Einzelbild herunterladen
 

I

rt

i.

ctigtr

rasch ' und reifen

r,

rufen >282

(im«

16.

fiele» inens

>hn- i-vis, , auf

ff.

»der bett teu.

2314

»r

ter.

wird t zur talleS und Mark mit

Auf­erden unter »erren r in 2267

Ms, dlung krank

w 7«.

ft.

j

87«.

mal

L7*,..

90,:.

971

941

1021

581

961

1031

14l

641

981

252

85, 1131

48

146

1031

Mr. 223

Marburg, Sonntag, 24. September 1876.

xi. Jahrgang

WcchcMc Irilmg

s*

»Tn,

Minister, beauftragt. Der Congreß hat u. A. beschlossen, daß künftig die Verhandlungen nicht nur in französischer, und in der Sprache des Landes, wo gerade getagt wird, sondern auch lateinisch sollen geführt werden dürfen.

Bei der Möglichkeit eines demnäpstigen Waffenstill­standes auf dem orientalischen Kriegsschauplätze mit der Aussicht auf Friedensschluß dürfte die gegenwärtige Stellung der beiderseitigen Heere, obwohl im Großen und Ganzen feit mehreren Wochen unverändert, von vorwiegender Be­deutung und demgemäß mit wenigen Strichen zu skizziren sein. Der ursprüngliche Fehler Serbiens, seine Streitkräfte allzu sehr zu zerstreuen, ist mehr und mehr durch deren Concentrirung im Morawathale wieder gut gemacht worden, während bei Belina, Javot und am Tirnok nur die noch- dürftigsten Besatzungstruppen verblieben. An jenem Haupt­punkte des serbisch-türkischen Ringkampfes aber hält General Tschernajew seit der Schlacht vom 1. September die Linie Kruschewatz»DjuniS - Deligrad - Banja besetzt, während das ganze linke Morawa Ufer bis Deligrad fo wie die südöst­liche Ecke Serbiens mit Saitschar und Knjaschewatz sich im Besitze der Türken befinden, die außerdem Alexinatz von Norden, Westen und Süden umzingelt haben. Numerisch ist Abdul Kerim der Stärkere; das Augenmerk der Türken ist zur Zeit auf die Herbeischaffung schwerer Geschütze von Nisch und die Ueberbrückung der Morawa gerichtet, um Deligrad und Aftxinatz auch von Osten her zu fassen, und wenn die Feindseligkeiten fortgesetzt werden sollten, so dürfte falls nicht unvorhergesehene Ereigniffe eintreten der Fall von Alexinatz und der weitere Vormarsch der Türken im Morawathale nur eine Frage der Zeit sein. An der Drina und am Jbar steht just noch Alles wie vor 21/2 Monaten zu Anfang de« Krieges; Osman Pascha ist dagegen nach unbekannter Richtung von Saitschar auS auf- gebrochen. Die Montenegriner beschränken sich seit geraumer Zeit auf die Vertheidigung ihrer eigenen Gränzen; Mukhtar Pascha hat von Norden her den Einmarsch gar nicht ernst­lich versucht, während derselbe seinen College» Derwisch im Süden gänzlich mißglückt zu fein scheint. Aus der Herzegowina ist nicht« Besonderes zu berichten; von einem Ausstande kann dort kaum noch die Rede fein, aber e» herrscht auch keine vollkommene Ruhe.

glauben, mir aber, dem Diener der Gerechtigkeit, glaubt man.*

Diese Worte erschrocken den Großknecht gewaltig. Seine Gedanken geriethen in einen furchtbaren Aufruhr. Er fonn hin und her und entdeckte keinen Ausweg aus feiner schreck­lichen Verwirrung. Die fünf Jahre Festung schienen ihm eine kleine Ewigkeit zu sein, da« Grab, die Hölle.

Der GerichtSdimer bemerkte mit satanischem Lächeln die gewaltige Bestürzung deS Getäuschten und suchte dieselbe schnell für seinen Plan zu benutzen.Deine Schuld*, sprach er,ist jetzt hoch gestiegen; doch kannst Du sie tilgen Aus welche Weise do« möglich ist, sollst Du er­fahren. Vor allen Dingen aber schaff' mir den Rehbock aus dem Hause; ich will ihn nicht, denn meine Hand soll von Dir rein erhalten werden. Wirf da« Ding in den Strom, daß es den Fischen zur Nahrung diene. DaS ist das Beste, was Du thun kannst. Laß Dich aber nicht mit dem Raube bi« zum Strome ertappen. Nach einigen Tagen komm wieder und hole Dir Bescheid.*

Der Großkaecht, durch diese Worte einigermaßen be­ruhigt, that, wie ihm gesagt worden war, trug den Reh bock nach dem Strome, erschien nach einigen Tagen wieder bei dem Gerichtsdiener und erfuhr die Beoingungen, unter welchen die Anzeige unterbleiben sollte. Ohwohl er an» sänglich vor denselben sehr «rschrack, so ging er doch bald darauf ein. Der Versucher verstand e«, ihn in dem Feuer der Eifersucht an seinen Plan zu schmieden.Wa« für ein Recht*, sprach er,hat der Schulzensohn, Dir Dein Mädchen abspänstig zu machen? Du bist so jung und so schön wie er. Sein Geld allein ist es, wodurch er Dich für den Augenblick au« dem Felde schlägt. Suche Deinen Platz wieder zu gewinnen und sei nicht verzagt! Ich stehe Dir bei. Wir beide haben Grund genug, uns gegen den Schulzen und seinen Sohn zu erheben.*

it dem 1. October beginnt ein neues Quartal-

Abonnement auf die Oberh-Wch- Zei. t**g, wir ersuchen die Bestellungen, nament­lich die bei derPost, baldigst machen zu wollen.

Lagesdertcht.

Dem im Oktober zusammentreienden Reichstage soll bekanntlich ein die Anstellung von Militäranwärtern im Privatbahndtenste betreffender Entwurf zugehen, deffen Tendenz ursprünglich durch da« ReichSeisenbahngesetz erzielt

Politische Wsche»«Übersicht.

Nach Abnahme der Manöver des dritten Armcecorps ist unser Kaiser zu den süddeutschen Manövern nach Stutt­gart abgereift. Der deutsche Bundesrath ist vom Kaiser auf den 21. d. MtS. zu neuer Session einberufen. Gras Eulenburg ist am Sonnabend von feiner Urlaubsreife in Berlin wieder eingetroffen. Arn 17. September früh starb zu Stuttgart an einem typhösen Leiden der Consiflorial- Präsident und frühere Cultusrninister Golther, Urheber des württembergifchen kirchen politischen Gesetzes von 1862, das in allem Wesentlichen den preußischen Maigesetzen von 1873 entspricht und unter dem in Württemberg der Friede zwischen Kirche und Staat bisher erhalten geblieben ist.

Die zahlreich verbreiteten Ge üchte von einer bevor­stehenden Krisis innerhalb des ungarischen Ministeriums werden mehrfach dementirt. Dahingegen wird jedenfalls der Ministerpräsident Tisza Im Reichstag mehrere Inter­pellationen über den Einfluß, den er auf die Orienipoliiik auSgeübt hat, zu beantworten haben. Die Ungarn weisen die Bildung neuer autonomer Staaten entschieden zurück; ste verlangen nur Reformen, die das Loo« der Christen stcherstellen. Neben der orientalischen Frage, insbesondere den Friedensbedingungen zwischen der Türkei und Serbien, tritt die Ausgleichs - Angelegenheit wieder in den Vorder­grund.

In der Schweiz hat am 18. September die kirchliche Confeeration und die staatliche Einsetzung de« Bischofs Herzog unter großer Betheiligung der Bevölkerung zu Rheinfelden feierlich Statt gefunden.

Die italienischen Minister halten noch immer Rund­reisen in ihren Wahlbezirken; der König und die Prinzen feines Hause« wohnen den zahlreichen Manöver» bei, und der Papst grollt über die allzustrengen Maßregeln de« Kultusministerium« Maneini über Kloster- und Procefston« wesen, läßt durch die vaticanischen Preßorgane seinen Sym­pathien für die türkische Sache immer deutlicheren Ausdruck verleihen und empfängt zur Erholung, die, wie stet« in dieser Jahreszeit zahlreich au« allen katholischen Ländern herbeiströmenden Pilgerschaaren.

Die Herbstmanöver der verschiedenen französischen Armeekorps hatten in diesem Jahr eine besondere Wichtig­keit für die Armee und für da« Land. Sie haben dem Selbstgefühle der Nation eine hohe Befriedigung verschafft, zugleich aber auch noch manche auszuführende Lücken gezeigt

still gewesenen Räume de« Schulzenhauses. E« wurde getanzt und gespielt bi« zum Hellen Morgen. Unter allen Flohen aber war Lisbeth die Frohste. Der lang entbehrte Anblick de« Mannes, den ste mit der ganzen Gluth ihrer Seele liebte, erweckte alle Lebensgeister in ihr neu, daß sie die Liebenswürdigkeit und Aumulh seiber war.

Heiter, wie dieses Fest, vergingen auch die folgenden Tage im Schulzenhaufe von Schleufenburg; der brave Sohn war ein neue« LcbenSelement in demselben. Da« Glück machte stch von Tag zu Tag heimischer unter dem Strohdache. Daneben spannen auch finstere Mächte im Verborgenen eifrig ihr Netz, um treue Seelen zu fangen.

Kurze Zeit nach der Rückkunft Wilhelm« ging der Großknecht nach dem Walde, um für den Gerichtsdiener einen Rehbock zu schießen. Es gelang ihm dies merkwürdig leicht, und noch in derselben Nacht schleppte er da« Wild nach bet Stadt, weckte den Gerichtsdiener aus dem Schlaf und legte dasselbe vor deffen Füßen mit den Worten: Seid Ihr nun zufrieden? Es ist mit wahrhaftig schwer geworden, die Last herzuschleppen, und dabei habe ich noch eine Höllenangst auSgeftanren. Gesehen aber hat mich Keiner.*

Was!* sprach der Gerichtsdiener.Wilddieberei?! Die wird mit einer Festungsstrafe von fünf Jahren gerügt. Jetzt entkommst Du mir nicht mehr. Deine Dieberei wird angezeigt. Solche Anzeige bringt mich zu Ehren bei meinen Vorgesrtzten.*

.H-bt Jhr mich nicht verleitet?* entgegnete der Groß­knecht ziemlich kalt.Ihr seid nicht minder strafwürdig, als ich. Daß Ihr, um Such Unannehmlichkeiten zu er­sparen, mich nicht anzeigt, weiß ich daher bestimmt.*

Du Tölpel*, sprach der GcrichtSdiener,weißt Du nicht, daß man Schlingen legt, um den Fuchs zu fangen? Warum bist Du in die Schlinge gegangen ? Rede vor dem Gericht, wa« Du willst, man wird Dir niht«

montanen zur Ernüchterung gewisser Minister, SttiÜtoren und Deputirten, die jetzt auf dem Lande wollen, beitragen werden.

Zwei Exminister der ehemaligen'Republik Spanien, Salmeron und der ränkelustige Ruiz Zorilla, haben von Pari« au« einen Ausruf an das spanische Volk erlaffen, in welchem eine Art von socialistischem ZukunstSprogramm aufgestellt wird. .^-Mit der Aussicht auf eine Sichtung und Umgestaltung der Badengesetzte, sowie der in den letzten JahrzehntenMtatt gehabten Verkäufe von StaatSdomainen fpctulirt .inan augenscheinlich auf die Leidenschaften der ackerbaptreibenden Bevölkerung.

Die Protestmeetings gegen die bulgarischen Greuel richten mehr und mehr ihre Resolutionen gegen die ge­stimmte englische Orientpolitik. Freilich geben die Ver­anstalter dieser Meeting« sich die größte Mühe, ihnen jeden Parteicharakter zu nehmen. Dennoch fehlt e« nicht an zahlreichen Angriffen gegen das Ministerium. Sowohl Lowe, ter e« in Croydon eine thö richte Politik nannte, wenn man den Besitzstand der Türkei aufrechterhalten wolle, al« auch namentlich zahlreiche Redner auf den am 18. in Oer City abgehaltenen Meeting« äußerten stch in diesem Sinne. Da« besuchteste derselben war da« in der Guild- Hall, dem der Lordmayor, der selbst ein Tory ist, präfi- dirte. Er verlangte sogar von der Regierung, daß ste Maßregeln treffe, zur Herstellung der Unabhängigkeit der slawischen Provinzen. Diesen AuSlaffungen der Gesühls- politik gegenüber vertheidigte der Schatzkanzler Sir Staf> sord Northcote auf einer Versammlung konservativer Ar­beiter in Edinburg die Politik Derby's und DiSraeli'«. Die Anhänger Gladstone'« wünschen Zusammenberufung de« Parlament« zu einer Herbstsesston, die Radikalen sogar zu einer Auflösung beffelben.

Der dänische Reichstag ist vom König durch einen offenen Brief, gemäß § 19 de« Grundgesetze«, auf den ersten Montag im Oktober einberufen worden.

Die Orientalisten, welche vom 1. bi« 12. d«. Ml«, in PeterSburgRath gepflogen haben, sind darüber schlüssig

und bewiesen, daß in der Verpflegung der Truppen der geworden, daß sie Im nächsten Jahre in Florenz wieder alte Schlendrian noch keineswegs beseitigt ist. Mac Ma- zusammenkommen wollen. Mit den Vorbereitungen dazu hon, der am 19. September zu den letzten Manövern, ist Michel Amari, der ehemalige italienische UntenichtS- Oenen des 3 und 4. ArmeecvipS, reiste, ist dem Vernehmen "**' - - . .

nach endlich zu dem Entschluffe gelangt, daß im Personale der hohen und höchsten militärischen Regionen aufgeräumt werden muffe; ob die Republikaner mit den bevorstehenden Veränderungen zufrieden sein werden, ist freilich eine andere Frage. Immerhin haben die am 17. erfolgten Ersatzwahlen in 1200 Gemeinden Frankreich« wiederum die bedeutenden Fortschritte de« republikanischen Geiste« auch in den ent­legensten Gegenden bestätigt, und es wird gehofft, daß die. fieberhaften Agitationen und Demonstrationen der Ultra»

Erscheint täglich außer Iwn Werttagen nach Somt- unb Feiertagen. PrerS für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJAuftrirteS evuntaaSblatt" durch die Expedition (St 0 ch'sche »uchdruckereO bezogen 21 Mark, durch die Postämter de« Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebübr für die gespaltene Zeile 10 Pf, Sftr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Sdreffen werden 25 Pfg. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte« sowie die Annoncen-Bureaux von L- Daube & 60. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Stete* meyer in Berlin; Carl Schütz» ler in Hannover; E. Schlotte in Bremen.

Des Diener der Gerechtigkeit.

Criminal Novelle von A. L. Lua.

(Fortsetzung).

11.

Während aus diese Weise der Gerichtsdiener den Groß- knecht an stch zu ketten und zum Werkzeug eines abscheu­lichen Plane« zu machen suchte, diente Wilhelm sein Jahr ab, wobei er, da sein Vater ihn mit rechtlichen Gelkzu- schüffen bedachte, besonder« die lustige Seite de« Soldaten- stände« kennen lernte, dabei aber keineswegs sein Heimaths- dorf vergaß und am allerwenigsten Lisbeth, die kleine Magd. Vielmehr prägte stch in der Ferne ihr Bild tiefer in fein Herz und fachte eine mächtige Sehnsucht nach dem munteren Geschöpf in ihm an. Mit unendlicher Freude sah er deshalb den Tag seine« Abschiedes vom Militär nahen. Kaum hatte ft denselben erhalten, so jagte er auch schon auf seinem Fuchse, dem jetzt militärisch exercirten Renner, der Hei» b>ath zu.

Der Weg führte den verabschiedeten Reiter durch einen Stoßen Wald. E« war Herbst. Der Wind trieb die lallenden Blätter auf dem Wege einher. Am Himmel -Engen Schneewolken und in den Gipfeln der hohen Bäume Wf der Sturm das wehmuthsvolle Schlummerlied der dialur; aber in dem Herzen de« heimkehrenden Reiters fitünte der Frühling der Liebe in voller Pracht, und wie : Wn mulhige« Roß mit ihm dahin flog, so jagten die Menden Gedanken durch seine Seele, Lisbeth über« Jahr iu heirachen

Die Heimkehr Wilhelm« erregte bei den ©einigen große xtkude. Seine Eltern feierten dieselbe durch eine Festlich zu welcher auch der Herr von Grünan geladen war. Wer Jubel scholl bei derselben durch die so lange sehr

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition k. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kastel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a- M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M, Berlin, Leip» zig, Cöln rc; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. !l)t. rc.