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Marburg, Freitag, 18. August 1876.
XI Zahrgaig.
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einigermaßen auffallend, daß anscheinend der „Reichskanzler" Izeitnng wird einen Artikel bringen, nach welchem der Krieg und der „Minister der auswärtigen Angelegenheiten" für von Serbien und Montenegro bis zur Be freiung der
zwei verschiedene Personen gehalten werden.
serbischen Nation von der türkischen Herrschaft fortgesetzt
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Bedingungen, welche das Berliner Kabinet in die neuen
-lliazend vertretm zu sein." In dieser Mittheilung ist es
Die „Patrie" bringt folgenden Artikel: „Die deutsche Regierung beschäftigt sich zur Zeit mit der Revision der
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Die Einberufung des Provinziallandtages der Provinz Hannover ist nach der „Prov.»Corr." für den 17. Sept, in Aussicht genommen.
Auf die Initiative des französischen Kriegsministers werden den diesjährigen großen Herbstmanövern in Preußen rc. zahlreiche französische Osfiziere beiwohnen.
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' Handels- und SchiffsahrtSverträge mit China. Diese Re Vision interesstrt nicht lediglich unsere Nachbarn jenseits deS Rheins, sonrem alle Mächte, welche mit dem himmlischen Rache in dauernden Beziehungen stehen, im Besonderen Frankreich, England, Rußland, Italien und Amerika. Die
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Der Titel eines Grafen von Beaconsfield ist in der Familie des Mr. TiSraeli nicht ganz neu. Bereits feine Gattin hat im Jahre 1868 den Titel einer Vicomteffe von Beaconsfield erhalten und bis an ihr Ende geführr. Aber Mr. DiSraeli hatte sich aus einfachen Gründen geweigert, in das HauS der Lords einzutreten. Man weiß, daß in England der KabinetSchef zugleich ein Mitglied des Hanse- der Gemeinen ist und in demselben die Funktionen eines „Leader" der ministeriellen Partei bekleidet. Indem der neue Loid in das Oberhaus eintritt, entsagt er seiner Stellung als KabinetSchef. Man steht also, in wclchcm Zusammenhänge die Ernennung deS Herrn DiSraeli zum Earl of ReaconSfield und zum Lord-Siegelbewahrer steht, und man kann die Demission desselben als Premierminister als eine vollzogene Thalsache ansehen.
Der türkische Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat an die Vertreter der Türket bei den Mächten folgende Depesche gerichtet: „Konstantinopel, 19. August. Seine kaiserliche Majestät der Sultan, unser erhabener Souverän, veranlaßt durch die Gesinnungen der Fürsorge und Milde, hat geruht, allen denen Personen, welche an der bulgarischen Erhebung theilgenommen haben, und gegen welche der Pro zeß noch nicht geschloffen ist, eine volle Amnestie zu gewähren. Von dieser kaiserlichen Begünstigung sind diejenigen auSgeschloffen, welche bereits verurtheilt sind, jene welche verdächtig find, Häupter und Organisatoren der Bewegung gewesen zu sein, sind dem Verhöre zu unterwerfen. Alle anderen Personen werden unmittelbar gegen eine annehmbare Kaution in Freiheit gesetzt. Alle Ver- folgunaen aus Ursache der fraglichen Ercigniffe werden aufhör. n und keine Person auS diesem Grunde untersucht oder verhaftet werden. Zu gleicher Zeit werden die excep- tionellea Gerichtshöfe, welche diese Prozesse zu führen hatten, unterdrückt und die Sache der Personen, welche von der Amnestie auSgeschloffen sind, wird vor die ordentlichen Tribunale gebracht werden."
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werden soll. Der militärische Vertreter Montenegro- Vrbizza, äußerte daffelbe. Trotzdem in eS Thatsache, daß die Ministerkrisis besteht. Der Fürst unterhandelt mit Mastnovicz und MagazinovScz, die Friedenspartei agitirt lebhaft; russischerfeitS soll der vertrauliche Rath gegeben worden sein, ein loyale- konservatives Cabinet zu bitten. Die Entscheidung stehl bei dem Siebzehner-Ausschuß der Skupischina, welcher heute tagt. — Zn diplomatifchen Kreisen verlautet, daß die Erhaltung der Dynastie und des Territoriums bei eventuellem FriedenSschluß bereit- gesichert sei. — Fürst Wrcde ist beauftragt, dem Fürsten Milan zur Geburt des Thronerben im Namen reS Kaiser- Franz Joseph zu gratuliren und hat derselbe heute Audienz. — Die türkische Botschaft in Wien, behauptet die Pforte, werde auf die Erlegung einer KriegSsteuer und dem Besetzungsrecht der serbischen Festungen beharren. — Die bosnische Annexionsbewegung ist abermals aufgetreten. Eonful Waldfort bereiste die bosnischen Klöster und geht nächsten- nach Wien.
Konstantinopel, 16. August. Heute Nacht ist ein Ministerralh grhalten worden, der den eventuellen Friedensschluß und die aufzust.llenden Bedingungen zum Gegenstand hatte. Er war veranlaßt durch da- dringende Auftreten deS englischen Botschafters beim Großvezier, um. den jetzigen Barba eien ein Ende zu machen. ES ist jedoch zu keinem Befchluß definitiver Art grkommmen, da nach den l.tzten Erfolgen die Kriegspartei im Divan stark vertreten ist.
Pari-, 16. Aug. Soeben erfährt man, daß die französische Regierung ihren Botschafter beaustragr hat, den englischen Gesandten in seinen Bestrebungen, die Pforte zum Frieden und zu Coneesstonen zu bewegen, aut da- energischste zu unterstützen. ES scheint, die sranzöstjche Regierung möchte im Verein mit der englischen, tu der orintaltfchen Frage gegenüber de« anderen Mächten ein« hervorragende Stellung einnehmen und ihren Elnfluß ton- statiren.
London, 16. August. Die diplomatischen Vertreter England- in Belgrad und Konstantinopel sollen angewiesen fein, der serbischen und der türkischen Regierung einlre- tenden Falle- mitzmhrilen, England stelle bei einer Mediation seine guten Dienste zur Verfügung. Ja Konstantinopel sei außerdem geltend gemacht worden, England muffe sich gegen eine etwaige Thron-Enisetzung de- Fürsten Milan erklären.
Semltn, 16. «ug. Oberst De-potovitsch mit den
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition b. Blattes sowie die Aimoncen-Bureanx von ® L- Daube & Co. in Frankfurt a. At.: Jägerische Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, Ä. Rete- meyer in Berlin; Carl Echüß- ler in Hannover; E. Schlotte in Bremen.
Lagesdertcht
Der Kaiser und König hat, wie die „N. Pr. Ztg." «fährt, dem General-Feldmarschall Grasen Wränget zu seinem am 15. August gefeierten 80jährigen Dienstjubiläum einen Ehrendegen mit Brillanten verliehen und dabet an len Jubilar eine huldvolle KabinetSordre gerichtet.
Der Kronprinz des deutschen Reiches wird bekanntlich len Kavallertemanövern, welche in der Nähe RegenSburg'S am 4. und 5. September stattfinden, beiwohnen. Nun hat der König von Boyern dem Kronprinzen in der königlichen Ma zu Regensburg Wohnung, Equipagen und Reitpferde nebst Dienerschaft für die Dauer der Inspektion während seiner Anwesenheit angeboten und der Kronprinz hat das Anerbieten mit Dank angenommen.
grfcheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „AluftrtrteS GouutitUSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdrucker ei) bezogen Sh Wort, durch die Postämter deS Deutschen Reiche» 3 Mark 50 Pf«. text. Bestellgebühr). - JnsettronSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf,. Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfq. berechnet.
Beiträge einführe« will, sind folgende: 1. Eröffnung der jdrei neuen Häfen von Wen Cho Wou Hou und Tschang für den auswärtigen Handel; 2 Reduktion der Zolltarife; Mich 3 Aushebung der Kriegssteuer auf ausländische Maaren im ganzen Reiche. Unsere Informationen gestatten MS zu sagen, daß diese Verbefferungen oder Reformen rurch alle Mächte, welche in dieser wichtige« Frage intereffirt sind, werden lebhaft unterstützt werden."
Die „Correspondance universelle" publtzirt folgendes i,@emmunique*: „In Antwort auf die Nachricht, welche die „Corresp. univ." vorgestern gebracht, hat bei Gelegenheit des Hrn. v. Bismarck und seiner Meinung über allgemeine Ausstellungen, ist daraus hinzuweisen, daß dies eia« ganz
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(Ml 'n ('ranz. Handelsminister) zur Senntntß g. bracht, daß Deutsche
i.ipie die Anuoncen-Bureaux Mn Th. Dietrich & Co. in hgel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a- M ; S" lein & Bögler in rt a- M,Berlin, Leip- n rc; Rudolf Moste ia'Serlm, Frankfurt a. M. rc.
Persönliche Anschauung deS Reichskanzler- ist, denn der | Minister der auswärtigen Angelegenheiten des R-ichcs und dn HandelSminister haben dem Herr» Teifferem be Bort
... . _ . )» Zur orientalischen Frage, wa« .sie wohl noch lange zu
land die Ehre haben uü de, im Jahre 1878 reichlich undIbleiben scheint, gingen folgende Telegramme ein:
. ‘ ‘ “ 2 ' I Belgrad, 15. Äug. Die nächste Nummer der Amts»
1870.
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0|*c Geleit.
Eine Erzählung von W. S.
(Fortsetzung.)
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104,80 b.
97,20 b
D'raus nickte die Gnädige sehr gütig mit dem Kopfe sagte: „Also auf morgen, Herr Hagen I" und dann
laßte sie den Jungen um und ging über den gepflasterten
hos iu's Vorderhaus, daß da- lange, schwarze Seidenkleid
Bar so hinterher schleppte.
Ich sah ihr nach und dachte bei mir: sie geht so stolz
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loo'wft aufre^t, wie eine Königin, und sieht si h auch noch
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8anl jung an, und verdacht'» dem Hagen gar nicht, daß re.ovv. J? ^hen blieb und ihr nachstarrie, dis ich sagte: „Guten 96,75bB ««nb auch Herr Eandidat!" Da fuhr er zusammen und b »Guten Tag, lieber HauSke," und ging in sein 14diT hinauf, und ich machte wir ordentlich ein Gewiffen ieTöbO-js^* * * * 8'?^ ich dem armen Schlucker da- Bi-chen frische 103,25 b. Mißgönnt hatte, denn er sah sich schon viel bester an 101,60 b; haue fast reihe Wange«.
$0,6° L. alte Frau stand auf: „Trinkt nur noch eine Taffe, ^o0U^s^>tter, da» viele Sprechen muß Euch ja den Hal- trocken )825b6.«i„ *$5 i3' danke schön, Mutter Walthern," und er that 109,70 b L 5° 'Uchligen Schluck, „unsereins ist da- viele Reden nicht 103(256 0 gewohnt, das Begraben ist ein traurige- Hand-
^^chenfuhren machen auch kein Plaistr! Zuerst «ÄS kam LU$ flat uicht gehen, denn ich war zu weichmülhig yC. »• „ 5b,T nach und nach schafft mau sich ein harte- Herz £ Lk, ”bnman, wird'- eben gewohnt. Ueber kurz oder lang )6,90tG'l>ki n . ""en selber da'rauS — na, wa- verschlägt'-, *• kunsereins ja nicht zu verlieren l
110,86 b-h kl. , ® mit freilich mal nicht eingebild'r, wenn ich so k?26 6-kf "schmucken blauen Livröe steckte mit dem Treffenhut ig'L-iG Zf ^opf« — daß' mal würde so ein schwarzer Kerl '*1 mir »erbt« — man muh hast denken, wie'- kommt
ist'S allemal jam beste«, sonst wird man nicht fertig mit stmuliren 1
Ich mache mir auch für gewöhnlich keine unnölhigen Gedanken, aber wenn ich mal auf die alten Geschichten zu sprechen komme, da reißt'S nicht ab und ist mit just, als wenn da- Alles gestern passtrt wäre."
„Ja, mir gehe'- accurat so," erwiderte die Alte mit einem Seufzer, und ihre eigene Tafle gleichfalls füllend, fuhr sie fort: „Nu' und wie tarn’» weiter
»Ja es kam, wie's kommen mußte. Ich hatte die ganze Geschichte etwa» aus den Augen gekriegt, denn Ihr müßt wiflen, daß ich mich grab' bamals mit bet Susanne versprochen hatte; nämlich von meinem Balers Bruder in Amerika war gute Post gekommen, baß er krank wäre unb viel Gelb hätte, was ich unb meine Schwester mal Alle« kriegen würde. Na — 's hat nicht sein sollen, der Onkel ist gesund geworden und hat geheirathet und ist gestorben — und ich soll heute noch den ersten Groschen kriegen von der Erbschaft.
Damals aber glaubt' ich steif und fest d'ran und laS den Brief der Getoldtcn, Eurer Muhme vor, und |bie mochte wohl mit der Susanne ein vernünstigeS Wort gesprochen haben; denn mit dem zu langen Besinnen war'S auch so eine Sache, indem die Susanne die Jüngste auch nicht mehr wat und so ihre 25 Jahre und d'rübet wohl auf dem Rücken haben mochte, wenn mau’» ihr auch nicht ansah. Mit dem Candidatm wat'- auch nicht», da- mochte sie wohl damals schon ganz gut wiflen, denn fle war sehr zurückgezogen gegen ihn, kurzum, am andern Abend versprachen wir un» — und wer war fideler al- ich! nur hatte sie sich's ausgemacht, daß e» nicht gleich so publik werden sollte, da die Gnädige verheirathete Leute nicht mochte im Dienst. Na, damit hat t» auch gute Weile, denn erst mußte sich Jeder noch wa» verdienen und wenn die Erbschaft kam, wollt' ich mir eigenes Fuhrwerk anschaffen und den Stasi in der Marienftraße und da»
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Hinterhaus dazu mieihen oder kaufen, so weit e» eben langte.
Da» wußt' ich, daß der Candidat den ganze« Tag d'rüben steckte, die Stunden in der Stadt hat»' et auch aufgesogt und wenn er sich mit dem Jungen genug abgeplagt hatte, fing do- Hetrenleben an und er la» bet Gnädigen vor unb sie sprachen zusammen und dann wat'» eine Wichtigkeit und ein Gethne, wunder wa«, und durfte keine Störung kommen, da wurde sic unwirsch, so gut sie sonst war. Und aufgetafelt wurde auch, al« wenn der Hagen ein Prinz oder Graf wär', aber die gute Kost schlug bei dem nicht an, und wie'« so um die Weihnachten kam, sah er au«, wie im Herbst getrockneter Mondenschein, und man könnt' ihm da« Vaterunser durch die Backen blasm.
Das wat mir nu' doch verwunderlich, und der atme Mensch dauerte mich, denn schal» wat ich nicht mehr auf ihn.
Wie et denn auch mal so schwermülhig von drüben kommt und gerade die Susanne ein Sländerchen bei mir wacht, reden wir so von Dem und Jenem und sie spricht und dabei sieht sie mich ganz etnsthasr an.
„Friedrich", spricht sie, „glaub’ Du nicht, daß dem Candlbaten da« zum Unglücke aussch Lgt? Herrengunst ist eitel Dunst, und bei den Vornehmen ist'« nie wa« Geaifle-, heute möchten fle einen auftflen vor Liebe und morgen kennen sie ein« nicht mehr unb Übermorgen kriegt man womöglich noch Schaube eben ein."
Aber et hat doch sein gute« Bro, und schöne« Effen drüben, sage ich.
„Ach, wa« Eflcn", spricht fle da ganz hitzig, „wa« nutzt daS, wenn sie ihn ganz verdreht macht und abwendig von feinem Glauben, unb gestern flnb sie Beide ein« geworden, daß e« nicht« ist mit dem geistlich studiten, unb rüber ziehn sollt' er auch, aber das wollte er nicht, unb ein Theaterstück schreiben sollt' et unb bat über gerieth er ganz außer fich und hat herr.ach die ganze Nacht geschrie-