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Marburg, Mittwoch, s. Juli 1876.
XL Jahrgang
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Augenblicke sich ebenfalls auf das ottomantfche Gebiet ver-
Nachricht bleibt abzuwarten.
gewinde und Moose bis an das tiefblaue Wasser hinunter
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1876.
;g wird erst kurz vor Eröffnung der ReichStogS-Sesston behufs - W Feststellung der Berichte an das Plenum, die nur allgemeinen
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In den Emser Konferenzen soll, wie dem „Momoriol dipiomatique* berichtet wird, Kaiser Wilhelm darauf gedrungen haben, sich mit Oesterreich über die Detailfragen und mit England über die allgemeinen Fragen in Bezug auf den Orient zu verständigen. Rußland solle in Ueber- einstimmung mit dem Wiener Kabinet die militärischen Maßregeln betreffs Lokaltstrung des Aufstandes vereinbaren
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Umrissen schriftlich erstattet werden, wieder zusammentreten. — Nach einem Telegramm der „Nctt.-Ztg." aus Paris wäre General Klapka in türkische Dienste getreten und bereits nach dem Kriegsschauplatz« unterwegs.
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reichen. Ebenso erscheint Sorento. Unsere Kutscher hatten unS zwar gewarnt, uns mit Barken auf das Meer zu wagen, da eS nicht möglich fei, in die Grotte einzufahren, doch war dies nur ein Manöver, damit wir die hin und zurück genommenen Wagen nicht zu lange aufhalten sollten. Aber auch die Schiffer sprachen Zweifel aus, ob wir unser Ziel erreichen würden. Unser Reise Chef machte unS jedoch Muth, indem er auf das ruhige Meer wies und so bestiegen wir denn nach einem klemm Frühstück um 11 lUhr unsere 3 bereit gehaltenen Barken. Mit aller Kraft ruderten je 6 Mann in jeder Barke am Strande entlang. Noch sahen wir nur eine graublau scheinende Insel, aber immer wehr traten die Conturen der einzelnen Gegenstände heran und nach 2 Stunden standen unsere Barken schon vor dem Eingänge der Grotte. — Die Wellen schlugen schäumend an die starken Felswände, indem sie den Eingang bald bis zu 5 Fuß Höhe vergrößerten, bald wieder zu einer kaum paffirbarm kleinen Oeffnung verschlossen. Zaghaft und zweifelnd, daß diese schwarze Felsenöffnung einen so geheimnißvollen Zauber enthalten könne, stiegen wir zu je 3 Personen in ganz kleine kaum 3 Fuß breite, etwa 12 Fuß lange Barken hinein.
Die Schiffer führten diese geschickt bis zur Oeffnung, nun hieß es: „Köpfe nieder*, und husch, husch, waren wir von der Welle hineingespült. Wir wagten nun, aufzustehen und unsere Augen zu öffnen. Welcher Zauber war mit uns vorgegangen. Ist eS Wahrheit, ist eS Traum? — Da schwimmt daS leichte Fahrzeug auf einer krystallklaren hellblauen Fläche, die ein magisches Licht ausströmt und
Meta verleiht dem Bilde einen ganz eigenen Reiz. Zwischen Oliven- und Orangenhainen liegt dieser Ort, angelehnt an himmelansteigende Berge, während zum Meere eine steile
hohen Wölbung einzelne Tropfen in die verschleierte, halb durchsichtige Fluth. DaS Rauschen deS Meeres klang in der Höhle wieder wie verhallende Tön« einer AeolSharfe, nur mächtiger, tröstender. Das Licht der blauen Grotte ist eine farbige Nacht, glanzerfüllt und doch nicht blendend, durch und durch Schatten, aber ein Schatten, in dem alle weichen Töne des Lichts verhüllt sind. Alle» in dieser Grotte ist wunderbar. Die Fische, die hier ein friedliches Asyl haben, spielen selig um dm Nachen des Fischers. Wahrlich, Caprr's blaue Grotte ist das lieblichste Märchen der Schöpfung, daS seines Gleichen auf Erden nicht findet.
Wir vermochten unS lange nicht von diesem Orte zu trennen, aber unser« Schiffer mahnten zur Rückkehr, weS-
Einem in diplomatischen Kreisen citculirenben Gerüchte infolge soll Mukhtar Pascha am 1. Juli der Montenegro Nischen Regierung die offizielle Anzeige gemacht haben, daß er den Befehl erhalten habe, die Grenze zu überwachen und bei der ersten Bewegung montenegrinischer Truppen dieselbe zu überschreiten.
Die Feindseligkeiten zwischen serbischen und türkischen Truppen sind gestern eröffnet worden. Gestern früh über- schritten serbische Truppen die Grenzen und beschossen ein türkisches Blockhaus bei Suppowatz. Wenn die Pforte in der That Willens ist, dm Fürsten Milan als Empörer zu erklären, wird der Fürst Serbiens vollständige Unab- hängigkeit proklamiren.
Die neuesten Depeschen melden, daß der Krieg nicht bloß zwischen Serbien und der Türkei, sondern auch zwischen Montenegro und der Türkei ausgebrochen ist; nach einer Londoner Depesche sollte Montenegro gegen eine Gebietsabtretung sich zur Neutralität verpflichtet haben, sie erweist sich aber als falsch. Auch der Fürst von Montenegro hat sich feierlich von seinem Volke verabschiedet, an die Spitze der Armee gesetzt und schon die Grenze überschritten. Die serbischen Truppen haben bereits die Feindseligkeiten eröffnet.
Vielleicht wäre eS nicht so weit gekommen, wenn daS Cabinet von St. James nicht für gut befunden hätte, in der orientalischen Frage gegenüber den anderen Großmächten eine oppostiionelle, isolirte Haltung einzunehmm. Man scheint in London die Verantwortlichkeit, die man auf sich geladen, bereits zu fühlen, nur so ist di« Nachricht von Meinungsdifferenzen zwischen Lord Derby und dem Premier DiSraeli, in Folge deren Derby seine Demission nehmen wollte, zu erklären. Vielleicht wird man in London noch mehr Reue empfinden, wenn es sich herauSstellt, daß England in der Türkei weiter nichts erreichen wird, als furchtbare Blutbäder.
Mit Spannung dürfte man gerade jetzt der Kaiser» entrevue in Reichstadt entgegensehen; denn der serbischtürkische Krieg berührt die Staaten der beiden Monarchen, welche am 8. Juli mit ihren Ministern der Auswärtigen Angelegenheiten zusammenkommen, zunächst und am meisten.
Deutschland darf dem Kampfe als Unbeteiligter ruhig zusehen und wird den Verlauf des Kampfes ruhig abwarten können; vielleicht ober wird es nicht lange dauern, bis Lord Derby, wenn er noch actio bleibt, die guten Dienste unseres Reichskanzlers nachsucht, wenn die englische Politik auf dem Schlachtfeld« den Kürzeren zieht. Die italienische Diplomatie arbeitet nach einem Telegramm aus Rom in Gemeinschaft mit Deutschland, Frankreich und Oesterreich energisch, um eine Lokalisirung dcs Krieges herbeizuführen. Einige italienische Armee-Divisionen werden auf den Kriegsfuß gesetzt.
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hhand- [1638
Lagesdertcht
Dem „Reichs-Anzeiger" zufolge ist dem auswärtigen Amte die amtliche Meldung zugegangen, knß die chinesische Regierung von der für daS von Piraten geplünderte deutsche Schiff „Anna" geforderten Entschädigung auch denjenigen Theil, dessen Zahlung bis jetzt nur zugesagt war, inzwischen hat auSzahlen lassen. Indem der „Reichs Anzeiger" nähere Mittheilungen vorbehält, konstatirt er der vollständigen Ersolg des von der deutschen Regierung hinsichtlich jcnes Schiffes eingeschlagenen Verfahrens und spricht die Hoffnung a«S, dieses Resultat deS solidarischen Auftretens der Vertragsmächte werde auch die über die Revision der Freund schäft»« und Schifffahrts-Verträge mit China eröffneten Verhandlungen fördern.
Die am 3. Juli, gehaltene Sitzung der Reichs-Justiz- Commission dürste vorläufig die letzte sein; die Commission
Eine Fahrt »ach Capri.
Ein Freund unsere» Blattes, welcher vor einigen Jahren «it einer Berliner Reisegesellschaft Italien besuchte, theilt un» über eine Fahrt nach Capri Folgendes mit:
Wer hörte nicht bereits von der zaubervollen Grotte von Capri, wer fühlte nicht schon den Wunsch, sich auf
Verpflichtung direkt oder indirekt verletzt würde, so behält sich England das Recht vor, seinerseits vorzutreten.
Den Vorgängen an der Donau gegenüber erhält der Pariser Friedensvertrag vom 30. März 1856 namentlich soweit er das Verhältniß Serbiens zur Pforte regelt, er höhte Bedeutung. Die betreffenden Artikel in dem Friedens- Verträge, welchen Preußen, England, Frankreich, Oesterreich, Rußland, Sardinien und die Türkei unterzeichnet haben, lauten: Art. 7. Bon dem Wunsche geleitet von den Rechten, welche ihr in dem Fürstenthum Serbien zustehen, nur in den zu ihrer eigenen Sicherheit nothwendigen Grenzen Gebrauch zu machen, wird di« hohe Pforte in den befestigten Punkten, welche sie besetzt hält, nur der Ausdehnung dieser Plätze entsprechende oder zu ihrer Verthei- digung nothwendige Truppenmengen unterhalten. Art. 28. DaS Fürstenthum Serbien fährt fort, der Pforte unterthan zu sein in Uebereinstimmung mit den kaiserlichen HatS, welche seine Rechte und Pflichten bestimmen, wird aber künftighin unter die Kollektivgarantie der vertragschließenden Mächte gestillt. In Folge dessen behält das Fürstenthum seine unabhängige und nationale Verwaltung, seine volle Kultus-, gesetzgeberische, Handels- und Schiffsahrtsfreiheit. Art. 29. DaS Besatzungsrecht der hohen Psorte, wie es sich in älteren Reglements stipulirt findet, wird erhalten. In Serbien kann keine Intervention mit bewaffneter Hand ohne vorgängige Uebereinstimmung mit den hohen Vertragsmächten stattfinden."
Die türkische Regierung hat, wie wir erfahren, in Ungarn eine beträchtliche Anzahl Pferde auskaufeu lasten. Ein Spezialcommistar ist nach Rustschuk gesandt worden, um den Transport in Empfang zu nehmen und zu mustern.
Die „Correspondanee Orientale" meldet, daß am 26. Juni etwa 20 Krupp'sch« Kanonen über Antwerpen in Konstantinopel eingetroffen seien. Dieselben find sofort nach den Festungen an der Küste deS schwarzen Meeres und an den Dardanellen geschafft worden.
Neuesten Nachrichten zufolge, welche französischen Blättern zugehen, ist das Fürstenthum Rumänien durch einen geheimen Vertrag mit den Fürstenthümern Serbien und Montenegro verbunden und hat die Mobilistrung seiner Streitkräfte angeordnet. Außerdem wird noch behauptet, daß eS wegen einer Kriegsanleihe unterhandelt und eine Anzahl bulgarischer Komitös unterhält, welche in einem geeigneten
Auf das mit dem 1. Juli begonnene britte
Quartal der
Merhessischen Zeitung sowie des
Mustrirten Sonntagsblattes ersuchen wir die Bestellungen bei den Postanstalten baldigst machen zu wollen, um noch
vollstLndige Exemplare
»n,eigen nimmt entgegen: Hit Expedition d. Blatte», foDie die Annoncen-Bureaux pOn Th. Dietrich & Co. in ikaffel und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt a. M.; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leipzig, Eöln rc; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc-
Anzeigen nimmt entgegen: die (Sxpebition d, Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- ▲ menet in Berlin; Carl Schütz- ▼ ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Auch unser Sehnen ging dahin, denn unser Reise Programm hatte unS diesen Genuß verheißen. Nachdem wir daher vom Krater des Vesuvs zurückgekehrt und einen Rasttag in Neapel gehalten, begaben wir uns am gestrigen lct£ur, tage nach Castellamare zur Eisenbahn, bis zu welcher uns I Mark Eöagen, die unser Hotel seit unserer Anwesenheit in Neapel beständig umlagerten, gebracht hatten. In einer Stunde vXlrenLwir in Portici, Torte bei Grero und Annunciata vorbei,hindern wir zur rechten Seite prachtvolle Blicke über bas Meer genossen, während sich uns links der mächtige kifchenkegel mit einer starken Rauchwolke präsentirte. In Castellamare bestiegen wir 4sitzige von je 3 Pferden ge- । iOflene Wagen und in sausendem Galopp, als gelte eS eine j Fahrt nach bet Hölle, ging eS davon. — Trotzdem ein , ' feiner Regen fiel, boten sich un» auf der Fahrt so wunder- । . voll schöne Bildet, daß wir unsere Wagenbecke nicht herab- i Wagen ließen. Der Weg wendet sich von Castellamare < °® Rande de» Meeres entlang, bald an steilen Felswänden Grüber, bald prächtige Orangerien, herrliche Thäler und i Ortschaften durchschneidend. — ES gibt nur wenig Punkte i brr Erde, welche die Natur so verschwenderisch auSgestattet i lat al» dieses Stück Land, wo Himmel, Wasser und Erde i vereinen, um ein Panorama zu bilden, wi« «S keine ! ----< Achstlerhand wieherzugeden vermag. Besonders die Stadt I
Erscheint tSglich außer den Werktagen nach Sorm- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonntaaSblatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerer) bezogen 2^ Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche» 2 Mark 50 Pf», iexl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr Wr die gesvalteneZeilelO Pfa ________________________________________in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Psg. berechnet. *
alle Gegenstände silberartig färbt; wir steckten den Finger, alSdann die ganze Hand in das räihselhafte Waffer, da . _ _ , scheint eS, al- sei sie von einem silbernen Panzer umgeben.
Felswand hinabsteigt, von deren Abhängen grüne Epheu- Ein Schiffer kleidet sich vor unseren Augen aus und geht nnh TOnnb m« n« hn« tipfhin.» 61«,.».-- in's Masset; auch et scheint aus einmal einen fiibergrauen ' Panzer angelegt zu haben und doch trägt er keine Kleidung. 125 Fuß weit erstreckt sich die Höhle in das Innere, ihren Estrich bildet daS 60 Fuß tiefe Meer. Das Ganze bietet einen zauberhaften Anblick. Magisches Azutdunkel, Anfang« von mattblauem Dämmerdunst durchwoben, der mit jeder Secunde durchsichtiger, hellstrahlender, farbenglühendet wird, erfüllt die Höhle durchweg und übergießt Gestein, Wellen und alle anderen Gegenständ« mit phosphorartigem weichen Flimmerglanz. Man glaubt, in einem Meer von tiefblauem Feuer und ätherisch leuchtenden Flämmchen zu schwimmen. Wie aus stahlblau glänzenden Schmetterlingsflügeln gebildet, wölbt sich hoch oben die aus Kalkfinter phantastisch geformte Decke. Bei längerem Verweilen vernimmt man aus der Tiefe der Grotte ein Säuseln und Tönen, das zu melodischen Lauten, wie Zaubergesang der Sirenen anschwillt. Seltsam wimmernd fallen von der
______ dem blauen wenig welligen Spiegel unter dem blauen ftei r wird »rrnen Gewölbe, welches die Natur so räthselhast schuf, zu
schaukeln?
unb mit dem britischen Kabinett wegen Beobachtung der
■ Neutralität sich arrangiren; daS ist di« Ansicht des deut- «Hytuvuuc piy tvruiuu» uu, um» Buvummji^c vrr- schen Kabinett. England gegenüber ist Rußland die for- breiten sollen. — Eine Bestätigung dieser sensationellen melle Verpflichtung eingegangen, in dem Kampf zwischen Nachricht bleibt abzuwarten.
Serbien unb btr Pforte neutral zu bleiben. Wenn biese ------------