt:
Der Seher von Cosnicza, eine Erzählung aus dem polnisch-jüdischen Volksleben von Dr. W. Bernhardt,
sowie daß im Jllrrstrirter» Sonntagsblati in Nr. 40, welche mit der Nr. für den ersten October ausgegeben wird, beginnt:
Ein weiblicher Polizei-Agent, Erzählung aus dem Tagebuch eines Criminal- beamten von L. Schub ar.
DC* Um vollständige Exemplare zu erhalten bitten wir die Bestellung baldigst machen zu wollen.
Bei Gelegenheit der Erhebungen über die abzuschlie' ßendcn Handelsverträge hat sich folgendes Faktum ergeben. Die deutschen Sprit« xportcure klagen darüber, daß seit dem Kriege mit Frankreich unsere Handelsbeziehungen unter der Mißstimmung leiden, welche gegen Deutschland in weiten Kreisen der sranzöstschen Bevölkerung herrscht. Die französische Wein- und Branntweinfabrikation kann zwar unsere feinen ZollvereinSsprite nicht ganz entbehren, aber die Fabrikanten beziehen höchst ungern deutsche Waare, weil die Fäffer, wenn sie die Grenze pasiiren, seitens der Steuer- beamten mit einem rothen Zettel beklebt werden, an dem man den ausländischen resp. deutschen Ursprung der Waare erkennt. Ein Fabrikant, vor deffen GeschäftSlokalitäten solche bezettelte deutsche Fäffer abgeladen werden setzt sich, wie von Sachkennern versichert wird, den Insulten des Pöbels aus. Es müffen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um den Spritbezug aus Deutschlanv sorgfältig zu verheimlichen, und diese erschweren das Geschäft. Leider dürste eine Abhülfe hiegegen schwer zu finden sein.
Der Papst soll, — wie auS Rom berichtet wird — der türkischen Regierung sür die geäußerten guten Gesinnungen zu Gunsten des Msgr. Hassun seinen Dank haben auS- drücken lasten. Man hofft, daß Msgr. Hastun einen The« der Güter der armenischen Kirche «halten wird.
2351 0 M.
5 „ 0„
m.
kommen war, wehklagend herbei.
„Bei dem ewigen Gotte, mein Sohn ist unschuldig!" rief die unglückliche Mutter. „Wie kann das Kind, welches ich unter meinem Herzen getragen und das ich in der Furcht Gottes aufgezogen habe, solche Unthat vollbringen, bei welcher selbst Sterne vom Himmel fallen müßten?!'
Wilhelm starrte Mutter und Schwester mit einem Blick des unendlichen Schmerzes an, sprach aber kein Wort, wie sehr man ihn auch beschimpfte, verhöhnte, verwünschte und sogar schlug. Ruhig folgte er dem GerichtS- diener, welcher ihn ins Gesängniß führte.
14.
Die Kunde von dem fchrccklichen Brandunglücke in Schlcusenburg verbreitete sich bald in der ganzen Umgegend des Dorfes und erregte überall Staunen und Entsetzen. Niemand Zweifelte daran, daß der Schulzensohn wirklich der Brandstifter sei, und indem man ihn für die Ausgeburt aller menschlichen Nichtswürdigkeit hielt, suchte man die Seinigen durch Verachtung und Beschimpfung zu strafen. Die meisten Leute in Schleusenburg wandten sich von ihnen ab, wo man sie sah.
„Jetzt wird", sprachen einige schadenfrohe Menschen, „der Herr von Grünau sich wohl auch hüten, die Tochter einer so sauberen Familie zur Frau zu nehmen."
„Er hat schon', sprachen Andere, „die Verlobung auf» gekündigt und kommt mit keinem Schritte mehr zu dem Mordbrennervolk. Wo ihm Einer aus dieser sauberen Gesellschaft begegnet, biegt er auS, wie vor der Pest."
Das war jedoch nicht der Fall. Herr von Grünau zeigte sich im Gegentheil als ein wahrer Freund der unglücklichen Sckulzenfamilie. Fast täglich erschien er in derselben, um sie zu trösten. Trotzdem aber glaubte Louise
Deutsches «eich.
•• Bttlitt, 27. Sepibr. Die heutige Nummer der „Prov.-Corr." widmet ihren Leitartikel wieder dem Bünde',iß der Nationalliberalen und der Fortschrittspartei. In der Einleitung wird zunächst auögesührt, daß der Unterschied, welcher zwischen der Fortschrittspartei in Berlin and der in der Provinz gemacht werde, ein durchaus wesenloser fei und daß daS Bündniß zwischen den beiden Parteien schon darum kein festes fein könne, weil die Fortschrittspartei nur da mit den Nationalliberalen gehe, wo sie ihrer Unterstützung bedürftig sei. Den Kernpunkt des Artikels bildet aber die Ausführung, daß die liberale Puste durwauS nicht berechtigt sei, daS Bündniß zwischen den beiden Palleten darum als ein naturgemäßes zu bezeichnen, weil sie beide
sich plötzlich in seinen Händen gewahrte, schien eS, als ob er ein bedeutungsvolles Wort sagen wollte; doch die Zunge versagte ihm den Dienst.
die Befürchtung zu Grunde, daß mit den Eisenzöllen auch tereste der preußischen Regierung zu liegen, das dies nickt die Zölle auf Maschinen u. s. w. fallen möchten. ES ist bekannt werde." - 2.-.2:.<.
Wannt, daß die Aushebung der Eisenzölle mit der Noch- Wink genügt, um die Aufmerksamkeit "der '„Cor'resp? vom
»34 1044
tsche h°t), fette 2316 sch-» 'vinz tveig wer, i.
n eine binet astend Ex
[2353
N
ngen i 160,
schwören, das Einer aus den Boden ging. ES war Wil- und Louise, denen die fürchterliche Kunde zu Ohren ae» Helms Tritt; ich will es mit tausend Eiden bekräftigen; *"•*•**'••• denn Wilhelm hat einen ganz eigenen Gang. Da ich aber an nichts Böses dachte, legte ich mich ruhig ins Bett und schlief ein. Erst das Geknister deS Feuers weckte mich; ich sprang aus dem Fenster, waS die kleine Magd sreillch nicht konnte, die deshalb in ihren Sünden hat umkommen müssen,"
Wendigkeit begründet wird, der Landwirthschaft billigeres Sunde" auf diese Frage zu lenken. Wir vermögen jedoch Material und billigere Arbeitskräfte zuzuführen. Jnierestant ' " . - - ■ 1
ist cö nur, welcher Vorwand hiegegen in den industriellen Kreisen gemacht wird. Die Chemnitzer Fachmänner lasten sich folgendermaßen aus: Dos erstere Motiv könne um so weniger ins Gewicht fallen, als die Mehrkosten, welche dem Ackerbau aus der geringen Vertheuerung des verschwindend kleinen MaterialquantumS, welches er bezieht, erwachsen tonnen, thaisSchlich in völlig unmerklicher Weise auf die Konsumenten abgewälzt werden. DaS letztere Motiv beruhe aber offenbar auf einem Trugschlüsse. Denn wenn man die Industrie zu Grunde gehen lasten will, um dem Ackerbau billigere Arbeitskräfte zu sichern, so wird man dahin kommen, daß zwar die Landwirthschaft mehr und billiger produziren kann, jedoch die Abnehmer für diese Produkte fehlen, die man konsumtionSunfähig gemacht oder zum Wegzuge gezwungen hat. Wenn die Landwirthschaft über den Mangel an Arbeitskraft klagt, so liegt dies nicht daran, daß die Industrie zu viel Arbeiter beschäftigt, son dern in dem Umstande, daß jene zu wenig die Maschineri- krast ausnutzt, mittelst welcher sie Arbeitskräfte spart und die Menschenkräfte für würdigere und dem Ganzen nutz dringendere Arbeit frei läßt, als solche, welche erwiesenermaßen durch Maschinen geleistet werden kann."