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Kit die Annoncen-Bureaux erterfaX» Th. Dietrich & Co. in " <?* Sff«l und Hannen«; Th. ■ ®5rGd) in Frankfurt a. M; iversttLM^stnstein & Vogler in Lankfurt a. M.Berlm, Leip. ■ ÖiebJwT®81” K! Rudolf Moste ien-StF'Berlin, Frankfurt a. M. rc.
Marburg, Donuerstag, 3. August 1876.
xi Jahrgang.
OlicrhtjWt Jeitung.
Anzeigen nimmt entgegen: die fl^ebitton d. Blatte» sowie d>e Annoncen-Bureaux von ® L. Daube & Co. in
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dem Fürstenihum strenge Garantien gegen solche Excefse
diesem Augenblicke als ziemlich vetfrüht erscheinen.
103.
Poznanzki lelegraphirt aus Cattaro, 31. Juli, Abends:
im Pascha wurde während der Schlacht bei Vrbiza den Montenegrinern masiakrirt (Nach dem N W. T. Semlin Pascha in der Schlacht gefallen. D. Red.) gefangene Osman Pascha ist nach Cettinje abgrsührt erden. Muklhar Pascha ist in Bilik umzingelt. Alle kischen Militärführer sind gefallen oder gefangen geuom
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: könne kb, von den Montenegrinern keiner. Letztere haben 200 erlern« verwundete und Tode.
W Belgrad, 31. Juli. Die Reise der Minister in'S 'Hauptquartier beruht auf diplomatischen Berhandlungen. M der einen Version soll eine vierwöchentliche Waffenruhe -fordert werden, nach der anderen wollen die Minister
MonatS zur Entscheidung der wichtigen Fälle. Der Hof der summarischen Justiz, deffea bürgerliche Gerichtsbarkeit jener der französischen Friedensgerichte analog ist, versammelt sich in diesem Augenblicke mindesten» ebenso häufig
zu erweitern, wenn derselbe zu der Pforte in ein Vasallen- ’ oerhältniß treten wollte. Jedenfalls wird die Pforte von
e in Serbien selbst finden wird, ehe die suzeräne Re- ung den Bedingungen näher tritt, welche künftig die ndlagrn der Beziehungen zwischen Serbien und der orte bilden sollen. Ganz anders steht die Frage in reff des FürstcnthumS Montenegro. Wie wir hören, e die Pforte gar nicht abgeneigt das Gebiet deS Fürsten
steht eil Folgende telegraphischen Nachrichten trafen ein: er, 3L« Posen, 1 Aug. Der Spezialkorrespondent deS Dzien-
dauer der Superänität. — Für acht Monate sind Muad- vorräthe aufgespeichert. Heute trafen drei SanitStStrainS mit Aerzten und barmherzigen Schwestern aus St. Petersburg ein. Einem Gerücht zufolge hat Lefchjanin OSman Pascha bei Beliki Jjwor alle Verschanzungen abgenommen. Nach türkischer Quelle sind die Serben bei Gramada und Pandirolo (an der Grenze, Risch gegenüber) geschlagen worden, und sollen die Türken unter Hafiz Pascha über Gramada, unter Suleiman Pascha über Pandirolo weiter vorrücken.
Petersburg, 31. Juli. Griechenland hat an die Pforte einen energischen Protest gegen die Ansiedlung räuberischer Tscherkessen an seinen Grenzprovinzen, gerichtet. General Skobolew geht morgen mit einem Detachement nach Taschkent um die Provinz Ferghana gegen die Raubzüge der Karakirgisen zu schützen. Der großartige Sieg des Fürsten Nikita bei Vrbiza über Mukhtar Pascha bestätigt sich. Die überaus reiche Beute besteht in Krupp'schcn Kanonen und vielen Gefangenen, darunter Osman-Pascha
Die Stadt Paris bat zur Erinnerung an die Dienste, welche die Luftschifffahrt während der Belagerung der Hauptstadt durch die Deutschen, geleistet hat, eine eigene Medaille Herstellen laffen. Dieselbe ist mattgeprägt in Glanzbronze; der Avers zeigt die Stadt Paris, Wurfge- schoffen ausgesetzt, mit einer Frau, die sich mit der linken Hand auf das Wappenschild der Stadt Paris stützt, während sie die Rechte gegen den Himmel erhebt in der Richtung eines Luftschiffes, welches man in der Ferne wahrnimmt. Zu den Füßen der Figur steht eine Kanone, im Hintergründe der „Mont Valvcien*. Die Umschrift lautet: „Söge de Paris 1870—1871.* Der Revers zeigt den Ast einer Eiche, welcher sich in zwei Zweige lheilt. Derselbe ist umgeben von der Inschrift „Emploi des aerostats pour la defense de Paris.*
Da» englische Mitglied de« egyptischen AppellgerichtS- hofeS hat an die „Times* folgende» Schreiben gerichtet: „Ich bin nicht überrascht über die Wirkung, welche die telegraphische Nachricht über die Schließung des Gerichts. Hofes in Alexandria in Enland hervorgerufen hat... Es scheint mir jedoch augemeffen, eine oder zwei Thalsachen anzuführen, welche geeignet sind, den durch diese Nachricht hervorgerufenen Effekt zu modistziren. Der AppcllgerichtS Hof von Egypten ist regelrecht geschloffen worden am 1. Juli, von welchem Zeilpunkle an die dreimonatlichen Ferien beginnen. Die Gerichtshöfe der ersten Instanz sind gleich, falls in Ferien und sie versammeln sich nur dreimal des
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Hellen der Unruhen, welche die Balkanhalbinsel, ja ganz beherrschen. Die serbische Frage stellt sich nach cklos ii tu Anschauungen der Pforte lediglich al» eine dynastische a Metall n. ES handelt sich zunächst darum, welche Lösung diese
, [186a Wien, 1. August. Der Pester Lloyd bespricht in ———dran inspirirten Artikel den bevorstehenden Thronwechsel 1 ®en'm# » Konstantinopel. Abdul Hamid dürfte sofort die theore- »ernsten jjschen Experimente, vielleicht auch deren Urheber, die .andern Rjnifter, beseitigen. Der Krieg würde dann erst recht zu PenS w einem Religionskriege werden. Der Regierungsantritt Ab- dul HamidS bedeute die Entfeffelung chauvinistischer - alt Ärkischer Strömung. Der Thronwechsel sei für das ilusland bedenklicher, al» für die Türkei selbst.
nhrischrn, wie st« in diesem Augenblicke gegen die Inte- ... -jritSt deS otiomanischen Reiches begangen werden. — Wir > i diese authentischen Mittheilungen über die An- ' r/g-Mammgen der Pforte mit, obwohl uns solche Deliberationen
Im Minlsterrathe der Türkei haben naturgemäß in öniglichei,tz,er Zeit die Fragen der Pazifikation der insurgiiten dem Pro Wdestheile immer den ersten Platz behauptet. Im Be- Professo entern beschäftigte man sich mit der zukünftigen Stellung M«burz er Fürstenthümer Serbien und Montenegro, als den
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a. 8. Rr.
du Memoire für den bevorstehenden (?) Congreß abfaffen. Enbien wünscht in demselben die Arondirung seiner einstigen ......... ... tvcll|W 9UU|ig
dktnzen, wie sie unter dem Kaiser Lazar waren, bei Fort- wie zu anderen Jahreszeiten. Es ist lediglich die Frage
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Fulsche Ehre.
Lrzählung au» dem Leben von E.rnft v. Waldow.
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(Fortsetzung.)
Hildegard wollte den Vater nicht verlaffen, wenigstens
Ankunft de« Arztes abwarten, zu dem man gesandt; d beharrte aber, wie fie meinte, eigenfinnig auf feinem Men und erregte fich dabei so, daß fit gehorchte und
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>3i finden die Unglückliche in ihrer eigenen Wohnung
eq 250 E)ie Lampe, von jFrau Richter mit zitternden
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81 । “«'ötjuuuu, vitiiiu nuvc unv »ctcuqiiei nur schwach 11t 'entstellten Züge der armen Frau, wenn diese in ihrer
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Der Kammerdiener erhielt den Auftrag, dafür zu sor- 10S1 8», daß der Graf mit Frau v. Weffenhagen allein blieb M u ,ua6 jetzt machte er die unglückliche Frau allmählig und $85 ? ichvnend wie möglich mit dem Unglücke bekannt, das B I betroffen, indem er ihr zuletzt den Brief des Sohnes glaubend, k« sei dies das geeignete Mittel, ihr die ' Syfyit besten, na« er ihr gesagt, zu beweisen, denn sie ge i ihn mit fast irren Blicken an unb schien da» Unge» - ’'#tt nicht fasten zu können.
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10. yV twr von Zeit zu Zeit unverstLnbliche Worte vor sich murmelnd.
u Morgen graute im Osten. Sie schaudert — bet ” '' -A bkr bork herausbLmmert — er wirb ihre Schaube r. bringen — entsetzlich l Sie bleibt stehen, wie
—v’Wmt von dem Gewichte dieses furchtbaren Gedankm»;
sie blickt auf, als wolle sie Gott um Erbarmen an flehen; da fällt ihr Auge auf das Bild Elmars, welches das Früh- licht mit unsicherem Scheine beleuchtet — sie denkt de» Augenblickes, wo sie dies KindeSauge zuerst gesehen und mit jubelndem Entzücken begrüßt — ein Schwert geht durch ihr Herz; „Elmar* ruft sie mit verzweiflungsvollem Aufschrei, und händeringend stürzt fle ohnmächtig vor dem Bilde nieder.
Fast zu eben der Zett hatte Elmar v. Weffenhagen aufgehört, zu leben.
Frau Richter eilte auf das Geräusch herbei und es gelang ihrm Bemühungen, die Ohnmächtige in's Leben zn- rückzurufen. Eleonore erholte sich allmählg, wies jedoch die Bit! en der alten Frau, sich zur Ruhe zu begeben, entschieden zurück, entkleidete sich bann des festlichen Putzes, welchen fie gestern mit so glücklichen Gefühlen angelegt' unb hüllte sich in ein einfache», schwarzes Gewanb.
Darauf sagte sie mit zitternber Stimme zu bet alten Aufwärterin: „Frau Richter, Sie erzählten mir neulich, daß Sie nach dem Tode Ihrer Tochter ein Stübchen neben dem Ihrigen leer und zu vcrmiethen hätten — würden Sie mir,dies auf einige Zeit Überlasten?*
„Aber, gnädige Frau*, entgegnete die Angeredete fast erschrocken, „das geht doch nicht an.*
Frau v. Weffenhagen richtete sich auf, ein Blick ihres Auge» machte die alte Frau verstummen; leise sagte die selbe: „Wie Sie wünschen, eS ist noch leer.*
Eleonore nickte stumm, hüllte sich in ihrem Mantel, steckte das Geld, was sie noch besaß, zu sich, unb sagte bann: „So gehen wir bena."
In einem Labyrinthe kleiner, winkliger Straßen in ber Vorstadt «ar am Mittag destelben Tagt» ein Auflauf von
diese» letzteren Hofes, der in Alexandria seinen Sitz hat, welchen Herr Hackmann, der Richter in den summarischen Angelegenheiten geschloffen hat. Ein allgemeiner Schluß der Tribunale könnte nicht stattfinden, ohne das Votum des Appellhofes. Das Verfahren deS Herrn Hackmann ist unregelmäßig unb eS wird derselbe ohne Zweifel durch einen anderen Richter ersetzt werden. Man kann also nicht behaupten, daß die Tribunale in Folge einer Intervention des Khedive geschloffen worden seien. ES wäre dies in Wahrheit dasselbe, als wenn man sagen wollte, die Tribunale von Westminster und Lincoln'« Inn seien als geschlosten anzusehen, wenn ein Richter der Grafschaft, der mit dem Verhalten der Regierung nicht einverstanden ist, sich weigert, Sitzungen abzuhalten.* Indem dann das Schreiben in einigen Worten die Regelwidrigkeit des von Herrn Hackmann beobachteten Verfahrens eingeht, schließt es: „Zwei Tage vor meiner Abreise von Egypten hat mir der Khedive selbst gesagt, daß er die gerichtliche Reform als daS ansehnlichste Werk seines Lebens betrachte und er wünsche nichts mehr, als die sich begegnenden Schwierigkeiten in einer zufriedenstellenden Weise lösen zu können.*
Deutsches Reich.
•• Berlin, 1. August. Die verlängerte Anwesenheit deS Fürsten BiSmarck in Berlin hat zu verschiedenen Gerüchten Anlaß gegeben, welche die politische Welt in Aufregung versetzt haben. So wird auswärtigen Blättern von hier telegraphirt: „Die Verzögerung des Aufenthalts de» Reichskanzlers wird mit der Absicht einer Conferenz in der orientalischen Frage in Verbindung gebracht. Wir können versichern, daß alle diese Gerüchte grundlos sind und nichts davon in maßgebenden Kreisen bekannt ist. ES ist ferner unrichtig, daß Fürst BiSmarck ein diplomatisches Diner gegeben unb baß ber russische Botschafter Baron Oubril seinen Urlaub unterbrochen und mit ihm eine Konferenz gehabt habe. ES ist nöthig, diese Gerüchte auf das energischste zu bementtren unb von vorn herein einer Mythm- biltung vorzubeugen, bie sich obenein noch den Anschein gibt, als ob sie aus officiösen Quellen geschöpft fei. — Der Kaiser von Brasilien beabsichtigte, wie gemeldet wurde, Anfang diesen Monats nach Gastein zu gehen, um dort einige Zeit mit dem deutschen Kaiser zusammen zu verleben. Der Verwirklichung dieses Planes dürfte im Wege stehen, daß in Gastein für den Kaiser von Brasilien, der für sich und fein Gefolge 25 Zimmer bedarf, keine entsprechende Lokalität aufzufinden ist. Die Begegnung Dürfte in Salzburg erfolgen. — Die deutsche conservative Partei hat durch ihr neues Flugblatt, welches heute der Kreuzzeitung, der Nordd. Allg. Ztg. unb bem Reichsboten beigelegt ist, gezeigt, baß fie nunmehr ernstlich in ben Wahlkampf einzutreten gewillt ist. Das Programm enthält nicht« neue«, außer baß nur preußische Parteigenoffen in bas Mitglieder-
Menschen, wie ba« hier häufig vorzukommen pflegte. Ein herbeieilenber Polizeisergeant jagte die Leute auseinander und fragte die beiten Männer, welche auf einer Bahre einen Gegenstand trugen, der augenscheinlich bie Neugierbe der Bevölkerung erregt halte, wohin fle wollten.
„Zur Wittwe Richter, sie soll in ber Straße hier wohnen,* war bie Antwort.
Der Polizist wies sie zurecht, sie traten durch bie niebere Thür in ben dunkeln Flur eine» kleinen HauseS an der Ecke der Straße.
Wir möchten wohl erst sehen, ob die Herren auch brinn sinb,* sagte jetzt der eine der Träger, und setzte die Last nieder, wa« den andern veranlaßte, e« gleichfalls zu thun; bann öffnete er die Thüre, und al» er das Zimmer ganz leer fah und au» dem angrenzenden, dessen Thür angelehnt war, Geräusch von Stimmen vernahm, glaubte er, c« sei Alles in Ordnung unb winkte seinem Gewährten, der nun die Bahre aufhob und dieselbe in da» leere Zimmer setzen half.
In diesem Augenblicke öffnete sich die Thüre de« Neben- gemacheS, unb Frau Richter, einen leeren Wasserkrug in der Hand, trat heraus.
AIS sie in ihrer Stube die fremden Männer, die verhüllte Trage erblickte, stieß sie unwillkürlich einen Schrei des Schreckens aus und ließ den Krug aus ihrm Händen gleiten, der polternd zerbrach.
Der Schrei, das Geräusch des zerbrechenden Gefäße« hatten Frau v. Weffenhagen, bie im Nebengemache ermattet auf dem ärmlichen Bette lag, aufges precki; mit bem Instinkte der Unglücklichen, welcher ihnen weist untrüglich das neue, drohende Unheil verkündet, ahnte sie, daß die Ursache des Schrecke,- ter Frau sie angehe.