Einzelbild herunterladen
 

xi. Jahrgang

Marburg, Mittwoch, 14. Juni 1876.

fr. 186

OlmhcWr Jalung.

für

I ihrer Beförderung über Deutschland zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen einerseits und Gibraltar via

astor.

nn.

lllpcn-

1876.

, lange Paar bewohnen sollte, da der Müller eine Wohnung h Oberstock für sich hatte rimichten lasten.

amm. ermit, I von Bidet

»64.

00.

144.

reiche htlev legen zwei Noch

hren >rk.

>me er«

.481

d. 8. 1t die inten rasser en rc.

n der Herr ß. d. ; des ikannt

m.

evilla.

Millionen Lire einbringen.

| Wie von französischen Blättern mitgetheilt wird, hat die serbische Regierung dem Fürsten Gortschakoff in einem mch Ems gerichteten Telegramm die Anzeige gemacht, daß Mn sofort »brüsten werde, wenn das türkische Obser- dationSkorpS an der serbischen Grenze entfernt würde.

Herzegowina gegenüber. Diese Maßregel kann nur daS Vertrauen der Kabinete in die Regierung des neuen Sul­tans stärken. Diese Aeußerung des vom Ministerium des Aeußern inspirirten Blattes dokumentirt die Annäherung Frankreichs an die englische Orientpolitik in sehr deutlicher Weise.

Anzeigen nimmt entgegen: die @xyeMtion d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in

ES war ein kalter aber schöner Tag im Januar, tot Hochzeitstag Margarethen's und Sebastian'S. Die Trauung des Paares hatte nicht verfehlt, die Bewohner tos Städtchens, besonder» die weiblichen, in große Auf. «gung zu versetzen, und die Männer hatten diesmal ge­rechte Ursache, daheim über verbranntes Fleisch und Der- salzene Suppe zu schelten. Das schadet aber nichts, denn et hatte sich gelohnt, und obwohl es auch Manche lieber gesehen hätten, wenn Margarethe mit blasien Wangen und derweinten Augen, als ein stchtbarliches Opfer der Tyrannei tos harten Vaters, vor den Altar getreten wäre; so waren doch wenigstens die Meisten gutmüthig genug, sich über die Schönheit der Braut und ihre goldblonden Locken, auf tonen der volle Kranz so zierlich gesesten, und die rothen Tangen zu freuen. Nur daS schwereweiße AllaSkleid" »st einsündlicher Staat" und paßte nicht für ein Mäd­chen au« dem Bürgerstande, zu dem denn doch der Müllet gehörte, und wenn er noch so reich war, am wenigsten

*ire aber Grund gewesen, sich so aufzuputzen bei einer Hochzeit mit dem Sebastian, derobgleich, alles was toty ist, ein solider, respektabler Mensch" doch keine Partie war, wie die Margartthe sie wohl hätte machen können wenn nichtja wenn nicht!" und die Stoiber steckten die Köpfe zusammen und schwatzten und schwatzten ohne Endel

Es war gut, daß die Vermählten und der Brautvater lammt den Gästen diese Reden und Uttheile der ungeladenen Zuschauer über sie nicht Hirten, sie wären sonst vielleicht n<$t so heiter gewesen, wie sie es in Wirklichkeit waren, tonn es ging hoch und lustig zu in den großen, neu ein- örrichteten Vorderstuben des Erdgeschosses, das fortan das

Die Kirchenmaus.

(Fottsetzung).

ES ist ein idealer Zug im Leben des katholischen Land­volkes, daß eS seine begabten Söhne mit Vorliebe dem Priesterstande zuführt. Der reiche Bauer ist glücklich, wenn sein erster Sprosse dem Wohlstände, der auch ihn zum reichen Thalbewohner macht, entsagt und ein simpler Dorf­pfarrer wird. Ihm gilt der materielle Wohlstand nicht für das einzige und letzte Erdenglück; denn er hat noch

eler't »eigen

DaS Kreuz am Wege.

Novelle von Ernst v. Waldow.

(Fortsetzung.)

Die englische Regierung geht einem in Berlin verbrei­teten Gerüchte zufolge mit der Idee der Herstellung eines internationalen SeevetsicherungS Gesetzes um. Dieselbe soll bereits Schritte gethan haben, um über wichtige Punkte der Seeversicherungs-Gesetzgebung von Frankreich, Rußland, Deutschland, Oesterreich, Schweden und Norwegen, Italien, Dänemark, Holland, Belgien, sowie von den Vereinigten Staaten genaue Auskunft zu erhalten.

Der bekannte Unterhändler zwischen den türkischen In­surgenten und dem russischen Kabinete, Wesselitzki, welcher ja bekanntlich auch während der Berliner Konferenzen in Berlin anwesend war und viel in den BotschaftS- und Minister- Hotels verkehrte, scheint seines offiziellen Charakters ent­kleidet zu fein. Er hat den Häuptlingen der Insurgenten die Anzeige gemacht, daß ihre Angelegenheiten in Zukunft vom Fürsten von Montenegro geleitet werden würden. Die Pforte gestattet jedoch nicht einen Vermittler zwischen ihr und den Aufständischen zuzulassen.

Deutsches «eich.

Berlin, 12. Juni. Gemeinde-Vorstände, nament­lich auf dem platten Lande, sollen an sie gerichtete Requi­sitionen häufig versäumen, es ist daher nach Verfügung deS Ministers deS Innern darauf aufmerksam gemacht wor­den, daß durch solche Versäumnisse große Unzuträglichkeiten entstehen. Die Nachrichten aus EmS, Wien rc. tragen den Stempel, daß eine weitere friedliche Einigung über die orientalische Angelegenheit in Aussicht steht. DaS Ein- verständniß zwischen den drei Nordmächten ist nach wie vor ein durchaus zufriedenstellendes und namentlich ist die feste Stellung Oesterreichs in dem Drei - Kaiser - Bündniß die beste Bürgschaft für die friedliche Beilegung. Bisher betrug das Maximum an gemünztem oder ungemünztem Silber oder Gold, bereit Uebermittelung die deutsche Post­verwaltung nach Groß - ^Britannien übernahm, 100,000 FrcS. oder 80,000 Mark. Jetzt sind die Postämter ange­wiesen worden, bis zum Werth von 250,000 FrcS. oder 200,000 Mark Sendungen zur Beförderung nach Groß-

-11V 10',. .81,J. 75,.i.

rf. ahre, von

ikaffel 7«.

Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidcndank, A. Stete« meyer in Berlin; Carl Schüß-

ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Die lange, mit dem feinsten weißen Damasttuch gedeckte Tafel bog sich fast unter bet Last ber aufgetragenen Schüsseln unb Flaschen, unb obgleich eS schon Abenb und der Appeti der Gäste fast gestillt war, und hier und da sich einer der älteren Männer, verstohlen eine Cigarre in Brand setzend, in daS Nebenzimmer schlich, saßen doch die Meisten, be- sonders die Frauen, noch plaudernd, scherzend und lachend, und eifrig der süßen Bowle und dem großen Baumkuchen zusprechend, beisammen am Tische.

Die allgemeine Heiterkeit schien auch Margarethe an­gesteckt zu haben, denn ihre Wangen brannten, die Augen leuchteten und scherzend wies sie den Onkel Bürgermeister zurück, als er ihr unter allerlei zierlichen Redensarten das schon znm drittenmal gefüllte Glas bot.

Der dicke Herr, der des Guten schon viel, wenn nicht gar zu viel geleistet, wandte sich lachend zu Sebastian, bet sich eben seiner Braut näherte, unb forderte ihn auf, mit ihm anzustoßen, damit Margarethe gezwungen werde, daS Gleiche zu thun.

Sebastian, der sehr glücklich war unb auch recht hübsch auSsah, in bem schwarzen Anzuge, ber einen kleidsamen Gegensatz bildete zu seiner blühenden Gesichtsfarbe und dem hochblonden Haar, füllte eilig die Gläser mit der purpurnen Flüssigkeit unbHoch dem Brautpaar!" klang eS von den Lippen des alten Herrn, welchen fröhlichen Ausruf bet helle Klang bet Gläser begleitete.

Da unterbrach ein leiser Schrei Margarethens baö heitere Geschwätz ber übrigen Gäste, welche eben auch ihre Gläser erhoben, um auf daS Wohl bes Brautpaares an- zufioßen; das Glas ber Braut mußte zersprungen fein, denn bie rothe Flüssigkeit ergoß sich gleich einem Blut­strome über baS weiße Kleid.

Ein allgemeines Bedauern folgte, in das sich die Vorwürfe bet Frauen unb Mädchen mischten, welche die Ungeschicklichkeit Sebastians oder des dicken Bürgermeisters beklagten.

DasMömorial diplomatique" enthält folgende Notiz:

.Die Kabinete von Versailles und London zeigen sich, wie _

wir vernehmen, sehr besriedigt über die von der Pforte I Britannien auf bem Wege über Belgien anzunehmen. ergriffene Initiative ben Insurgenten in Bosnien unb ber | Sie Transitgebühr für bie telegraphischen Depeschen bei

«ytgett nimmt entgegen: j, Expedition d. Blatte«, togie bie Annoncen-Bureaux .sn Th. Dietrich & Co. in und Hannover; Th.

«jArich in Frankfurt a. M.; ngefenftein & Vogler in Egitfurt a. M, Berlin, Leip- L Mn rc; Rudolf Stoffe A Berlin, Frankfurt a. 3)1. rc.

^scheint täglich außer den Wetttagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS SonutagSvlatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerei) bezogen Sh Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). Jnsettionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Tagesbericht.

DaS deutsche Mittelmeer-Geschwader ist, telegraphischer Kuhricht zufolge, am 9. ds. Mts. von Gibraltar in See ^gangen. _____________

Die Londoner Army and Navy Gazette widmet der Kitschen Panzerflotte einen höchst anerkennenden Artikel ktteffS Armirung und Bemannung.

Die aus mehreren Städten der Provinz Sachsen von sts Lehrern beim Abgeordnetenhause eingereichten Petitionen M Gewährung von Alterszulagen au« Staatsmitteln rc. kräftigten am 26. v. Mts. die Unterrichtskommission deS Abgeordnetenhauses. Der Referent Dr. Pam stellte den latrag:die Petitionen der königlichen Staatsregierung M Berücksichtigung dahin zu überweisen, daß sie fernerhin

Alterszulagen allen Lehrern in Stadt und Land ledig­lich nach Maßgabe ihres Stelleneinkommens und der ört­lichen Bedürfnisse zu Theil werden lasse und dem entsprechend die Instruktion vom 18. Juni 1873 abändern. Nachdem ber Regierungskommissar ben Antrag in dieser Form für «»annehmbar erklärt hatte, wurde derselbe unter Weglassung des die Abänderung der Instruktion betreffenden Schluß- sches von ber Unterrichtskommission mit allen gegen eine Stimme angenommen.

Der italienische Minister beS Innern, Nicotera, hat an «le Präfekten des Königsreichs ein Rundschreiben erlassen, worin er ihnen vorschreibt, aus den Budgets ber frommen Stiftungen alle jene Posten zu entfernen, welche für Kultus- Zwecke bestimmt flnb. Die Einkünfte ber Stiftungen sollen fernerhin nur für WohlthätigkeitSzwecke bestimmt werden. Aach einer 1861 aufgestellten Statistik wurden von dem Einkommen ber Stiftungen jährlich 6 Millionen Lire für

Spanien anbererfeits ist für bie einfache Depesche von ber brutschen Reichspost- unb Telegraphen-Verwaltung auf 2* */2 FrcS. festgesetzt worben. Es werden auf Grund dieses Gebührensatzes die Abmachungen mit den beteiligten Staaten erfolgen.

Trier, 9. Juni. Die Herren Weihbischof Dr. Kraft und Domkapitular und Generalvicar Dr. be Lorenzi sinb berTr. Ztg." zufolge von hier nach Rom abgereist. Es wirb bem Blatte ferner mitgetheilt, baß baS Domkapitel bei ber Wahl eines BiSthumSverweferS nicht zu einet Einigung gelangen konnte unb daß zur Erzielung eines vermittelnben Vorschlages genannte beide Herren die Reise zum Papste angetreten haben.

Weimar, 10. Juni. Heute früh bald nach 5 Uhr ist Ihre Königliche Hoheit die Frau Erbgroßherzogin (wie schon telegraphisch gemeldet) von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Der Stadt wurde die freudige Bot­schaft durch festliches Glockengeläute von den Thürmen ver­kündet; bald schmückten sich die öffentlichen Gebäude unb zahlreiche Privathäuser mit Fahnen, ein Ausdruck der freu­digen Theiinahme, mit bet die Bevölkerung bie Geburt eines Prinzen begrüßt, bem beschieben sein möge, bie großen Ucberlieferungen deS Weimarischen Fürstenhauses aufrecht zu erhalten. Gestern verschied nach längerem Leiden auf feiner Besitzung Äiefernfelben in Dberbaiern ber ehemalige Weimarische Minister K. v. Wydenbrugk. Her^ v. Wy- denbrugk, vorher Anwalt in Eisenach, warb im Jahre 1848 in das Weimarische Ministerium berufen und gehörte dem Frankfurter Parlamente an. Im Jahre 1854 schied er aus dem Staatsdienste, war jedoch noch vielfach als po­litischer Schriftsteller thätig.

RaveaSburg (Württemberg), 12. Juni. Das Schussenthal nebst dessen Seitenthäler sinb in bebeutenbem Maße überschwemmt. Der Bahnverkehr auf ber Süd- unb Allgäubahn ist unterbrochen; auch die Postwagen sind aus- geblieben. Das Wasser ist noch immer im Steigen be­griffen.

München, 10. Juni. Der Ausschuß für den Jörg'schen Wahlgesetzentwurf hat die zweite Lesung desselben, incl. der WahlkreiSeintheilung, heute Vormittags beendet. Wesent­liche Aenderungen des Entwurfs erster Lesung wurden nicht beschlossen, da eine Anzahl Anträge der liberalen Abgeord­neten nicht zur Annahme gelangte. Die Hauptabstimmung über den ganzen Entwurf wird erst nach Vorlage der Re­daction der letzteren Beschlüsse in einigen Tagen erfolgen, eS dürfte aber kaum zweifelhaft fein, daß von den 14 Mit­gliedern des Ausschusses nur die ultramontane Hälfte für,

' Jeder dieser Beiden suchte sich faufs Beste zu Der« theidigen, währenddem Margarethe mit bleichen Lippen und in einer Aufregung, welche Niemand auffiel (da sich eine Jede in diesem Falle nicht wenig alterirt und ihren Verdruß auch sicher hätte offenbar werden lassen), entfernte, um, wie sie sagte, sich umzukleiden und zu sehen, wie sie auf der Stelle die Flecken aus dem Kleide am besten herausbringen könnte.

Zwei der jungen Mädchen, welche das Amt ber Brautjungfern bekleideten, erboten sich sogleich, Margarethe dabei behülflich zu sein; diese bat jedoch so dringend, kein Aufsehen und keine Störung zu erregen, und die Mädchen befanden sich bei der Unterhaltung ihrer lustigen Tisch­nachbarn so wohl, daß man Margarethe gewähren und ohne weitere Einrede das Zimmer allein verlassen ließ, wo denn auch bald die durch den Zwischenfall unterbrochene Heiterkeit wieder hergestellt wurde unb sich sogar noch steigerte, als ber bitte Bürgermeister in triumphirenbem Tone nach einer vorhergegangenen genauen Untersuchung bie Bemerkung machte, baß das noch halbvolle Glas ber Brant durchaus ganz sei und also die Vorwürfe der Damen völlig grundlos gewesen seien, indem jedenfalls Margarethe selbst die Schuldige und durch eine Schwankung den Wein vergossen haben würde.

(Fortsetzung folgt)

rg.

kU-

ar.

ogi- l. De­in der [1459

Zso­lt, 'st ffel, [1451

itttg igenen spitze Cafe Huitz.

[735 Kultuszwecke verwendet, abgesehen davon, daß die nur zu bei KultuSzwecken bestehenden Stiftungen allein jährlich zehn onn.