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ITI H Anzeigen nimmt entgegen: ^^^die Srpeditton d. Blatte», . ,mje die Annoncen-Bureaux o halte oll LH. Dietrich & Co. in laßet und Hannover; Th. Dietri* in Frankfurt a. M.; lOaftnftein & Bögler in tanffurt a-M, Berlin, Leip- \a Köln ic; Rudolf Moste , Berlin, Frankfurt a. M. rc-

MarKurg, Donnerstag, 13. JE 1876.

xi. Jahrgang.

Q)brrl)cfiifd)f Jalung.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnoalidendank, A- Sete» meyer in Berlin; Carl Schüß» ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

n 6«» D.«.

arf^eint täglid( au§et ben Werktagen nach S°nn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonuta»«blatt" durch die Expedition («och'fche Buchdruckerer) bezogen 25, Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche« 2 Mark 50 Pfg. text. Bestellgebühr) - JnsettionSgebühr ftr die gespaltene ßdte lO fBfa

Sflt in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. V

Der offiziösen römischenKorrespondenz Stefan!* ist

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'nippen als die unter OSman Pafchah'S Befehle stehenden rnefen zu fein, welche, um die stark bedrohten Zufuhr- wd Rückzugslinie zu decken, eine südliche Bewegung be- onnen haben. Auf der anderen Seite wird serbischerseits

immer, ist W _ , ,

txpedit. a erzählen weiß, einer bulgarischen Stadt, etwa 3 [1723 Keilen südlich von Wivdin. ES könnten dies kaum andere

bermals von einem Vorrücken Ranko Alimpits berichtet, »«durch die Einnahme von Bjelina fast zur Gewißheit md. Zugleich melden wiederholt Telegramme aus iettinje, daß die Montenegriner Gatschko, daö bisherige iosj Mptquartier Mukhtar Pascha's genommen haben, wodurch - Lage der Türken noch kritischer und ein Rückzug Osman Mkoscha'S aus seiner tfolirten Stellung noch wahrschein- «her wird.

Tagesbericht.

Die serbisch-türkischen Kriegsberichte, welche der Telegraph Wich verbreitet, erinnern lebhaft an den unlängst been­gten Karlistenkrig, in welchem sich nach jedem Treffen Heidt Theile unter Angabe von Namen und Zahlen den Sieg bestimmt zuschrieben. Jndeffen kann man aus den neuesten Bulletins leicht herauslesen, daß von Neuem Be­wegung in die regulären Truppen kommt. Nach Belgrader Berichten ist daS Gebiet von der serbischen Grenze bis Viddin vollständig von türkischen Truppen entblöst. Dies

'ifjje sich nur dann erklären, wenn Osman Pascha feine Stellung bei Saitschar verlassen und sich nach Süden zu- ückgezogen hätte. Diese Annahme wird von türkischer Seite gewissermaßen dadurch bestätigt, daß ein Konstan- invpeler Telegramm von einem Kampfe bei Belogradschik

chende Information zugegangen: Die russische Regierung «nee Cirkularnote an ihre Vertreter im Auölande ge- 14 timtet, worin sie erklärt, daß sie unparteiischer Beobachter 61 «i zwischen Serbien und der Türkei auSgebrochmen Ärie- S7ißk- bleiben will. Dieselbe Versicherung ist von einer ruf

247 zschm Gesandtschaft dem Vertreter der hohen Pforte bei 84 einer der Mächte, welche den Pariser Vertrag unterzeichnet oben, mitgetheilk worden.

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tl5. md berichtet, daß der Referent deS mit der Revision der d.81k. »Salonichi gefällten Urthetle beauftragten obersten Militär- strichtshofes folgende Strafen beantragt hat: Für den zu ü Fahren Gefängniß und Degradation verurtheilieu Polizei

-----M 15 Jahre Einschließung in eine Festung. Für den Y Dbetft und Kommandanten der Garnison, sowie für den tion. lommanbanten der Rationalkorvette: statt 45 Tage Arrest

DerTime»* ist au» Pera eine Korrespondenz zuge- angen, welche ein interessantes Schlaglicht aus die Unter« ichung deS KonsulnmvrdeS in Salonichi wirst. Darin

Degradation und 10 Jahre Einschließung in eine Festung. Bezüglich deS Bali, welcher als Civil- und Militärgouverneur figurirte, erklärte der Gerichtshof sich für inkompetent. Weiter heißt eS in dem Briefe:Die elf Elenden, welche man hingerichtet hat, waren gewöhnliche Uebelthäter, kaum deS Strickes werth, mit dem sie gehängt wurden und der türkischen Bevölkerung verhaßt. Von den wirklichen Anstiftern des Mordes ist keiner in den Anklage« Zustand versetzt worden.* Schließlich hept die Korrespon­denz hervor, daß die Regierung nicht wage, auch nur einen Tropfen muselmännischen Blutes für das Blut der beiden ermordeten Christen zu opfern. In Bulgarien fänden da« gegen unaufhörliche Massenexekutionen derer statt, welche im Verdacht ständen, an der Insurrektion theilgenommen zu haben.

Deutsches Reich.

* Berit«, 11. Juli. In vielen Blättern ist bereits von Vorbereitungen für die nächste Landtags - Session die Rede. In den Ministerien werden diese Vorarbeiten ge­troffen. Abgesehen davon, daß die Minister zum größten Theile verreist sind, wird nach einer so langen Session, wie die letzte, wohl erst die Sichtung des Materials er­folgen müffen, bevor neue Arbeiten in Angriff genommen werden. Es ist die ganze Nachricht grundlos. Der Erblandmarfchall des HerzogthumS Lauenburg, v. Bülow, hat den Stern zum rothen Adlerorden 2 Klaffe erhalten. ES ist unzweifelhaft dies eine Anerkennung, welche der König dem Herrn v. Bülow aus Anlaß der Einverleibung LauenburgS für Lauenburg geben will. Die Bemühungen der Staatsverwaltung, die Fischzucht und die Fischerei durch StaatS-Justitute für die Fischzucht und durch Geseke zum Schutze der Fische zu heben, finden ein immer weiter gehendes Berständniß in den Kreisen derjenigen, welche ein Interesse an der Fischzucht und an der Fischerei haben. Während sich Besitzer von Gewäffern bemühen, für dieselben Fisch­brut selbst zu ziehen oder sich aus Staats- und Privat­anstalten zu verschaffen, bilden sich Fischerei Vereine, wie zur Zeit für die Provinz Preußen, welche sich mit der Vertretung aller die Förderung des Fischereiwesens betref­fenden Bestrebungen beschäftigen. Neben diesen vereinigen sich Fischerei - Genossenschaften für einzelne Gewässer oder Strecken derselben, welche sich die Aufgabe stellen, eine rationelle Fischerei zu treiben und es sich angelegen fein lassen, den Bestrebungen für eine größere Bevölkerung der Gewässer die Hand zu bieten. In einer Rebschule zu Erfurt hatte die Reblaus sich gezeigt. Eine vom ReichS- kanzleram.te ernannte Kommission hat 10 Erfurter Reb schulen revidirt und 8 als von der Reblaus heimgesucht befunden; eS sind in Folge dessen Anordnungen getroffen worden.

Weimar, 1. Juli. Der im Großherzogthum Weimar bestehende kirchliche Verein, an dessen Versammlungen Geist­liche und Laien beteiligt sind, hat, wie dieW. Z." be- richtet, in seiner am 13. Juni zu Weimar abgehaltenen Sitzung unter anderen Vorlagen auch über verschiedene Thesen verhandelt, welche sich alsPraktische Vorschläge im Anschluß an die infolge deS Reichsgesetzes vom 6. Febr. 1875 übet die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung ergangenen kirchlichen Verordnungen* be­zeichnen und im Wesentlichen Folgendes bezwecken: 1. ES ist darauf zu halten, daß nur der kirchliche Akt int christ­lichen Volksleben Trauung genannt werde. 2. Die Standes- beamten sollen amtlich angewiesen werden, vor dem Auf­gebot den zuständigen Geistlichen offizielle Nachricht zukommen zu lassen. 3. Die kirchliche Eheverkündung vor der Trauung ist wünschenSwerth. Sie soll zweimal vorgenommen werden, und an allen den Orten, wo das bürgerliche Aufgebot stattfindet. 4. Ebenso fei es wünschenSwerth, daß einem neugeborenen Kinde die Vornamen erst bei Vollziehung der heiligen Taufe beigelegt werden. 5. Der Verordnung, daß vornehmlich die Vescheinigungen der Standesbeamten zu sammeln und in den Pfarreirepostturen aufzubewahren sind, ist sorgfältig nachzugehen, weil dadurch der amtliche Cha- ratter der Kirchbuchführung gewahrt wird. 6. Die Bei­behaltung des alten TrauformularS ist das zu erstrebende Ziel. 7. Die in § 10 des provisorischen Kirchengesetzes erwähnten wichtigen Bedenken gegen Gewährung der kirch­lichen Eheverkündigung und der kirchlichen Trauung lägen vor: a) bei mangelnder Einwilligung der Eltern, b) bei Verwandtschaft in zu nahem Grade und Schwägerschaft der Nupturienten; c) bei Wiederverheirathung aus schrift- widrigen Gründen geschiedener Ehegatten, d) bei Eheschlie­ßung eines Christen mit einem Nichtchristin. Der für die Trauung zuständige Geistliche hat das Recht und die Ver­pflichtung, auf diese Bedenken hin eine Prüfung der Sach« läge vor der Trauung vorzuaehmen. 8. Sollte sich der Großherzogliche Kirchenrath ent. gegen Bedenken eines Geistlichen entscheiden, so darf doch kein Zwang zu der kirchlichen Handlung Platz greifen. 9. Die Kirche hat daS Recht und die Verpflichtung, gegen solche Personen, welche die kirchlichen Handlungen verschmähen, falls die seelsor­gerische Einwirkung als vergeblich sich erwiesen hat, mit kirchlichen Zuchtmitteln vorzugehen, und zwar a) gegen Trauung weigernde mit Ausschluß von den kirchlichen Ehren­ämtern und mit Ausschluß vom passiven und aktiven Wahl­recht in Gemeinde-Angelegenheiten; b) gegen Taufeversäumer außerdem mit Ausschließung vom christlichen Pathenamt, eventuell selbst Versagung deS heiligen Abendmahls und schließlich Versagung deS kirchlichen Begräbnisses. 10. Die Abschaffung der Stolgebühren bei Taufen, kirchlichen Auf« geboten und Trauungen ist als eine zweckmäßige Einrich-

Wieder war eS der Stolz gewesen, der Eleonoren die

1,25 b

(Fortsetzung folgt)

>4,75 b.

i,30 d.

Suchen wir jetzt die Familie auf und thun wir einen Blick in ihr Leben, um zu ergründen, ob dasselbe der glänzenden Außenseite entspricht.

nichtsdestoweniger immer noch beibehalten, die alte Dienerin aber, welche vor einigen Tagen gestorben war, durch eine Auswärterin ersetzt worben.

Freilich an den seltenen Gesellschaftsabenden, die Eleonore verpflichtet war hin und wieder zu arrangiren, gewahrte man davon nichts; da präfentirten Lohndimer den Thee und der mit geliehenem Silber besetzte und mit ausgesuchten, vom Traiteur gelieferten Speisen servirte Tisch v.rrieth nicht, daß Mutter und Sohn am Mittag mit einer Mehlsuppe und einem Gericht Kartoffeln vorlieb genommen hatten.

Eleonore bereitete diese einfachen Mahlzeiten selbst und hatte sich anfangs oft die zarten Hände verbrannt und geschwärzt bei dieser ihr so ganz ungewohnten Arbeit.

Doch was thnt eine Mutter nicht für ihr Kindl

Elmars Erziehung, fobann feinstandesgemäßes* Leben hatten viel gekostet und oft, wenn sie bei der Lampe im kleinen Schlafzimmer faß und emsig die {eine Wäsche des SchneS ausbesserte, oder ihrer eigenen unmodernen Gar­derobe mit geschickter Hand das Ansehen modischer Eleganz zu geben versuchte, erschien ihr ein Gespenst, dessen ab­schreckendes Bild sie zuletzt vergebens aus ihrer Phantasie zu verbannen suchte, eS war ihr stets gegenwärtig, es grinste sie an mit den hohlen Augen, es heißt der Mangel I

Körper kräftig auSbildete, so entwickelten sich leider auch die schlimmen Eigenschaften seines Charakters.

Gedeiht ja auch das Untraut gerade auf dem besten Gartenboden am üppigsten und überwuchert die edlen Pflanzen, wenn eS nicht bei Zeiten vertilgt wird durch die sorgliche Hand des Gärtners; und diese Hand fehlte dem vaterlosen Knaben.

Elmar hatte dm Stolz der Mutter geerbt, nur daß sich derselbe oft auf rauhe Weise bemerkbar machte.

I Dazu gesellte sich ein peinliches, auf« leichteste zu ver­letzendes Ehrgefühl, das feine Kräfte allerdings zu außer­gewöhnlichen Anstrengungen anfpornte, andererseits ihn aber oft schon in großen Nachtheil gebracht hatte, indem die leiseste Kränkung desselben, welche zudem oft nur in Elmars Einbildung existirle, seinen Zom reizte und ihn nicht selten zu übereilten Handlungen hingerissen hatte.

Geliebt und geschätzt von seinen Lehrern und Vorge­setzten, bewundert und beneidet von den Mitschülern und später den Kollegen, schien Elmar von Wessenhagen mit seinen glänzenden Eigenschaften und Talenten, seiner wahr­haft bezaubernden Liebenswürdigkeit im vollen Sinne ein Kind deS Glückes zu fein, und das um so mehr, als das Geschick ihm noch eine oft verhängnißvolle Gabe, nämlich große körperliche Schönheit, verliehen hatte. Man nannte Eleonore eine glückliche Mutter, als Elmar mit 23 Jahren Referendar warb und in der Welt d. h. in der Gesellschaft auftrat, die ihn mit Auszeichnung aufnahm.

M Falsche Ehre.

6me Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow. (Fortsetzung.)

Die Wohnung in der T.-Straße, deren hoher Mieth- geschwächten Augen sich durch die Verfertigung seiner Ta- zins der armen Frau von Wessenhagen an den Quartals Pisserie-Arbeiten eine kleine Summe zu erwerben.

terminen schon manche Kummerthräne erpreßt hatte, war

. Quelle Abweisung deS Antrages diktirt hatte; denn eS war st unmöglich, sich an der Seite eines schlichten Dorf- firrers als dessen Frau zu denken, sie, die noch jetzt eine Siftbe jeder Gesellschaft war, und legte sie auf die Schmei- stleien ihrer Freunde und den äußeren Tand auch keinen 1 hohen Werth, der Gedanke, alles das ganz entbehren {

1,00 b.

16,50 a >0,706.

> 60ba 10^cn' roar ihr eine schreckliche Vorstellung"

Dann zermarterte sich die arme Frau das Hirn, wie und wo etwas zu ersparen ober zu verbleuen fei zu verdienen l Für den Vornehmen, ben Rang und Stand wie eine chinesische Mauer von Jenm trennt, welche durch 1 Fleiß und Arbeit sich ein LooS gründen ober es verbessern können, existirt kein Erwerb. Eleonore gebuchte trotz ihrer

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Subern kannte Berger ihr Familienglück unb es konnte i'soiB. Pfeils fast ein Opfer genannt werden, daß er der älteren, teti*. »ummergebeugten Frau feine Hand reichte, um ihr unb dem ,40 b. rNfenen Sohne einen eigenen Heerd zu gründen. Dazu >.d0d ^i, daß[ Eleonore in ihrer Erinnerung kein eben sehr >00 E^chelhaftes oder anziehendes Bild des Kandidaten Ber« .'7SdE dkWahrte. Von langer schmächtiger Gestalt und etwas 'oES-nem, fast linkischem Wesen, war er nicht selten der «.^Srnstanb der Spöttereien ihrer Freunde gewesen, die 'ooMäü ttn^e Unterhaltung wenig ansprechend gefunden

Neben diese Erscheinung trat das schöne Bild deS 90 b ebten Gatten mit allen Jugendreizen geschmückt nein, ,0CcWi*8at unmöglich, sie konnte sich nicht entschließen, Ber- '70Mi» $tau 8U «erden! Auch hatte sie ja gelobt, ihrem »ooG-te* kinen Stiefvater zu geben, ihm ihr Leben und ihre ""Uetheilt zu widmen; und bann Eleonore end im» bei dem Gedanken Berger war bürgerlich 7,70 ihr Sohn stolz auf seinen Adel, mit dem kindischen den Heranwachsende Knaben oft zur Schau tragen. >00 friefc- $atte also schnell entschlossen ben Antrag sanft aber ^Ramt zurückgewiesen.

«mar wuchs heran, unb wie er sich an Geist unb