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Lite zu Hünfeld und der Ober-Lazarethgehülfe, Sergeant 'Sari Felsch vom 2. Thür. Jnf.-Reg. Nr. 32 zum Kreis- bvten bei dem Königlichen Landrathsamte zu Hersfeld er nannt worden. Der Dr. med. Ernst Ungewitter hat ach als praktischer Arzt in Rotenburg niedergelassen. 5)er Kreissekretär Pietz bei dem Königlichen Landrathsamte in Fritzlar wird nicht vom 1. Juli, sondern vom 1. Oktober c. ab in gleicher Eigenschaft an das Königliche Landraths- aoit in Ziegenhain versetzt.

Kttlda, 28. Juni. Dieser Tage wurde ein auswär­tiger GenSd'arm, welcher, um einem Vergehen auf die Spur ,u kommen, einem Knaben eine Ohrfeige gegeben hatte, von seiner Dienstbehörde zu einer einwöchigen Arreststrafe vernrtheilt Wie man auS zuverlässiger Quelle vernimmt, soll die Absicht vorliegen, in aller Kürze die Station Elm !u umgehen und einen birecten Schienenweg von Flieden nach Schlüchtern herzustellen. Das eigentliche Motiv dafür soll in der großen Gefahr des baldigen Einsturzes der Eimer Bahnhofsgebäude, deren Errichtung auf fast 300,000 Thlr. zu stehen kommt, liegen. Dieselben sind nämlich zu­meist auf los aufgeschüttetes Erdreich gestellt und haben nach und nach in bedenkenerregender Weise gesenkt. Morgen früh rückt die dahier garnisonirende reitende Feld­batterie zu ihren alljährlichen zu Griesheim stattfindenden mnteß Schießübungen aus. (H. M.)

Eschwege, 23. Juni. Der heutige Tage brachte uns eine Feier, welche nicht blos für unsere Stadt von ! des hoher Bedeutung ist, sondern auch für weitere Kreise von Interesse sein dürfte. Es fand nämlich die feierliche Grund­steinlegung zu dem neuen Realschulgebäude statt, dessen Er­richtung schon lange erstrebt, aber durch die Ungunst der Verhältnisse immer wieder hinausgeschoben ist. Ueber die­selbe wirb berH M." berichtet: Der staatliche Zug der Schüler bewegte stch um 3 Uhr unter Führung bes LehrercollegiurnS nach dem Bauplatze, wo er von dem Kuratorium, den städtischen Behörden, der Geistlichkeit und einer zahlreichen Versammlung empfangen wurde. Gesang und der Veranlassung entsprechende Reden ber Herren Land-

dem

>rgen men- Pro sind

rath Groß als Borfitzenben, bes EnratoriumS, Bürger­meisters Gebharb und Direktor Dr. Kießler und ein Gebet des Herrn Metropolitan Gonnermann gaben der Feier eine erhöhte Weihe. Die üblichen Hammerschläge lhaten unter Segenswünschen der den Bau leitende Bauinspektor Arend und die Mitglieder des Curatoriums. Das Gebäude,

ntion welches auf dem weithin flchtbaren KarlSberge errichtet meur «wird und eine Zierde der Stadt zu werden verspricht, wird

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nten- in Rohbau ausgeführt, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, Eon- daß es noch in diesem Jahre unter Dach kommt und im

amm nächsten Jahre bezogen werden kann. Unsere höhere Schule, sür^welche im Jahre 1840 mit nur 56 Schülern in 3 Kl ass n reuen «öffnet wurde und jetzt in 6 Real-, 4 Progyrnnastal- und 2 Vorschulklassen 275 Schüler zählt, wird dann ein Schul­gebäude besitzen, welches allen Anforderungen genügt, würdig b« Stadt, welche der commerciette, industrielle und geistige

gesehen von der nächsten Umgebung der Orte, wo sie nisten,

tseht, werde :aat« ramm

dies- l-frel» Sept, welche ' desi s. bi-

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Mittelpunkt des schönen Werragaues ist. Wenn die heutige Feier gezeigt hat, daß die städtischen Behörden kein Opfer scheuen, um für die geistigen Bedürfnisse der Stadt zu

schattigen Laubgänge ihn zum Lieblingsplatze der ganzen Gegend machen, nunmehr auch aus freiwilligen Beiträgen ein geschmackvolles Gebäude errichtet wird, welches nicht blos eine geräumige Halle zur Aufnghme der Besucher, sondern auch die nöthigen Räume für eine Restauration enthalten wird und wahrscheinlich noch in diesem Jahre ber Benutzung übergeben werden kann.

Bon der Lahn, 26. Juni, schreibt derR. C.": Man tst eS jetzt gewohnt, daß von Amt und Polizei auS Gründen der öffentlichen Ordnung ein wachsames Ange geführt wird über kirchliche Umgänge, Processtonen, Wall-

tragt. leichek ! biS- joroii tagen c vor

st her sahrten, bisweilen selbst da, wo solche recht harmlos aus- ; Per treten und man den Eifer dagegen nicht recht begreift. Um unwn f° mehr darf man den Eifer dieser Behörden wohl aus ein t vki Stück wirklichen Unfugs und auf eine Landstreicherei ans- xreis- merksam machen, die eine große Landplage ist, und ihre Bau ^>Üfe und Wachsamkeit dagegen aufrufen. Es find die

sorgen, so hat stch auch neuerdings der Gemeinsinn der Bürgerschaft ein ehrenvolles Zeugniß ausgestellt, indem mau lunferm schönen Leuchtberge, dessen herrliche Aussicht und

y<r, »agabunbitenben Zigeuner (auf bem LaubeHeiden" ge­nannt) gemeint. Die Städte haben weniger darunter zu leiden, denn sobald sie in deren Weichbild erscheinen, sitzt ihnen die Polizei als force majeure auf den Fersen, bis sie baldigst das Gebiet wieder geräumt haben. Desto mehr spürt sie das Land, wo dieser starke Arm fehlt. Ganz ab-

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und wo sie eine beständige Plage und der Schrecken und die Aussauger der Gegend sind, erscheinen sie auch sonst Überall ironJ !m Lande al» ganze Karawanen mit Kind und Kegel, zelten e @e ü» Freien, durchstreifen nun von dem Lagerplätze aus

Fulvi könig suchet >ienst Land eyseN übel kret« ung» i ust riatS testet

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mehrere Tage lang die umliegenden Orte, von Raub und Bettelei sich nährend, und machen die ganze Gegend un sicher. Abgewiesen werden ste fast nirgends, theils aus Schrecken vor ihnen und ihrem wilden Aussehen, theils »m ihrer zudringlichen Unverschämtheit willen. Namentlich miffen ste auszunutzen, wenn ste nur Weiber ober Alte im Hause antreffen (was im Sommer auf bem Laube oft bottommt), benen es nicht gelungen ist, vor ihrem Ein­bringen Thür und Thor zu verschließen und oft parla Mentiren ste auch da noch lange durch Thür und Fenster hindurch und wanken und weichen nicht bis ihnen der Tri­but entrichtet ist. Und ste begnügen sich nicht mit einem Bettelrund gang. Der Wohnort deS Einsenders wurde ver-

rath 8»ngene Woche drei Tage lang Morgens in aller Frühe

(Nachts wahrscheinlich auch), Mittags und Abends von solchen Gesellen heimgcsucht. Dabei fällt cs ihnen gar nicht ein, stch zu irgend welchen Arbeiten anzubieten (eS sei denn zu Wahrsagungen) als Vorwand zur Bettelei (und womit ste wohl der Behörde gegenüber ihre Land­streicherei rechtfertigen), sondern ihr erstes und letztes ist Bettel. Alles ist ihnen dabei recht und sie Helsen einem durch Aufzähleu besten, was in ihrem eigen« zu dem Zwecke mitge- brachten Schnappsacke verschwinden könnte, aus der Verlegen­heit. Brod, Eier, Speck, Hüte, Schuhe, Geld rc. und einen frischen Schnapstrunk verschmäht nicht Männlein noch Weib­lein. Haben ste daö Eine, dann begehren ste auch das Andere; denn Bescheidenheit steht nicht in ihrem Wörterbuche und statt Dankes haben ste oft noch Klagen, wenn ihnen die Gabe nicht genügend dünkt. Werden sie aber ja einmal abgewiesen, bann weichen ste nut energischen Drohungen und deutlichen Handbewegungen und verlassen auch bann nur bas Haus brummend, knurrend, scheltend und drohend und erfüllen noch die Straße mit lärmendem Raisoniren. Alles was nicht nied- und nagelfest ober traiisportunfähig ist, ist bei ihrem Erscheinen schleunigst in Sicherheit zu bringen. Obgleich es gesetzlich bestimmt und von der Regierung Der fügt und wiederholt eingeschärft ist, daß unter keinen Umstän. den Kinder (zumal schulpflichtige) beim Herumziehen mitgenom­men werden dürfen, kann man solche doch immer bei ihnen sehen; sie werden redlich auf das Gewerbe eingelernt und angewiesen und ste namentlich und die Weiber betreiben das edle Handwerk des Bettelns und Stehlens. Wäre es nicht endlich an der Zeit, daß die Behörden ein Einsehen hätten und diesem Unfug gründlich steuerten? Die Sicherheit der Bürger und Handhabung ber Ordnung verlangen eS dringend. Im Uebrigen aber ist allen Betheiligten ener­gische Selbstwehr anzurathen, indem ste diesem Gesindel alle und jede Unterstützung rundweg verweigern, was, wenn eS allgemein geschähe, jedenfalls feine günstige Wirkung nicht verfehlen würde. Doch ist aus besagten Gründen wenig darauf zu hoffen.

Bsm Landtage.

Berlin, 29. Juni 1876.

DaS Herrenhaus war heute den Verhältnissen nach ziemlich zahlreich versammelt. Eine im Laufe der Sitzung angestellte namentliche Abstimmung ergab die Anwesenheit von 63 Mitgliedern. Ein Theil ber Geschäftsordnung wurde in der einfachsten Weise ohne Debatte erledigt, so ber Gesetzentwurf betteffenb bie Erhöhung des Maximal­unterstützungssatzes der Krieger aus den Jahren 1813/15, sowie die Vorlage betreffend die Entschädigung deS Kron- fideikommißfonbS für die Herrschaft Schwedt. Hinsichtlich 0(6 Gesetzentwurfes betreffend die Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst, insbesondere waS die Ernennung ber Landräthe betrifft, war bas Abgeordnetenhaus dem Herren- Haufe entgegengekommen, indem es die Bedingung der ersten juristischen Prüfung unter gewissen Voraussetzungen fallen ließ. Das HauS hat von bem § 10 ben zweiten Absatz gestrichen, im Uebrigen ist eS den Beschlüssen des Abgeorb- netenhauses beigetreten. Zu dem Gesetzentwurf betreffend bie Umzugskosten der Staatsbeamten hatte der Vicepräst- dent des StaatSministeriumS, Camphausen, selbst die Bitte gestellt, den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses nicht bei zutreten, sondern bei den früheren Beschlüssen zu bleiben, was auch geschah. Hinsichtlich der Städteordnung folgte das Herrenhaus dem Beispiel des anderen Hauses, eS blieb bei den früheren Beschlüssen. ES kam dabei zu einer kleinen Philippika gegen das Abgeordnetenhaus, zu welcher ber Referent Herr Hasselbach unb Herr Dr. Beseler Beiträge lieferten. DaS Kompetenzgesetz veranlaßte eine längere Debatte, an ber sich außer dem Referenten Grasen zur Lippe ber Minister deS Innern Graf zu Eulenburg, Herr Hodrecht und Geh. Rath Baumstark betheiligten. Der Referent beantragt, ben Beschlüssen des Abgeordnetenhauses nicht beizutreten, während Herr Hobiecht vorschlägt, den Gesetzentwurf in der Fassung des Abgeordnetenhauses an- zunehmen. Geh. Rath Baumstark wünscht die Abstimmung en bloc In der Abstimmung ergibt sich eine überwiegende Mehrheit für die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses. Der Gesetzentwurf betreffend die Errichtung von Rathsstellen bei dem Oberverwaltungsgerichte wird ohne Debatte ange­nommen. Zum Schluffe verliest der Präsident ein Schreiben de« Vice - Ministerpräsidenten Camphausen, nach welchem morgen Mittag 12 Uhr der Schluß der Session stattfindet. Mit den üblichen gegenseitigen Danksagungen und einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König schließt die Sitzung um 31/4 Uhr.

vermischtes.

London, 26. Juni. Aus der Themse zwischen Putney und Mortlake fand am Sonnabend Nachmittag das inter­nationale Wettrudern zwischen den Ruderclubs von London und Frankfurt a. M. statt. Das aquatische Schauspiel wurde von prachtvollem Wetter begünstigt und wohnten demselben auf beiden Ufern der Themse große Menschen maffen bei. Auf einem bet Dampfer,, welche der Regatta folgten, befanden stch ber Marineminister Ward Hunt, der Minister des Innern, Croß, Oberst Henderson, der Poli­zeipräsident von London und mehrere Mitglieder der deut­schen Botschaft. Die deutschen Ruderer erregten durch ihre muskulöse Erscheinung die Bewunderung der Menge. Die Frankfurter Mannsch fit hatte die beste Position an der Midblesex-Seite des Flusses. Sie ruderten auf fixirten Sitzen, während das Londoner Boot mit d-n neuesten Verbesserungen equipirt mar. Die Deutschen ruderten

mit großer Energie unb erwiesen sich als furchtbare Gegner aber bie überlegenete Geschicklichkeit ber Lonboner Mann­schaft trug schließlich ben Sieg bavon. DaS englische Boot gewann um 6 Längen. ES legte die Strecke von Putney nach Mortlake in 22 Minuten 23 Sekunden zurück, wäh­rend daö Frankfurter um 15 Sekunden später am Ge­winnposten anlangte. Daß bie Englänber triumphiren würden, hatte mol Niemand bezweifelt, war doch ben Frankfurter Rudern hauptsächlich baran gelegen, stch einmal mit einer Londoner Mannschaft ersten Ranges zu mefien und ihr System practisch kennen zu lernen. Herzlicher Jubel begrüßte die Frankfurter, als sie ihr Boot verließen und ihre Leistungen ernteten stürmischen Beifall. Nach der Regatta wurden sie von ben Mitgliedern des Londoner Ruderclubs in bem Clubhause in Putney festlich bewir- thet. DieTimes" schließt ihren Bericht über die Boot- wettfahrt mit folgenden Worten:Als die Deutschen ihre erste Probefahrt auf der Themse gemacht hatten, wurden Betten von 5 und 6 gegen 1, und zu einer Zeit sogar o viel als 10 gegen 1 gegen sie gelegt, aber diejenigen welche diese absurden Wetten eingingen, müssen, wenn ste Zeugen ber Wettfahrt waren, etwas erstaunt über bie wackeren Leistungen bet Fremdlinge gewesen fein."

Berlin, 29. Juni. Die Legung deS Telegraphen­kabels zwischen Berlin und Halle, 22 Meilen, welche am 13. März b. I. von Halle aus begonnen würbe, ist been digt. Gestern geschah der letzte Spatenstich in der Fran­zösischen Straße; unb heute wurde das 7 Leitungen ent­haltende Kabel in das General Telegraphengcbäube einge führt. Um zwei Uhr erfolgten im Beisein des General­postmeisters, sowie des Direktors deS General Telegraphen- Amts bie ersten Versuche im Sprechen mit Halle, welche ein befriedigendes Ergebniß lieferten. Die erste, ben An­forderungen der Jetztzeit entsprechende unterirdische Tele­graphenlinie im Reich ist somit hergestellt. Durch ben Sturm in ber Nacht vom 12. zum 13. März d. I. wur­den 1073 Stangen zerbrochen, 8372 Stangen aus der normalen Stellung gedrückt bezw. umgeworfen, 1696 Streben und Ankerpfähle herausgehoben, die LeitungSdrähte an 1631 Stellen zerrissen und an 729 Stellen verschlungen. Zwei Fünftel aller Reichstelegraphenleitungen, nämlich 52.390 Kilometer waren zum Theil auf mehrere Tage außer Betrieb gesetzt. Schon die nur provisorische Her­stellung dieser Vernichtungen einer Nacht kostete 44,000 Mark; und die indirekten Verluste für Handel und Ge­werbe durch die Unterbrechung der wichtigsten Verbindungen waren unberechenbar. Diese Thatsachen sprechen deutlicher als alle Ausführungen für die Wichtigkeit der unterirdischen Anlagen. Wie wir hören, ist ein umfafiender Plan in der Ausarbeitung begriffen, der feiner Zeit dem BundeS- rath und dem Reichstage vorgelegt werden wird.

relesrsPtztfche Depesche« der Ohr« Hessische» 3eii«»s

Pari-, 29. Juni. DieAgence HavaS" meldet aus Constantinopel von heutet Die Meldungen auswärtiger Blätter über Ministerveränderungen, namentlich über bie Entlassung beS Staatsrathsprästdenten Midhat Pascha werden amtlich bementirt. Ein Ministerwechsel kam gar nicht in Frage; da« Reformprojekt Midhat Pascha's wird vielmehr demnächst dem Sultan vorgelegt werden.

Versailles, 29. Juni. In der heutigen Sitzung ber Deputirtenkammer forderten die Abgeordneten JoliboiS und David (von bet bonapartistüchen Partei) bie schleunige Diskussion ber Frage bet Ernennung der Bürgermeister, hinsichtlich welcher zwischen dem Ministerium und der Linken Meinungsverschiedenheit besteht. Die Kammer beschloß, daß der Antrag JoliboiS am nächsten Dienstag in den Bureaus berathen werben soll. Raspail (Sohn) kündigte eine Interpellation an Dufaure über den Brief Mac MahonS betreffs der Begnadigungen und über die kürzlich wiederum verfügten Verhaftungen an; die Diskussion hier­über soll am Montag stattfinden, bis zu welchem Tage sich die Kammer vertagte. Die Linke hat Delegirte gewählt, welche behufs Erzielung eines EinverständnifieS über die Frage ber Ernennung der Bürgermeister mit den Ministern beralhschlagen soll. Die republikanischen Zei­tungen empfehlen, die Entscheidung dieser Frage hinauSzu- schieben.

London, 29. Juni. Im Oberhause erklärte Lord Derby, er könne nicht sagen, daß eine Kriegserklärung von Seiten Serbiens statthaben werbe, aber nach dem allgemeinen Ton der empfangenen Berichte könne er, wenn überhaupt, so doch nur geringe Hoffnung hegen, daß der Krieg abgewendet werben wirb.

London, 29 Juni Unterhaus Auf eine Anfrage Hartington'S erwiberte DiSraeli, er fei über die angeblich beabsichtigte Kriegserklärung Serbiens nicht unterrichtet; der britif te Konsul in Belgrad habe vor einer Stunde telegraphirt, daß bie serbischen Truppen bie Grenze nicht überschritten hätten.

Telegraphische Cours- unb Marktberichte.

Franlfurt a. M., 36. Juni. (Mitgetheilt durch Menke Eichelberg u. Sohn.) Deutsche Reichsbankscheine 153-$, Staats- bahnactien 215j, Elisabeth, Galizier, LombarOen 65$, Nordwestbahn, Creditactien 109$, Silberrente 55j, Papier­rente, 1860r Loose 95|. Nationalbank 680, Spanier 13j

Berlin, 30. Juni. (Schlußcoursei. Creditactien 23), Staatsbahn 431, Lombarden 131, Disconto-Commandit 106.