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Nr. 216

-Markur-, Donnerstag, 14. September 1876.

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find. Zu der gedachten Summe haben belgcsteuert: die Diözesen von Frankreich 3,902,083 FrcS., Deutschland und

Italien 324,882 Frcs., Niederlande 100,156 FrcS, Por­tugal 39,725 FrcS., Schweiz 58,105 Frcs., Griechenland 20,463 FrcS., Spanien 4,528 FrcS., Asten 9,739 Frcs.,

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Belgrad, 12. Sept. (Amtliche Meldung.) Gestern machten die Türken den Versuch, den Uebergang über die Morawa zwischen Deligrad und Alexinatz nach dem rechten Ufer hin zu forciren, wurden aber, nachdem von 6 bis halb 8 Uhr Abends auf der ganzen Linie gekämpft war, auf allen Punkten zurückgedrängt.

-em Tone:wein Herr entläßt wich augenblicklich aus i Dienst, wenn er erfährt, daß ich im Stalle geraucht >e. Nur nicht anzeigen I ich will ja gerne die zwei alet Strafe in Ihre Hand legen, Herr Gerichtsbiener." Im Nu entstand in dem Ränke- und Rachesüchtigen Gedanke, daß er sich durch den bei einer ungesetzlichen

Mir diener.

Wer

Der Diener der Gerechtigkeit.

Criminal» Novelle von A. L. Lua. (Fortsetzung).

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie bte Aimoncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jägerssche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rcte- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

rief:Was geschieht hier?"

Pferd aufgezäumt!" schrie der GerichtS-

sich recht wichtig zu machen, Kammer, Küche und »ben.Es hält schwer, hier etwas Vernünftiges zu tn," rief er laut,der Sopha, auf welchem sich der

Eure Person allein", antwortete dieser,nützt mir gar nichts. Der wilde Bengel von Schulzensohn respektirt Euch nicht mehr, als mich. Wir müsten eine Bedeckung von wenigstens zehn starken Kerlen haben. Ohne eine solche schlägt er leicht Einen von uns tobt."

Auch auf diese Forderung gingen die beiden in Furcht gesetzten Männer ein; doch hauptsächlich, wie sie sich ein- redeten, zum Besten Wilhelms. Zn der Wuth, meinten sie nämlich, beginge der Mensch leicht eine That, die er hernach sehr bereue, die sich aber durch keine Reue unge­schehen machen ließe. Davor ihn zu schützen, wollten sie die verlangte Deckung stellen.

In kurzer Zeit zog nun der GerichtSdiener nebst den beiden Gerichtslcuten inmitten der verlangten Mannschaft, welche in zehn starken Bauernkuechten bestand, nach dem Schulzenhause.

Indem die Schulzin den Zug mit den beiden Gerichts» leuten auf ihr HauS zukommen sah, dachte sie nicht anders, als daß dieselben in Abwesenheit ihres Mannes desseu Hausrecht vertreten wollten. Freudig lief sie ihnen des­halb entgegen und rief:Männer, Ihr kommt mir wie vom Himmel gesandt. Ihr steht mir bei gegen diesen un­verschämten Menschen, der nur seine Rachgelüste befriedigen will."

Wir kommen," antwortete der erste GerichtSmann,im Namen des Gesetzes und bitten, dem Manne, der hier von der Obrigkeit geschickt wird, freien Laus in der Ausübung seiner Amtspflicht zu lasten."

Ihr kommt also nicht," rief die Frau erstaunt,zu meinem Schutze, sondern als eine Hülfe unseres ärgsten Feindes? Was fangt Ihr an?"

Dem Gesetze," antwortete der andere GerichtSmann, kann und darf man nicht entgegen sein. Ihr habt gesehen, wie es Eurem Manne ergangen ist. Er hätte die paar Thaler Strafe bezahlen können, so wäre der ganze Auf­stand ungeschehen geblieben."

Es wäre," entgegnete die Frau,eine Sünde und Schande gewesen, wenn wir dem Master überlasten hätteu,

Dnaschri Geich.

Berlin, 12. Sept. Die vom preußischen Staate übernommene ZinSgarantie für Eisenbahnpapiere machen ein Kapital von rund einer halben Milliarde auS, wobei die in der letzten Session bewilligten Garantteen noch un­gerechnet sind. Die garanlirten Papiere sind folgende: 7,200,000 Stammaktien Lit. B. der Oberschlestschen Eisen- bahngesellschast (31/zpCt); 3,750,000 Prioritätsobligationen der Rheinischen Eisenbahngnsellschaft (3i/2pCt.); 15 Mill. Stammaktien der Stargard-Posener Eisenbahngesellschaft (3V2pCt.); 54 Millionen 3>/2procentige Prioritätsobliga­tionen der Bergisch Märkischen Eisenbahngesellschaft für die Ruhr-Sieg Eisenbahn (Zi/ipCl.); 341/2 Millionen 4pro- zentige Prioritätsobligattonen der Berlin Stettiner Bahn für die Linie Stargard - Köslin und Kolberg (31/2 pCt.); 36 Mill. Prioritäts-Obligationen derselben Gesellschaft für die Linien Angermünde-Stralsund, Pasewall-Stettin und Züssow Wolgast (4i/rpCt); 24,750,000 Prioritätsobliga- ttonen der Rhein - Nahe - Eisenbahngesellschast (41/2 pCt.); 48,900,000 Stammaktien Lit. B. der Magdeburg-Köthen- Halle-Leipziger. Eisenbahngesellschaft für die Linie Halle- Nordhausen»Heiligenstadt»Kassel (4pCi.); 371/2 Mill. Stammaktien Lit. B. der Rheinischen Eisenbahngesellschaft für die Linie Trier-Kall (4i/jpCt); 9,485,940 Stamm- Aktien Lit. B. der Thüringer Eisenbahngesellschaft für die Linie Gotha-Leinefclde (4pCl); 30 Mill. PrioritätSobli- gationen der Berlin-Stettiner Eisenbahngesellschast für die Linie Kolberg-Danzig (31/2 pCt); 100.500,000 4procenttge Prioritätsobligationen der Köln-Mindener Eisenbahngesell- schajt für die Linie Deutz-Gießen und die Zweigbahn Betz­dorf-Siegen (31/2pCt.); 24 Millionen 3i/2procentige und 12,750,000 4i/2procentige PrioritäiSobligationen der Ober­schlestschen Eisenbahngesellschaft für die Linie BreSlau-Posen- Glogau (beide Papiere zu 3i/2p@t. garantirt); 39 Mill. 4i/2procentige PrioritätSobligattonen derselben Gesellschaft ür die Linie Posen-Thorn-Bromberg (3i/2pCt.); 2,100,000 Prioritätsobligationen der Münster - Enscheder Eisenbahn- Gesellschaft (41/2 pCt ). In Verbindung mit dm bethei- ltgten 4 thüringischen Staaten sind der Thüringischen

Herr Schulze immer so wich-ig macht und den er nur für seine Herrlichkeit gebraucht, für jede andern Menschen über als zu erhaben ansieht, scheint das einzige passende Pfand zu sein. Wie aber das Ding fortschleppen? losj Das ist die Frage. Schon gut; ich weiß mir anders - p helfen. ES wird ein Ding genommen, das sich selbst

raaerberlcht.

General Feldmarschall v. Manteusfel ist, wie derReichs- Anzeiger" meldet, Montag Nachmittag von Varzin nach Berlin zurückgekehrt. DieKreuz-Ztg." will wissen, er sei Dienstag früh nach Merseburg weitergereist.

Die neuerliche Meldung, daß in Betreff der Wegeord- rung zunächst das Gutachten der Provinziallandtage ein- geholt werden soll, wird osficiös für unbegründet erklärt. Was die Meinungsverschiedenheiten anbetrifft, die zwischen der Staatsregierung und dm zur Vorberathung des Ent­wurfes eingesetzten Kommissionen des Abgeordnetenhauses hervorgetreten sind, so sind dieselben bis auf einen Punkt von so geringer Erheblichkeit, daß eine Verständigung über dieselben voraussichtlich mit Leichtigkeit zu erreichen gewesen wäre. Daß der Entwurf der Wegeordnung in der letzten Legislaturperiode zu einem definitiven Abschlüsse nicht ge langt ist, hat keineswegs in diesen Differenzpunkten^ sondern darin seinen Grund, daß die Berathung der Wegeordnung im Plenum vor anderen noch dringenderen legislativen Ar­beiten zurücktteten mußte, auch angezeigt erschien, zu- nächst das Zustandekommen deS KompetenzzesetzeS abzu warten. Das Kompetenzgesetz ist bekanntlich erst in den letzten LandtagSsitzungen zu Stande gekommen.

Die römisch-katholische Gesellschaft zur Verbreitung deS Glaubens hat in dem zu Ende gehenden Jahre bis jetzt eine Einnahme von 5,797,463 FrcS. 70 Cent, ge­habt; 311,948 FrrS. mehr als in dem entsprechenden Zeit

In diesem Augenblicke trat Wilhelm, deS Schulzen zwanzigjähriger Sohn, der schnell von dem nahen Garten gerufen worden war, mit einer gewaltigen Aufregung in den Stall re1" r "" * »-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in jtaffel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a. M.; Haafenstein & Vogler in Frankfurt a- M, Berlin, Leip­zig, Cöln rc; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Mit diesen Worten lief der Rachsüchtige in den Pser- 941 bestall, wo der Großknecht beim Striegeln der Pferde rauchte. Dieser, welcher um Alles in der Welt nicht den Perichtsdimer bei sich im Stalle erwartet hätte, behielt «vr Schrecken die Pfeife im Munde und starrte den unge- 14; Kienen Gast mit großen Augen an.

o»iDaS also", schrie dieser,ist die gepriesene Ordnung 981«» Schulzenhause!" Der Großknecht gar raucht unter c u und Stroh im Stalle. Wie schnell fällt ein Fünk- tt in dm leicht entzündbaren Stoff und läßt das ganze itf in Flamme aufgehen! Es ist zu toll, doch natürlich; « wie der Herr so der Knecht; ich aber werde hier dnung schaffen. Du wirst angezeigt."

Nur nicht anzeigm!" rief der Großknecht in järnrner-

daö Pferd anfaßt, den stech' ich über dm Haufen, wie einen tollen Hund!" rief Wilhelm mit dem aufgeregtesten Tone des beleidigten Ehrgefühls.

Der Gerichtsdiener erschrak furchtbar vor der wilden Erregtheit deS jungen Menschen, welche in dessen Augen wie Höllenblitze sprühte. Unter diesen Umständen noch länger zu bleiben und die Auspfändung allein zu voll­führen, hielt er nicht für rathsam; er ging deßhalb zu dm beiden Gerichtsleuten deS Dorfes, zeigte ihnen den AuS- pfändungsbefehl und forderte von ihnen mit gebieterischem Tone, ihm die nöihige Unterstützung zur Ausführung des selben zu gewähren.

Diese jedoch wollten ihm nicht sogleich Folge leisten, weßhalb er bald das schwerste Geschütz seiner Drohungen gegen sie auffuhr.Wenn Ihr Herrm Gerichtsleute", sprach er,gleich dem Schulzen widerspenstig seid, so muß das ganze Dors für rebellisch gelten, und Ihr werdet als Rädelsführer angeklagt, aber bedenkt wohl, daß die Obrig­keit Mittel hat, die Rebellen nieder zu schmettern. Hier dieses armselige Dorf n mmt eine Schwadron Dragoner vor die Klinge, daß eS nur so raucht."

Nach diesen und ähnlichen Drohungen hielten die beiden Gecichtsleute im Stillen eine kurze Berathung mit einan der und beschlossen in Folge derselben, dem Drohenden zu Diensten zu sein.Wir werden", sprachen sie,den Herrn GerichtSdiener nach dem Schulzenhause begleiten."

lOesterreich 413,888 FrcS., Elsaß Lothringen 198,765 Frcs., Belgien 370,576 Frcs., Großbritannien 139,315 Frcs.,

raum des Vorjahres. Wir sind in der Lage nachstehende "zh/. Zahlen mitzutheilm, die, unserer Ansicht nach, sehr beredt

rcgung gebracht worden sei. DaS Blatt bedauert konstatiren zu müssen, daß die Aussichten auf baldige Wiederherstellung des Friedens zwischen der Türkei und Serbien von Tag zu Tag zweifelhafter werden. Die Diplomatie werde zwar versuchen (und namentlich auf Anregung von Deutschland) einen Kongreß zu Stande zu bringen; sobald dieser aber zu Stande komme, würde sich zeigen, daß trotz des einstim­migen Wunsches, den Frieden wieder herzustellen, in allen speziellen Punkten die Meinungen der verschiedenen Kabi- nete weit aus einander laufen. Die Ucbereinstimmung zwischen Rußland und Oesterreich, welche Deutschland mit unsäglicher Mühe zu Stande gebracht hat, und zu unter­halten sucht, werde aufhören, sobald der Kongreß zusammen- tritt und Wien und Petersburg würden durch eine weite Kluft getrennt werden, sowie man sich über die Friedens­präliminarien zu verständigen suche.

AuS dem Orient sind folgende telegraphische Nachrichten eingegangen:

Belgrad, 11. Septbr. Anläßlich deS Namenstages des Czaren ist die Stadt beflaggt und Abends illuminirt. Vormittags fand feierlicher Gotlesstienst statt, welchem der Fürst, die Minister und zahlreiches Volk beiwohnten. Die auf Privatwegen bekannt gewordenen Bedingungen der Pforte werden für absolut unannehmbar erklärt. Der KricgS- minister trifft umfassende Vorbereitungen für einen Winter- seldzug. Bei Belina concentriren die Türken große Truppen­massen. Auihentifch verlautet, daß die Türken bis jetzt in den südöstlichen Bezirken hundertundachtzig Dörfer dem Erdboden gleich gemacht haben.

Belgrad, 11. Septbr., Abends. Wegen des NamenS- festes deS russischen Kaisers ist die Stadt beflaggt und illuminirt. Vor dem russischen Consulat findet ein Fackel­zug statt. Täglich treffen hier mehrere hundert Russen ein. Eine Kosakenlegion soll gebildet werden.

Konstantinopel, 11. Septbr. Nach einem Tele­gramm vonHirsch'S Telegraphen - Bureau" ist auf den hiesigen griechischen Viceconsul PolimaruS geschossen und derselbe an Brust und Schulter gefährlich verwundet wor­den. Der Thäter ist entkommen. Die Aufregung der griechischen Bevölkerung ist ungeheuer. Der griechische Gesandte verlangt energische Genuthuung.

R a g u s a, 12. Sept. Danilovgrad, welches nach einem Telegramm aus türkischer Quelle von den Türken erobert sein sollte, ist noch heute, ohne irgend einem Angriff aus­gesetzt zu sein, das Hauptquartier des Fürsten ,von Mon­tenegro. Seit drei Tagen finden Scharmützel bei Klobuk statt.

Handlung ertappten Großknecht leicht Wege bahnen könne, seine ferneren Pläne im Schulzenhause auszuführen, und indem sich seine wilden Geberden etwas beruhigten, sprach er:Halunke, an diesen zwei Thalern liegt mir nichts. Wir sprechen uns später einmal. Jetzt den kleinen Fuchs aufgezäumt!"

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJluftrtrttS SouutagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 21 Warf, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Warf 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). JnsertionSgebübr für die gespattene Zeile 10 ®ftt.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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sucht wird so Manches in der Welt ohne den Herrn Schulzen t ter dollsührt; also wird auch wohl diese Auspfändung möglich sein," 2183 sp^ch der GerichtSdiener, band sein Pferd an einen Zaun- pfahl, schritt mit stolzen Blicken in's HauS und durchsuchte

I Afrika 31,181 Frcs., Vereinigte Staaten, Kanada und Jl Mexiko 123,297 FrcS., Südamerika 51,843 Frcs., Austra- übcr-lim 5,424 Frcs.

Nicht ohne Interesse in Betreff der gegenwärtigen Si­tuation ist ein Artikel derLiberia," in welchem behauptet »itb, baß von Seiten Deutschlands die Idee eines Kon- fireffeS der Signatarmächte des Pariser Vertrags in An-