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JRarÖurg, Sonntag, 23. Juli 1876,
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isnvaltve Partei" im Vordergründe geblieben und wird
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In den beiden französischen Kammern wogt seit dem 11. Juli abwechselnd der Kampf zwischen den Liberalen
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erbitterten Scharmützeln am 11. im Paffe von Zallon und am 14. vor Nevestnje bis Blagaj in der Nähe des von Mukhiar Pascha vertheidigten Mostar vorgerückt, während Peko Pavlowitsch mit einigen Tausend Aufständischen die Verbindung mit dem Ausschiffungshafen Klek unterbrach, was nach der österreichischerseits ohnehin verfügten Sperrung der dalmatinischen Häfen von keinem weiteren Nachtheil für die Pforte sein dürste. Im Süden Montenegros, bei Podgoritza und Medun, haben nur einige blutige Raufereien Statt gesunden.
m3 em einS vermehrt; kaum aber find die Stimmen gezählt, — f!> "scheint noch ein Senator mit Nein, und so soll auch
1O2| W Abstimmung verworfen werden.
kicht hatte, wo Hildegard neben ihrem Cousin saß, der vlf's Lebhafteste zu unterhalten suchte.
Jetzt stand er vor ihr, und sich tief neigend, sprach er
„Verzeihung, Comteffe, daß ich eS wage, Ihre Un« Wtung mit Graf K zu stören, allein ich habe ein Mendes Geschäft mit demselben abzumachen, das teinen MUb leibet und um deffentwillen ich trotz meines be ^vden Unwohlseins noch hierher geeilt bin, sobald meine
es gestatteten."
Hildegard vermochte kein Wort zu erwidern, eine un« °chr Bangigkeit preßte ihr die Brust zusammen; Graf >dvr war schnell aufgestanden und sagte, seinen Aerger, W es irgend ging, verbergend: „Aber mein bester * v. Weffenhageu, hatte daS solche (Stiel" und damit
Pslitlsche Wachen - Ueberstcht.
Während sich der die auswärtige Politik beherrschenden ^ientalischen Frage durch einige noch nicht ganz aufge- flirte Schritte der rumänischen Regierung ein neueö Ele-
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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertages Preis für das Quartal mit der wächentlichen Beilaae llnfirirte« ä7777777Z777777
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Falsch- Ehre. -r‘
Sine Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Wa ld'ow.
(Fortsetzung.)
Die Thurmuhr halte zum ersten Schlage der Mitier- dtchtsstunde auSgehoben, als Elmar von Weffenhagen in 1« Salon deS Grafen S. trat.
; Der italienische Senat hat in der letzten Woche ein ite der Geschichte parlamentarischer Einzelfälle gewiß sehr seltenes Vorkommniß zu Tage gefördert. Bei der Abstim rnung über die Freihäfen Vorlage ergab sich zweimal dieselbe Stimmeazahl für und gegen. Als am dritten Tage abermals abgestimmt wurde, hatte sich die Anzahl der Ja
Zau-jhr« . . .....
ldes, idle allgemeinste Beachtung gewidmet. — Nach einer Reihe । dem heißer Schlachttage wurde am Montag in der bayerischen Zauff, Kammer der CultuSetat glücklich zum Abschluffe gebracht, chner^ lwd zwar in einer Form, daß der Minister so ziemlich im - An- <Am Geleise weiterfahren kann.
Anzeigen nimmt entgegen: He Expedition b. Blatte», fggie die Annoncen-Bureaux gen Th. Dietrich & Co. in gajfel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; naasenstein & Vogler in zeankfurt a M , Berlin, Leiv- rig, Cöln k; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
unb Conservaliven, und da die einen wie die anderen bis her leidlich vorsichtig operiren, so würbe das Ringelrennen ziemlich harmlos sein, wenn nicht hinter den Streitern schürend und hetzend eine Gmppe von Männern stände, die WH der Opposition alS Camartlla bezeichnet werden und die eS auf einen Umschwung der jetzigen Lage, wenn nicht «Hf eine tiefer greifende Krisis abgesehen haben. Nach dem M 12. erzielten Ausgleich über das streitige Gemeinde, dffetz erfolgte am 13. die Anfrage Louis Blanc's über die auswärtigen Angelegenheiten: der Herzog DecazeS gab rme ausweichende, im Ganzen aber doch so befriedigende htwort, daß auch dieser Zwischenfall glatt beigelegt werden tonnte. Der Minister lehnte die Vorlage der diplomatischen
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition b. Blatte» sowie die Aimoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnoalidendank, A- Stete- ▲ meyer in Berlin; Carl Echüß- ~ ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
*!t der Verwickelung hinzugesellt hat, konnte dagegen die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich/ obgleich persönlicher Natur und ohne Anwesenheit »on Ministern, die Zuversicht auf die Dauerhaftigkeit des Drei-Kaiser BündniffeS und die Wahrung des allgemeinen chmit-Mkieden» nur verstärken. Auf dem Gebiete der inneren litil ist unterdessen in Deutschland die sogenannte „deutsch-
ragesbertcht.
Folgende kurze Tabelle veranschaulicht die Fortschrite deS Seehandels in den drei rivalisirten Seehäfen Havre 1,643,000 Tonnen, 1873 2,419,000 Tonnen, in Aut. werpen 1,087,000 Tonnen refp. 3,490,000 Tonnen, tn Hamburg 1,688,000 Tonnen resp. 3,370,000 Tonnen. Die Zunahme beträgt also bei Havre 1,776,200 Tonnen, bei Antwerpen 2,850,000 Tonnen, bei Hamburg 1,682,000 Tonnen. Antwerpen ist positiv und relativ im Vortheil; Havre ist am weitesten zurück, zeigt aber eine verhältniß- mäßig stärkere Zunahme als Hamburg. Die französtschen Handelskammern bringen das Zurückbleiben deS französtschen SeehandelS in Zusammenhang mit den schlechten Wasser» wegen des Binnenlandes. Das kaiserliche Programm von 1860 habe versprochen, für die KomunikationSwege jeder Art und die Verwohlfeilerung des Transport- sollte so nachdrücklich wie möglich gesorgt werden, denn dies sei die beste und nachhaltigste Beförderung deS Handels. Leider sei aber bisher davon wenig zu bemerken gewesen. In Folge davon sei der Fortschritt deS Seehandels in den großen Seehäfen des nördlichen Europa'» nicht zum Vortheil Frankreichs ansgefallen. Durch die verbesserte Kanalt- sirung und Schiffbarkeit der Flüffe würden die Eisenbahnen nicht ruinirt. Dies zeige sich klar an der Nordbahn, welche die gedeihlichste aller französtschen Linien sei, obschon sie auf ihrer ganzen Länge die Konkurrenz einer parallelen Wafferstraße habe, welche jährlich über 1,500,000 TonS transportire. Eine wesentliche Verbefferung sei indeß nur zu erwarten, wenn diese in größerem Maßstabe nach einem umfassenden Plane ins Werk gesetzt werde. Die Wasser« Verbindungen zwischen Havre und Marseille, von Paris nach Deutschland, von der Rhone zum Rhein, diejenigen, welche das Bassin der Loire mit denen der Rhone und der Seine verknüpfen, sollten verbeffert und unterhalten werden. Rur hierdurch würde Landwtrthschaft, Handel und Industrie zu den nothwendigen wohlfeileren Transporten gelangen.
Der Ausgleich zwischen der römischen Kurie und der Schaar der Gäste — es galt die Ehre seiner Tochter — seine eigene Ehre zu wahren.
Sich besorgt zu Hildegard und dem Ohnmächtigen nie» derbeugend, sagte er darauf zu der Versammlung gewendet: „Der arme junge Mann hat gegen meinen Willen und trotz seines ernstlichen Unwohlseins das Zimmer verlaffen; freilich ist das in seiner Lage zu entschuldigen, da ich Ihnen, meine verehrten, lieben Gäste, eine kleine Ueber- raschung zugedacht, indem ich an dem heutigen frohen Tage ein Doppelsest feiern wollte, nämlich die Verlobung meiner Tochter Hildegard mit dem Referendar Elmar von Weffen» Hagen."
Wenn ein Blitz vor den Bugen der Gäste niedergefahren wäre, so hätte eS kaum eine andere Wirkung 6er« anlaffen können — Alles war wie gelähmt.
Für Graf K. war diese einfache Anzeige auch wirklich der vernichtende Strahl, welcher daö Gebäude seiner stolzen Hoffnungen für immer zerstörte — er hatte das Spiel verloren. Stumm und unbemerkt verließ er den Saal — ein unglücklicher Zufall hatte ihn besiegt — denn er glaubte natürlich nicht an das Märchen, welches Hildegards Vater seinen Gästen eben zum Besten gegeben, unter denen übrigens auch viele Zweifler waren.
Anders war es mit Hildegard, ste hätte nicht das reine unschuldige Kind sein müffen, um in dem, was sie für sorgende Liebe deS theueren VaterS hielt, ein anderes Motiv zu erblicken. Ihr Herz jauchzte, doch feffelte die Angst um das Leben des Geliebten momentan ihre Zunge, und nur ein Blick ihre» schönen sanften AngeS, tn welchem noch Thränen perlten, sprach ihr Glück und ihren Dank aus.
Die Gesellschaft hatte die Gabe der Rede eher wiedererhalten. Gratulationen, vermischt mit Beileidsbezeugungen unb tröstlichen Hoffnungen, kamen von allen Seiten; als«
Elmars Anzug war zwar tadellos, wie immer, doch h ™ Antlitz war marmorbleich unb die Augen starr und 1,90 b. geöffnet. Er begrüßte Niemand, ja schien sogar die 7'5 b. kuppen, welche plaudernd im Saale hin und her wogten, nicht zu bemerken. Wie ein Automat bewegte er sich Otiif- hknirts, bis er den Platz der EingangSthür gegenüber
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Ir. — i In Oesterreich dreht sich augenblicklich noch Alles um > Pf. bk Ereignisse auf der Balkan-Halbinsel, deren Beendigung smn aber erst nach einer Entscheidungsschlacht erwartet, 'klor kiese wird indeß vielleicht gar nicht geschlagen. DaS stramme Pofst Auftreten der Justiz nebst einigen Verhaftungen hat im ,ppi. Isüdlichen Ungarn die Gemüther bedeutend abgekühlt, und ---- Usza'S energische Haltung den Serbenführern gegenüber hat ssth als die richtige Politik erwiesen.
E» war eben eine Pause und die ermüdeten Paare - Alm von den Anstrengungen des Tanzes auf den seidenen -00 Düvmanen aus, die sich rings an den Wänden des Saales 30btt. ${Wn. Alle Blicke folgten dem späten Gaste (den «avcher, und besonders Manche, schon vermißt), und seiner fallenden Erscheinung.
Aktenstücke über die orientalische Frage als unzeitgemäß und mißtrauisch ab, versicherte jedoch, daß Frankreich seit । einem Jahre Beweise seiner Umsicht und Würde gebe, deren 1 Spuren auf jedem Schritte btt diplomatischen Correspon- denz ersichtlich seien; die Kammer dürfe sich darauf der- lasten, daß Wohl und Würde des Landes weder in den inneren noch in den auswärtigen Angelegenheiten gefährdet seien, worauf Louis Blanc bemerkte, die Nichteinmischung in den Kampf auf der Balkan Halbinsel schließe die Nichteinmischung nach demselben nicht aus, und alsdann erst würden die Schwierigkeiten für die Mächte ansangen.
Die spanische Abgeordnetenkammer hat die vom Senat bereits genehmigte Sonderrechts-Vorlage und das Budget angenommen und soll nunmehr während der heißen Monate bis zum 1. November vertagt werden.
Mit Befriedigung ist in England und auch zumeist im Auslande eine längere Auseinandersetzung Lord Derby's über die orientalische Frage entgegengenommen worden. ES war eine Rede, die der Minister an eine von John Bright geführte Deputation hielt, die aber ganz den Werth einer parlamentarischen und officiellen Kundgebung hatte und, während sie auf Seiten Englands den Willen betont, strenge Neutralität einzuhalten, auch von den übrigen Mächten ein gleiches Verhalten in Aussicht stellen zu können erklärt.
Das vor einigen Wochen vom gesammten niederländischen Ministerium eingereichte Entlastungsgesuch, ist vom König nicht angenommen worden. Ob daS Cabinet die Zweite Kammer auflösen ober eS noch einmal mit ihr versuchen will, darüber verlautet noch nichts Bestimmtes.
Im Orient überwuchert bie Lüge noch immer bcn Thatbestanb; so viel aber ist sicher, baß bie Sachlage im Allgemeinen unveränbert dieselbe ist, baß eine ganze Anzahl unentschiedener Plänkeleien, aber noch keine entscheidenden Schlachten Statt gefunden haben. An der Drina stehen sich wie bisher Oberst Alimpis unb Sali-Zella Pascha, am Timot Oberst Leschjamin unb Osman Pascha gegenüber. General Zach, ber wegen seiner am 6. erlittenen Schlappe als Oberbefehlshaber ber Jbar-Arrnee burch Oberst Niko- lisch ersetzen werden sollte, bleibt nun doch auf seinem Posten; General Tschernajew hat sich nach seinen angeblich so glorreichen Erfolgen bei Babina Glava und Ak Palanka wieder ruhig nach Alexinatz zurückgezogen. Im Allgemeinen be- schränken sich die Türken ans die energische Abweisung- det serbischen Angriffe, erhalten aber stets neue Zuzüge aus Anatolien und wollen, wenn ihr Oberbefehlshaber Abdul Kerim Pascha in Widdin eingetroffen ist, selbst zur Offensive übergehen. In Bosnien ist der Aufstand verglommen, da alle Bewaffneteu zur Gränze zogen, in der Bulgare! hat er gar nicht mehr verfangen. Dagegen haben die Türken im südlichen Theile der Herzegowina unzweifelhaft Boden octloren. Dort ist Fürst Nikita von Montenegro nach
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wollte er feinen Arm unter den Elmars schieben und mit ihm den Saal verlaffen.
Dieser jedoch schauderte vor der Berührung zurück wie vom Biß einer Schlange — und reichte dem Grafen ein Päckchen Banknoten, indem er erwiderte: „Ich ersuche Sie, sich zu überzeugen, daß Alles in OrdnungJst"; damit wollte er sich entfernen, indem sein Auge Hildegard suchte, um sich zu verabschieden; aber im Begriffe, sich vor ihr zu verneigen, fühlte er seine Sinne schwinden, instinktattig faßte er mit den Händen in die Luft, einen Stützpunkt suchend, bann stürzte er leblos, auf dem glatten Parquet auSgleitenb, grabe zu HilbegardS Füßen niebtr.
Hildegarb stieß einen Angstschrei aus, ber bie erschreckte Gesellschaft sogleich an bem Schauplatz beS Unglücks versammelte; doch ehe noch die vielen, bereitwillig auSge streckten Hände im Stande gewesen waren, Hilfe zu bringen, hatte sie, bei Elmar niedcrkniend, das Haupt des Geliebten n ihre Arme genommen und brach, die schönen starren Züge anschauend, in lautes, schmerzliches Weinen aus.
DaS schüchterne Mädchen, welches bisher mit solch ängstlicher Sorge das Gehcimniß ihrer Liebe gehütet, — zagte jetzt nicht, es den Blicken so Vieler, die Halb mitleidig, halb befremdet, auch wohl tadelnd auf sie gerichtet waren, preiszugeben.
Auf zwei Personen unserer Erzählung machte die eben beschriebene Scene einen noch bedeutend tieferen Eindruck — e» waren dies Hildegard» Vater — unb ihr Cousin Feobor.
Der Erstere war von biesem Schlage, ber ihn unerwartet traf, so erschüttert, baß er seinen Augen kaum traute — doch eS war kein Traum, unb ber gewandte । Weltmann und seine Diplomat suchte sich zu faffen.
Mit zitternder Hand den Schweiß von der kahlen । Stirne trocknend, brach er sich entschlossen Bahn durch die i