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No. 7.

emetgen nimmt entgegen: ^gxvebitien b. Blatte», fomie die Ännoneen-Bureaur io« Th- Dietrich & Co. in gefiel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Ägefenftein & Vogler in itantfurt a. M, Berlin, Leiv- ?in, Cöln k ; Rudolf Moffe

Berlin, Frankfurt a. M. re.

3Har6utg, Dienstag, 18. Juli 1876.

XI. IahWig.

ObecheMe >itwm.

Anzeigen nimmt entgegen: Me «mbiticn b. Blatte» sowie bie Annoncen-Bureaux von L- Daube & Co. in

Frankfurt a. M.: JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Mete» meyer in Berlin; Carl Schüß» let in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint t ä g l, ch außer den Werktagen nach Sonn» uuh Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „zSuftrirteS SonntaaöblaN" durch bie Srpeditton («o ch'sche Buchbruckerei) bezogen Wart, bur^ die Postämter deS Deutschen Reiche» 2 Mark 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für bie gespaltene Betle 10 Psa.

gflt in der Cxpedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psa. berechnet.

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Fürsten Nikola lhmn« gebeten, unter Anderm: (Verhängniß).

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mit einigen artigen aber kühlen Worten wollte er die scllschaft verlassen.

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Elmars tief verletzter Stolz gewann die Oberhand, er dnmochte eS über sich, in übersprudelnder Heiterkeit eine Unterhaltung mit seiner Nachbarin, einer schönen, jungen Frau, welche seine Huldigungen sehr freundlich ausnahm, in führen, und sandte nur biSweilm einen fremden, kalten «lick an das andere Ende der Tafel, wo Hildegard mit Reichem Gesichte an der Seite ihres Cousins saß und auf Mftn lebhafte Fragen und Scherzworte verkehrte und der wirrte Antworten gab.

Rach aufgehobener Tafel begann aus'S Neue der Tanz nr die jüngeren Theilnehmer der Gesellschaft, bei dem ^wch Elmar, zum großen Verdrusie mancher Schönen, 71 theilnahmloser Zuschauer blieb. Stumm lehnte er on 'Mtr der Flügelthüren, als ein Arm sich unter den [einigen Wb und Ernst von Severing ihn unter heiteren Scherzen Wch mehrere Gemächer in einen kleinen Salon, der den Schluß der Zimmerreihe bildete, zog.

Elmar ließ es geschehen, um so mehr, da Hildegard Tanze auch nicht Theil zu nehmen schien und bet einigen t*teten Damen in lebhafte Unterhaltung vertieft verweilte.

»Schauen wir lieber dem Spiele dieser Herren zu, M junger Freund/ sagte jetzt Severing, indem er die Mw de» Salons hinter fich anzog; „man ist hier eher

um Schonung ihres Lebens und Eigen- Jn der betreffenden jBittfchrift heißt es „Wir stehen unter unserm „Kischrnet"

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Tagesbericht.

Die Affaire mit dem angeblichen Abgesandten Mae Mhon'S ist nunmehr glaubwürdig aufgeklärt. Der fron» Msche Oberst, welcher mit dem König Victor Emanuel in Turin eine Unterredung hatte, war kein Gesandter deS Marschalls Mac Mahon, sondern ein Bote des Prinzen Rapoleon, der im Auftrag deS letzteren mit dem König Victor Emanuel über Familienangelegenheiten zu unterhan- beln hatte. Prinz Napoleon ist bekanntlich ein Schwieger s»hn des Königs Victor Emanuel.

Die Türkei arbeitet an der Verstärkung ihrer Armee eit fieberhafer Hast und Eile. Sie schickt täglich neue Verstärkungen ab. Die Bahnlinie von Adrianopel, Varna gnb Salontch, sowie sämmtliche Transportschiffe der Ad- eiralität sind unausgesetzt in Thätigkeit. Außer diesen Verstärkungen sind auch die in Bildung begriffenen alba­nischen und cirkastschen Freiwilligenkorps zu erwähnen, »eiche in einer Woche in Serbien und Montenegro ein- ,«rücken bestimmt sind, falls nicht das Waffenglück anders mtfcheidet. Die Pforte muß mit allen Kräften eine mög­lichst rasche Entscheidung herbeiführen, weil sie einem länge­ren Kriege nicht gewachsen ist. Sie ist erschöpft. Ihre Kaffen sind leer, ihr Kredit gleich Null. Die Noth an geuten macht sich überall fühlbar; die Arme fehlen den Feldern, welche verlaffen und brach liegen. Das Einnahmen- budget wird in diesem Jahre um die Hälfte herabsinken. Ein weiterer Umstand, um deffentwillen die Pforte den bestehenden Verwickelungen baldmöglichst ein Ziel setzen tritt, ist die Gährung, welche in Folge der Ereignifle auf bet Balkaninsel unter den Griechen Platz zu greifen be­ginnt. Die Griechen des Königsreichs versichern, daß sie in Frieden mit der Türkei zu leben und sich vollkommen neutral zu verhalten wünschen. Sie stellen indeß eine vtdingung: die Annahme der von den kretensischen Christen sormulirten Forderungen seitens der Pforte. Das ist das Urtheil eines feit Jahrzehnten in den türkischen Donau ländern lebenden Deutschen, welches deutlicher spricht, als atte KriegStelegramme, woher sie auch kommen mögen.

Einer Mittheilung der „Agramer Zeitung* zufolge, Huben die Muhamedaner in der Süd - Herzegowina den

Doch Graf Feodor war nicht willens, eine so gute Gelegenheit ungenützt vorübetgehen und Elmar |o leichten KauseS loSzulaffen.

Falsche Ehre.

Line Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.

(Fortsetzung.)

Endlich raffle er sich auf und schlug die dunkelsten mtlegensten Wege deS Parkes ein. Er wäre vielleicht stun- dmlang feiner kaum bewußt und nicht eines klaren Ge- bunkenS mächtig in den einsamen Gängen umhergeirrt, Wnn nicht eine Hand die feine erfaßt und die Stimme ftlnes Freundes Ernst von Severing ihn feinen düsteren Träumereien entzogen hätte. Mit ihm kehrte er in die krieuchteten Säle zurück, wo die Gesellschaft eben im Be- piffe war, sich zur Tafel zu begeben.

daß wir bei Dir Gnade finden werden." Fürst Nikola gab auch wirklich den Befehl, kein einziges Dorf in Brand zu stecken und auf keine Kula zu schießen, bevor deren Besatzung nicht dreimal vergebens zur Uebergabe aufge­fordert wurde.

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Wir unterwerfen uns dem Entfchluffe

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Mit Montenegro wollen wir uns nicht werden Dir unsere Waffen ausliefern.! schluffe Allah'S und hoffen, |

Alle Nachrichten vom Kriegsschauplätze bestätigen, daß der ganze Feldzug sich thatsächlich in einen Bandenkrieg aufgelöst hat. Weder Tschernajeff, noch Zach (oder dessen Nachfolger) noch Ranco Alimpits wagen einen EntscheidungS kawpf. Seit vierzehn Tagen wird unermüdlich verkündet, daß eine große Entscheidungsschlacht unmittelbar bevorstände und heute noch läßt sie auf sich warten. Mit Sicherheit kann man prophezeihen, daß eine solche in diesem Kriege nicht geschlagen werden wird, weil die bevölkerungsarmen aufständischen Gebiete die dadurch nothwendigen Verluste nicht würden decken können. Die Türkei aber, welche seit einem Jahre vergebliche Anstrengungen machte, den schwachen Banden der armen Insurgenten in der Herzegowina und Bosnien das Handwerk zu legen, wird schwerlich im Stande fein, die so vielfach stärkeren, gut gerüsteten und regel­mäßig gespulten Gegner heutigen Tages zu bändigen. Wo die Serben einen Angriff auf einen festen Punkt versuchten, mußten sie unverrichteter Sache abziehen, an andern Stellen aber, an denen sie mit türkischen Kräften zusammenstießen, war ihnen das Geschick günstiger. Os­man Pascha hat die serbische Grenze verlaffen und sich nach Widdin zurückgezogen. Trotz des Mißerfolges des Generals Zach bei Novtbazar steht fein Korps noch auf türkischem Gebiete, ebenso die Armee Tschernajeff'S. Auch die Montenegriner haben durch die Einnahme von Gatschko einen bemerkenSwerthen Erfolg erzielt. Kann von Besie­gung der Türkei durch ihre aufständischen Vasallen auch keine Rede fein, so ist doch nicht zu verkennen, daß der Krieg in seiner jetzigen Gestalt die letzten Kräfte der Pforte aufreiben muß.

Vom Kriegsschauplatz sind folgende Telegramme ein- gegangen:

Konstantinopel, 14. Juli, Abends. Die öster­reichisch - ungarische Regierung hat die Pforte von der Schließung des HafenS von Klek unterrichten laffen. Hier sind ägyptische Truppen angelangt. Ein Telegramm deS Gouverneurs von Bosnien meldet, daß die Türken bei Sucsanicza in der Nähe von Novibazar gesiegt haben; deßgleichen errang (wie schon gemeldet) Selim Pascha einen bedeutenden Sieg über die Montenegriner zwischen Gacko und Nkvefinje, und stellte so die Verbindung mit den ^Truppen in Nevestnje her.

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in der Lage, interessante psychologische Betrachtungen anzu stellen."

Elmar, der seinem Führer gleichgültig und fast mecha­nisch gefolgt war, blickte jetzt auf und sah eine Gesellschaft, die au« mehreren jungen Herren der Landaristokratie, wie aus Offizieren der B.'schen Garnison bestand.

Die Herren hatten eben eine Parthie l'Hombre beendet, und Herr von Wallhausen, als passtonirter Spieler bekannt, rief seinem Moilio, dem Grafen Feodor v. K., lachend zu: »Jetzt legen Sie einmal ein Bänkchen, Herr Kamerad, denn dies l'Hombre ist doch ein zu langweilig solides Spiel und eher für eine Kaffeesocietät ehrsamer alter Jungfern und Frau-Basen als für unS geeignet."

Die Meisten stimmten ihm bei, nur Einige standen auf, um sich hinter die Stühle der Spieler zu stellen und ihnen zuzusehen; zu diesen gesellte sich auch Elmar und Severing.

Graf Feodor, der nur auf diese Aufforderung gewartet zu haben schien, hatte die Ratten mit der Routine, welche allein die Gewohnheit gibt, aufgelegt und zog jetzt schnell rechts und links ab.

Elmar, der seiner Mutter heilig gelobt, nie zu spielen, und der bis dahin auch nicht in Versuchung gekommen war, sein Wort zu brechen, da ihn das Spiel gar nicht einmal reizte, wollte sich eben wieder entfernen, weil er sich in diesem Kreise nicht behaglich fühlte, als Graf Feodor, nach beendigter Taille ihn gewahrend, höflich grüßend sagte: „Ach, Herr von Weffenhagen, ei, das ist schön 1 — Machen Sie Platz, meine Herren," wandte er fich zu den Anderen, und bann wieder zu Elmar: „Setzen Sie auf die Dame, das bringt Glück l"

„Ich spiele nicht," war Elmars kurze Antwort; und

B e l g r a d, 14. Juli. (Amtliche Meldung.) Die tür­kischen Berichte aus Serajevo über Kämpfe bei Novibazar entbehren der Begründung; Oberst CzolakanticS verharrt in verschanzter Stellung vor Novibazar. Ferner wird ton» statirt, daß die serbischen Truppen fast allenthalben auf keinem Punkte in serbisches Gebiet eingedrungen find.

Wien, 14. Juli. Ein hier eingetroffenes Telegramm meldet, daß der Gouverneur von Rustschuk, Affein Pascha, durch den dortigen Pöbel ermordet worden ist.

Wien, 14. Juli. Eine Depesche deS Tagblatt aus Turn Sevccin meldet: Die mehrtägigen Anfangs für die Serben glücklichen Gefechte bei Widdin endeten schließlich mit einem Siege der Türken. Leschjanin verlor seine ganze Artillerie und zog sich über den Timok zurück.

R a g u s a, 13. Juli. Nach hier eingegangenen Nach­richten hat die montenegrinische Hauptarmce am 11. d. M. Zrnica und zwei andere befestigte Orte gegen geringen Widerstand der türkischen Truppen erobert und 2 Kanonen sowie Waffen erbeutet, während detachirte Korps Nevestnje und den Hafen von Klek besetzten. — Bei Muritji, west» lich vom Scutari See, haben bie Montenegriner mit einem Verlust von 400 Mann ein türkisches Korps zurückge- schlagen. Die Verluste der Türken find nicht bekannt. Mukthar Pascha ist gestern mit seiner Armee aus Bosnien in Mostar eingerückt.

Belgrad, j!5. Juli, 7 Uhr Morgens. LHchjanin hält mit 20,000 Mann Widdin eirz cernirt. Zu seiner Unterstützung wird ein Corps von 10,000 Mann ausge­rüstet. Belagerungsgeschütz größten Caliberö geht nach Widdin ab.

Petersburg, 14. Juli. Die Nachricht, daß Fürst Milan, weil er Schlappen erlitten, die Vermittlung Ruß­lands, um einen Waffenstillstand zu erhalten, ausgesprochen hätte, ist vollständig erfunden; es ist nichts vorgefallen, was eine solche Niederlage anzeigt.

Moskau, 14. Juli. Erzbischof Sawwa hat in gedrängt voller Kirche eine feierliche Ektenie für das Wohl­ergehen des Fürsten Milan und Nikita und ein Gebet um Verleihung des Sieges der serbischen und montenegr-nischen Waffen abgehalten.

Wien, 15. Juli. Das „Telegr. Eorresp.-Bureau" meldet aus Tugno: Die Insurgenten griffen vorgestern die Türken zwischen Duca und Ranjevoselo an und warfen dieselben gegen Nepun zurück, wo sich ein heftiges Geschütz- feuer entwickelte. Nach einem dreistündigen Kampfe zogen fich die Jnfurgenten gegen Gradac zmück. Beide Theile erlitten große Verluste. Auch Montenegriner nahmen on dem Kampfe Theil. Peco PavlovicS und Musste find

Mit gutgemachter Verwunderung sagte er: „Sie spielen gar nicht? Wie ist das möglich I Doch ich kann es mir fast erklären, bin ich doch selbst von einer Mutter erzogen worden, da mein armer Papa früh starb; ja, diese Mütter — sie tragen unS allerdings auf Händen, aber ste möchten dafür auch, daß wir wie Karthäuser leben und allen Freu­den dieser Welt entsagen sollten."

Ein Gelächter der Uebrigen gab ihre Beistimmung zu erkennen; Elmar sühlte sich verletzt, kalt und ernst sagte er: „Sie irren, Herr Grafl Nicht auf den Wunsch meiner Mutter lehnte ich ab, sondern weil da» Spiel über­haupt für mich keinen Reiz hat."

„Aber mein Bester, woher wollen Sie denn das wiffen", antwortete Graf Feodor schnell, „da Sie noch nie gespielt. Versuchen Sie eS nur erst einmal, denn eS ist doch nicht mehr als billig, daß man eine Sache erst kennt, ehe man ein Anathem darüber ausspricht!"

„Versuchen Sie, Weffenhagen!" rief ein junger Kürassier« Offizier vom andern Ende deS Tisches herüber; „ein Neu­ling hat immer Glück!"

Elmar schüttelte ärgerlich und verneinend das Haupt; da sprach der vorerwähnte Lieutenant Wallhausen, von den Kameraden die „Spielratte* genannt, in seliger Weinlaune: „O Sie tugendhaftes Muttersöhnchen, deßhalb klimpert auch stets so viel Geld in Ihrer Tasche, da können Sie leicht sparen und schöne Brillantringe tragen (damit wies er auf einen Solitär, welcher an Elmar» kleiner, weißer Hand funkelte), da« können wir armen Teufel freilich nicht."

„Ja*, fügte Feodor seufzend hinzu, „daß Spiel ist zwar eine noble, aber sehr kostspielige Passton', und sal­bungsvoll fuhr er fort: „Siesind eigentlich zu beneiden, mehi junger Freund, daß Sie ohne dieselbe existiren können." Dann zu den Anderen gewandt: „Nun, meine Herren, wennö beliebt!" damit neigte er sich etwas aus den Tisch herab, wie um die Karten zu ordnen, flüsterte jedoch mit