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Marburg, Sonntag, 6. August 1876.

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Berlin, Frankfurt a. M. rc.

auf dem Kriegsschauplätze, noch durch das Auftreten deö

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i Der Vatikan begünstigt in dem orientalischen Streit, DUntN den er durch seinen Einfluß auf die bosnischen Katho

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Tas letzte Glied einer «»glückliche« Familie.

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»ine gewisse Einwirkung ausüben kann, immer ent» iedener die Pforte gegenüber den griechisch-katholischen isten; ihm ist eben der Halbmond lieber als das Schisma. Das Freihafengesetz ist in den Sicherheitshafen einer end- gültigcn Abstimmung eingelaufen.

Die Kammersesston in Versailles wird, wenn nicht «och ein unvorhergesehener Fall eintritt, am 12. August bi« zum 6. November vertagt werden. Einstweilen thut der Senat jein Mögliches, den Arbeitseifer der Deputirten

Kronprätendenten Karageorgcwitsch von einer nachdrücklichen Fortsetzung des Krieges zuröckschrecken; an Oesterreich hat der unruhige kleine Nachbar sowohl wegen der Beschießung des DonaudampserS Tisza, wie wegen der angeblichen Be­schimpfung des Fürsten Wrede hinreichende Genugthuung geliefert. Auf dem serbisch türkischen Kriegsschauplätze sind entschieden die Türken, auf dem montenegrinisch - türkischen aber die Tschernagorzen im Vortheil. Am Jbar ist Oberst AntitS' der an General Zach'S Stelle in das Oberkommando dieses HeereStheils eingetreten ist, wieder einmal gegen Sienitza vorgedrungen; an der Drina ruhen die Waffen seit dem 20. Juli. In Bosnien ist die Flamme des Auf­standes noch einmal etwas lebhafter aufgelodert und hat diesmal Kamengrad, wo in den letzten Tagen ein lebhaftes Treffen mit einem Siege der Türken endete, zum Mittel­punkt gewählt. Eine empfindliche Niederlage hat die tür­kische Sache dagegen in der Herzegowina erlitten. Dort verfolgte Mukhtar Pascha den nach der Niederlage vom 23. über Konto zurückweichenden Fürsten Nikita allzu un­gestüm und wurde, als er sich den vereinigten Corps der Montenegriner und der Aufständischen unter Peko Paw­lowitsch bei Wutschidol nur 9 Kilometer von der monte­negrinischen Gcänze entgegenstellle, am 28. Juli geschlagen, so daß er sich mit dem Rest seiner Truppenmacht nach Bilek und Trebinje zurückziehen mußte.

Pslitifche Woche« - Ueterficht.

Nachdem nun noch in den lebten Tagen das Noth.

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udSgesetz, das Zuständtgkeltsgesctz, daS Gesetz wegen Er- chtung neuer RathSstellen beim OberverwaltungSgerichte »d daS Gesetz über den Austritt aus den jüdischen Syna- engemeinden die königliche Bestätigung erhalten haben, die in der vorigen Session des preußischen Landtages nbarten Gesetze nunmehr zur Vollgült gkeit gediehen.

-Ueber die parlamentarische Tragikomödie in München ist Sonnabend der Vorhang gefallen; der LandtagSabschied nte glücklicher Weise noch die Aneikennung aussprechen, dir Kammern sowohl sür den ordentlichen Staats- shalt, wie für die außerordentlichen Militärbcdürfnisse lsprcchende Fürsorge getroffen haben. Aus Gastein en fortwährend die besten Nachrichten über unseren er ein; derselbe wird in den nächsten Tagen dort den «istr von Brasilien und Gemahlin begrüßen. Der Kron- Hat, nachdem er am letzten Sonntag die kunsthistorische stellung in Köln besucht, auch die Kunstgewerbe - AuS- iellung in München in Augenschein genommen. Fürst i-marck weilt seit Sonntag wieder in Varzin. Er hat vorgezogen, in die Ruhe seines pommerischen Tusculums inen Rath deS Auswärtigen Amtes mitzunehmen.

In Oesterreich sind die großen Feldmanöver aus Marchfelde abbestellt worden, desgleichen die Uebungs- növer bei Kaschau: man hofft dadurch die an der Süd- renze nöthig gewordenen Ausgaben im Armeebudget aus- .leichen; dagegen wird unablässig fleißig an der Aus- »stuug deS Heeres mit neuen UchatiuS-Gejchützen gearbeitet, denen das Vertrauen noch fortwährend im Steigen ist.

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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteö SvnntagStlatt" durch die Expedition (Kvch'fche Buchdruckerei) bezogen 24 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. <exl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.

Tagesbericht

Wenn schon die Situation seit gestern nur wenig ver­ändert ist, so ist sie aber noch immer eine sehr gespannte. Auf dem westlichen Kriegsschauplätze ist Mukhtar Pascha in Trebinje so in die Enge gerathen, daß, wenn er nicht kopitultrcn will, der Uebertritt seiner Armee auf österreichi­sches Gebiet stündlich erwartet wird. Auf dem östlichen Kriegsschauplätze haben die Türken unter OSman Pascha, trotz aller ihrer Bemühungen, den Uebergang über den Timok nicht forciren können, die serbische Südostarmee, die bis Knjajevacz zurückgewichen ist, hat sich bis jetzt ganz in der Defensive gehalten, nur eine Brigade soll im Gefecht gewesen sein, während die Hauptarmee noch nicht in die Aktion eingetreten ist und den Angriff der Türken bei Knjajewacz erwartet. Die Truppen Achmed Ejub Paschas und Suleimann Paschas haben sich hier vereinigt und sogar nach einem konstantinopeler Telegramm die Re­douten von Knjajevacz genommen. Ob, wie es heißt, die schon lange angekündigte große Schlacht jetzt geschlagen werden wird, ist fraglich. Nach demN. W. T." hat der serbische Generalstab den Entschluß gefaßt, am Timok und an der Morawa ganz in der Defensive zu verbleiben,

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jungen Eheleute. Einige Wochen später mußte H. einem drin­genden Rufe nach Marburg Folge geben und er verließ seine junge in anderen Umständen befindliche Frau in der be­stimmten Hoffnung, noch vor ihrer Niederkunft zurückge- kehrt zu sein. Dennoch verzögerte sich seine Rückkehr und plötzlich erhielt er einen Brief seiner Schwiegermutter, in welchem diese ihn dringend aufforderte, heimzukehren, da die schwere Stunde der Tochter nahe. Extrapost nach Magdeburg nehmend von dort aus ging damals erst kurze Zeit die Eisenbahn nach Berlin und per Dampf von da dahin zurückkehrend, fand der Unglückliche die Leichen seines geliebten WeibcS und eines neugeborenen Kindes. Sein Letztes aus dieser Erde sollte es aber auch für ihn sein, den Theuren das Geleite zum Friedhöfe zu geben. Vier Tage später folgte H. seiner Frau und seinem Kinde; das Gerücht, welches seinen Weg selbst durch die Mauern nimmt, behauptete einen Selbstmord, der Todten- schcin einen Herzschlag, das ordentliche Leichenbegängniß bestätigte angeblich die letzte TodeSart. In den großen Räumen der Wohnung in der Dorothcenstraße war nur noch eine Person, welche diese vielen Zimmer belebte; ea war dies die kommerzienräthin, welche die einzige Erbin deS ungeheuren Vermögens geworden war. Ohne Dienst­mädchen, nur mit einer Haushälterin, welche jeden Morgen eine Viertelstur.de das Nöthigste besorgte, führte die reiche Frau ein entsetzliches Leben, welches zum Wahnsinn führen mußte. Drei Monate nach dem Tode des Schwiegersohnes kam die Aufwärtcrin eines Morgens zu hem Hauswirth hinunter und erklärte, daß gestern wie heute oben Niemand öffne, was sie zu der Annahme brächte, es muffe ein Um glück geschehen sein. Die Revierpolizei wurde in Senntniß gesetzt, die Wohnung wurde gewaltsam erbrochen und man fand die reiche, unglückliche Frau mit einer Zuckerhulschnur an einem Thürschloffe erhängt als Leiche vor. Die Gerichte

deS UnterrichtSwesenS in Frankreich mehr als irgend eine Die serbische Regierung läßt sich weder durch Mißerfolge französische Versammlung in diesem Jahrhundert geleistet, auf dem Kriegsschauplätze, noch durch das Auftreten deS

Auch in der am 27. Juli begonnenen Berathung über daS Kriegsbudget zeigte sich eine mit Milde geparte Festigkeit in den Beschlüssen, wie sie bisher leider selten genug war.

Auch in Spanien ist daS politische Thermometer im umgekehrten Verhältniß zum Steigen des meteorologischen gesunken. Die Kammern feiern, und wie eS in allen civili- sirten Staaten zu dieser Jahreszeit der Fall ist, müssen die Fürsten den Ausfall ersetzen. Nach zehnjähriger Ver­bannung hat die Ex - Königin Isabella am 28. Juli zum ersten Male wieder den Boden ihres ehemaligen Reiches betreten, dessen gegenwärtiger Herrscher sie mit vielen seiner Minister und Generäle in Santander empfing.

Die Spannung, mit welcher man der lange erwarteten orientalischen Debatte des englischen Parlaments cnt- gegensah, war bedeutend vermindert worden, nachdem die Führer der Regierung und der Opposition zu dem ver­traulichen Einvernehmen gelangt waren, daß die Debatte den Charakter weder einer Vertrauens- noch einer Miß­trauens-Debatte annehmen solle, und daß zu diesem Zwecke die Antragsteller rechts und links aus ihren bezüglichen Anträgen diejenigen Stellen strichen, die als Aufforderung zu Lob und Tadel des Ministeriums angesehen werden können. Die Besprechung, welche in beiden Häusern am Montag Abend Statt fand, hatte demnach ein greifbar praktisches Ergebniß, das heißt eine Abstimmung für oder wider die bisherige Regierungspolitik, nicht zur Folge.

Das dänische Königspaar will auf der Rückfahrt von Petersburg, wo eS am 29. Juli angekommen ist und drei Wochen verweilen wird, etwa am 29. d. M. bei der Insel Bornholm vorsprechen, die daS Staatsoberhaupt nur alle 25 Jahre einmal zu sehen bekommt.

Der Köniz von Schweden hat am 25. Juli in Norrköping die allgemeine schwedische Landwirthschafts-Aus- stellung und am 27. Juli die das Eisenbahngesetz zwischen dem mittleren und südlichen Schweden vollendete Strecke Sköfde CarlSborg eröffnet.

Der Kaiser von Rußland wird gegen Ende dieses Monats auf acht Tage nach Warschau gehen, um den dor­tigen großen Militärmanövern beizuwohnen. Wie um Kiew, werden auch um Wilna in diesem Jahre keine Truppen- Besichtigungen vorgenommen werden. General Jgnaticw ist am 29. Juli in Petersburg eingetroffen; TagS zuvor war der Kronprinz von Italien nebst Gemahlin nach Moskau abgereist.

Ueber den Zustand deS OSmanenherrscherS wech­seln sich die extremsten Nachrichten ab; die Einen behaupten, daß er an einer Gehirnerweichung schwer erkrankt, wo nicht gar schon tobt sei, die Anderen lassen ihn nach unbedeu­tender Krankheit sich deS besten Wohlergehens erfreuen.

in ihrer Wohnung überfallen und nach heftigem Kampfe im Bette erstickt worden. Dieser Kampf wurde dadurch festgestellt, daß der Ermordeten sämmtliche Zähne in den Mund hineingeschlagen und zwei Finger abgebissen worden, abgesehen von den zahlreichen Würgelflechten und Ver­wundungen, welche an der Leiche sichtbar waren. Polizei­rath Duncker, der Schrecken der Berliner Diebe und Ver­brecher jener Zeit, ermittelte sehr bald die Thäter, die sich als die Frisirmamsel der Ermordeten, und deren Bräutigam entpuppten, welche beide der gerechten Strafe nicht entgingen. Das große Vermögen ging nun in die Hände der beiden Söhne der Frau H. über, an welcher sich zuerst der Fluch des Mannes erfüllt hatte. Diese Söhne waren bereits selbstständig; der eine war Gutsbesitzer in der Nähe Ber­lins, der andere ein beliebter Docent an der Berl. Uni­versität; der Erstere war der Seltne und verlobt mit der Tochter eines Rechtsanwalts L. Die Hochzeit, welche schon srüher stattfinden sollte, wurde des eben angeführten gräßlichen Ereignisses wegen, auf ein halbes Jahr hinaus geschoben, sollte aber niemals vor sich gehen, denn der Bräutigam starb wenige Tage vor derselben ebenfalls eines unnatürlichen TodeS und zwar dadurch, daß er bei einer Umschau auf seinem Gehöfte von einem wüthenden Bullen erfaßt und trotz des schnellen ZuhilfckommenS seiner Dienst­leute förmlich zerrissen wurde. Der Universitätslehrer be­erbte natürlich den Gutsbesitzer, und das große Vermögen floß bei ihm wieder zusammen. Dies sollte noch beträchtlich durch eine reiche Heirath vergrößert werden. Dr. H. lernte die Tochter der Commerzienräthin Z. bei ehern Freunde kennen und lieben, fand Gegenliebe und die eheliche Ver­bindung wurde geschlossen. Tie Neuvermählten mit der Mutter der jungen Frau bezogen eine den Verhältnissen dieser reichen Leute angemessene Wohnung in der Doro thcenstraße. Nichts trübte den Himmel deS Glückes der

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition b. Blatte« sowie bte Armoncen-Bureaux von ®. L. Daube & So. in Frankfurt a. M.; JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete» meyer in Berlin; Carl Schütz» ler in Hannover ; S. Schlotte in Bremen.

Es war eine fast achtzigjährige Matrone, der man an einem jüngst vergangenen Dienstag das Ictzte Geleit, von ber Kurjürstcnstraße ans nach dem Matthäikirchhofe in Berlin gab. Der letzte Zug von Trauer kutschen, im Ge­folge des Leichenwagens erster Klasse, dokumentirte zwar den Reichthnm der Verstorbenen, aber kein thränenfeuchteS ««ge der Insassen dieser Wagen zeigte den Schmerz um die Heimgegangene. Und in der Thal wozu auch? Be- fand sich doch keine verwandte Seele darunter und auf den Gesichtern dieser sogenannten Leidtragenden war mehr der

«^bruck der Freude sichtbar, denn in wenigen Tagen ging q ""geheure Vermögen der Verstorbenen, vertheilt in viele scMst Legate, an diese Trauernden, oder richtiger an die Institute, ' vertraten, über. Mit Auguste B. war daS

od^ utzte Glied einer unglücklichen Familie heiwgegangen, welche cl11^ l0r einem halben Jahrhundert von einem Fluche getroffen, t^M» » e um diesen erfüllen mußte. Durch richterliches b mirtnnlni& ^imungen, mußte sich zu jener Zeit ein Mann, **n' ^m,n® Hirsch, arm von seiner reichen Frau trennen, und "der Rabbiner ihm in Gegenwart derselben von diesem '^"Heilung machte, sagte der Gatte ruhig zu ihr: ^ge Dir auf (AnfangSformel eines jüdischen Fluches) /v" ^de soll unnatürlich sein, wie daS afler Derer, die 7,nQflj m?tn ^fitz Deines Reichthums kommen werden Amen 112* 7* Anten!" Er wandte sich ab und ging. Hirsch

bufj 7«; tfr Lotterie - Unter - Kollekteur, ein zu j ner Zeit an* <mtCr Broderwerb, ernährte sich redlich, starb ober ein ä en*8e Monate nach seinem Tode, verbreitete sich i 1°r8cn8 über daS damals noch nicht so ganz groß-

i ei* Berlin das Gerücht eines entsetzlichen Mordes, Gute (Vorname) Hirsch in der Wallstraße, die B 'Wene Frau, war in erschrecklicher Weise von Räubern

in öH-ebitio« d. Blatte«, ®tUO| eje hie Annoncen-Bureaux Th. Dietrich & Co. in .fiel unb Hannover; Th. ielrich in Frankfurt a. M.; nftflüfi eafenftein & Vogler in " B «nkfurt a.M , Berlin, Leip-

zu dämpfen, doch hofft man, er werde vor den Ferien noch daS Gemeindegesetz annehmen. Die Bestimmung jedoch, ro na welche allgemeine Maireswahlcn nach Veröffentlichung deS

Gesetzes vorschreibt, hat keine Gnade vor den Augen der Anhänger Broglie's gefunden unb wirb schwerlich durch gehen. Die Deputirtenkammer hat sich mit Würbe unb Entschlossenheit in der Berathung deS Unterrichtsgesetzes den Resormen Waddington'« günstig gezeigt und, wie der Temps mit gerechter Anerkennung hervorhebt, zum Ausbau