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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux 00n Th- Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a M.; Laasenstein & Vogler in Srantfurt a- M, Berlin, Leipzig, Eöln ic; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. M.«.
Marburg, Freitag, 4. August 1876.
XL Jahrgang.
WerheMeItitung.
Anzeigen nimmt entgegen: die ^qiedttton d. Blatte» sowie die Aimoncen-Bureaur von S. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M -Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendanl, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
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Dänen wollen endlich ein Mittel gesunden haben, Preußen die Ausführung des Art. 5 des Prager zu erzwingen. Das Projekt ruht aber allem : nach auf einer sehr luftigen Basis. Dieses Mittel
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^schließen zu können, haben sie auch die Cabinete von &>nton und Rom draußen stehen lasien. Aber ste finden sich nunmehr in einer Sackgaffe. Sie haben, so zu sagen, kiaen Conflikt zwischen dem östlichen Westen und dem »restlichen Westen herbeigeführt."
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verbreiteten Gerüchte und sagt: Dank einer sehr zweckmäßi« gen Behandlung seine« ArzteS hat der leidende Zustand des Sultans seit mehreren Wochen aufgehört. Er besucht die Moschee, befaßt sich mit StaatS-Geschästen, liest Zeitun- gen, ja er spült schon wieder auf seinem Piano, gebraucht Seebäder, macht Spaziergänge und Exkursionen auf dem Bosporus; kurz, von seiner ganzen Krankheit ist in diesem Augenblicke nichts weiter übrig, als eine gewisie physische und moralische Schwäche, die sich aber bei za eckmäßiger Behandlung spätestens binnen einem Monat ganz verlieren wird. Bon einer Gehirn-Erweichung ist keine Rede, noch viel weniger kann von einer Regentschaft oder wohl gar von einem abermaligen Thronwechsel mittelst Abdankung zu Gunsten des Prinzen Hamid die Rede sein.
Wien, 2. Aug. General Fadejeff ist in Belgrad eingetroffen und hat Adienz bei der Fürstin genommen; er ist angeblich in serbischen Dienst getreten. — Die Pforte beschloß, dem Sohn Bibdoda's den Titel „Mihuli- mira" und den Rang eines Brigade-General« zu verleihen, damit die Miriditen die Montenegriner bekämpfen.
Petersburg, 1. August. Die Nachrichten österreichischer Blätter, wonach unter der mohamedanischen Bevölkerung im Kaukasus ein Aufstand auSgebrochen sein sollte, entbehren der Begründung. Wohl aber ist constatirt, daß türkische Emisiäre versucht, dort Unordnungen hervorzu« rufen.
Petersburg, 2. August. Die Großmächte sind über die Grundzüge der Mediation einig aber der richtige Moment, in welchem ste sich nützlich erweisen könnte, ohne sie Interessen des einen oder andern Theil« zu schädigen, st noch nicht festzustellen. — Gegenüber den von der „Times" gegebenen Erläuterungen über die Gründe, welche England bestimmte, sich dem Berliner Memorandum nicht anzuschließen, bleiben wir bei unserer Behauptung, daß nur Selbstsucht der einzige Grund dafür war. — Der Kaiser befindet sich mit seinen hohen GSstm, den Königen von Griechenland und Dänemark im Lager von KraSnoe- Selo.
haben.
Die 1 um von 1 Friedens »»scheine
lassen als wir, hat sein Haupt erhoben und seine Geschwader in die Frage geworfen; und die Frage, statt sich zu vereinfachen, ist drohender und gespannter geworden . ... Die Idee eines CongresseS ist eine französische Idee im höchsten Grade. Aber jener schreckliche Mann, welcher nicht regiert zu Berlin, der aber die Welk beherrscht, leistete Widerstand mit allen Kräften u. s. w. Ueberall also ist eigentlich nur Frankreich beleidigt worden und cs ist eine Rache des Schicksals, daß die Nordmächte in die bewußte Sackgasse gerathen find, weil sie sich an Frankreich verfehlt haben.
Nach dem „Moniteur des in e stS matsriels" hat sich in Belgien eine „General-Bohrgesellschaft" von patenten Industriellen gebildet, welche in Deutschland im Kohlenbecken der Ruhr (Westfalen), in Belgien im Becken von Herve, in Frankl eich in den Departements du Nord, PaS de Calais und Saone et Loire und auf holländischem Ge- biete Steinkohlen und Eisenerze zu erbohren beabsichtigt und demnächst für die zu entdeckenden mineralischen Lagerstätten Bergbaugesellschaften zu bilden bezweckt.
Der englische Bicekonsul Jago theilt in seinem Bericht über den Handel Cyrien's im Jahre 1875 mit, daß der Ertrag der Schwammfischerei im gedachten Jahre äußerst unergiebig war und zwar in Folge des Erscheinens eines Seeungeheuers, angeblich von der Größe eines kleinen Bootes, in der Nachbarschaft von Batrone, Berg Libanon, dem Hauptsitze der Schwammfischerei. Das Ungeheuer hat e« nicht direkt auf die Schwämme, sond.ru auf die Taucher abgesehen. Ein Mensch soll nach dem Zcugniß seiner Mltarbeitec „mit Haut und Haaren" veischlungen worden ein; es entstand in Folge dtssen eine solche Furcht unter >en Tauchern, daß viele derselben ihre Arbeit einstellten. Wegen der geringen Quantität der gewonnenen Schwämme ind die Preise dieses Artikels in die Höhe gegangen.
Zu den verschiedenen Versionen über eine Friedensmediation kommt neuestens eine Nachricht aus Belgrad, welche Italien al« die Delegirte der Mächte bezeichnet. Von Seiten Rußland'« und England'« sollen in Belgrad wichtige Eröffnungen eingelangt seien, in Folge deren Ristils und Gruil« plötzlich da« Hauptquartier verlassen und nach Belgrad gereist sind. E« Heist, daß im Einverständnisse mit allen Mächten Italien die Mission übernommen habe, owohl in Konstantinopel al« in Belgrad die KriegSeinstel- lung zu beantragen.
Lagesdericht
Die Gerüchte über Verhandlungen, welche sich au Herbeiführung einer Konferenz zur Lösung der orientalischen Frage bezieh.« sollen, werden von der „Nordd. Allg. Ztg." in oifiziöser Form demeniirt. Auch von französisch-offiziöser Seite wird bestätigt, daß Verhandlungen über eine euro päische Konferenz bis zu dieser Stunde nicht stattgefunden
Unterdessen aber waren die Träger gleichfalls angelangt und hatten durch eine alte Frau erfahren, daß Frau von Wessenhagen sich ganz zeitig mit der Aufwärterin Richter in der Letzteren Wohnung, welche sie genau bezeichnet, begeben habe.
Die Leute, vermuthend, daß die beiden Herren ihnen dahin vorausgeeilt wären, machten sich mit ihrer traurigen Last schnell auf den Weg nach der Vorstadt, da sich schon in dem Flur de« Hause« mehrere Dienstleute neugierig fragend versammelten und ste Aufsehen vermeiden wollten.
So hing es zusammen, daß erst eine halbe Stunde nach dem Eintreffen der Träger der Arzt und der GerichtSbe- omte bei Frau von Wtssenhagen eintraten.
ES war am Nachmittage de« folgenden Tage», al« Eleonore aus dem tiefen betäubenden Schlummer erwachte, in welchen ste nach den stundenlang andauernden und sich mehrmals wiederholenden Krampfanfällen gesunken war.
Sie blickte um sich. Zu den Füßen ihres BetteS saß eine alte Frau und strickte, der blasse Schein der Novem bersonne fiel mit schrägem Strahle durch ein kleines Fenster, das von einem Epheu halb verdeckt wurde; es war ganz stille und nur das Ticken einer großen Wanduhr und der leise Gesang eines Vogel« drangen gedämpft aus dem anderen Zimmer herein.
Eleonore richtete sich schnell auf, ste fragte nicht, wo sie sei, wa« mit ihr vorgegangen — sie wußte Alles, e« war, als wenn ste sich ihres Unglücks auch in dem ohn- machtähnlichen Zustande vollkommen bewußt gewesen wäre.
„Helfen Sie mir, gute Frau," sprach ste jetzt, indem ste nach ihren Kleidern langte, die auf einem Stuhle am Bette lagen, „ich will ausstehen und zu meinem Sohne gehen."
Die Alte erschrak; .der Herr Doktor hat es streng
verboten," stotterte ste. Allein Frau v. Wessenhagen hatte sich schnell die nöthigsten Kleidungsstücke angelegt, und die Alte, welche ihr den Weg vertrat, bei Seite schiebend, öffnete ste die Thüre des anstoßenden Gemache« — e« war leer.
Eine Ahnung ließ ste erbeben. „Wo ist Elmar, mein Sohn?I" rief sie mit heiserer Stimme und ergriff heftig den Arm der alten Frau, die ihr gefolgt war.
Diese wußte in der Angst ihres Herzen« nicht, wa« sie der unglücklichen Mutter antworten sollte; sie sagte daher ganz einfach: „Bei Gott!"
„Bei Gott!" wiederholte Eleonore tonlos.
Plötzlich ermannte sie sich. „Laß uns zu ihm gehen," sagte sie leise und schritt der Thüre zu.
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DaS BegrSbniß des »Selbstmörders (die Meisten hielten Elmar dafür) war vorüber.
Die neugierige Menge hatte sich verlaufen, nur einige alte Frauen und müßige Kinder standen noch in der Ecke des Friedhofes und plauderten oder spielten auf den mit welkem Grase und trockenen Blumen bedeckten Grabhügeln. Der Friedhof sah wüst und vernachlässigt aus — es war eben die Brgräbnißstätte der Armen — und deren Grab ist wie ihre Wiege kümmerlich und ungeschmückt!
Elmars schmuckloser Sarg war schon mit Erde bedeckt, die Sonne neigte sich, eia kühler Abendwind fuhr durch die kahlen Zweige der Bäume und schüttelte die einzelnen fahlen Blätter herab.
An dem frisch aufgeworfenen Hügel kniet ein Mann in Priestertracht — er betet.
Sein Antlitz ist bleich, ein stilles Leiden spricht daran«, aber zugleich jener Friede, von dem man sagt: „er ist nicht von dieser Welt!" weil er nur Denjenigen zu Theil wird, welche die Welt überwanden, indem sie ihren Willen und ihr Wünschen und Streben von derselben abwandten,
Deutsche» Reich.
•• Berlin, 2. August. Wie früher aus München zemebet, hat General Tann unserem Kaiser im Auftrage >es Königs von Baiern neben dem Ausdruck de« Bedauern« »arüber, daß sein Monarch durch Unwohlsein verhindert ei, den Kaiser auf seiner Durchreise durch Baiern zu be- rüßen, demselben auch eine Einladung zu der baierischen
Festspielen überbracht. Wie verlautet, wird der Kaiser während der ersten Vorstellung auf ein bi« zwei Tage in Bayreuth anwesend sein. Ueber die Anwesenheit de« König- Ludwig selbst ist noch nicht« Bestimmte« bekannt. — Es
wäre nämlich die Insel Helgoland, welche Dänemärk von England kaufen und dann gegen Ausführung des genannten Paragraphen an Deutschland abtreten wollte. ES wird uvS glaubwürdig versichert, daß die offiziellen Kreise Kopen hsgeu's an eine solche Lösung der nordschleSwigschen Frage «SerdingS gedacht und wegen Ankauf« der Insel Helgoland mit England Verhandlungen anzuknüpfen versucht haben. Die deutsche Regierung erhielt jedoch von diesem Vorhaben rechtzeitig Kentniß und ließ durch die offiziösen Blätter verbreite», daß Deutschland die Insel von England direkt «werben wolle. Hierdurch wurde bewirkt, daß sich in England ein lebhafter Wiederstand gegen Veräußerung der keinen Insel erhob; die dänischen Versuche waren damit wirksam paralystrt.
Der Londoner „Hour" wird von Wien ielegraphiri: .Fürst WinbischgrStz' Mission nach St. Petersburg hat den Zweck, die Differenzen zu ordnen die trotz aller Dementis zwischen den Kabinetten von Petersburg und Wien «xistiren. Mau ist in Wien auf jede Eventualität gefaßt, obwohl die offizielle Politik stets augenscheinlich eine freuud- liche Neigung gegen Rußland affcktirt. Eine plötzliche wd scharfe Wendung in der Situation wird al« wahr- »ahrscheinlich erachtet und die Vorbereitungen für die Mo bilistrung der österreichischen Armee nehmen hren Fortgang."
Die offiziöse „Correspondance Universelle" bringt einen interessanten Leitartikel über die orientalische Frage, dem wie folgende Stelle entnehmen: „Man will Alle« machen ohne Frankreich und kann Nicht« machen ohne es. Die nordischen Großmächte haben sich mit England veruneinigt, nm uns nicht zu ihrem Concerte zuzulassen. Um uns
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Eine Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.
(Fortsetzung.)
Man versuchte die Unglückliche unter sanftem Zureden Mjuziehen, es gelang nicht; Frau Richter und die Träger ßonden rathloö und erschrocken da; Erstere weinte heftig.
„Elmar, mein Kind!" ruft die Mutter jammernd und ^eckt die kalten Lippen des geliebten Tobten mit heißen Aisin, während sie liebkosend die bleichen Wangen, die •Wbenen Locken dcS Lieblings streichelt. Da bebt ste Plötz i heftig zurück — ste hat an der rechten Schläfe die y™81 Beule, das geronnene Blut gesehen — schaudernd ste da« Gesicht mit den Händen — versucht auf |t?$en, schwankt aber und bricht in Konvulsionen zu lernen.
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i. ®°6 die schreckliche Kunde der armen Frau so unvor- sbewitet geworden war, lag in einer unglücklichen Verkettung Umstände.
. Man hatte nämlich, nachdem man Elmar« Leiche ge- üu»' P* besichtigt und den Thatbestand regiftrirt, be- ‘ 'Rollen, den Tobten der Mutter zu übergeben, die ja y* das größte und alleinige Recht auf diesen traurigen hatte.
.Um st, aber erst allmälig darauf vorzubereiten, waren 7/fyt und ein Gerichtsbeamter vorangegangen, den Trä- ,-^dm Auftrag gebend, ihnen in einer kleinen Weile zu L,®8 sie nun aber die Weflenhagensche Wohnung ver- ^ssrn fanden, vermntheten ste, daß Frau von Wessen-
sich „och im Hause de« Grafen S. befände und ? bicht dahin zurückgekehrt sei; sie eilten daher schnell
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Erscheint täglich auster den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaae lluttrirtr« «„.au.. <<*_xm
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Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet. 9 ,P öeut 19
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Zur Orientalischen Frage hat der Telegraph zu melden: Der Peraer Korrespondent der „Augsb. Ztg." demeniirt . in seinem Briefe vom 28. Juli au« unmittelbarer Quelle
England, weniger ge- auf da« Formellste die über den Zustand des Sultans