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f CS Inietgen nimmt entgegen: UV tzAedMvn d. Matter, , fotoie die Annonceu-Bureaux 1 Halle oon Th. Dietrich & Co in s,««l und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Kaasenstein & Vogler in Kgntfurt a. M, Berlin, Leiv» fin Cöln ic; Rudolf Moye ^Berlin, Frankfurt a. M. re.
JRorßurg, Mittwoch, 12. Juli 1876.
XI. Jahrgang.
OlmhcWr Jritiinit
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Mete» meyer in Berlin; Carl Schliß» ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonutaaSblatt" durch die Expedition («och'jche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf», (exl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf», berechnet.
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ionat- solche» Verfahren Differenzen zwischen den Mächten un-
mütelbar hervorgerusen werden müßten.
Rumänien stellt läng» der Donau ein ObservationSkorpS
2833 M Beobachtung der türkischen Flotille auf.
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naulen und 600 Tscherkessen bestanden, in den Rücken;
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« entstand ein verzweifelter Bajonnetkamp, der nach großen f Verhandlungen vorangehen werden) einzelne populäre Vor I allzu erklärlich erscheint.
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Verlusten mit gänzlicher Auflösung der türkischen Truppen endigte. Eine sehr starke Proviantkolonne, zwei Kanonen, beträchtliche Quantitäten Munition und mehr alö 1000 Gewehre fielen den Serben in die Hände. Die Türken wiewohl überrascht, kämpften mit rühmlicher Bravour.
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nur von dem weniger gebildeten, aus eine so zudringliche Weise belästigt, daß seine gegenwärtige Zurückhaltung nur
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Admiral Drummond, der Befehlshaber der britischen Flotte in der Besikabai unterwirft, wie die „Correspon- bance Orientale* berichtet, alle die Dardanellen pafsirenden Schiffe einer Untersuchung um den Transport von Munition nach der Donau und dem schwarzen Meere zu verhindern. Glaubhaft erscheint diese Nachricht nicht und Bestätigung derselben dürfte vergeblich erwartet werden, da durch ein
lieber die strategischen Verhältnisse deS Kriegsschauplatzes giebt ein Schreiben deS Belgrader Korrespondenten des „Cittadino" Ausschluß, dem wir Folgendes entnehmen: Nlsch ist der strategische Punkt, auf welchen die schärfste Aufmerksamkeit zu richten ist. Auf diesem Punkte sind jedoch die Türken in entschiedenem Vortheil, nachdem sie schon seit Jahr und Tag großartige Befestigungen um Nisch aufgelührt und die Festung mit einem bedeutenden Artilleriepark versehen haben. Auch haben sie hier eine Armee von 30,000 Mann konzentrirt und 6000 Mann asiatischer Truppen sind bereits auf dem Wege dahin. Je» ner Artilleriepark besteht auS etwa 100 schweren Geschützen, unter denen sich 65 Krupp'sche Kanonen befinden. Nisch gegenüber hat die serbische Armee ihr Lager aufgeschlagen. Sie dehnt sich längs der Morawa zwischen Alecinatz und Tschuprija auS, also auf einer mehr als acht Stunden langen Ebene. Da» Hauptquartier befindet sich in Deli- grad, einem kleinen Dorfe, welches eine halbe Stunde oberhalb Alecinatz liegt.
Die Türken haben, wie uns aus Semlin berichtet wird, en 6. d. MtS. aus Rustfchuk ein Kanonenboot mit drei Transportschiffen stromaufwärts gesandt. Bei Radoschewatz befindet sich indeß ein größeres serbisches Lager zur Verhütung eines möglichen UebersalleS der türkischen Donau fiotte. — Ferner weiß man in Semlin schon von Gefechten der Drinaarmee mit den heranrückenden Truppen Muklhar Pascha'« zu erzählen. Zwei Brigaden der Drina-Armee unter,dem Befehle des MajorS Djoko. Watkovitsch und Oberst Antonio Oreschkovitsch fielen den vom Süden her «r» Zwornlk anrückenden türkischen Truppen, welche auS 2000 Nizam», drei TaborS BaschibozukS, zwei Tabors Ar-
Die „Italic" enthält folgende auffallende Nachricht: Alle Berichte, welche aus den Konsulaten im Orient im Auswärtigen Amte einlaufen, stimmen darin überein, daß in allen türkischen Provinzen die größte Erbitterung gegen Rußland herrscht und daß die Muselmänner sie ganz offen zur Schau tragen. Da sich diese Stimmung mit der Zeit auch gegen die übrige christliche Bevölkerung richten könnte, so hat die italienische Regierung angeordnet, daß alle verfügbaren Schiffe sich bereit halten, auf ben ersten Wink nach dem Orient auszulaufen.
Lagesbericht.
Aus den sich direkt widersprechenden Nachrichten aus
träge über Gegenstände oder Fragen aus ben In dem Aus» stellungsprogramm vertretenen Gebieten gehalten werden. Anmeldungen zur Abhaltung solcher Vorträge von deutscher Seite sind unter genauer Angabe des Themas, sowie des Zeitpunktes für den zu haltenden Vortrag baldigst schriftlich an das deutsche Comito (WllhelmSplatz 2 in Berlin) zu richten, welches die weitere Mittheilung nach Brüssel vermittelt. — Der General - Postmeister hat folgende Bekanntmachung erlassen: „Nach einer Benachrichtigung des K. K. Handelsministeriums zu Wien muß vom 12. Juli ab der Postvorschußverkehr zwischen Deutschland und Oester- reich-Ungarn bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Post- vorschußsendungen nach Oesterreich - Ungarn werden daher biS auf Weiteres von den Reichspostanstalten nicht angenommen. Postanweisungen nach Oesterreich Ungarn werden einstweilen noch und bis aus Weiteres angenommen, jedoch dürfen von einem Aufgeber an einen und denselben Empfänger an einem Tage höchstens zwei Postanweisungen abgesandt werden." — Nachdem die Ausbildung einer größeren Anzahl von Postbeamten im Telegraphendienste nunmehr beendet ist, hat der General-Postmeister eine umfassende Vermehrung der Telegraphenstationen in allen Theilen des Reichsgebiets angeordnet. Es sollen noch in diesem Jahre 400 neue Stationen zur Eröffnung gelangen, und zwar womöglich noch biS zum 1. Oktober.
Würzburg, 10. Juli, Der Kaiser Wilhelm ist um 2 Uhr 20 Minuten Nachmittags hier »«gekommen und von dem Publikum enthusiastisch begrüßt worden. Die Stadt ist festlich geschmückt; für heute Abend ist Seitens der Einwohner ein großer Fackelzug vorbereitet. — Fürst Bismarck, von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt, ist heute Mittags 1 Uhr 5 Minuten hier eingetroffen.
Alfknge», 7. Juli. Fürst Bismarck lebt so zurückgezogen aus der eine halbe Stunde von hier entfernten Saline, daß seine Anwesenheit in Kisslngen überhaupt kaum bemerkt wird und daß die Neugier der zahlreichen Fremden sich im höchsten Grade enttäuscht steht. Morgen» 4 Uhr erhält der Fürst für sich und seine Familie 4 Flaschen Rakoczy Brunnen zugesandt, die auf einem dem Publikum nicht zugänglichen Spazirgange bei der Saline genoffen werden. Um 4 Uhr Nachmittags badet der Fürst auf der Saline und Abends fährt er fpazlren: das ist alles, was man im Publicum über ihn und seine Tages- beschSftigung weiß. Als der Fürst das letzte Mal hier war, wurde er von dem Badepublikum, und zwar nicht
Berlin, 10. Juli. Der Ausschuß sür Justizwesen hat bei dem BundeSrath beantragt, zu beschließen, daß dem Reichskanzleramt anheimgestellt werde, einen Gesetzentwurf über die Kosten des CivilprozeffeS, sowie des mit der Konkursordnung verbundenen Kostenwesens auszustellen. — Während der ganzen Dauer der internationalen Ausstellung in Brüssel für Gesundheitspflege und Rettungswesen sollen daselbst (abgesehen von den wissenschaftlichen Konferenzen, welche den am 27. September d. I. beginnenden Kongreß-
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Konstantinopel und Belgrad Über die kriegerischen Ereignisse iß mir so viel mit Sicherheit zu entnehmen, daß die Haupt- Armeen sich beobachtend gegenüb erstehen, daß aber verschiedene kleinere Abteilungen und fliegende Korps-Bewegungen auSgesühri haben. Ein serbisches Corps unter Dedik hat die Grenze überschritten und sich bei Nowa- ! mrosch an der Südwestgrenze Serbiens auf türkischem gebiete festgesetzt. Ein anderes Korps, ob serbischen oder bosnischen Ursprungs ist nicht angegeben, unter Ilitsch soll /Oflar Mitrovitza im Süden von Novibasar und Nisch bedrohen. Eine Diversion gegen diesen Ort wäre sür die «Türken aber um so gefährlicher, als Mitrovitza der End» ß punkt der Eisenbahn ist, durch welche der Armee fast alle i Zufuhr zugeht. Daß übrigens die Türken nicht unvorbe- s reitet auf derartige Streifzüge sind, geht daraus hervor, sdaß alle diese Korps türkischen Abteilungen begegnet sind und die nirgends bemerkenöwerthe Erfolge erzielen konnten.
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Falsche Ehre.
Eine Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.
(Fortsetzung.)
Da, in ihrer höchsten Roth, fand sich ein redlicher Freund, ein Mann, den Leonore nie sehr beachtet, weil ® sich im Glücke ferngehalten und erst jetzt sich zu nähern »egte; es war Elmars Lehrer, ein junger Kandidat der Theologie, welcher die Stelle angenommen, um feine arme Mb kränkelnbe Mutter zu unterstützen, bk Alles aufge- Otnbet, um ben Sohn stubiren zu lasse», unb welcher er to die Aussicht auf eine Pfarrei noch ferne war, die ihm Brachten Opfer vergalt, indem er fein reichliches Gehalt Mju verwandte, ihr Alter sorgenfrei zu machen.
Mit Hülse dieses umsichtigen Freundes gewann Frau 6on Wessenhagen wenigstens einige Ueberstcht über ihre ^wickelten VerrnögenSverhältniffe unb konnte bem Kom ®ttben, besonders aber dem Drängen der hartherzigen «läublger mit mehr Fassung entgegensehen. Den kleinen «mat hatte sie mit einem vertrauten Diener zu einem Sttunde ihres verstorbenen Vaters, einem Gutsbesitzer in «t Nähe Berlins, gesandt, und der Knabe fügte sich in kn Abschied von der Mutter, da feine Lieblingsspielsachen Mb auch der Pony ihn auf die Reise begleiteten.
Endlich war Alles geordnet, alle Schulden bezahlt ®?b der Name des Friedrich Gotthold Berner von bem S<cfen eines gewissenlosen Bankrotts gereinigt, wenn auch «Ile, stolze Firma erloschen war. Nun fing man aller» r” an, das Ende des alten Mannes rührend und be= l^oternswerth zu finden, und erinnerte sich auch allmäh- ba& derselbe eine Tochter gehabt, die so lange als de« SalonS geglänzt und jetzt vielleicht der Hülse
Doch Eleonore wie« alle diese verspäteten BeileidSbe- *$8öngen und HülfS-Anerbietungen kalt zurück, eine her- Mchende Eigenschaft ihres Charakter» war bet Stolz; *«taub hatte die» freilich bi» jetzt bemerkt, da fie ja auch
nie Gelegenheit gehabt, denselben auf schroffe Weise zu zeigen, denn wer hätte der reichen, schönen, durch ihre Hetrath zur „Gesellschaft" gehörenden Dame je mit Blick oder Wort zu nahe treten, und ihr dadurch Anlaß geben können, diesen Zug ihres Charakters hervortreten zu lassen?
Hatte doch rin Lächeln der jungen Frau, ein Blick, ein Wink das ganze Haus regiert, und sie war, da sie niemals Widerstand fand, eine gütige Herrin, eine liebenswürdige unb großmüthige Freundin gewesen. Jetzt aber wurde ihr Stolz zum ersten Male aus'S tiefste verletzt, man floh sie wie eine Aussätzige, rohe, bittere Worte drangen an ihr Ohr und trafen sie bis ins Herz, das sich krampfhaft zusammenzog, unb besten wohlwollenbe unb menschenfreunbliche Gefühle sich allmähltg in Empfindungen deS Hasses und der Verachtung verwandelten. Der tiefgebeugte Stolz bäumte sich aus, unb ließ Eleonore fast mit Härte auch bie Freundlichkeit zurückweifen, die ihr aus aufrichtigem Herzen geboten wurde.
Nach einem Zeitraum von fast vierzehn verflossenen Jahren, finden wir Eleonore mit ihrem Sohne in B. wieder, an welchen Ort sie bald nach der Erledigung der schmerzlichen Erblastung gezogen war.
Nachdem damals das prächtige HauS unter ben Linben nebst der kostbaren Einrichtung verkauft und vorher schon alle baate Hinterlassenschaft wie die außenstehenden Forderungen des HauseS an die Gläubiger auSgezahlt waren, blieb der jungen Frau noch die Summe von circa 12,000 Thaler, ein Vermögen, das ihr, als fie es baar in Händen hielt, noch ziemlich beträchtlich dünkte und von dessen Zinsen fie auch wirklich hätte in bescheidener Zurückgezogenheit sorgenlos leben können.
Man rieth ihr, bad Geld in der Bank anzulegen, und in Berlin zu bleiben, wo sie ihrem Sohne die beste Erziehung geben könne; doch unwillig wie« Eleonore diesen Vorschlag, ben der alte Geschäftsführer ihres Vater« machte, zurück. An bem Orte in verhältnißmäßiger Armuth Heben, wo alle Welt sie im Unglück so schmälig verlassen
hatte — nimmermehr I Sie ließ ihre Sachen packen, unb reiste mit Elmar unb einer ölten, treuen Dienerin nach bet preußischen Provinz S., unb zwar nach B., wo eine Anverwanbie ihres verstorbenen Gatten, eine Majorin v. Falkenberg, lebte. Hier kannte Niernanb bas tragische Geschick ihres Vater», hier war sie nicht bie Tochter de« bankerotten Kaufmann Berner, sondern bie noch immer schöne unb begüterte Wittwe de« Lieutenant Freiherrn v. Westen- Hagen.
Eine hübsche Wohnung in ber T -Straße, bem fashio- nablesten Stadtviertel gelegen, nahm bie kleine Familie auf; unb bie Majorin v. Falkenberg und deren Freundinnen zogen die liebenswürdige Fremde bald in ihre Kreise und bewunderten nicht ohne Gefühle geheimen Neides Eleonoren» elegante Einrichtung, bie reiche Garberobe unb den prächtigen Brillantenschmuck, ein mütterliches Erbe, welche» sie vor dem Hammer des Auktionators gerettet hatte.
Wenn Eleonorens jetzt geschärfter Blick auch bald die wahren Beweggründe dieser ihr gebotenen, oft überschwänglichen Freundschaft durchschaute, so konnte sie einmal bie Lewunberung bet Welt, obgleich sie ihr oft hohl unb nichtig erschien, nicht entboten, unb sie lebte in der Gesellschaft, der sie vermöge ihrer Heirath angehörte, bald auf einem Fuße, welcher ihrem geringen Einkommen durchaus nicht angemessen war.
Nach einigen Jahren fing Frau von Westenhagen auch an, dies einzusehen, besonder« al« bie Ausgaben für ben Heranwachsenden Sohn unb bie Kosten seiner Erziehung bebeutenber würben. Da aber fanb sie e« unmöglich ein« zulenken, benn ihre — Ehre — erlaubte ihr nicht, sich augenfällig Einschränkungen aufzuerlegen, bie bei ihren Bekannten sicher große Befremdung erregt hätten.
Auch wären ihr, da sie schon mehrere Tausend Thaler vom Kapital genommen, nur jährlich 400 bl« 500 Thaler geblieben, über welche Zinsen sie jetzt allein nur zu verfügen hatte. Unb wenn fie e« auch gewollt, um Elmar- Willen buche e» nicht geschehen, denn et wat in ben An-