Marburg, Sonntag, 2. Juli 1876.
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Die beiden Häuptlinge der Spachen, sowie die sechs gleichmäßig schön gebauten Männer brsitzen, da sie ihren «testen Krieger traten nun bei Seile und pflogen Rath, Pfad fast tanzend verfolgten, der den Matrosen, trotz ihrer s«genscheinlich in Betreff der Gefangenen, was man aus Sättigung ungemein schwer wurde wegen der Schnelligkeit, Men Blicken und Geberven entnehmen konnte. Derselbe > womit er zurückgelegt wurde. Die enganliegenden Wämmscr *^erte jedoch nicht lange, da trat der erste Häuptling zu '■ unb Beinkleider von vorzüglich gegerbter Büffelhaut hoben
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Um sich weiter um die am Boden Liegenden zu kümmern, setzte sich der ganze Zug ostwärts in Bewegung, worauf der Häuptling und hinter diesem einzeln Mann für Mann, so daß das Corps einer langen Schlange glich, in deren Mitte die Brüder eingeschoben waren. Erst jetzt war eS denselben möglich, ihre Erretter näher in Augenschein zu nehmen. Welche Muskelkraft mußten diese fast
dieser Selbst-Execution ein Schlag ein wenig herber viel als der andere, und nach Beifluß von noch nicht fünf Minuten mußten James und Red hell auslachen, als sie sahen, wie die gelben Teufel mit solcher Wuth aufeinander loShieben, daß die Fetzen davon stoben. Bei den Apachen verzog sich während dieses Actes keine Miene. Erst als Einer nach dem Andern dieser Spitzbuben vor Erschöpfung zu Boden fiel, und mit dem Letzten derselben das Schauspiel endete, erhoben sich die Braunhäute, während der Häuptling zu den Brüdern sagte: „Jetzt haben diese Schufte genug von unö, das Ucbrige mag die Steppe thun. Ihr Bleichgesichter, sucht Eure Eigenlhümer aus den diesen Hal- tunken abgepfändeten Gegenständen heraus und alsdann folgt uns."
kommt, auch Südungarn und Dalmatien in Mitleidenschaft gezogen werden? Im südlichen Ungarn wird tapfer gewühlt, in Wien und Pesth ist man auch nicht ganz ohne Besorgnisse, aber es wird behauptet, die Nachrichten über die Erfolge dieser Agitation der Serbophilen würden sehr übertrieben, um den Aengstlichen Muth zu machen.
Die S ch w e i z beging am 22. v. MtS. auf dem Schlacht- felde 6d Murten den vierhunderijährigen Gedenktag des Sieges über die Burgunder als Nationalfest.
Die italienische Dcputirtenkammer ist in die Be- rathung der Eisenbahnvorlage eingetreten und hat die drei ersten Artikel der Baseler Convention, sowie den 4. und 5. Artikel in der Regicrungsfassung (die Zusatzanträge) und sodann das ganze Gesetz mit 344 gegen 35 Stimmen angenommen. Der König Victor Emanuel hat sich nach Turin begeben. Der Papst hat am 26. v. M. Consistorium gehalten und darin mehrere Erzbischöfe und Bischöfe ernannt.
Seit der Wahl Buffet'S zum Senator, ja, eigentlich schon seit dem Tode seines Vorgängers Ricard, ist in Frankreich ein Stillstand in dem aufrichtigen Versuche mit der rcpublikanischen Verfaffung cingctreten. Zuerst sand Gambelta, der republikanische MäßigkeitS Apostel, sich durch den 16. Juni veranlaßt, den radikalen Regionen der Deputirtenkammer wieder näher zu treten; sodann fand Broglie eS an der Zeit, von Neuem mit seinen Rückschrittsbewegungen wieder offener an's Tageslicht zu treten; in Folge deffen wurde iw Elysöe Unmuth gebraut, doch den Forderungen des Ministers des Innern entsprochen. DaS Cabinet, das vor dem 16. Juni guten MutheS war, wird mit jedem Tage unsicherer und macht sich auf eine Niederlage im Gemeindegesetze gefaßt, da die Mehrheit der Dcputirtenkammer auf ihren Forderungen in Betreff der Ernennung des Maires besteht, während Marcöre diese Ernennung für alle Hauptorte, sowohl in den Departements und ArrondiffementS, wie in den Cantons in Anspruch nimmt und hierbei ganz enischieden Mac Mahon'S Absichten entspricht. Soll bei diesem Streit nicht die CabinetSfrage gestellt werden, so ist dies dagegen der Fall bei dem Wad dington'schen Gesetze, in welchem das Ministerium dem Senate gegenüber solidarisch und unter der Fahne der Vertrauensfrage auftreten wird, wenn im letzten Augenblicke nicht auch hier anders beschlossen wird. Fiele Wadding« ton'S Gesetz und mit ihm das Cabinet Dufaure, so würde, wie die Linke durch ihre Blätter drohen läßt, die Deputir-
Nach Verfluß von acht Tagen, während welcher Zeit eS an Wildprett und Waffer nie fehlte, zeichnete sich end« lich von dem ewigen Einerlei der höchstens dann und wann von einem See und Flußgabcl unterbrochenen Steppe am Horizont eine gebirgsartige Erhöhung ab. Es waren die Green Mountain, an deren Fuß man am folgenden Tage anlangte. Hier befand sich das Apachendorf, und schon meilenweit waren die Weiber und Kinder den Männern entgegengeeilt. Den beiden Brüdern wurde eine eigene Hütte angewiesen, vor welcher ein schöner klarer Bach vor- beistlömte, der eine der Quellen deS Rio Roxo bildete. Die schönen Kronen der Sykomore, sowie Eichen- und Wallnußbäume gaben den erquickensten Schatten, waS neben dem wilden Honig, welchen man in deren Stämmen fand, diesen Ort im Verhältniß zur Steppe in ein Paradies verwandelte.
Die Gasifreundschaft der Apachen gegenüber den Matrosen war unerschöpflich. Die besten Stücke deS Mahles waren für sie; die schönsten Mädchen bemühten sich, in Dienstangelegenheiten einander zu überbieten. Und wenn in London nicht eine besorgte Mutter dieser zwei von den Naturkindern so wohl Aufgenommenen geharrt hätte, wer weiß, ob sich Red und JameS jemals aus dieser so angenehmen Lebenslage wieder herausgerffsen hätten. Mit aufrichtiger Trauer sahen die Apachen nach acht Tagen ihre ihnen lieb gewordenen Freunde scheiden, und ein Detachement derselben gab ihnen daS Geleit bis zur nächsten Hafenstadt.
Sechs Monate später lagen die Vermißten munter und gesund in den Armen ihrer Mutter. Dieselbe brauchte fortab nicht mehr zu spinnen, denn die reichen Geschenke der Apachen in Gold und edlen Steinen reichten hin, um dieser vom Schicksal schwer Geprüften ein sorgenfreies Alter zu bereiten.
James und Red mürben ein Paar tüchtige, unerschrockene Seefahrer, ble weder Sturm noch Wellen scheuten, aber vor Einem fröstelte sie doch, und dies Eine war — die Steppe.
tenkammer das Budget nicht mehr in der jetzigen Sommer- Session erledigen.
Spanien genießt nun wieder das Glück, eine gesetzlich anerkannte Verfaffung zu besitzen. Mit 127 gegen 11 Stimmen erfolgte am 22. v. Mtö. die endgültige Annahme derselben durch den Senat.
Obwohl der letzte Parlamentsmonat naht und noch ganze Berge unerledigter Arbeiten entgegenstarren, bildet jetzt im Westminsterpalast die auswärtige, nicht die innere Politik den wichtigsten Gegenstand der Tagesordnung. Lord Derby, Herr DiSraeli und einige Unterstaatssekretäre haben eine Reihe von Anfragen zu beantworten gehabt, auS denen allerdings neue Aufschlüffe nicht zu gewinnen waren, die aber klar genug erkennen ließen, daß die Haltung der Regierung in der orientalischen Frage die fast ausnahmslose Billigung der Landesvertretung findet.
In Brüssel ist am 26. v. MlS. die internationale Ausstellung für Gesundheitspflege und Rettungswesen vom Könige der Belgier feierlich eröffnet worden.
Die Serben rrollen durchaus auf die Türkei loS» schlagen, obschon ober weil sie kein Gelb mehr in der Tasche haben. Mit dem der Pforte schuldigen Tribut sind sie schon seit 18 Monaten rückständig; eine Anleihe bringen sie nicht zu Stande; es bleibt ihnen nichts mehr übrig, als eine tüchtige Rauferei. Alle Beamtengehälter werden verringert ; wer irgend in der Civilverwaltung entbehrt werden kann, wird ins Heer eingereiht. Zwei Armeen rücken an die Gränze zur Drina und westlich von der Morava, eine drille stellt sich dem türkischen Lager von Nisch gegenüber. Die Türken sind auf einen Angriff gefaßt und gewappnet; Abdul Kerim hat dort den Oberbefehl. Auf serbischer Seite commandiren der (vordem russische) General Tschernajew und Zach.
Die rumälrischen Kammern sind auf den 2. Juli zu einer außerordentlichen Session einberufen worden. Die Deputirtenwahlen sind überwiegend liberal ausgefallen.
Brief. 1021
1021 98$ 98
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Ei» Steppe«,vilp.
Bon C. Stimmet.
(Schluß.)
Obgleich James so wenig wie Red etwas davon hörten, so zeigte sich doch der feine GehörSflnn des Apachen als richtig, denn wenige Minuten später tauchte die vorher auS- gesendete Expedition aus dem Grase hervor, in ihrer Mitte zwölf verwildert und verbiffen grimmig auSschauende M xi lauer mit sich führend. Alle erhoben sich, und der Häuptling trat den Ankommenden entgegen, mit dem Führer deS StreijcorpS einige Worte wechselnd. Nachdem er dann die Gefangenen geringschätzend, verächtlich gemustert, wendete n sich zu James und fragte: Ob der weiße Binder in diesen Menschen die Räuber ihrer Jagdgeräthschaften wieder »kenne. JameS bejahte, da rr namentlich Einem der Kerle genau bet der Plünderung in das Gesicht gesehen. Es dlieb aber auch kein Zweifel, da die beiden Flinten der Lrüder, sowie deren Decke und sonstige Utensilien unter dm den Mexikanern abgenommenen Gegenständen sich be fanden.
vollständige Exemplare zu erhalten.
Lage-bertcht.
Der Gewerbebetrieb im Umherzlehen ist gegenwärtig Gegenstand einer Untersuchung im Justizministerium. In §. 57 der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 werden die Fälle aufgezählt, in denen die Ertheilung des Legitimationsscheines zum Gewerbebetriebe im Umherziehen versagt werden darf. Nach den Bestimmungen dieser Gesetzesstelle kann der LcgitimationSschein nur auf zwei Jahre
die, schönen- Proportionen der Gliedmaßen nur noch mehr hervor. Die fast weibisch zierlichen Füße der Apachen bedeckten MocassinS, die man bei unö als Kunstwerke weiblicher Handarbeit bewundern würde. Die Bewaffnung dieser schweigend dahinschrcitenden Schaar war verschieden. Einige besaßen Flinten, Andere Büchsen, Carabiner, Bogen, doch alle trugen an dem Lebergürtel hängend ihren Tomahawk.
Daß diese Söhne der Steppen in ihrem Revier trotz fehlender Wege und Zeiger vollständig Bescheid wußten, bewies, daß mau sich gegen Mittag an einer Gabel des Gren River befand, und zwar genau an der Stelle wo unter dem Laubwerk einiger niedrigen Magnolien mehrere leichte CanoeS zur Ucbersahrt versteckt lagen.
Pslttifche Wochkn-Neherficht.
Die letzten Tage brachten mehr und mehr beunruhigende Zweifel, od die FriedenSmahnungen der Mächte unb besonders deS Kaisers von Rußland in Belgrad Gehör gefunden haben, wie man noch vorige Woche gern angenommen hätte. Das deutsche Panzergeschwader ist am 25. d. MtS. vor Salo- nichi eingetroffen. — Fürst Bismarck liegt in Kissingcn seiner Cur ob, und nur seltene Kunde bringt von bett in die Oeffentlichkeit, doch soll sein Befinden im Ganzen befriedigend fein — Die lange Session des preußischen Landtages ist am Freitag Mittag durch den Finanz Minister geschloffen worden. Nachdem daS Herrenhaus die Siädteordnung in sehr vielen, bald mehr, bald weniger wichtigen und das ZuständigkeitSgesetz in wenig.», aber doch einigen sehr wesentlichen Punkten gegen die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses abgeändert hatte, hat das Abgeordnetenhaus das Zustandebringeu der Stäbteordnung für diese Session ganz aufgegeben unb bie einfache Heist.llung seiner früheren Beschlüsse beschloffen, bagegen ober bei dem Zuständigkeitsgesetze, dessen Zustandekommen für den Fort- gong des gefommten BerwaltungSresormwerkeS von der größten Dringlichkeit ist, einige VeimittlungSanträze angenommen, für welche die Zustimmung der Regierung unb bie Annahme burch daS Herrenhaus burch en dlov-Annähme erfolgt ist. — Die Session des bayerischen Landtages ist durch Allerhöchstes Decret bis zum 12. Juli verlängert worben.
Die innere Politik ruht in der habsburgischen Monarchie fast gänzlich, die auswärtige beherrscht augenblicklich die ganze Lage. Will und wird Serbien losschlagen, und wird, wenn «S auf der Balkanhalbinsel zum Raufen
91 uf das mit dem 1. Juli beginnende dritte
Quartal der
Merhessischen Zeitung
sowie des
Zluffrirten Sonntagsblattes ersuchen wir die Bestellungen bei den Postanstalten baldigst machen zu wollen, um noch
Erscheint täglich außer den illlerktagen nach öonit* unb Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen Beilaae Rlliittrirteft K .....
----- « «-".»>-« b« tatl«™ 2 Wart 5." K'WÄ’lSSS??* X® 1»U *'* gut IN der Expedition zu erthe,lende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 yfg. berechnet.
■ f Anzeigen nimmt entgegen: j die Expedition d. Blatte», I sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in gaffet und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; S" stein & Vogler in irt a. M, Berlin, Leip- In ic; Rudolf Moffe w Berlin, Frankfurt a. M. k.
Anzeigen nimmt entgegen: bie Efcheditton b. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ▲ mever in Berlin; Earl Echüß- ” »er in Hannover; E. Schlotte in Bremen.
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eitung
übrigen Kriegern, gab einen Befehl, worauf dieselben hohe zähe Grab mit ihren Meffern an den Wurzeln ^schnitten und zu dichten festen Strähnen in der. Dicke *ideS Kinderarmes flochten. Als sie zwölf solcher Jnstru- Arute fertig hatten, prüfte der Häuptling dieselben, unb dessen Hand gingen sie in die der Mexikaner über, "v° denen jeder eines dieser etwa vier Fuß langen Geflechte Welt. Nun mußten sie sich in zwei Schritte Entfernung bvn einander paarweise in gerader Linie aufstellen unb auf von den Apachen gegebenes Zeichen auf einander los bügeln. Natürlich wollten sich die Strolche zuerst nicht x ''he thun und schlugen daher Einer auf den Andern ziem- LJ «ch sanft. Mit der Zeit aber traf eS sich doch, daß bei