Marburg, Sonnabend, 26. August 1876.
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eigungen der russischen Regierung verändert haben. Selbst Kaiser Alexander, zuversichtlich eine günstig« Veränderung
Nur wer das Fürchten .Der dumme Knab. bet
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Nachdem das Domkapitel von Köln auf erfolgte Auf orderung einen ErzbiSthumSverwcfer nicht erwählt hat, ist on dem Kultusminister durch Refkiipt vom 16. d. Mts.
bisherige fürstbtfchöfliche Konsistorialrath Schuppe aus reSlau zum KommisiariuS ernannt, um das dem erz-
fchöflichen Stuhle zu Köln gehörige und das der Ver- ttuog desielben oder des jeweiligen Erzbischofs unter« gende bewegliche und unbewegliche Vermögen in Ver- hrung und Verwaltung zu nehmen.
.. der Position der Serben erwartend, hat seine Vermitte- t^'^agSanstrengungen aufgegeben. Es wird versichert, die
Maschinerien von Brandt sollen auch gebührend hervorgehoben sein.
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sowie die Annoncen-Bureaux gen Th. Dietrich & Co in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Stein & Vogler in rt o. M, Berlin, Sei»« In re; Rudolf Moffe äi'Berltn, Frankfurt a. M. rc.
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Telegraphisch wird heute folgendes gemeldet:
Petersburg, 24. Aug. Die „Internationale Tele- graphen-Agentur" meldet auS Belgrad vom 23. August, Abends. Heute standen die ganze Hauptmacht der Morawa- Armee und die Türken unter Achmed Ejub Pascha bis 4 Uhr Nachmittags einander gegenüber. Die Serben befin- den sich im Vortheil. Auch Horvatovitsch greift von Tresi baba auS in der Kampf ein und will den Türken in den Rücken fallen. Die Serben schlagen sich ausgezeichnet. Privatnachrichten melden von einem Vorstoß Leschjanin'S von Brestovatz und Banja auf Sailschar.
London, 24 August. Reuters Büreau meldet aus Belgrad vom 23. Aug.: Ejub Pascha hat sich nach dem vergeblichen Versuche, die serbischen Linien bei Benja zu durchbrechen, und von Tresibaba zurückgeschlagen, nach Alexinatz gewendet, wo er sich mit der Armee Abdul Kerim Paschas vereinigte. Gestern bestand Tschernajeff den Kamps mit den Tüiken, die auf der ganzen Linie zurückgeschlagen wurden. Heute neuer Kampf. Trotz dem Friedens-Wunsche des Fürsten Milan habe die Kriegspartei die Oberhand gewonnen. Tschernajeff sandte Monteverde nach Belgrad und ließ durch denselben erklären, er hoffe die Türken bald zu vertreiben, die früheren Postlionen wieder einzunehmen und den Kampfplatz wieder auf türkisches Gebiet zu verlegen. Tschernajeff wurde bei seinem Proteste gegen die friedlichen Absichten Milans von den Ministern unterstützt. Schließlich habe Milan befohlen, die Feindseligkeiten fortzusetzen.
Konstantinopel, 23. Aug., Abends. Eine Privat« Depesche aus Risch vom 22. August meldet: Nachdem die Serben in Folge der am Sonntag erlittenen Niederlagen neue Stellungen bei Alexinatz eingenommen haben, wollen Ali Saib und Achmed Ejub Pascha gegenseitig ihre Vereinigung bewerkstelligen, bevor sie Alexinatz endgültig angreifen. — Amtliche Depeschen aus Nisch berichten über neuerliche den Türken günstige Kämpfe vor Alexinatz. — Der ehemalige Gouverneur von Salonichi wurde in das Gefängniß abgesührt.
Belgrad, 23. August. Fürst Wrede äußerte, daß nach der Schlacht von Alexinac die Mediation ausgenommen werden dürfte. Es geht das Gerücht, daß Alexinac geräumt ei; Bestimmtes fehlt.
B e l g r a d, 23. August. Heute wird eine große Schlacht bei Supovak geschlagen, bei welcher 160,000 Mann engagirt Inb. Um 4 Uhr erhielt Tschernajeff die Nachricht, daß Hortavik von Knjakevak aufgebrochen sei und sich dem Schlachtfelde nähert.
Belgrad, 23. August. Bosnische Insurgenten unter DeSpotovik haben die befestigte Stadt Majdon erobert.
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Die Bayreuther Bühnenspiele.
Siegfried. (Fortsetzung).
Siegfrieds Stern. Er ist mir ewig Erb und Eigen, Ein und All: leuchtende Liebe, lachender Todl"
Die Musik des „Siegfried" ist zauberhaft. Es liegen mehr als zwanzig Jahre zwischen der Komposition des „Rheingold" und derjenigen des größeren TheileS des „Siegfried," die an die Weise der „Meistersinger" gemahnt. Man hatte den Eindruck deS unmittelbar Erlebten in dieser Lotstellung. Alles „Opernhafte," wie eS T>xt und Ton sLon weit von sich weisen, wurde auch von den Darstellern vermieden. Da war kein Sich wenden ans Publikum, das um so mehr feiner selbst vergaß und im Genuß ceS Dramas aufging. — ES handelt sich hier um das Kunstwerk und nicht um das, was der Einzelne leistete. Darum widerstrebt eS MiS.Z nach gewohnter R-zensentenart über die Sänger zu berichten, wie gut sie dies und wie weniger gut sie jenes gemacht haben. Sie trugen alle in reichem Maße zu prächtigem Gelingen bei, und Fr. Materna, Fr. Jaide, Frl. Lehmann, Hr. Unger, Hr. Schlosser, Hr. Betz, Hr. Hill, Hr. v. Reichenberg brachten eine Mustervorstellung zu Stande. — Die Dekorationen von Brückner und die
Lagesdericht.
Eingegangener telegraphischer Nachrichten zufolge sind Panzerschiffe „Kaiser" und „Deutschand" am 23. August llbendS von Salonichi nach Malta in See gegangen.
Die Genehmigung der neuen Berliner Stadtanleihe von 30 Millionen Mark, ist gestern durch Vermittelung der königlichen Regierung zu Potsdam beim Magistrat einge- trvsfen. Alle Anträge der städtischen Behörden haben Annahme gefunden. DaS königliche Patent, welches in der nächsten Zeit in der Gesetzsammlung und im Amtsblatt veröffentlicht werden soll, ist „Insel Mainau, den 17. Juli 1876* datirt. Der Druck der Anleihescheine wird nun-
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_____ rcft* tn der Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet. 8 " öl»
0 Psze $ten Tagen. Was man von der Stellung Rußlands, ^besondere deS Kaisers von Rußland zur orientalischen ' Mage zu halten hat, dürfte doch feststehen. Nun wird der Pall Mall Gazzette" von Berlin telegraphirt: „Es heißt , daß General Tjchernajcff'S Siegesberichte die friedlichen
„ Deutsche, Reich.
derltn, 24. Aug. Das Reichseisenbahnamt hat be« kanntlich in seiner jüngsten Denkschrift bezüglich der Tarifreform darauf hingewiesen, daß es in Rücksicht auf die allgemeine wirthschaftliche Lage, sowie in Rücksicht auf die Thaisache, daß die Preise der Materialien erheblich, die Arbeitslöhne vielfach gesunken, bezw. in Abnahme begriffen und in Folge deffen die Betriebskosten deren Höhe die provisorische Tariferhöhung s. Z. motibirte, nicht unbeträchtlich vermindert sind, Pflicht sei, zu prüfen, ob eine Abweichung von der durch Art. 45 der ReichSverfaffung der Reichsgewalt vorgezeichneten Directive auch ferner noch, event. in welchem Umfange für zulässig zu erachten sei, und dabei unter Vorlage statistischer Aufzeichnungen seiner« seils btm lebhaften Wunsche Ausdruck gegeben, baß ber Bundesrath sich für thunlichste Aufhebung bet provisorischen Frachtzuschläge ausspiechen und die Bundesregierungen ersuchen wolle, in Bezug hierauf das Erforderliche in die Wege zu leiten, soweit solches die Betriebs- und Finanz- verhältniffe der betreffenden Bahnen zulaffen. Für diese Anregung ist dem Reichse-Eisenbahnamte auS den Kreisen des Handelsstandes und der Industrie von dm verschiedensten Seiten lebhafter Dank ausgesprochen worden. — Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten hak den König« lichen Regierungen den Entwurf einer allgemeinen Verfügung, betreffend die Taxe für die Aerzte, sowie den Entwurf ber Taxe selbst mit der Aufforderung zugehen lassen, sich darüber zu äußern, ob mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse bet tesp. Bezirke wesentliche Bebenkm gegen die beabsichtigte allgemeine Einführung ber Taxe bestehen.
Schleswig 22. Aug. Die Versammlung der Steuer und WirthschaftSteformer, welche von den schleswig holl- steinischen AuSschußmitgliedern dieser Vereinigung auf den vergangenen Sonnabend hierher berufen wat ziemlich zahlreich besucht und wurde vom Grafen Dürkheim geleitet Zunächst referirte Oder - AppellationSgerichtSrath a. D. v. Lenthe über die Steuer frage und deren nolhwenbigen Re- iormen. Seinen Ausführungen traten die Profefforen Seelig und Hansen aus Ä el, sowie der Regierungsrath Michaelis entgegen, während den Standpunkt ber Agrarier owohl ber Gras Dürkheim wie Dt. Perrot und Direktor Liedke mit Entschiedenheit vertraten. — lieber die wirthschaftliche Lage deS Handwerks und seine Aufgaben refe« ritte demnächst Dt. Pertot, indem er als Forderungen be- gründete: 1. die gesetzliche Organisation deS Handwerks, 2 die Beseitigung der schädlichen Einflüsse deS Kapitals. Auch hier opponirte Prof. Seelig, während Graf Dütk- seim und v. Lenthe ben Standpunkt des Referenten »er# theidigten. Auch Direktor Liedtke behelligte sich an der Debatte. — Demnächst referirte Gras Dürkheim über die Stellung der Steuer- und WirthschoftSresormer zu den politischen Parteien. Dieselben a oUten nicht als eine po
Anzeigen nimmt entgegen: die Ckpebition d. Blatte» sowie bte Annoncen-Bureanx von ®. £. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidenbank, A. Rete« ▲ meper in Berlin; Carl Schaß. ” let in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Noch nie waren bte Meldungen übet die Vorgänge in
*r diplomatischen Welt so widerspruchsvoll, wie in den
orte besitze unstreitige Beweise davon, daß russische Äon« nlaragcnten die Anstifter deS Aufstandes in Bulgarien (Ta°l enoefen."
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Wie französischen Blättern von Reuschüteau telegraphirt rd, habe sich der König von Bayern im Hö:el de la __ ovldence dortselbst Gemächer bestellt. Der Fürst von rt )tnin (?), welcher auf Schloß Bourlemont wohne, beab- , „ chtige dem Könige entgegenzukommen.
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September werden von allen Postanstalten, sowie in Marburg von der Expedition angegommen.
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Der Beifall deS Auditoriums wollte gar kein Ende nehmen. Gar zu gern hätte man Meister Wagner hervorgerufen, doch blieb er feinem Prinzip getreu, daß weder er noch einer ber AuSsühieuben hervortreten solle. So galt .. v . .. 1 .......p- denn die jubelnde Anerkennung allein dem wunderbar er«
rhr das Geständniß auch ihrer Liebe. „O kindischer Held 11 greifenden Werke.
O herrlicher Knabe I Du hehrster Thaten thöriger Hortls
,ie »chr sofort beginnen.
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erbe nun an. Zu ewigem Schlafe sendet er Wala hinab. Lachend muß ich Dich lieben, lachend laß uns verderben l
Darauf schrertet et dem auftretenben Siegfrieb entgegen Fahr hin, Walhalls leuchtende Stielt 1 Zerfall in Staub
“nnb " “iS ®e§tcn' 3“ beschreiten. Et sucht Deine stolze Burg! Leb' wohl, prangende Götterptachtl ihn zu Sngfttgen und hält ihm zuletzt den Speer vor, Götterdämmerung, dunkle herauf. Mir strahlt zur Stunde
denn durch Kampf und eigne Kraft soll er das Ziel et- —— ■ 1 • ~ «runoe
reichen. Der Speer, welcher einst Nothung zerschlug, wirb jetzt von ihm durchhauen, und der siegreiche Held schreitet den Flammen zu. Die ganze Gegend hüllt sich allmäiig in ein wogendes Gluthmeer ein. Et stürzt sich, sein Horn blasend, furchtlos hinein, und als die Gluth erbleicht, befindet et sich auf ber Höhe des Walkürenfelsen in lichtem Sonnenglanze. Brümhilde schläft noch, vom Schilde bedeckt, wie Wotan sie bettete. Et hebt den Sch ld ab und erblickt ihr Gesicht; et löst ben § Im und das lange Haar fließt über die Schultern. Et erschrickt und ruft: „Ach, wie s-lönl" Atzt durchschneidet er mit dem Schwert die Panzerringe, da liegt in weichem Gewände ein Weib vor ihm. „Mir schwankt und schwindelt ber Sinnl Wen ruf’ ich zum Heil, baß er mir helfe? Mutter Mutter, gedenke meinl......Wie ist mit Fei
gem? Ist es das Fürchten? O Mutter, Mutter, Dein muthiges Kind! Im Schlafe liegt eine grau, die hat ihn das Fürchten gelehrtl* Er küßt sie wach und sie fragt welcher Held sie erweckt habe. Selig begrüßt sie die Welt und den Befreier. Als er sie umfaßt, da regt sich bie stolze ©ötternatur in ihr und sie flieht: „Wehe der Schmach!
Verwundet hat mich, der mich erweckt. Er erbrach mit Brünne und Helm, — Btünnhilde bin ich nicht mehr." Sie birgt die Augen mit ben Händen: „O Siegfried, berühre mich nicht. Liebe nur Dich und lasse von mir." Er bestürmt sie mit leidenschaftlichem Gefühle und entreißt
Ein Waldvöglein täth ihm, den Hort ber Höhle zu r9e । "inehmen, und während es geschieht, zanken sich die beiden tzäft-i «Hungen um Tatnhelm und Ring, die Beide besitzen "öchtm. Mime reicht dem mit Reif und Geschmeide zn- «akehrenben Siegfrieb den giftigen Trank, kann sich aber a »cht vetst-llen, da der Genuß deS DrachenbluteS Jenen "^kttihigt, durch das Heuchlergetede hindurch feinen wahren 16 .Sinn zu erkennen. „Schmeck mein Schwert, ekliger 'Mützer: Neideszoll zahlt Nothung: Dazu rurft ich S? Ichmieden." Er erlegt ihn mit einem Streiche, wirft i« km e Höhle auf den Hort und wälzt den Wurm als 1 Wächter dazu. Jetzt ist er ganz allein. „Hab nicht M , et noch Schwester. Meine Mutter schwand, mein «Mnie sah sie ber Sohnl Freundliches Vöglein, , vnndft Du mir wohl ein gutes Gesell?" — „Dir wüß, i g» »0^1 bas herrlichste Weib. Auf hohem Felsen sie schläft iS*. ,Utt ""brennt ihren Saal." i < lennt, erweckt Btünnhilb.
1 leb ®Ur,£tten nicht kennt, mein Vöglein, da« bin ja ich." * ‘ J* s°igt dem flatternden Vogel jauchzend nach.
1U v”,uuBc eines gclfenbergeS in wilder Gegend beginnt lna,m “L Wotan, der Wanderet erweckt Wala aus
^^°se und ruft sie auS nebliger Gruft heraus, pittimt foff R?te Sorge Stachel in« Hetz gesenkt,
M Si, toinn? S IT' Ä bet Gott diese Sorge besiege. Dow naft nil? "*** Kunde. Da will er sich von ber
falßB T Menc ,ofien) was er verzweifelnd einst
____führt er freudig nun aus: dem Niblung hat
Weit schon gerecht, dem Wälsung weist er sein
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