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Marburg, Donnerstag, 27. Juli 1876.

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Grafen S, der die Jugend seiner Tochter vorschützte, um

Severing nimmer wiederkehrte I nimmer sein

um eine Nummer für die Pariser Stadtanlcihc zu erhaschen. Die verlangten 120 Millionen sind vielleicht vierzig Mal gezeichnet, trotz aller Hindernisse, welche die Verwaltung

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seiner Flucht den Verdacht aus ihn gelenkt wenn ""ter seinen zurückgelasienen Papieren Beweise fänden ? der Gedanke machte sein Blut zu EiS gerinnen. nein Severing war ein so eingefleischter Egoist, er nie etwa« ohne Zweck, daß heißt ohne Nutzen that, r* weder Gute« noch Böses, und was hätte es ihm für ftytii bringen können ihn, Elmar, in'S Verderben 18 nein, er konnte hoffen und doch fürchtete er!

" ictem Gäulen der Glocke zuckte er zusammen, jedes Mllige Wort machte ihn erröthen und erbleichen die twbnt wurden ihm zu tagte. Fast drei Wochen

heil wiedererlangt habe, dann erst soll sie die Meine werden." Frau Eleonore schwieg seufzend, doch im Stillen hoffend, daß AlleS anders und bfff er werden würde, wenn sie erst die Mauern von SB. hinter sich hätten.

ES war verabredet, daß Elmar allein voranreisen, in Venedig, wohin man sich zuerst begeben wollte, eine bequeme Wohnung für sich und die Seinen miethen und deren An­kunft dann erwarten sollte.

Gras S. hatte gebeten, daß Frau von Weffevtzagen in seiner und Hildegards Begleitung reisen möchte; er wollte

M Vergleichung deffen, was sich hier ereignet mit dem »a< in Deutschland stattgefunden hat um zu konstatiren diesen Unterschied zwischen dem Lande der Sieger und dem der Besiegten. Man hat oft gesprochen von Revanche. Die Revanche, hier ist siel . . ."

Die Pforte hat auf da«Mömoire" der rumänischen

event 4 Wochen Hakt abgeändcrt. In den übrigen stimmungen schloß sich der Apellhos dem Erkenntniß ersten Instanz an.

München, 25. Juli. Die Abgeordnetenkammer

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Falsche Ehre.

Eine Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.

(Fortsetzung.)

Jetzt folgten Tage und Stunden, in denen Elmar die Leiden der vergangenen ein Nichts dünkten, so qualvoll taten sie.

In einer jener ewig langen, schlaflosen Nächte schrieb ft einen treuen Belicht nieder von allem an jenem Un- MchSabend Geschehenen, ein reuevolles Bekenntniß, welchem

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Regierung eine Antwort bereits ertheilt. In derselben sind die Hoheitsrechte der Türkei mit aller Energie gewahrt und dem Fürstenthum direkt nur die BenennungRumänien" zugestanden. Im Uebrigen hat die türkische Regierung erklärt:Sie lehne urbedingt die Jurisdiktion der rumä nischen Agenten über die rumänischen Unterlhanen in der Türkei ab, ebenso die Aufmahme der rumänischen Agenten in das diplomatische Korps alö widersprechend der staats­rechtlichen Stellung der Fürstenlhümer. Sie bewillige eine Spezialkommission für die Untersuchung der Fischerei bei Kilia und JSmail, ebenso bewillige sie den Abschluß von Handelsverträgen nach jedesmaliger Erlaubniß der Pforte. Die Abtretung der Sulinamü idung sei nicht Sache der Pforte, sondern der europäischen Mächte.

Die nachstehenden Depeschen sind nur heute vom Kriegs­schauplatz eingetroffen:

Belgrad, 25. Juli. (Amtliche Meldung.) Die Armee des Generals Zach hatte am 20. Juli auf der ganzen Linie Zusammenstöße mit den Türken. Bei Davor wurde sieben Stunden lang erfolgreich gekämpft; mehrere türkische Kanonen wurden demontirt. Bei Wasstljevich verschanzten sich die Serben in den den Türken abgenom menen Positionen. In der Richtung von Sienitza haben sich die Serben mehrerer türkischer Schanzen und türkischer Dörfer bemächtigt

Konstantinopel, 25. Juli. Vom Kriegsschauplatz wird als osficiell gemeldet: Ein von Sotschanitzah abge­gangenes türkisches Detachement hat die Grenze überschrit­ten und die entgegenstehenden serbischen Truppen geschlagen. Die Serben verloren 300 Mann an Tobten. Drei ser­bische Dörfer wurden ange;ündet. Der Generalissimus Abdul Kerim Pascha ist in Niffa eingetroffen. Eine große Schlacht steht bevor.

Qberprästdenten als Vorsitzenden, einem höheren V rwal- tungsbeamten und fünf gewählten Mitgliedern bestehen soll. Die Bildung dieser Provinzialräthe ist in den Provinzen Preußen, Brandenburg. Pommern, Schlesien und Sachsen erfolgt. --In Wiener Blättern finden sich Sensations­nachrichten über den AuSgang der Audienz des türkischen Botschafters beim Kaiser von Rußland. Diese Nachricht hat keine Bestätigung gefunden und eS ist überhaupt stark zu bezweifeln, daß dieselbe begründet ist. Natürlich hat man in Börsenkreisen aus diesem Sensationsgerücht Kapital zu schlagen versucht und demselben weit über alles Maaß hinaus Berechtigung beigelegt. Die Zeitungen haben über den Ankauf der Thüringischen Bahn durch das Reich eventuell den preußischen Staat die verschiedensten Nach­richten gebracht. Formell mag das Dementi der Direction allerdings berechtigt sein, aber den Plan abzuleugnen, ist unmöglich. Allerdings stehen erhebliche Schwierigkeiten der Realisirung entgegen, da die Eigenihumsrechte der betref­fenden Bahn sehr verwickelt sind. Die Grundsätze der neuen Kommunalsteuergesetzgebung haben die kaiserliche Ge­nehmigung erlangt, so daß nunmehr zur Ausarbeitung der­selben geschritten werden kann.

Münster, 20. Juli. Heute Morgen begann, laut demWestf. Merk.", vor dem hiesigen Apellgerichl die Verhandlung in der Anklagesache deS Herrn v. Kühlwetter gegen Herrn v. Ketteler, Bischof von Mainz, und den früheren verantwortlichen Redakteur desWests. Merk ", Herrn Grochtmann. Der Bischof war persönlich zugegen, während Letzterer nicht zum Termin erschienen war. Von beiden Seiten war appellirt worden. Nach Verlesung der Aktenstücke ergriff zuerst der Bischof zu einer längeren Vertheidigungsrede daS Wort. Der Gerichtshof bestätigte unter Bezugnahme auf § 185 deS Strafgesetzbuches das auf 300 Mk. event. 20 Tage Haft lautende Uetheil der ersten Instanz gegen den Bischof; das auf einen Monat

W buchstäblich eingetroffen. Wir beweisen dies durch fol- Igenbe Auslastung der PariserPatrie":In demselben 1021! Moment, wo diese Nachricht (von dem Fiasko der preu- - 'Wen Staatsanleihe) bekannt wird, beobachtet man in den 102s -Straßen von Paris vor den Pforten der MaireS und den ^'. BüreauS der Sociv:« g« orale die langen Reihen der Sub- M Skribenten, welche die Nacht auf der Straße zugebracht haben,

Lagerbericht.

Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen zwischen der Kutschen Reichsregierung und Italien in Betreff des zu michlenden Handelsvertrages zu einem vorläufigen Abschluste

Gefängniß lautenbe Urtheil des ersten ErkenntnisteS gegen p. Grochtmann wurde in eine Geldstrafe von 300

- r- Was wir vor einigen Tagen hinsichtlich des Gegen- ift. zwischen der Aufnahme der jüngsten preußischen Staats- lltiieihe und der Pariser Stadtanleihe vorhergesagt hatten,

Deutsche« «eich.

Berlin, 25. Juli. In Detfiiebenen Blättern ist die Nachricht verbreitet, daß der Geh. Rath Reuleaux wegen f.iner Aeußerungen über die Weltausstellung in Phila delphta in Disciplinar - Untersuchung gezogen sei. Diese Nachricht ist durchaus unbegründet. Daß die betreffenden Aeußerungen an kompetenter Stelle zu Erörterungen Ver- anlastung gegeben haben, ist selbstverständlich. Auf Specialbericht hat der Minister deS Innern genehmigt, daß Gefangene der Strafanstalten mit Anfertigung von Schneider­und Schnhmacherarbeiten für Mitgefangene in der für solche Arbeiten durch Circularverfügung vom Jahre 1871 vor- gkschriebenen Weise beschäftigt werden. Die Provinzial­ordnung schreibt vor, daß der Provinzialrath aus dem waren seit Severings Flucht verstrichen, es hatte sich Nichts geändert und auch nicht das leiseste Anzeichen darauf hin­gedeutet, daß ein Verdacht auf Elmar falle. Dieser athmete leichter auf, jetzt konnte er wirklich hoffen und er that es.

Mit frischen Kräften betrieb er die Abreise nach Ita­lien, zu der auch Brant und Mutter drängten, denn eS hatte nicht fehlen können, daß die furchtbaren geistigen Dualen, welche Elmar in den letzten Wochen lurchgemacht, auch an seinem Aeußeren Spuren Hinterlasten hatten.

Die Abreise wurde demnach auf den 1, November fest­gesetzt.

Frau von Westenhagen, beten Herzenswunsch gewesen Hildegard und Elmar noch vor ihrer Abreise vermählt zu sehen, war betrübt, daß sie damit bloS von Seiten des

rieth den Gesetzentwurf, betreffend den Credit für die außer ordentlichen Bedürfnisse deS He.res und genehmigte die einzelnen Positionen ohne besondere Debattcn meist nach den Ausschuß - Anträgen. Nur bei der Position für die Verbesserung der Kasernirungs. Verhältnisse der Mann­schaften wurde daS Postulat der Regierung im Betrage von 390,000 M., statt des nut 100,000 M. Vorschlägen den Ausschuß Antrages angenommen. Die Gesamrnt Summe der Bewilligungen beträgt 12,190,072 M., während die

dadurch erstens den jungen Mann, bet, wie er meinte, ihn ermübenben mütterlichen Sorge für einige Wochen ent» ziehen, bann auch errieth er bie pekuniären Verhältnisse bet Familie und glaubte Frau von Wcstenhagen eine Er leichterung zu verschaffen durch dieses Arrangement; denn da sie in seiner Gesellschaft reifte, verstand es sich von selbst, daß er die Sorge für ihre Person übernahm.

ES war am 29 Oktober, der zugleich Elmars 24. Geburtstag war. Die aus den 1. November festgesetzte Abreise stand somit nahe bevor; die äußeren Anzeichen davon, als da sind: offene Reisekvffer, umherliegende Sachen und Kleidungsstücke kündeten dieselbe genugsam an.

Elmar hatte länger als gewöhnlich geschlafen und fühlte ein eigenthümlicheS körperliches Wohlbehagen, der Schlaf, der langentbehrte, hatte ihn recht erquickt und gestärkt.

Ter Vormittag war mit einem Besuche bei Hildegard, welche einen ganzen Bazar voll reizender GebuttStagSge- sckenke für den Geliebten eing.tauft hatte, hingegangen, unb Elmar begann nach Tisch noch schnell mit der Arbeit des Einp.ckenS, weil er den Abend der Gesellschaft unv den morgenden Tag so ungethcilt als möglich der Braut widmen wollte.

Graf S. hatte nämlich beschlcsten, an diesem Tage ein glänzendes Fest zu geben, das zugleich ein Abschied von der B.'schen Gesellschaft, die oificielle VerlobungSfeier und die von Elmars Geburtstag sein sollte also ein drei­faches Fest.

Der trübe Nack mittag machte eS nothwendig, zeitig Licht anzuzünden, unb so finden wir Mutter und Sohn im traulichen, kerzetierlenchteien Boudoir der Erster, n. El mar hat die Hand der Mutter gefaßt und schaut ihr mit Zärtlichkeit iu'S Auge. Auf dem Tische fleht ein neue«, elegantes Etui, und da der Dickel zurückgeschlagen ist, be­merken wir ein Perlenhalsband von seltener Reinheit unb Schönheit.

InKigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», taoie die Annoncen-Bureaux gen Th. Dietrich & Co. in gefiel unb Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; taafenftein & Vogler in Sarffurt a- M, Berlin, Leip» ta, Mn k ; Rudolf Moste i» Berlin, Frankfurt a. M. rc.

In Betreff deS Konflikts zwischen dem ivternaticnolen Gerichtshöfe zu Alexandria und dem Khedive wird unS en» bester Quelle mitgctheilt, daß der Khedive den That- bestand des Konfliktes sämmtlicher Signatarmächten der zerichtlichen Reform unterbreitet hat. Der Khedive hat im i Voraus erklärt, daß er sich der Entscheidung der Mächte gnletroetfen werde. Die Regierung deS Khedive hat der Ferienkammer deS Gerichtshofes hiervon Mittheilung ge­wacht unb gleichzeitig ble Fortsetzung bet Verhandlungen anheimgestellt.

AnS bester Quelle erfahren wir, daß die neue Konsti­tution der Türkei durch das Ministerkonseil bereits definitiv angenommen ist unb zur Zeit bet Sanktion des Sultans unterliegt. Es bestätigt sich, daß bie Promulgation der versaffung gleichzeitig mit der Zeremonie der Schwcrtum-

Lrfchetnt t ä g l t ch außer den Werktagen nach Sonn- und Ferertagen. PrerS für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,3«ufhrtrte» ConntaaSKatt durch die Expedition (Koch'sche Buchbruckere,) bezogen Mark, durch bie Postämter beS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. <exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfa. 5ür in der Expedition zu ertheilende Auskunft unb Annahme von Adressen werden 25 tpsg. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidenbank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß-

(er in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

M Fernhaltung der großen Subskriptionen in Anwendung 63t bringen zu sollen geglaubt Hai. Dies wird hinreichend fein

6,00 L ,1016 ,00 b6 8,00 b. 2,906 ,90d.S ,70 b. ,73 b.

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k die von Severing zurückgewiefcnen, entliehenen 500 Maler beifügte. Auf das versiegelte Couvert hakle er ge­trieben :Nach meinem Tode zu öffnen;" dann barg R ®öe6 in einem geheimen Fache feines Schreibtisches.

Elmars erster Gedanke, als er die Nachricht von Se-

^riigS Flucht vernahm,

Bthtn, UM wenigstens wie Jener dem irdischen Richter die Vermählung-auf das nässte Jahr zu verschieben, svN' einer entehrenden Strafe zu entgehen.

11,6 einer entehrenden Strafe zu entgehen. bern auch bei Elmar auf einen unerwarteten Widerstand

Doch hieß das nicht seine Mitschuld eingcstehen stnß. Sie sah darin nur dne jener sondeibaren Saunen Eigenen Ankläger werden? unb bann flüsterte eine Iwelche dem Sohne nach seiner Krankheit so häufig den Stimme in seinem Herzen, daß vielleicht der gütige'Lebensgenuß und das Glück, daß er errungen, vergällt inT 8^hen erhört, baß Rettung für ihn möglich sei, hatten. i

iuuiuici witutiicynci uiuimci iciii Auf ihre wieber holte Vorstellung hatte Elmar fast! ^ schlug hoch. Aber wie wenn nun Severing noch heftig geantwortet:Ich will Hildegards blühendes Leben?

~ nicht an mein welkendes binden. Wenn ich meine Gesund-

_1 gelangt. Deutschland hat sich dahin entschieden, den bisher Bl, beftanbenen Handelsvertrag auf die Dauer eines weiteren Zlchces (1878) in Kraft zu kaffen. Italien hat die Ber- ----- iSngerung des Handelsvertrages im Prinzip genehmigt.