Die Sch»rr1«»zSrt»»z Abdul Hamid's.
(Schluß.)
Denn da- neue Testament, der Talmud und der Koran liegen hier dicht beisammen. Aus den griechischen Pope des Phanar folgt der Rabbiner des Balat und der Jman des türkischen Quartiers. Ich halte eben die GrLnze überschritten, welche baS gelobte Land von dem Volke des Propheten trennt, und beschäftigte mich mit Niederschreibung von Notizen, als wich ein Türke auf die Schulter klopfte und weiter gehen hieß. Die Nordwestecke des goldenen Horn« ist abendländischen Beschäftigungen wenig günstig;
»ft Sir. 290.
Marburg, Dienstag, 19. September 1876.
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DcchcWe Zeitung.
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ba6 eS für die Deutsche Industrie I Rußland 3. Goldene Ehrenmedaillen: Deutsches Reich 4, dürfte, sich in dieser Hinsicht den Belalen 3. $rnnfn.i* 1 <Srn6firit«nni«, -r /
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Hülfe. Der Verfolger kam ihr immer näher. Ihm noch I vergeben unfern Schuldigem." *
länget zu entkommen, schien unmöglich. Was sollte fiel Diese Worte machten auf Wilhelm einen so besänfti-
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«Fortsetzung folgt.)
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anfangen? Dicht vor stch sah sie den wilden Strom, hinter sich hörte sie die Schritte des in der Leidenschaft entbrannten Knechte», welcher schon die Hand wieder nach ihr aus- streckte. Ehe er fit aber erfassen konnte, sprang sie von dem hohen Ufer in die brausende Flulh.
Indessen war Wilhelm, der das Angstgeschrei gehört hatte, herbeigeeilt. Ein gewaltiger Schreck ergriff ihn, als er Lisbeth in'S Waffer springen sah. Ohne sich im Geringsten zu besinnen, sprang er ihr nach in die Fluth, und da er ein guter Schwimmer war, gelang eS ihm bald, sie zu erfaffen; doch wurde eS ihm in dem reißenden Strome sehr schwer, sie an'S Land zu bringen. Als e8 mit der allergrößten Anstrengung ihm endlich geglückt war, setzte er sie aus das grüne Gras und that einen Blick zum Himm.j empor, Gott für die Rettung dankend, und dann richtete er sein Angesicht auf die Gerettete mit einem so tiefen Zug der Innigkeit und Treue, daß es unmöglich schien, je wieder fein Auge von ihr wenden zu können.
Während der treuherzige die Gereitete anfah, schlug
am gerathensten fein dürfte, sich in dieser Hinsicht den Erwägungen der Reichsregierung anzuschließen. Die Be- theiligung Deutschlands ist offiziell zugesagt, und wir glauben, aus sehr naheliegenden Gründen. Es ist ein Wettkampf zu dem der deutsche Gewerbefleiß aufgeforber worden ist; es wäre gewiß nicht ehrenvoll, demselben auS- zuweichen. Mag uns auch die Ausstellung keinen direkten Nutzen bringen, — die Nichtbetheiligung würde direkt schädlich wirken. Man kann es als gewiß annehmen, daß die Reichsregierung auch die politischen Gesichtspunkte reiflich in Erwägung gezogen hat. Wenn sich die Regie rung — die von allen Regungen des politischen Lebens in Frankreich genau unterrichtet ist — trotzdem für die offizielle Betheiligung entschieden hat, so dürfte dies für die industriellen und gewerblichen Kreise deS Reichs ein maßgebender Fingerzeig fein.
genben Eindruck, daß er auch noch auf die Bitte des armen Mädchens einging, den ganzen Vorfall geheim zu halten. Der Großknecht schwieg natürlich auch, um der gerechten Strafe zu entgehen, und so erfuhr Niemand Etwa» davon.
Nach bet „Corresp. Stefan!" hätte bie russischelRegie- rung — bewogen durch den Einfluß, den der Vatikan auf die Katholiken des Orients ausübt — dem römischen Stuhle gewiffe Konzessionen angeboten, die von dem letzteren bisher ohne Erfolg bestrebt worden sind. Der Vatikan zögert jedoch auf die russische Propositionen einzugehen. Man sagt der russische Geschäftsträger, Graf Suwaroff, welcher dieser Tage in Rom angekommen ist, sei von feiner Regierung mit Instruktionen versehen worden, die sich auf dieses Geschäft beziehen. — Wir muffen jedoch gestehen, daß uns die Sache sehr unwahrscheinlich erscheint.
Belgien 3, Frankreith 1, Großbritannien 3, Italien 1' Schweden 1, Rußland 1.
.Bedenke«, fuhr Lisbeth in ihrer Fürbitte fort, .daß wir täglich beten: Und vergib uns unsere Schuld, wie wir
Der Diener der Verechtigkit.
Criminal» Novelle von A. L- Lua. (Fortsetzung).
Anzeigen nimmt entgegen: die Gchedttto« d. Blattei sowie die Annoncen-Bureaur von ®. L. Daube & So. in
Dentfchs «eich.
Berlin, 16. Sept. Eine offiziöse Mitheilung sprach sich vor einiger Zeit dahin aus, daß die angestellten Erhebungen die Nothwendigkeit einer Revision der Gewerbe» ordnung nicht ergeben hätten. Indessen wird die Wirkung des Gesetzes von Aerzten fortdauernd als eine unheilvolle bezeichnet und man hält ohne die gewünschte Revision ein erfolgreiches Einschreiten gegen den Unfug der Kurpfuscherei für unmöglich. Es besteht die Hoffnung, daß die Angelegenheit von dem Reichsgesundheitsamt in die Hände genommen werde. — Nach dem Entwürfe eines Jagdgesetzes, welcher dem Landtage im nächsten Jahre Dorgelegt werden soll und übet den die Bezirksregierungen gutachtlich stch zu äußern hatten, soll ein selbständiges Jagdrevier mindestens 80 Heciare groß sein und alle dauernd und vollständig eingefriedigten Grundstücke einen selbständigen Jagdbezirk bilden. Die zu bildenden gemeinschaftlichen Jagdbezirke sollen mindestens einen Umfang von 150 Hektaren in zusammenhängendem Areal haben, und größere gemeinschaftliche Jagdbezirke getheilt werden können. Aus Waldenklaven von der Größe eine« selbständigen Jagdbezirks soll der Besitzer des umschließenden, jedoch mindestens 300 Hektaren großen Waldes ein Jagdrecht geltend machen können, wenn die Enklave stch in so unregelmäßigen lang, gestreckten Grenzen hinzieht, daß in derselben die Jagd ohne erhebliche Beeinträchtigung dcS WaldeS nicht auSge- übt werden kann.
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Mit diesen Worten schloß er sie wie ein sich, sie aber machte sich schnell von ihm loS einen kleinen Vorsprung, doch bald war sie Gefangene.
„Wenn Du mich nicht liebst," flüsterte er ihr in das Ohr; „wenn Du . . .«
I Nach langem Harren ertönte endlich die Feierabendglocke to Kirchthurm deS Dorfes, als eS schon anfing zu dnn- 5 In. Bei dem ersten Glockenschlage eilte LiSbeth, weil sie »ch verschiedene Arbeiten in der Küche zu verrichten hatte, . k ein flinkeS Reh dem Dorfe zu und der Großknecht Ä nB k nach, während die übrigen Ernteleute, von der schweren ! leit deS TageS sehr ermüdet, stch gemächlich zum langten Heimgang anschickten.
Wie sehr sich aber auch bet Großknecht anstrengte, so —— Mochte er doch kaum die Schnellläuferin einzuholen. Erst 37«. i • dem, die Wiesen von dem Dorfe trennenden Strom Reichte er sie.
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaae ‘Unttrirt»« wZTTZ—
______ _____ftfc tn bet Expedition zu enheilende Austtmft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. ' * °
Wie uns aus Paris mitgetheilt wirb, besteht in'ein- flußreichen parlamentarischen Kreisen bie Absicht, den Kam- mern einen Vorschlag zu unterbreiten, nach welchem die im Iahte 1880 ablaufenden Gewalten deS Marschalls Mac Mahon auf 10 Jahre verlängert werben sollen.
DaS Central-Comitv der Ausstellung für Gesundheitspflege und RettungSweseo in Brüffel hat, wie uns telegraphisch mitgetheilt wird, den deutschen Ausstellern folgende Auszeichnungen zuerkannt: I. Ehrendiplom (höchste Auszeichnung) Königlich Preußisches Ministerium des Innern; königlich WürttembergifcheS Ministerium; königlich Preußsches Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medinzinal-Angelegenheiten; deutsche Gesellschaft zur Rettung schiffbrüchiger in Bremen; königlich preußisches Justiz Ministerium; die Städte Danzig ur.b Frankfurt a. M.; königlich Preußisches Ministerium für Handel rc.; königlich Preußisches Ministerium für landwirthschaftliche Angelegenheiten. II. Goldene Ehtenmedaille (zweithöchste Auszeichnung): Siemens und Halske in Berlin, elektrische Apparate und Eifenbahnsignale; Krupp in Esten, Einrichtungen für das Wohl der Arbeiter; Dr. Sandet in Barmen, Schriften bett, die Gesundheitspflege und Hospitäler; Schulze-Delitzsch n Potsdam, Arbeitern bezüglich der VolkSbanken und Korpo- rativgenostenschasten, welche er in Deutschland begründete. Außerdem sind Medaillen I. Älaffe (vergoldetes Silber), olche II. Klasse (Silber), Zulastungödiplome mit ehrenvoller Erwähnung und Ltonzemedaillen verliehen worden. Die Ehrendiplome vertheilen stch nach den verschiedenen Staaten: Deutsches Reich 8, Belgien 4, Oesterreich 5, Frankreich 6, Großbritannien 1, Italien 3, Niederlande 1,
Frankfurt a. M.; Jügerssche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» ▲ meyer in Berlin; Earl Schüß-
v ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Anzeigen nimmt entgegen: Me Expedition d. Blattes, sowie die Aimoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Eo. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfutt a. M.; Haasenstein & Vogler in Frankfutt a. M, Berlin, Leipzig, Cöln rc; Rudolf Stoffe in Berlin, Frankfurt a. Si. rc.
.Dir daraus zu antworten," entgegnete sie, „ist heut
—* ch nicht Zeit."
. „LiSbeth l liebst Du mich?" tief er ihr zu, indem er S5.J. i beim Ann erfaßte.
n diplomatischen Kreisen als vollständig apokryph betrachtet.
Der von Berlin aus angeregte Congteß der Btabttetotbnelen wird am 24., 25. und 26. September ■ Bürgersaale deö Berliner Rathhauses stattfinden.
Die Diskussion über bie Pariser Weltausstellung von 878 kommt in den inbustriellen und gewerblichen Kreisen es Reichs mehr und mehr in Fluß und es mehren sich le Stimmen, welche stch gegen die Betheiligung Deutsch-1 utds an jener Ausstellung erklären. Wir möchten dem!
lullt».
Wie«, 16. Sept. Die „Wiener Abendpost" sagt: Rit den von bet Pforte sonnulirten Friedens Bedingungen iot die von ben europäischen Mächten eingeleitete Friedens-
diese die Augen auf, und als sie ihn bei sich gewahrte, den ihre ganze Seele liebte, erwachten ihre Lebensgeister neu, und die Welt, welcher sie stch schon entrückt geglaubt hatte, lächelte ihr wieder als eine neue Hcimath entgegen.
»Zage nicht!« sprach Wilhelm, „Du hast Deinen Be- schützet in mir gesunden. Den Großknecht soll der Teufel holen neunundneunzig Mal.«
„Thu ihm nichts zu Leide!« entgegnete Lisbeth mit sanftem Tone. „Wit sollen ja denen vergeben, die uns beleidigen und verfolgen.«
„Wenn Du nun aber ertrunken wärest, so könntest Du dem Teufelsbengel nicht mehr vergeben«, sprach WUHelm darauf.
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In der zweiten Heuernte deS Jahres, Im Julimonat, «beiteten alle Leute aus dem Schulzenhause auf der Wiese, isbeth vermochte mit den übrigen Arbeitern in der Hitze es Tages nicht gleichen Schritt zu halten. Da wat es nn Wilhelm, der ihr hülfreich zur Hand ging und fast He Arbeit für sie that. — Der Großknecht, welcher nie «auf gekommen war, ein Gleiches zu thun, nahm das sehr
[von bei auf. Jeder Harkenstrich, den der Sohn seines Herrn den t das atme Mädchen that, war ihm wie ein Strich durch Auf- ine ganze Lebensrechnung, und jedes Wort, welches der- t- Ibe zu ihr sprach, flog wie ein brennender Pfeil in sein
---- erz. Allerdings ließ er darüber in Wilhelms Gegenwart ta Wort laut werden; aber am Abend beim Nachhause- flffd 'dm- da» nahm er sich hart und fest vor, sollte sich die
11 «ze Gluth deS heißen Tages mit einem Male entladen.
Iber nur dauerte ihm der Tag zu lange.
»Wenn Du mir jetzt nicht mit Güte zu______
fo brauche ich Gewalt!« rief der Rasende wüthend schlang seine Atme festet um sie.
®on dem Worte „Gewalt« fühlte die Gepeinigte einen so furchtbaren Geist über stch kommen, daß eS ihr abermals gelang, stch den Atmen des rohen Knechtes zu ent ringen und zu entfliehen. In ihrer Angst hörte sie nur das Rauschen des Stromes; nirgends vernahm sie etwas von einem Menschen. Deffen ungeachtet schrie sie laut nach
Von Petersburg aus wurde am Sonnabend noch tele> raphisch gemeldet: Die von der Pariser France gemel- ete Nachricht über ein Schutz- und Trutzbündniß zwischen tußland und Deutschland, wird von unterrichteter Seite, 9 wird dem Wolff'schen Telegraphenbureau gemeldet, als mäßige Erfindung bezeichnet. —
Ebenso von Paris: Die gestrige, von der France ver-
tzten iffentlichte und Aufsehen erregende Nachricht über ein Schutz bften «ab Trutzbündniß zwischen Deutschland und Rußland, wird 1262 ‘ - ■' ' — '
»er. tigte
rajzesdericht
In Bezug auf unsere in der letzten Nummer gebrachte Mittheilung aus Berlin in Betreff der kriegerischen Konstellation, wird ferner mitgetheilt: So viel ist gewiß, daß Gerüchte dieser Art allgemein verbreitet sind und, so weit a Rußlands Drohungen betrifft, allgemein geglaubt werden. Dagegen mögen die bestunterrichteten Kreise, soweit man in Abwesenheit des Fürsten Bismarck von solchen sprechen kann, nicht daran glauben, daß Rußland mit seinen Drohungen so bald Ernst machen werde. Schon In Jugenheim führte bet Kaiser von Rußland eine Sprache, welche den Kaiser Wilhelm, der von extremen Schritten abrieth, beunruhigte; er hatte darauf die Zusammenkunft in Würzburg mit dem Fürsten Bismarck, der seinerseits aus der orientalischen Frage keine kriegerischen Verwicklungen besürchtete und sich Ei diesem Sinne bis in die neueste Zeit wiederholt aus esprochen hat. Die Berliner deutschen Diplomaten führen tbensalls eine beruhigte Sprache. Der Abstand zwischen »en türkischen und den russischen Friedensbedingungen ist |u gering, als daß man glauben könnte, sie genügten zu einem KriegSvorwand. Daß Deutschland gegen Rußlaud, «s uns große Dienste geleistet hat, gewiffe Verpflichtungen tingegangen, wird in politischen Kreisen für wahrscheinlich «gesehen; aber daß die deutsche Regierung so weitgehende Verpflichtungen übernommen habe, wie sie in dem angeb- ichen Traktate vom 11. Juni enthalten sind, muß bis auf weiteres vollständig bezweifelt werden.