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JUarfiurg, Sonntag, 16. Juli 1876.

xi. Jahrgang

DrrhcMr Jätung

des

Mehrheit der Unterzeichner Bürgschaft dafür, daß die auf

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des vorliegenden Programms sich bildende Partei

«tk«?Cvlljcrvativen folgenden Mahnruf, der für die norddeutschen Kreise besonderes Interesse erregt: „Mit Freuden werden

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Grund hätten neidisch sein können.

Elmars Herz schlug hoch, als er seine Hildegard im

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irtei auf breiter nationaler Grundlage ist damit der sgangSpunkt gewonnen. Es kommt fitzt nur darauf , daß von allen Seiten mit energischer und überein»

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ebenso reizende als geschmackvolle Toilette, erblickte; sie schien die unbestrittene Königin deS Festes zu sein, wie sie die seines Herzens war.

reaktionären Tendenzen nicht bloS nicht dienen, sondern im Gegentheil bestrebt sein wird, einer nationalen, selbst-

hafte Summe» bei dem Händler, der den Verkauf deS Brillantschmuckes besorgt — und auf dessen Empfehlung bei anderen Wucherern — kontrahirt.

Er beschwichtigte die Reue darüber, wenn ihm zuweilen daS Gefühl seiner Ve>Pflichtungen wie ein mahnendes Ge« jpenst vor die Seele trat, mit der illusorischen Vorstellung, daß ja irgend ein glücklicher Zufall oder ein hülfrcicher Freund sich zur rechten Zeit finden und ihn von den drückenden Sorgen befreien weide.

So folgte Fest auf Fest und der hohe Herr, dem zu Ehren man dieselben veranstaltete, um sich für die genossenen Freuden zu revanchiren, arrangirte auf seinem nahe gele­genen Lustschlofie einige Tage vor seiner Abreise aus der Provinz ein glänzendes Fest, zu welchem die Ctsme der L.'schcn Gesellschaft wie der Landadel geladen ward.

Aber Etikettenzwang sollte heute so viel als thunlich verbannt und das Ganze eine Fete champetre fein.

In den erleuchteten Gängen des prächtigen Parkes bewegten sich die Tänzerinnen und Tänzer in dm Pausen, um sich von der drückenden Schwüle des SaaleS und der Wärme, welche die vielen Gaskronleuchter ausströmten, zu erholen.

Die leichten, reizenden Toiletten der Damen boten einen malerischen Anblick; die blumengeschmückten Gazege wänder streiften achtlos die blühenden Rabatten, deren

Politische Wochen - Ueberficht.

Am Montag hat unser Kaiser sich von Coblenz nach Würzburg begeben, wohin er den Fürsten BiSmarck zum Vortrage beschieden hatte, und ist von da, nach einer sehr enthusiastischen Aufnahme seitens der Bevölkerung, nach Baden Baden gereist, wohin auf deS Kaisers Wunsch der türkische Botschafter Edhem Pascha sich begeben hatte, um die officielle Anzeige der Thronbesteigung Sultan MuradS V. zu übergeben. Eine neue Kaiser Aacht, „Hohenzollern", hat am Sonnabend bei Kiel und das Panzerkanonenboot „WeSpe" bei Bremen den Stapcllauf vollzogen. Auf dem Felde der inneren Politik herrschte die Woche hindurch tiefe Stille, nur daß zu den nahenden Wahlen Seitens der Central- und Provinzial ComiteS die entfernteren Vor­bereitungen getroffen werden. — Der baicrische Landtag ist durch allerhöchstes Reseript bis zum 29. d. MtS. ver­längert worden. — In Würtemberg ist das mit dem Land­tage vereinbarte VerfaffungSgesetz verkündet worden, durch welches aus den Ministern ein „Staats Ministerium" (als engere Gesammtheit aus dem Geheimenrathe) gebildet wird. — Zn Baden hat die Zweite Kammer daS OberrechnungS- kammer - Gesetz in der Fassung der Ersten Kammer ange­nommen.

Die Blicke aller guten Oesterreicher und Magyaren waren diese Woche aus Reichstadt gerichtet. Man ist aller­dings in Wien sehr mißtrauisch gegen diesen neuen „Er­folg Andrassy'ö" geblieben und meint, die Sache müsse doch noch einen Haken haben, der mit der Zeit wohl zum Vorschein kommen dürfte. Zunächst ist die Hauptsache für Oesterreich, daß der Krieg lokalistrt bleibt. Für den 19. Juli ist eine Begegnung zwischen Oesterreichs und Deutsch­lands Kaiser in Ischl in Aussicht, die man als die noth- wendige Ergänzung der Reichstädter Verabredungen betrachtet.

Am Sonntag hat in der Schweiz die Volksabstimmung über das Militärsteuergesetz stattgefunden; das Gesetz ist mit rund 180,000 Nein gegen 155,000 Ja verworfen worden.

König Victor Emanuel hat sich nach Turin begeben.

Ueber Versailles lagert wieder eins jener politischen Donnerwetter, das sich in schweren Schlägen in den letzten Kammerdebatten entladet, dessen Ende aber noch nicht ab­zusehen ist. Der Präsident der Republik hat in den ersten Tagen dieses Monats den Minister des Innern hart an­gelassen: die jetzige republikanische Regierung besitze keine Majorität und es sei nicht möglich, mit konservativen Grundsätzen eine republikanische Majorität zu erzielen; man wolle ihn von DecazeS und Ciffey loSlösen, das wolle er aber nicht, eher könne Marcsre gehen; wolle man auf die Auflösung lossteuern, so sei er überzeugt, daß das Ver­trauen des Landes seinen Ansichten entgegenkommen werde. Durch diesen Zwischenfall wurden die Versuche der Gegner d.r Verfassung, einen Keil zwischen Cabinet und Präsiden­ten zu treiben, ermuntert, und in der Deputirtenkammer kam eS darüber zwischen Paul Caffaznac und dem Minister

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Falsch- Ehre.

Sine Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.

(Fortsetzung.)

Ueber einem schimmernden AtlaSgewande bauschten Wogen luftigen TülleS, von schwankenden Epheuranken und blühenden Rosen gehalten; ein eben solches Gewinde schmückte die goldblonden Locken, welche bis auf die Schultern nie­derfallend daS liebliche, blühende Gesichtchen umrahmten.

Hildegards leuchtender Blick, der Elmar bei seinem etwas verspäteten Erscheinen begrüßle, ihr Anblick hatten ihn berauscht; und obgleich ein Gefühl von Eifersucht sein Herz zusammenzog, als er sie mit Graf Feodor im zier­lichen Tanze durch den Saal fliegen unv Aller Blicke dem Paare folgen sah, sprach doch eine innere Stimme: „Sie liebt dich!"

Jetzt hatte sich Hildegard den anderen Tänzer paaren angeschloffen, die draußen Kühlung und Erquickung suchten, am Arme ihres Cousins mischte sie sich unter die buntbe­wegten Gruppen.

Elmar war ihnen gefolgt, konnte jedoch kein Wort der von Graf Feodors Seite absichtlich leise geführten Unterhaltung erlauschen.

Da vernahm er endlich, wie Hildegard den Begleiter um ihren Shaw! ersuchte, da die Kühle der Nacht ihr ein leichtes Frösteln verursachte und sie eine Erkältung befürchtete.

Gras K. gestand, daß er den Shaw! im Ballsaal vergesien habe und entschuldigte sich wegen feinet Rachläs-

। veröffentlicht wird. Derselbe ist das überaus erfreuliche nab bedeutende Resultat der eingehenden Berathungen, welche in Berlin und zuletzt in Frankfurt a. M. zwischen Ver- i tretern und Conservativen der bisher in Preußen best.hen» den Richtungen, der Conservativen Sachsens, sowie deS südlichen und westlichen Deutschlands stattfanden. Diese Verathungen haben eine so weitgthenve Uebereinstimmung der Anschauungen sowohl über die dauernden Aufgaben, id halb »ie über die nächsten Ziele ergeben, daß der längst er sehnten Einigung der conservativen Fraction nichts mehr w Wege stand. Für die Bildung einer großen politischen

• stimmender Thätigkeit einbegriffen wird und daß man l« ver»iüderall sich dessen bewußt wird, daß politische Erfolge nur D.L. möglich sind, wenn man eS versteht, die kleinen Differenzen persönlicher und localer Anschauungen den großen gemein» b id>rri4'amen Zielen unterzuordnen ... Ist eS auch eine schwere • • ' Arbeit, Parteien, die Jahre lang im Besitz und in der Macht sind, auS ihrer dominirenden Stellung zu ver-

verstLndlich also auch einer freisinnigeren Politik ihre auf richtige Unterstützung zuzuführen."

In Süd deutsch land hat die Reichspost sür die

des Innern zu heftigen Erklärungen. In solcher Stim­mung wurde am 11. Juli die Verhandlung über das Ge­meindegesetz eröffnet. Bei der Debatte sind harte Worte ' gefallen, aber trotz alledem ward von Anfang an erwartet, daß die Republikaner, um das Cabinet zu retten, sich, nach­dem sie dem Lande ihren guten Willen gezeigt, zum Zweck legen und den Minister des Innern in Stand fetzen wür­den, Mac Mahon's Willen ein Opfer zu bringen. Am 12. Juli wurde das Gesetz angenommen. ES sind aber noch so viele heikle Fragen zu lösen, daß man bis zum Beginn der Ferien noch auf ähnliche schwere Kämpfe gefaßt sein mußt.

Die spanische Regierung will trotz der neuen Ver­fassung die außerordentlichen Befugnisse, welche der Kriegs­zustand ihr verleiht, noch nicht auS der Hand geben.

Im englischen Parlament behauptet neben den lau» senden geschäftlichen Berathungen die auswärtige Politik eine bevorzugte Stellung. Allerdings kommt eS nicht viel weiter als zu Scharmützeln, Voipostengefechten des Kampfes, welcher sich bei der von Disraeii versprochenen Vorlegung des amtlichen Schriftwechsels entwickeln wird.

Der Kaiser von Rußland ist am 10. d. wieder in Petersburg eingetroffen. Zunächst wird et die Panzer- flotille auf der ©weaborger Rhede und sodann die finn- ländische Industrie-Ausstellung besichtigen, am 18. d. abet wieder zurück sein, um den Kronprinzen von Italien zu empfangen.

Bereits über eine volle Woche tobt der Kampf an den Grenzen Serbiens und noch immer weiß man nicht, was denn eigentlich geschehen ist. Zu sieben Thoren zu­gleich ist der kriegSglühende Serbe hinausgefahren und in türkisches Gebiet eingefallen. Das telegraphische Getöse, mit dem er dieses gethan, soll Europa glauben machen, daß ganz unerhörte Dinge vor sich gehen. Das Blut fließt in Strömen hinüber und herüber, Türken und Serben werden in Massen niedergemetzelt, nicht Schlachten sinds, ein Schlachten ist« zu nennen. Wie der grimmige Ares auf dem trojanischen Blachseld, von Diomedes Lanze ge­troffen, aufbrüllte, als schrieen auf einmal nicht weniger als 10,000 Mann, so tönen die KriegSbulletinS vorn Balkan her, und doch hat sich bis^jetzt nichts weiter ereignet, als daß die Serben in ihrem Siegesanlauf überall auf Wider­stand gestoßen sind und auch nicht ein einziges türkisches Bollwerk haben erstürmen können. Weder Belina, noch Wischegrad, noch Rovibazar, noch Risch ist in ihre Gewalt gekommen. Plänkeleien und Vorpostengefechte bilden den Inhalt der ersten Kriegswochen.

In Rumänien hat der Minister des Auswärtigen den übrigens aus lauter Radikalen bestehenden Bureaup der Deputirtenkammer, zu deren Präsident C. A. Rosetti gewählt ist, die Schriftstücke über die auswärtige Politik, sowie auch die mit Rußland, Deutschland, Frankreich und Griechenland abgeschloffenen Handelskonventionen vorgelegt.

bringen, die Eintracht wird unS stark machen und die Zeit, die mit ven gesetzgeberischen Erfolgen der liberalen Parteien «»Mieden ist, ist den Conservativen nun-günstiger als Unsere Gesinnung-- Genoffen aber draußen im Land eigen an dieser That der Einigung neuen Muth schöpfen Md mögen erkennen, daß die Ungunst der Zeit den Con- Mvalismus zwar eine Weile aus dem öffentlichen Leben Mückdrängen kann; daß er aber nur um so geläuterter »«d kiästiger auS der Trübsal hervorgehen wird."

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Erscheint t Sgl i ch außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JSuftrtrteS SonntaaSdlatt" durch die Expedition (Ko ch'fche Buchdruckerei) bezogen 21 Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Sür in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet/

entstand, bei dem mancher der Theilnehmer Ehre und Der» duftende Zierden auf die lieblichen Schwestern nicht ohne mögen in die Schanze schlug. Grund hätten neidisch sein können.

Herr von Severing aber, anstatt sich dadurch beleidigt P fühlen, entschuldigte diese Vernachlässigung seiner Person 96|j das liebenswürdigste und war bereitwillig, der an ihn a9angenen Einladung in das Wefsenhagen'sche Haus iS: Wolgt

S Söie schon erwähnt, fand die kleine Soiree Frau Eleo- b^tn8 Schluffe der Saison statt und das GesellschaftS 83|ir*8 war nur noch spärlich durch hin und wieder erge- 1« ftnde Einladungen vertreten.

5 ..Die Unterhaltung drehte sich fast ur noch um die fr*1' ^che <Üan vorhatte, und um die Wahl dis BadeS, Gebrauch man sich entschlossen. Alles rüstete sich i r® Ausbruche in die „Sommerquartiere" und man hatte rechte Lust mehr zu Bällen und andern derartigen tt.lS^ '“liwrteiten.

6 85,,1- . Ta brachte die Ankunft einer hohen, fürstlichen Per- 2' 5*1$' auf einem in der Nähe von B. gelegenen Lust» ^dffe restdirte, neues Leben in die erschöpfte Gesellschaft, —**■’’* ein tolles Wettrennen von Festlichkeiten aller Art

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Vogel, sleckche» n. 61 iUe dci ohnunz irüdjU' [1754

Der Aufruf der Konservative» ist in der Presse Gegenstand der lebhaftesten Besprechung. Wir regiftriren heute einige Stimmen ans konservativem gager, um dann die der liberalen Organe folgen zu lassen. Die Norddeutsche Allgemeine, welche das Programm mit riner einleitenden kurzen Besprechung veröffentlicht, sagt unter Anderem: „Bei unserer Schätzung der gegenwärtigen Kundgebung haben wir zunächst, ober nicht lediglich das unten mitgetheitte Programm Im Auge, zu dessen ein­zelnen Paragraphen wir unseren Standpunkt präzisiren werden — wohl aber geben uns die Name» der großen

Elmar, der stch von den FreundschastSverstcherungen ift ant> der ihm so offen gezeigten Bevorzugung des älteren Mannes und allgemein geachteten Beamten geschmeichelt lühlte, war früher den Bemühungen Herrn Ernst v. Seve- rings (dies war fein Nome) bereitwillig entgegengelommen; Ichr hatte stch dies Verhältniß etwas gelockert, da des jun- zm Mannes Herz und Sinne nur von feinet Liebe erfüllt j^en und er selbst feine BerusSgeschäfte darüber vernach- «istgle.

unsere Leser den Ausruf begrüßen, der heute in jämmtlichen Hörner conservativen Blättern Deutschlands, und zwar in der lag-JnÜ-Nordd. Allg. Zlg." nicht minder wie in der „Krz.-Ztg."

Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition b. Blatte- sowie bie Amwncen-Bureaux von B L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalideiwank, A. Rete- ♦ meyer in Berlin; Carl Schütz» ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Auch Elmar befand sich mitten in dem Strudel und 1

hatte, da er der Mutter gänzlich derangirte Verhältnisse'vollen Glanze ihrer Schönheit, noch gehoben durch eine nur zu wohl kannte und durchaus Geld haben mußte, um' ~ ......

seine jetzt so bedeutenden Ausgaben zu decken, schon nam-

Anzeigen nimmt entgegen: Expedition b. Blatte», die Annoncen-Bureaux Lu Tb- Dietrich & Co. in egfld und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M ; haoftnftein & Vogler in Jrantfutt a. M, Berlin, Leip- L Löln ic; Rudolf Messe juBerlin,Frankfurt a. M.re.