Einzelbild herunterladen
 

Kür. M2

Marburg, Mittwoch, 21. Juni 1876.

XL Jahrgang

ObcchcUlhe Jritung.

i

ge-

erste

lann.

tonn,

Die Ceder« des Libanon.

ein von

DerGazette di Torino" ist von Madrid aus Telegramm des Inhalts zugegangen, daß das Gerücht

nplar fführ- »sicht

ungg- lÜfigr 1230 »rg.

[Brief. 1021

1021

984 981 9H

1021

1024 131 64 98

251 84

114

47

146 1021

878.

K

> gut

Unsere Nachricht von der bevorstehenden Zusammenkunft der Kaiser von Rußland und Oesterreich aus Schloß Reich­städt in Böhmen, wird von den Wiener Blättern jetzt be­stätigt. Nach demN. W. T." würden die beiden Mo­narchen vom 24. bis 26 Juni daselbst zusammen sein. Graf Andrafsy soll, derselben Quelle zufolge, seinen Mo­narchen zu dieser Entrevue begleiten.

Den Namen der Ceder und den ihrer Heimath kennt und nennt nun zwar Jedermann; über die Cedcrn des Libanons selbst aber ist wenig bekannt, und die Beschreib bang derselben in den landläufigen Naturgeschichten zeichnen sich nicht gerade durch genaue Wahrheit auS. Wir müssen es deßhalb dankbar begrüßen, daß Professor Dr. OSkar Fraaß in seiner jüngst erschienenen Schrift »Drei Monate

Cedervhain, der berühmteste Hain, den die Geschichte kennt. Plinius nennt den Baum Cedrus magna Libani und ThcophrastuS denbewundernswürdigen" Baum Syriens, welcher nach den Bibelerktärern des siebzehnten Jahrhun­dertsviel ein köstlich Holtz hat, dass weder der Wurm frisst, noch eyn Fäuluiß angreift, kommpt von den Bäumen die alleröberst auf dem Berg LibanuS stehen, mehren sich nicht in der Zahl, werden auch nicht wild, Und bleiben auS sonderbarer Schickung GOTTES gleichsam zur Bezeugung weiland gewesener Herrlichkeit des jerosolimitanischen Tem­pels."

Neuzugehende Abonnenten in hiesiger Stadt ilten das Blatt vom Tage der Bestellung an. Die Exp. d. Oberh. Ztg.

Anzeigen nimmt entgegen: die «^bitten b. Blatte» sowie bie Amwncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in

Literarische-

tirchrngeschichte beider Hessen von vr. H e i n r i ch H e p p e. Heft 2 und 3. Marburg, Sipmann'fche Buchhand­lung (Carl Kraatz).

IV r.,r- lil'

dem Eintritte des Don Carlos in Guipuzcva fortwährend an Beständigkeit gewinne.

DieEstafette" hat auf telegraphischem Wege einen Bericht über den Mord der türkischen Minister erhalten, welcher eigenlhümliche Schlaglichter auf das Ereigniß wirft. Wir entnehmen demselben Folgendes: Am Donnerstag gegen Mitternacht hatten sich der Großvezier und die Mi­nister des Krieges, der Marine und des Auswärtigen, im Iani (Landhause) deS SeraSkerats versammelt, als ein ehemaliger Offizier, Hasian, plötzlich in den Sitzungssaal eindrang, den Riegel vorschob, und dem Kriegsminister sofort eine Kugel in den Kopf schoß. Der Großvezier rief: Unglücklicher, waS machst Du, und Hassan antwortete: Ihr habt nichts zu fürchten". Er stürzte sich zugleich auf seine Beute und durchbohrte sie mit Dolchstichen. Die Minister saßen starr vor Schrecken und riefen um Hülfe, es kam jedoch Niemand. Die fünf Diener, welche im Vor­zimmer gelüsten worden waren, waren in die Wache hinab­gestiegen und spielten Karten. Der Marineminister faßte dann den Mörder, wurde aber von diesem zurückgestoßen und erhielt einen Dolchstoß und einen Schuß. Sein Zu­stand ist ein äußerst bedenklicher. Sodann stürzte stch Raschid Pascha auf den Wüthenden, wurde aber von dem­selben sofort durch einen Dolchstich getödtet. Endlich er­schienen in Folge dcö Schießens auch die Diener, geführt von einem Adjutanten, schlugen die Thür ein, wurden aber sofort von Hastan mit Dolch und Revolver angeriffen. Als der letztere sah, daß er der Festnahme nicht mehr ent­gehen konnte, wollte er sich aus Midhat Pascha stürzen, wurde aber in diesem Augenblicke zu Boden geworfen, die Soldaten würden ihn ohne Dazwischenkunft Midhai's so­fort ermordet haben. Hastan soll trunken gewesen sein und vier Revolver sowie zwei Dolche bet stch gehabt haben

Der ehrwürdigste Baum, den eS auf Erden giebt ist unstreitig die Ceder des Libanon. An ihrem Anblick haben sich schon die gotlbegeisterten Dichter des alten Bundes er­freut, und der Psalmist nennt siedie Ceder Gottes" (Psalm 80,11). Auf einer einzigen Stelle de» genannten Gebirges nur, eine Stunde oberhalb des Dorfes Bfcharreh, drei Stunden von Eben und dem Sitz des Patriarchen von

DasMemorial diplomatique" enthält folgende Notiz: Einer unserer Berliner Korrespondenten versichert, daß der Fürst Bismarck dem Kaiser Wilhelm vor besten Reise nach EmS, einen Bericht über die orientalischen Angelegen­heiten übergeben, in welchem er zu dem Schluste kommt, daß da» russische Kabinet, Dank den Anstrengungen der Kabinrte von Berlin und Wien, dareinwilligt, b« Vor­schlägen beizutreten, welche darauf hinauSgehen, der Pfotte es allein zu überlasten, die insurgirten Provinzen zu beruhigen. Man ist in Berlin vollkommen überzeugt von dem Ernste Rußlands in Bezug auf die Mahnungen, welche dasselbe nach Settinje und Belgrad gettchtet hat, um die dortigen Kabinett von aggressivem Vorgehen abzuhalten." Kenn­zeichnet sich der erste Theil schon von selbst, so können wir doch auf Grund von guten Informationen hinzufügen, daß die Angaben über den sog. Vortrag des Reichskanzler» beim Kaiser ein reine» Phantastegebilde de» französischen Blattes ist.

Lagesbericht.

Nachdem die erste Sitzung des Abgeordnetenhauses nach Pfingsten vorüber ist, kann bestimmt behauptet werden, daß die Session nicht über diesen Monat hinausdauern wird. Sowohl auf Seiten der Regierung, als auf der der Landes- Antretung ist der Wunsch auf Schluß ein so dringender, düh an seiner Erfüllung nicht mehr zu zweifeln ist. Abge- schen davon, daß schon die Temperatur und die lange An dauer der Session eine große Ermüdung herbeigeführt haben, übt die Ueberzeugung, daß die hauptsächlichsten Gesetze als Slädteordnung, Befähigung für den höheren VerwaltungS- dienst und wohl auch das Kompctenzgesetz nicht mehr zu Stande kommen werden, einen höchst deprimirendcn Aus­druck aus. Man hofft Ende nächster Woche den Abschluß Machen zu können.

Die deutschen Botschafter an den Höfen zu Petersburg «d Wien, General v. Schweinitz und Gras Stolberg haben beide einen längeren Urlaub angetreten.

DieN. L. C." schreibt: In unterrichteten Kreisen Bltb jetzt mit Bestimmtheit behauptet, daß die Wahlen zum itbgcordnetenhause nicht, wie vielfach angenommen wurde, ast im November oder Dezember, sondern schon im Oktober Katifinden werden.

l. ------------------

Das deutsche Mittelmeergeschwadrr ist, ttlegraphischer Nachricht zufolge, am 18. d». MtS. früh in Malta ein -troffen.

thll.

! Er-

en!

-d mit ieate undea eilige 5 de« ungen rstand ufere»

et.

aff-l 6.

iter. Ab.

K tg.

In Paris war, wie dieRepublique frantzrise" meldet, am Sonnabend das Gerücht verbreitet, daß der Papst storben sei.

In raschem Zuge ist der ersten an dieser Stelle bereits besprochenen Lieferung des so tüchtigen und verdienstlichen TcrkcS die zweite und dritte gefolgt und damit der erste Santo zum Abschluß gebracht. Die vorliegenden Lieferungen führen die hessische Kirchengeschichte bis zur Scheide des 16. und 17. Jahrhunderts, indem sie zunächst die schon ä Heft 1 begonnene Geschichte der wichtigen Hemberger Synode vollenden und die ReformationSordnung der letz- Kttn in kurzen Zügen wiedergeben und in ihrer Bedeutung Erdigen. Mit einer Fülle von Detailangaben folgt ein Bericht über die Durchführung der Reformation in Hessen, bobd die Klosteraushebungen und die Verwendung des Avstergute» (hierher gehört auch die Stiftung der Uni- berfitäl Marburg), besonders berücksichtigt sind, eine Hchilderung des Marburger Religionsgespräches, an welches fich der Sieg deS ZwinglianiSmuS in Philipps dogmatischer Überzeugung knüpft, weiterhin de» Landgrafen Unter, isichnung der AugSburgischen Confesston und die Entwick ^g der kirchlichen Zustände Hessens in den Jahren 1531

1539. Ein Capittl über die Behandlung der Juden *®b der Wiedertäufer in Hessen schließt diesen (2.) Ab. Mitt. Nunmehr ziehen die Unglücksjahre deS Land Wen Philipp vor uns auf, inauguirirt durch die berufene ^gamie desselben. Während Philipp nach der Unglücks 4lacht von Mühlberg vom Kaiser in schmählicher G.fangen- \ 4ast umhergeschleppt wird, wehrt stch die hessische Kirche E^nnhaft gegen das Interim, welches sie wieder mit einem l«ße in den KatholiciSmus zurückstellen will. Erst der kagSburger ReligionSfriede gibt dem Landgrafen am Ende kiner Laufbahn wiederum freie Hand zur Weitergestaltung Mer Kirche, deren Kirchenordnung von 1565 freilich zu-

«nietgen nimmt entgegen: »je Expedition b. Blatte», Mie bie Annoncen-Bureaux nn Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Hetrich in Frankfurt a. M ; paafenftein & Vogler in Mnkfurt a. M, Berlin, Leip. 57 Cöln ic; Rudolf Moste ^Berlin, Frankfurt a. M. :c.

Frankfurt a. M.-JSgerstche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Echüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

auien 1437

staun

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlustrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition (Ä0ch'fche Buchdruckerei) bezogen Warf, durch die Postämter des Deutschen Reiche» 2 Warf 50 Pf», (epi. Bestellgebühr). Jnseriionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf». Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

Wuf das mit dem 1. Juli beginnende dritte

Quartal der

Bberhessischen Zeitung

sowie des

Zssustrirten Sonntagsblattes rrfuchen wir die Bestellungen bei den Postanstalten baldigst machen zu wollen. Um nicht allein 10 Pfg. zu ersparen, sondern auch

voSstSudige Exemplare

$u erhalten bitten wir vor dem 28. Juni zu be-

nächst hinter den unpractischen Idealismus der Hornberger Ordnung zurückführt. Ein Abschnitt über die Theilnahme Hessens an der Gesammtentwicklung der kvangelischcn Kirche des deutschen Reiches und eine Uebersicht der Zustände der hessischen Kirche um die Zeit des Ableben- des Landgrafen Philipp, letztere wieder überaus reich und interessant, lassen auf einen Blick die tiefen Spuren erkennen, welche der geniale Landgraf feiner Zeit cingrprägt hat. Mit der Theilung Hessens unter feinen Söhnen treten wir in eine neue Phase der hessischen Kirchcngcschichte (4. Abschnitt), welche durch die General - Synoden und den Beginn des dogmatischen Kampfes in Hessen bezeichnet ist. Diese Parthie des Werkes verdient eine ganz besondere Beachtung. Pro­fessor Heppe ist eS bekanntlich gewesen, welcher zuerst bei Durchstöberung der Akten der erwähnten Generalsynoden in Kassel der Thatsache auf die Spur kam, daß die da- oro öiiwvcii von vjoen uno vem wiy vcs Patriarchen von malS herrschende Dogmatik im Wesentlichen die Melanch-sCannobin, nahezu 2000 Meter über dem Meer, befindet thonische war, und daß der deutschen Reformation die stch der Rest deö uralten VölkerheiligthumS, der berühmt« Gnesiolutheraner der nächstfolgenden Periode, welche schließ- " v*" 1 " ------ -

lich den MelanchthonianiSmuS alsCryptocalviniSmuS" auSrotteten, in unverschämtester Weise die Geschichte fälschen mußten, um ihre angeblich authentisch-lutherische Dogmatik als die allein berechtigte zu erweisen. Es ist viel gegen diese Aufstellungen Heppc'S polemisirt worden. Aber gegen die Fülle neuer Beweise, welche das dritte Heft dieser hessischen Kirchengeschichte bietet, wird schwer zu kämpfen sein. Speciell für Hessen ist der Nachweis, daß bis zum Auftreten de» Professors HunniuS an der Marburger Universität die verändert e A u g S b u r g er C0 n fe s f i 0 n, das corpus doctrinae MelanchthonS und bie Wittenberger Concorbie ausschließlich maßgebenbe Symbole waren, erschöpfend geliefert. Erst HunniuS, der Günstling deS Landgrafen Ludwig, macht den nicht erfolglosen Versuch, das hessische Oberland für jene Dog matik zu gewinnen, welche bie Kontinuität der bisherigen dogmatischen Entwicklung in bet deutschen Reformations-

D rutsche» Keich.

Berlin, 19. Juni. Gegen deutsche (nicht bairrische) Eisenbahnen sind beim Reichs - Eisenbahnamt to der Zeit vom 1. Juli 1875 bis Ende April 1876 im Ganzen 730 Beschwerden deS Publikums eingelaufen. Bon ihnen beziehen sich 126 auf den Personenverkehr, 355 auf den Güterverkehr und 249 auf andere Gegenstände. Da» Reichs - Eisenbahnamt hat von diesen Beschwerde» als be­gründet erachtet 61, der betreffenden Eiscnbahnverwaltung zur Berücksichtigung aus Billigkeitsrücksichten empfohlen 1, als unbegründet zurückgewiesen 50, wegen mangelnder Zu­ständigkeit der Reichsgewalt nicht zur Kognition gezogen 161, auf den Rechtsweg verwiesen 171. Die übrigen 286 Beschwerden wurden in den meisten Fällen mit Rücksicht auf den darin behandelten Gegenstand entweber sofort an die zuständigen Eisenbahnverwaltungen abgegeben, oder es wurden die Beschwerdeführer zunächst an diese Verwal­tungen verwiesen; die gegen eine bestimmte Verwaltung nicht gerichteten Beschwerden sind als Material für gesetz­geberische und organisatorische Zwecke benutzt worden. Mit Ausnahme von 16 kleineren Bahnverwaltungen mit insgesammt 846 Kilometer BetricbSlänge sind von den Beschwerden die sämmtlichen Eisenbahnen Deutschland» (exclusive Baiern) betroffen. Betheiligt sind 2 Bahnen mit je einer Beschwerde, während die Zahl der auf jede der übrigen Bahnen falleuden Beschwerden stch zwischen 2 und 53 bewegt. Nach der Gesammtzahl der von den be- theiligten Eisenbahnen in dem Eingangs bezeichneten Zeit raume zurückgelegten Achskilometer würden auf eine 8e* kirche gewaltsam zerreißt und diese einfach anSstreicht. Wir können nicht weiter in bie Details eingehen; wir können nur wünschen, baß Jeber, welcher im Dienst bet hessischen Kirche steht unb wer sonst ein lebendiges Interesse an ihr hat, die mit warmer Liebe zu dieser Kirche geschrie­bene Arbeit Heppe'» stch zu verschaffen nicht versäumen möge. B.