Marburg, Dienstag, 11. Juli 1876.
XL Zahrgaiz
nimmt entgegen:
Zs WmrWljcht FnluW
welche jedem Volke mit recht theuer sind, heute nicht mehr! im Stande sind, Italien und Deutschland zu entzweien,
Lage»bericht.
Damps-
!n, mit
enstraßt
10,50 L6
Verzögerung zu erkundigen.
Hnr Berner ließ den beiden Frauen sagen, daß sie
110118- (ayer,
104,75 k
>8,25 b.
bare Geschäfte es ihm verlaflen. Zu Mittag Arbeitszimmer bringm, sortgetragen wurden.
Eine unbehagliche, ganzen Tag über im
lscliaft.£r. 159 e«
BÜRG.
Pexter
11715
der 4- bis 5fache dessen, was das deutsche Reich im Maxi mum an seinen Silberkäufen verlieren könnte. Wir wollen
Die Mutter nickte kopfschüttelnd Gewährung, und Elmar, sie stürmend umarmend, rief lachend: „Ach, Mama, wenn doch alle Tage mein Geburtstag wäre, daß ich immer meinen Willen hätte I" und damit wär der kleine Sause« wind zur Thür hinaus. 1
„Das liebe Kind, wie klug eS ist", lächelte die Großmama.
Betrachtet man das Gesammtresultat des nunmehr gerade eine Woche andauernden Kampfes au der Donau, so ergiebt sich, daß die Serben an zwei Punkten türkisches Gebiet besetzt und wahrscheinlich eine kleine Stadt von mäßiger Bedeutung eingenommen haben, auch die Monte- griner konnten mit Umgehung der ihnen gegenüber befindlichen feindlichen Streitkräfte auf feindlichem Terrain Vordringen. Auf ottomanischer Seite beschränkt man sich mit einer einzigen Ausnahme darauf, die seit längerer Zeit befestigte und gut armirten Ccntralpunkte zu halten. Die in das ottomanische Reich einfallenden Fürsten sind offenbar einem offenen Kampfe ausgewichen, und beabsichtigten zunächst durch ihr Erscheinen die insurgirten Provinzen zu ermuthigen und zu neuen Anstrengungen anzufachen. Auffällig ist aber, daß die angeblich so zahlreichen Streitkräfte der Türken, den Feind so ruhig gewähren und ihre Lage zu einer kritischen werden lassen. Eine Erklärung läßt sich für dieses Verhalten nur finden, wenn man sich an die Mitlheilung hält, daß die türkischen Truppen einen viel geringeren Effektivbestand haben, als auf dem Papier angegeben ist und daß es der türkischen Armee an Feldgeschützen fehlt. Die Regierung Abdul Aziz hat alle ihre Mittel und Bestrebungen darauf gerichtet, große und weittragende Festungsgeschütze neuester Konstruktion anzuschaffen — die festen Plätze sind daher für die feindlichen Armeen unangreifbar, während die Türken einem Kampfe im Felde auszuweichen versuchen. Auf diese Weise allein läßt sich der Stillstand in den KrtegSope- rationen erklären.
Daraus umarmte er die Tochter, und Eleonore schauderte unwillkürlich dabei, als sie die Kälte seiner Hand suhlte, mit der er wie segnend ihr Haupt berührte — zum letzten Male, — am andern Morgen fand man die blutige Leiche des weiland Kaufherrn Friedrich Gotthard Berner hingestreckt vor seinem Schreibtische, auf welchem aufge« schlagene Rechnungsbücher und eine Bibel lagen. Er hatte sich die Pulsader durchschnitten und so den Strom des LebenS langsam verbluten lassen; indessen — nicht weit von ihm von den Lippen seines Kindes innige Gebete für fein Glück und Heil zum Himmel aufstiegen — hatten fle~ ihm, wenn auch keine sichtbare Hülfe gebracht, so doch bett langen Todeskampf erleichtert?!
Auf dem Schreibtische lag ein Blatt Papier, das augenscheinlich mit zitternder Hand beschrieben war; der Inhalt lautete:
glücklichen Leichtsinn seines Alters, lheilte sie nicht.
Am späten Nachmittage, als es bereits zu dämmem begann, trat Herr Berner plötzlich, zum Ausfahren angekleidet, in das Zimmer seiner Tochter. Sie konnte, da noch kein Licht angezündet war, die Blässe seines Antlitzes nicht bemerken; er verweilte auch nicht lange und sagte ihr, daß er noch einige Visiten zu machen habe und vielleicht sehr spät zurückkehren werde. Auf ihre besorgte Frage gestand er, daß ihn bedeutende Verluste durch das Fallissement einiger Hamburger Handelshäuser getroffen und ihm sogar noch ferner drohten, er aber noch hoffen dürfe dem feindlichen Geschick die Spitze zu bieten und sich aus der Affaire zu ziehen, ohne feine kaufmännische Ehre zu gefährden.
Das ungarische Amtsblatt vom 1. d. MtS. veröffentlicht einen Erlaß des Ministers des Innern, betreffend das Verbot der Sammlungen und Agitationen für Serbien.
Der serbische Deputirte und Freischaarenführer Glischitz ist über die Mokragora nach Südost Bosnien marschirt.
nicht gestatteten, sein Comptoir zu ließ er sich die Speisen in feilt von wo sie fast unberührt wieder
gedrückte Stimmung herrschte den Hause und nur Elmar mit dem
ffschiffe: '• August. ’• August.
800,
A Hin-
Aus Odessa geht österreichischen Blättern die Nachricht zu daß eS dem serbischen Minister Protitsch gelungen sei, bei dortigen bulgarischen und griechischen Bankhäusern einen Theil der serbischen Staatsanleihe unterzubringen. Die Regierung habe dagegen die offizielle Auflegung einer Subskription an der Moskauer und Petersburger Börse nicht gestattet.
Von der slavischen Grenze wird uns heute gemeldet, daß Ranko Alimpits, nachdem er Bjelina genommen, weiter nach Westen vorgerückt ist und am 6. die an der Save
weil beide durch ebenso aufrichtige wie starke Sympathie und große Nationalinteressen sich geeinigt fühlen.
06,50 b.
s'90
9.00&,
„Fast zu klug für sein Alter", entgegnete Eleonore, „es würde mich das beunruhigen, wenn seine kräftige körperliche Entwickelung nicht mit der des Geistes gleichen Schritt hielte. Aber", fügte sie vom Fenster zurücktretend hinzu, „wo bleibt Papa nur heute, er ist doch nicht gar unwohl I" Und sie zog die Klingel und ertheilte der Jung-
s,Ische Ehe«.
Aue Erzählung aus dem Leben von Ernst v. Waldow.
(Fortsetzung.)
itt-17'„.
lb.87,,|.
Deutscher Reich.
** Berlin, 8. Juli. Der Kaiser ist von EmS nach Coblenz nach seiner dortigen Kur im besten Wohlsein abgereist. Die Begegnung des Monarchen mit dem Kaiser von Oesterreich in Ischl wird nun auch zwei Tage später, als im ursprünglichen Reiseprogramm angegeben, erfolgen; von einem aufgeben dieser Entrevue ist nicht die Rede. — Der Minister des Innern hat sämmtliche Oberprästdenten auf die in Elsaß. Lothringen herrschenden Nothstände aufmerksam gemacht. Der betreffende Aufruf des Reichskanzlers soll durch die Provinzialbehörde eine größtmöglichste Verbreitung finden. — Der Verwaltungsausschuß für die Provinz Brandenburg hat mit Rücksicht auf die dringenden Aufgaben der provinzialständischen Verwaltung beantragt, einen Provinziallandtag für den Monat August zu berufen. Das Ministerium des Innern dürfte, wie man hört, diesem Verlangen Gewährung geben. — Die Einverleibungsfeier von Lauenburg hat in der nunmehrigen Kreisstadt des neuen Kreises in patriotischer Weise stattgesunden. ES werden nun dort die Anwendungen für die speziellen Maßnahmen in der Verwaltung erfolgen. — Die „Nat.-Ztg." wendet sich heute gegen die officiöse Mitlheilung, daß der Landtag die in jener angegebenen Zahl Vorlagen erledigte. Diese Mittheilung war aber der Rede deS Herrn v. Bennigsen entnommen, nur hat die „Nat.-Ztg." jedenfalls nun nochmals den Schluß der Session ohne Thronrede zur Sprache zu bringen. — Der Fall de« Haufe« Abel soll doch eine größere Tragweite annchmen, als anfänglich selbst in Börsenkreisen geglaubt wurde.
DuiSburg, 6. Juli. Heute konstituirte sich hier ein Zweigverein des um Ostern in Kassel gegründeten Realschulmänner. Vereins. Die Tendenz desselben ist bekanntlich, den Realschulen I. Ordnung in ihrer jetzigen Gestalt die Gleichberechtigung mit den Gymnasten zu erwirken. Etwa 150 Bürger der Stadt, unter denen namentlich auch die Majorität des Stadtraths, hatten sich dem Vereine ange« schlossen. Der anwesende Sekretär des Hauptverein« theilte mit, daß derselbe schon jetzt mehr als 600 Mitglieder zähle, unter denen etwa 20 Direktoren von Realschulen I. Ordnung.
Dresden, 8. Juli. Der Kaiser von Rußland ist heute Abend 6% Uhr von Reichsstadt hier eingetroffen und
doch der junge Besitzer all dieser Herrlichkeiten schenkte denselben kaum einen flüchtigen Blick, sein Verlangen ging dahin, sobald al« möglich das Zimmer mit dem Hose zu vertauschen, wo ein kleiner Jockey einen allerliebsten Pony, dessen Besitz deS Knaben lang gehegter und nun erfüllter Wunsch gewesen, am Zügel auf und ab führte.
„Großpapa bleibt so lange, Mama, ich will zu John und dem Pony gehen."
„Jetzt noch nicht, mein Herzenskind," erwiderte die Mutter begütigend, „Du mußt Dich doch erst bei dem guten Großpapa bedanken."
„Das kann ich ja hernach auch thun, antwortete der Knabe und machte ein böses Gesicht.
„Laß doch dem Kinde den Willen und verdirb ihm die Freude nicht", warf die allzu gute, schwache Großmama dazwischen und versuchte, sich etwas aus dem weichen Lehn, stuhle, an den sie ein langwieriges Rückenleiden fesselte, zu erheben, „eS ist ja heute fein Geburtstag, da muß der kleine Schelm schon seinen Willen haben."
>4,00 b.
>46,50 B. i02,60 &
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaae ÄlluArtrtes k,.-*
« *.«W x- SMMrnUr M r so Slt' ÄffÄ " „Wtm Ä, W «I?
8flt in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet. 9 ,P ö 1W VTe*
da die Erinnerung an den Tobten eine laute Fest nicht gestattet hätte; denn wenn auch die Zeit Eleo Schmerz in jene sanfte Wehmuth gewandelt, die Schönheit einen neuen Reiz verlieh, und die äußere derselben gewissermaßen vergeistigte, so hatte sie nicht vergessen gelernt.
22” einem glücklichen Lächeln betrachtete sie jetzt den
. Knaben, das Ebenbild des Vater«, der mit den uuwvyn uh» ,ic zog v« jvtuig« unv engeiue ver "iuna-
frfu ™ en unb tiefblauen Augen ihr die Erscheinung fcr den Auftrag, sich nach dem Grunde der ungewöhnlichen
NAH Verlorenen so lebhaft vor die Seele führte. Verzögerung zu erkundigen.
Ache Geschenke bedeckten die Tische des Salons, in H... C..... .... F...... |Ul)tllf vu„ |lc
■ 6ie F^ilie da« Frühstück einzunehme« pflegte; ihn nicht erwarten möchten, da dringende und unausschieb-
Jah're waren vergangen und hatten für die Personen assner Erzählung viel Leid gebracht.
Der Lebenshorizont Eleonorens von Wessenhagen hatte mchr und mehr umnachtet, und nur selten noch durch- ein tröstliches Sternenlicht die dunklen Wolken, welche 6 selben dräuend umzogen.
ÜlS die arme Frau die Nachricht vom Tode deS Gatten t wähnte sie die Last deS Leben« nicht länger tragen --------i; E nnntn und drohte schier zu verzweifeln, doch hielt sie «mb &r .be ru dem sich lieblich entwickelnden Kinde vor dem >3 25 b' i» trostlosen Gram zurück, und sie beschloß mit ^-•3 R8«m Schwure, der vaterlosen Waise Alle« zu ersetzen, Acti* 'hr «in grausame« Geschick genommen.
Noch hatte sie ja auch die sorgenden Eltern an ihrer
Die italienischen Zeitungen veröffentlichen die Antwort luSwa^ Präsidenten des deutschen Reichstage« v. Forckenbeck :___rof da« Telegramm welches ihm der Abgeordnete Benedetto
g nebst ^iroli im Namen de« FestkomilöS zur Feier de« Jubiläums - " dn Schlacht bei Legnano zugesandt hat. Die deutsche Ration, entgegnet Herr von Forckenbeck, habe dem Inhalt»
Zur Silber-Entwerthung schreibt die „B. Bz.": Die Consequenzen des Preisrückgang« be« Silber« für Deuisch- ______ land lassen sich in zwei wesentliche Punkte zusammenfassen unb zwar erstlich in den Verlust, den da« deutsche Reich «iS dem Verkaufe des durch die Münzresorm überschüssig »erdenden Silbers erleiden wird, zweiten« in die Ent- ■ werlhung der in Deutschland so sehr verbreiteten, auf , 1 Eilberzeichen lautenden Papiere. Der letztere Punkt ist
101L Angesichts be« großen Werthkapitals, welche« in diesen ’ Papieren investirt ist, jedenfalls viel bedeutender al« der öftere; denn wenn auch da« deutsche Reich an dem Über- 1 schüsstgen Silberquantum 100 Mill. Mark verlieren sollte, , »30 übrigen« nicht wahrscheinlich ist, so ist der Verlust, den Deutschland an den auf Silber lautenden Papieren, wobei ausschließlich die österreichischen in Betracht kommen, - erleidet, jedenfalls ein viel bedeutenderer. Man kann wohl nicht mit Bestimmtheit angeben], wie viel von diesen Papieren in Deutschland vorhanden ist, aber man greift kaum fehl, wenn man 2000 Millionen Mark al« da« Minimum
Arwitt»
Juli.
Snjeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte« sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ♦ rneyer in Berlin; Carl Schütz» ter in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
eanei
8ml. montL
q M Met bei dieser Gelegenheit bemerken, daß die obige An- lao'y« »ahme eine« Verluste« von 100 Mill. Mark für die Sil- 1 Frank- berverkäufe des deutschen Reiche« nur in den weitgehendsten [1716 Schätzungen be« verfügbar werdenden Silberquantums ihre lssaaim Endlage hat. Dieser Verlust wird aber unserer Ansicht fLLtjM viel geringer werden. E« ist vor Allem zu betück- 1 1 Üftigen, daß sich da« deutsche Reich einen Gewinn bezw. rfirft ' & Remedium gegen etwaige Verluste au« der Münzreform ' -Mdurch gesichert hat, daß aus je 90 Mark alter Münzen Dampf-100 Mark neue Münzen geprägt werden, wodurch bei einer ihinft Ausprägung von 400 Millionen Mark Silbermünzen sich [32 Gewinn von 40 Millionen Mark herausstellt.
zu vn- idel. 76.
gelegenen etwa 2 Meilen von Bjelina entfernte Stadt
• « - - _ - v,--------,-------- -t— Bertschka besetzt hat. Au« Semlin wird ferner berichtet,
«4 an sie gerichteten Telegramme mit Freude entnommen, daß im Rücken der türkischen Tirnok Armee unter Osman «B ble ruhmreichen Erinnerungen der Vergangenheit, j Pascha ein ausgedehnter Aufstand ausgebrochen sei.
aierfür angibt. Bei dem gegenwärtigen Coutse für öfter freichische Silbergulden, welche vorgestern 155.50 M. an ber U 1 berliner Börse notirten, ergibt sich ein Verlust für bie |t Ä Silberpapiere von über 22 pCt., somit für biefelben im 11,11 Ganzen ein Verlust von minbestens 450 Mill. Mark ober
1050 *#““t 1,1 1“ UUMJ vie kvrgenoen izuern an Ihrer
a'oni k fctm vergötterten Liebling jeden Wunsch an ben ®-25^ "bsahen unb ben schweren Verlust, so gut sie es 3'50 b-6 durch verdoppelte Zärtlichkeit zu ersetzen strebten, tzkvuorens Sohn, ber kleine Elmar, war zehn Jahre b 7* Sttcorben. Sein Geburtstag, ber zugleich ber Todes
Vaters jaar, warb nur still im Kreise ber Familie
02,70 02.80» 3,75 B. 2,86 6. 0,60 6 7,701', 9 25 dv 6,75S.