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Marburg, Sonnabend, 29. Juli 1878.

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.t 771,671 Mk.; Schwarzburg-SonderShausen 247,200 k; Schwarzburg-Rudolstadt 123,616 Mk; Waldeck 19,000 Mk.; Reuß a. L 62,400 Mk ; Reuß j 8. 203,400

f.; Schaumburg-Lippe 11,600 Mk ; Lippe 65,100 Mk.; Übeck 156 900 Mk; Bremen 848,604 Mk.; Hamburg ,793.309 Mk. 16 Pf.; Elsaß Lothringen 10,579,908 Mk;

enburg 193,000 Mk. Im Ganzen sind demnach an ReichS- ilber-, Nickel und Kupfermünzen bis jetzt 245,038,979 Mk

Pf. ausgegeben worden.

Die „Agenzia Stefan!", welche zuweilen aus dem Va gute Nachrichten hat, meldet: „Der Papst ist äußerst gebracht, daß alle Versuche des Stellenvertreters des rdinals LedochowSkt, Suffraganbtschof, Msgr. Cybi -w»ky in Posen gescheitert sind, dir Verwaltung des Erz- ithums Posen an sich zu bringen. Die Regierung hat M keine AmtSthätigkeit gestaltet."

nung zu übernachten pflegte, ihn dringend zu sprechen wünsche.

Man redet so viel von Ahnungen und Vorgefühlen, die Geist und Herz bedrücken und nahendes Unheil und Gefahr verkünden sollen, Elmar hatte heute nichts der­gleichen empfunden und selbst jetzt, als er die befremdende Meldung erhielt, war sein erster Gedanke, daß man einen Diebstahl in der Wohnung verübt — oder hatte verüben wollen, und er sagte deßhalb, das Zimmer eilig verlassend, zu dem Diener: ,Melden Sie meiner Mutter nichts davon I"

Im Corridor stand die alte Frau; er zog sie schnell in ein Cabinet auf der andern Seite desielbrn, dessen Thür nur angelehnt war und bemerkte dabei nicht, wie eine in einen dunkeln Mantel gehüllte Gestalt, welche am Ende des schmalen, aber langen Ganges gelehnt hatte, ihm da­hin folgte.

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»Denken Sie sich, gnädiger Herr", begann Frau Rich­ter, .bei nachtschlafender Zeit!" — «vd wollte mit ihrer gewöhnlichen Weitschweifigkeit fortsahren, als Elmar sie

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neigung bereits gegeben hat. — Ferner hat Msgr. Hastun den Wunsch ausgesprochen, daß der heilige Stuhl den Ka­tholiken des türkischen Reiches öffentlich und ganz bestimmt zu erkennen geben möchte, wie sie sich unter den obwalten­den Umständen zu verhallen haben. Im Vatikan ist man aber der Ansicht, daß der heilige Stuhl durch kein öffent licheS Aktenstück intervenircn darf und daß die geheimen Weisungen, welche an die Bischöfe gerichtet werde», voll­kommen genügend sind.

Die russische Regierung hat ihre Gesandtschaft beim italienischen Hofe zum Range einer Botschaft erhoben. Der bisherige Gesandte, Baron Uxküll Gyllcnbrandt, wird dem­gemäß mit neuen Beglaubigungsschreiben versehen werden. Die Erhebung war schon seit längerer Zett beschloffen, wurde aber auS Kourtoiste an demselben Tage vollzogen, an welchem Kronprinz Humbert und Prinzessin Margarita den russischen Boden betraten.

Nach dem Rechte der OSmanen sind bekanntlich die der Türkei untergebenen Christen nicht zum Kriegsdienste ver­pflichtet, wofür sie jedoch eine Kriegssteuer zu tragen haben. In der KriegSsteuerfrage war nun feit dem Beginne des serbisch-türkischen Krieges eine Eulschridung der Pforte er­wartet worden. Dieselbe ist nunmehr getroffen und am 19 d. MtS. dem ökumenischen und dem armenischen Pa­triarchen, sowie den Häuptern der übrigen christlichen Re­ligionsgemeinschaften mitgetheilt worden. DaS Reglement dieser Besteuerung ruht auf folgenden Grundlagen: Alle Personen männlichen Geschlechts von 15 bis 75 Jahren sind der Besteuerung unterworfen. Ausgenommen sind nur die Kranken, die Wellpriester, Bischöfe, Arkbimandriten und Mönche. DaS Steuerquantum beträgt 5000 Piaster, wel- cheS sich auf je 180 Steuerpflichtige vertheilt. — Der Unterschied dieser Auflage gegen die früheren besteht nament lich darin, daß früher alle Christen männlichen Geschlechts ohne Rücksicht auf daS Alter besteuert waren.

Der Konstantinopeler Korrespondent des .Standard" telegraphirt: .Es thut mir leid, gezwungen zu sein, alle meine früheren Angaben über den Gesundheitszustand des Sultan- aufrecht zu halten. Sein Leben ist in keiner Erfahr, aber sein Geist ist ernstlich geschwäbt, und er ist ganz untauglich für RegierungSgeschäste. DaS Publikum diSkutirt bereit- die Eigenschaften seines Nachfolgers Abdul Hamid, deffen merkwürdigster Charakterzug, wie man sagt,

Vom Kriegsschauplätze sind heute nur folgende Nach­richten eingegangen:

Konstantinopel, 26. Juli. Nach einem heute ein­getroffenen Telegramme Ali Pascha'« auS Mostar vom 26. Juli verfolgte Mukhtar Pascha die zwei Tage früher (am 24. d ) bei Nevtsinje geschlagenen Montenegriner bis Stuctenitza. Bei Annäherung der Türken zogen sich die Montenegriner ohne irgend rin Gefecht zurück und ließen in Banjani viele Lebensmittel und viel Vieh zurück.

Konstantinopel, 27. Juli. Rach einer amtlichen Meldung au« Novibazar vom 24. d. haben die Serben ein Blockhaus bei Sienitza beschossen; die Türken brachten aber die Reihen der serbischen Truppen in Unordnung und verfolgten sie bis zur Grenze. Mukhtar Pascha meldet, daß er in Verfolgung der Montenegriner begriffen sei; letztere waren in dem Tr.ffen bei Nevestnje 7000 Mann stark und ihr Verlust zehnmal größer, als der türkische.— E- bestätigt sich, daß die türkische Regierung, die Emitti- rung von Papiergeld beschloffen hat; davon werden zwei Millionen Livre- circuliren, während eine Million für dm Staatsschatz reservirt bleibt. DaS Papiergeld soll ZwavgS- kourS haben und bei allen Staatskaffen, ausgenommen die Zoll- und Telegraphenkaffen, angenommen werden. , Die bereits früher abgeschloffenen G schäfte o üffen in baarer Münze abgewickelt werden. — Die Pforte hat Kadri Bey als Kommiffär nach Kreta mtsendet, um die Beschwerden der Kretenser untersuchen zu lasten.

Wien, 27. Juli. Dem Trlegraphen-Correspondenz- Bureau wird von privater Seite aus Zara gemeldet: Die mit den Montenegrinern verbündeten Kuccianer wurden, am 24. Juli von 1500 Türken an drei Punkten angegriffen. Die Montenegriner, hiervon benachrichtigt, drängten bic Türken nach mehrstündigem Gefechte zurück und verfolgten bieselben bis vor Podgoritza. Die Verluste der Türken sind bedeutend, die Montenegriner verloren 45 Todte und Verwundete.

g? Mädchen, und die leise widerstrebende Hildegard mit “ svrtziehend, suhr eS fort: »Heute, gehörst Drr unS."

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Falsche Ehre.

®6e Erzählung a»S dem Leben von Ernst v. Wa ldow.

(Fortsetzung.)

!t 6et!.|70,000 Mk; Sachsen Coburg Gotha 850,000 Mk.; An

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Deutsche- Reich.

•• Berlin, 27. Ist«. Der gestrige Artikel der „Pro­vinzial - Corrcspondenz" gegen die Fortschrittspartei bildet naturgemäß den Gegenstand der Besprechung für fast alle Berliner Zeitungen und wird vorausfichtlich noch in den nächsten acht Tagen weitläufig erörtert »erden. Am klein­lichsten ist die Polemik der „VolkSzeiWng", welche sich hinter der Halb Osfiziösttät der Provinzal - Korrespondenz verschanzt, intern sie vorgibt, sie könne sich nicht in drm-

Magesbertcht.

Dem BundeSrathe ist von dem Reichskanzleramte eine Rachweisung über die den einzelnen Bundesstaaten bis Ende 1876 überwiesenen Beträge an Reichs Silber, Nickel, und Kupfermünzen vorgelegt worden. Nach derselben sind über­wiesen an: Preußen in Summa 89,675,106 Mk. 82 Pf.; Bayern 73.447,931 Mk. 33 Pf.; Sachsen 8,683,372Mk. S8Pf.; Württemberg24,638,341 Mk.; Baden 18,531.503 Mk. 93 Pf.; Hessen 8,563,810 Mk 66 Pf.; Mecklenburg. Schwerin 407,904 Mk; Großherzogthum Sachsen 333,990 Mk.; Mecklenburg - Strelitz 285,800 Mk.; Oldenburg

,306 Mk. 70 Pf.; Braunschweig 3,443,704 Mk.; chsen - Meiningen 601,500 Mk.; Sachsen - Altenburg

v. Westenhagen, ich verhafte Sie und muß Sie bitten, mir augenblicklich zu folgen I"

Elmar starrte ihn an wie etwas Ungeheures, Entsetz- licheS, besten Anblick des Verstandes beraubt; dann lachte er gellend, herzzerschneidend auf, und dem Fremden starr in'S Auge sehend, sagte er langsam, wie fragend: „Und Ihr nennt ihn einen Golt der Liebe?" — Mit diesen Wortm sank er wie gebrochen aus einen Stuhl , Leichen- bläste bedeckte sein Antlitz und ein Fieberfrvst ließ seine Glieder sichtbar erzittern.

Der Fremde stand erschüttert ; Frau Richter war gleich, falls .stumm vor Schreck, doch wollte st« ebea das stnheim- liche Zimmer verlosten, als der Erstere eS gewahrend, fft beim Arme ergriff und ihr in strengen Worten gebot- augen­blicklich in die verlastene Wohnung zurückzukehren uNd ■ Niemand hier im Hause, am allerwenigsten aber Frau von Westenhagen jetzt eine Mtttheilung des Geschehenen'zu machen; „eS ist bester," schloß er, „daß Sie mit uns jetzt dieses Haus verlaffeu und sich inzwischen ganz ruhig ver­halten."

Frau Richter schwieg — die Kehle war ihr ohnehin wie zugeschnürt.

Elmar mußte trotz des apathischen Zustandes, in dem er sich befand, die Worte des Fremden verstanden Haden, denn er sagte, das Haupt erhebend, mit matter, tonloser Stimme: »Ich danke Ihnen, mein Herr!"

Dieser benutzte den augenscheinlich gefaßteren Zustand seines Gefangenen und sprach leise: „Wäre es nicht bester, wenn wir jetzt schnell gingen, rhe noch mehr Aufsehen er­regt wird?"

Elmar zuckie zusammen und erhob sich mit letzter Kraft; sie traten alle Drei in den Korridor.

»Wollen Sie nicht durch einige Zeilen oder ein« münd-

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. PreiS für da» Quartal mit der wöchenttichen Beilage „Allnftrtrtes Eonntaasblatt" durch die Expedition («och'fche Buchdrucker«») bezogen 2^ Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pfg. (tri. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zttle 10 Pfa 8ür m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf», betonet

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»Ja, ja", fuhr die Frau jetzt hastig fort, »wie die Räuber sind sie gekommen, haben ihren Schreibtisch er­brochen, die Koff.r durchwühlt, und dann fragten sie mich aus'S Gewiffen, wo Sie wären und ob —"

„Herr, mein Golt!" stöhnte Elmar und hielt sich krampfhaft an der Kante des Tisches fest, an den er sich gelehnt hatte, — „ich bin verloren!"

In demselben Augenblicke, und zwar so schnell wie ein Gedanke, hatte die Hrnd ei-eS Mannes, der wie ein Schatten in das Gemach geschlüpft war, seinen Arm erfaßt, uttb sich zu ihm niedklbcugend, sagte derselbe leise: »Herr

Anzeigen nimmt entgegen: die Eichedittou d. Blatte» sowie d»e Annoncen-Bureaux von S L. Daube & So. in Frankfurt a. M.: JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover;,S. Schlotte in Bremen.

•«eigen nimmt entgegen: zte Gchtditton d. Mattes, rewie die Annoncen-Bureaux em Th. Dietrich & So. in geffd und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a- M.; Laasenstein & Vogler in leantfurt a- SDL Berlin, Leip» ,ja Lvln k; Rudolf Moste j, Berlin, Frankfurt a. M. rc.

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1,75?!^.^rlasten wir sie jetzt, um Elmar oufzusnchen. As» Bouquet, welches ebenfalls aus eimm Kranze und weißen Rosen bestand, von dem Spiegel.

i'so fl JtNebenzimmer genommen und damit in den Saal ! banfi ttn "Ee, ttat der Kammerdiener des Grafen l7-&03l4,i nbit aufj6,n Corridor mündende Thüre und äugen 3 "freut, ihn hier allein zu triften, machte er ihr !'Äldung, daß Frau Richter, die Aufwäeterin dir welche in Abwesenheit der Herrschaft in der Woh.

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Blierhkssische Zeitung mit der Gratis-Beilage Mustrirtes Sonntagsblalt »erben von allen Postanstalten, auf dem Lande »uch von den Landpostboten, entgegengenommen.

Doch wo war Elmar, er hatte ihr vergesteneS Bouquet —- w* dem Nebenzimmer holen wollen und war noch nicht Mückgkkehrt.

Hildegard blickte sich im Saale um, sie konnte nicht stßleich erkennen, ob er sich einer der Gruppen angeschlcsten, stch hier und da zwanglos gkbildet hatten, und ging jljiOtfMjer Frau v. Westenhagen entgegen, legte ihren Arm in )60b btt herzlich geliebten Mutter und fragte sie nach l'gOtf.!

i'kib ',, Doch Ehe Frau Eleonore antworten konnte, waren sie -Mn von mehreren jungen Damen umringt, welche Hilde- Asd in ein eistigeS Gespräch verwickelten; plötzlich auf- m m06‘ dies diese jedoch Frau von Westenhagen zu:

)0, J da ist Elmar!" auf die Thür deS Saales zeigend, sich aber in demselben Augenblicke schon schloß, so daß r“On°tt nur einen Schimmer von Elmar» dunklen Pocken sihen können.

Nach dem türkischen Journal „Bassiret" hätte der M.ißerreichische Botschafter, Gras Zichy, die hohe Pforte am 19, d. M. amtlich benachrichtigt, die österreichische Regierung »ürde sich gezwungen sehen, mit ihren eigenen Truppen Strbien zu okkupiren, falls der Krieg mit Serbien nicht innerhalb 15 Tagen beendigt wäre.

Wie uns auS Rom mitgetheilt wird, hat der armenische Aberglaube sein soll. Ich finde, daß er von denjenigen, Patriarch Msgr. Hastun den Papst um ein eigenhändige« die ihn kennen, nicht sehr geliebt wild. Die LiebenSwür- 5(treiben an den Sultan gebeten, worin er demselben für digkeit deS jetzigen Sultans ist unbezweifelt, seine Geneigtheit gegen die katholische Kirche und ihre An­hänger dankt und für die Beweise, die er von dieser Zu-