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ZNarSurg, Dienstag, 13. Juni 1876.
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(Fortsetzung.) wird'S bereuen, Dein Vater, und Du dazu", hatte
Die Ereignisse und Erfahrung der letzten Vergangenheit die Blinde hinzugefügt, „denn das $erg hat sein-Rechte, des Müller Werner gebleicht und tiefe und wer die mit Füßen tritt, wird nimmer glücklich und
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DaS Kreuz a» Wege.
Novelle von Ernst v. Waldow.
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Menschen gerichtet habe, wie ein todeswürdiges Verbrechen, als seien alle Leute Kalthäuser und etwas AehnlicheS noch nicht dagewesen. _ ......
Ihr werdet'S auch nicht fein, weder Du noch der Sebastian, und das sag' ich, ob's auch mein leiblicher Sohn ist, ober die Wahrheit steht mir höher, und ich weiß, was eS auf sich hat mit solch' einer erzwungenen Ehe!"
Margarethe schüttelte bei solchen Reden abwehrend den Kopf, sie und der Sebastian — wer dachte daran! Doch die Alte hatte wieder mit ihren blinden Augen bester gesehen, als sie, und als der Sommer kam und Margarethe völlig genesen war, rückte der Müller mit seinem Plane hervor, der in nichts Geringerem bestand, als Margarethe mit Sebastian, noch ehe das Jahr zu Ende ging, verbunden
zu sehen.
Ob Werner diesen Plan schon lange gehegt oder erst gefaßt hatte, als durch das Bekanntwerden deS Liebes- VerhältnisteS zwischen Waltran und Margarethe der Letzteren Ruf gelitten und dadurch wohl ein Bewerber, wie ihn der reiche, angesehene Mann für sein Kind zu erwarten berechtigt war, abgeschreckt werden konnte, — daS wußte Niemand, da Werner so klug war, von der beabsichtigten Verbindung, auch Sebastian gegenüber, wie von einer schon seit Jahren fest beschlossenen Sache zu sprechen.
Noch einmal, und zwar an dem Tage, wo der Vater ihr seinen Beschluß verkündete, und seine vollständige Verzeihung an die Erfüllung dieses G:boteS knüpfte, bäumte sich der niedergehaltene Lebensmuth und der Wille, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen, mit der alten Kraft auf in Margarethen; doch war eS nur ein flüchtiges Ausrasten aus der Apathie und demüthigen Hingabe an den Willen
■Meinen nimmt entgegen: u, Expedition d. Blattes, tomie die Annoncen-Bureaux
Th. Dietrich & Co. in »afiel und Hannover; Th. Rettich in Frankfurt a. M.; fanfenffcin & Vogler in Eonlfurt a. M-, Berlin, Leip- «7 Söln :c; Rudolf Moffe Berlin, Frankfurt a. M. re-
hatten daS Haar deS Müller Werner gebleicht und tiefe Furchen in fein Antlitz gegraben.
Noch größer war die Veränderung, welche mit Mar-
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Die Kirchenmaus.
(Fortsetzung).
Das katholische Volk in Österreich ist noch tief von Wahn, religiösen Vorurtheilen und zelotischem Spuk befangen, an dem es, als einem Erbe seiner Voreltern, zähe und unabwendbar hängt; der Priester, wenn er im kirchlichen Dienste steht, scheint und ist ihm ein außerirdisches Wesen, an dem kein menschliches Fehl hastet. Die Männer dieser millionenköpfigen, fanatisch gläubigen Schaar werden, ich nenne nur eine Sitte, mit ihrem Seelenhirlen eine Nacht im wüsten Geplauder und verboten Spiel durchludern und den Volltrunkenen ohne Aergetniß in fein geißliches Heim
angegebenen Zwecken erfolgt unter Mitwirkung von Kreis« und Provinzialkommisstonen. Die Kreiskommissionen werden in denjenigen Kreisen, in welchen auf Grund der Kreis- orbrtung vom 13. Dezember 1872 ein Kreisausschuß besteht, durch diesen gebildet, sonst aber von der Vertretung jedes Kreises besonders gewählt. AIS Provinzialkommission sungirt im Geltungsbereich der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 der Provinzialausschuß, in den übrigen Provinzen der provinzialständige Verwaltungsausschuß. In den Kreiskommisstonen führt der Landrath, in den Provinzalkommissionen der Oberpräsident den Vorsitz. §. 5. Die gerichtlichen Akte, welche durch die Darlehnsbewilli- gung erforderlich werden, mit Einschluß der hypothekarischen Eintragungen, Umschreibungen und Löschungen erfolgen kostenfrei. Für die aufzunehmenden Urkunden wird ein Stempel nicht erhoben. §. 6. Dem Landtage ist bei besten nächster regelmäßiger Zusammenkunft, über bie Ausführung bes Gesetzes Rechenschaft zu geben.
Weimar, 10. Juni. Die Erbgroßherzogin ist von einem Prinzen entbunden worden.
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Wie», 10. Juni. Die „Politische Corresponbenz" meldet: Nach einem authentischen telegraphischen Berichte aus Belgrad vom 10. d. vereinigten sich die Vertreter sämmtlicher Mächte in den letzten Tagen in ihren Bemühungen, um dem Fürsten Milan und seiner Regierung die volle Verantwortlichkeit für eine eventuelle Friedensstörung klar zu machen Besonders nachdrücklich war die Sprache des russischen Vertreters Kartsow, und ist nicht zu zweifeln, daß die ferbische Antwort auf die gemäßigt gehaltene, am 6. Juni in Belgrad eingetroffene türkische Anfrage wegen der ferbl« scheu Rüstungen beruhigend ausfallen werde. — Wie die „Wehr Zeitung" meldet, werde der Kaiser Alexander von Rußland aus seiner Rückreise von Jugenheim als Gast nach Wien kommen.
Rom, 10. Juni. Correnti wird morgen zurückerwartet. Die von ihm RarnenS der Regierung mit Rothschild abgeschlossene Konventon wird Montag dem Parlamente eingelegt werden. Wie verlautet, werde das Parlament im September geschlossen werden und würden all» gemeine Neuwahlen im Oktober stattfinden.
Paris, 10. Juni. Im Ministerrathe wurde heute beschlossen, bei keinem Punkte deS GerneindegesetzeS die CabinetSfrage zu stellen. Die Majorität der Mitglieder des CabinetS sprach sich gegen Buffei's Candidatnr für den erledigten Sitz im Senate aus. Die Estafette will wissen, daß die Linke gegen drei der Minister angriffs« mäßig Vorgehen wolle; gegen DecazeS wegen dessen Haltung in der auswärtigen Politik, gegen Dusaure wegen der dem Grafen Mun geleisteten Unterstützung, und gegen
Deutsches Strich.
---- Berit», 10. Juni. Das NothstandSgesetz liegt etzt vor. Es ist von den Ministern der Finanzen, deS Innern, des Handels und der landwirthschaftlichen Angelegenheiten unterzeichnet, umfaßt 6 Paragraphen und lautet wie folgt: „Gesetzentwurf betr. bie Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung ber burch bie Hochwasser im Frühjahr 1876 herbeigeführten Verheerungen unb gemeingefährlichen Znstänbe. §. 1. AuS ben Geldmitteln, welche auf Grund der Bestimmung in den Art. VI. und VII. des Reichsgefttzs vom 8. Juli 1872 betr. die französische KriegSkostenentschädigung, der preußischen Staatskasse zufließen, wird der Staatsregierung die Summe von 6 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, um erstens der Stadtgemeinde Caub für die Arbeiten, welche behufs Abwendung eines weiteren Bergsturzes erforderlich werden, einen Kostenzuschuß aus der Staatskasse zu gewähren; 2. an die an verschiedenen Stromgebieten deS preußischen Staats durch die Frühjahrshochflnthen deS Jahres 1876 Beschädigten nach Maßgabe des nachgewiesenen Bedürfnisses Beihülfen zu bewilligen und zwar a. an einzelne Beschädigte zur Erhaltung im HauS- unb NahrungSst-mde, b. an Gemeinheit zur Wieberherstellung ihrer beschädigten gemeinnützigen Anlagen; c. zur Wiederherstellung und zu nothwendigen Verbesserungen der beschädigten Deiche und Uferschutzwerke und der damit in Verbindung stehenden Anlagen; 3. die durch die Hochfluthen beschädigten fiskalischen Bauanlagen wieder herzustellen und bei der fiskalischen Saline zu Schönebeck Wohnungen für Salinenarbeiter, welche durch die Ueberschwemmung obdachlos geworden sind, zu errichten; §. 2. der Höchstbetrag der an die Stadt Caub zu gewährenden Beihülfe ist auf 485,000 Mark festgestellt; bie Modalitäten dieser Bewilligungen bestimmt die Staatsregierung. Die Beihülfen an Fluthbeschädigte, einzelne Personen und Gemeinden, können bis zum Gesammtbetrage von 500,000 Mark ohne die Auflage der Rückgewähr, darüber hinaus nur als Darlehen bewilligt werden. Die VerzinsungS- und Rückzahlungsbedingungen dieser Darlehen werden von der Staatsregterung bestimmt; doch sind bie Darlehen an (Semetnben mit mindestens 3 Prozent zu verzinsen unb jebenfallS innerhalb 10 Jahren zurückzuzahlen. Die Beihülfen zu ben im §. 1 Nr. 2 c. bezeichneten Zwecken finb in der Regel als Darlehen zu gewähren, für welche die Verzinsung«- und Rückzahlungsbedingungen von der Staatsregierung festgestellt werden; doch ist letztere ermächtigt, die Mittel im Falle des Bedürfnisses auch ohne die Auslage ber Rückgewähr zweckentsprechenb zu verwenben. §. 3. Die nach §. 2 jährlich zurückzuvereinnahtnenben Beträge sind in den StaatShaushalSetat bes betreffenben Jahres aufzunehmen. § 4. Die Bewilligung unb Verwendung ber Beihülfen zu ben in § 1 Nr. 2 a unb b
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte« sowie bte Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. SRete« meyer in Berlin; Carl Schatz- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Gleich nach jener schrecklichen Entdeckung, die nicht bloS ihr liebendes Herz zerrissen, sondern auch ihr Vertrauen auf bie Menschheit zerstört hatte, war sie in ein hitziges Fieber verfallen, baS sie Tage und Wochen lang in Lebensgefahr schweben ließ. Doch die Kraft ber Jugend siegte, fit genaß; aber das Frühjahr kam heran, ehe sie wie sonst ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen konnte, unb bte Wangen blieben schmal und bleich, während die golbglan- »enben Haare, die in der Krankheit abgeschabten worden waren, sich erst zu kurzen Locken zu kräuseln begannen.
Noch größer aber war bie geistige Umroanblung, welche sich in ihr vollzogen. . .
Die langen, endlosen Stunben, welche bie Genesende, unbeeinflußt von allen äußeren Einwirkungen, nur der Er« innerung unb der Betrachtung gewidmet, die Lektüre der Bücher bie bet Vater ihr auf baS kleine Tischchen am Bette wie zufällig gelegt, hatten sie allmählig mit jener tiefen reuevollen Zerknirschung erfüllt, deren einziges unb höchstes Streben und Ziel allein die freudige Selbst.
einet Demuth, die etwas gäuzlich Gebrochenes hatte, begegnete sie ihrem Vater und Sebastian ja selbst den Vorwürfen ber Muhme, die besonders auf den Muller schmähte, baß er als ein Mann, der ja wisse, wie es in b« Welt zugehe, das Vergehen eines jungen, heißblütigen
beö Vaters, bie sie zur Sühne ihrer Herzensverirrungen gelobt, unb nach Stunden bangen Kämpfens unb Ringens reichte sie dem Jugendfreunde die Hand und versprach sich ihm als Braut.
Die Bitte um einen Aufschub der Heirath nach Weihnachten wat daS Einzige, was sie später wagte und was ihr der Vater auch sogleich gewährte.
Werner war überhaupt so gut und liebevoll zu seiner Tochter, wie nur je, und nur einmal hatte er das traurige Ereigniß jener Nacht erwähnt, und das war an dem sonnigen Frühlingstage gewesen, als das Geläut der Glocken den Bewohnern Roda's verkündete, daß man die Wittwe Waltran aus ihrem kleinen Stübchen in noch ein engeres Kämmerchen bettete zur endlichen Ruhe, da hatte Werner, am Fenster stehend, düster vor sich hingemurmelt: „Der hat er auch das Herz gebrochen!" und so leise die Worte gesprochen worden waren, sie hatte sie doch vernommen, daS bleiche Mädchen, und ihre zuckenden Lipp<n halten geflüstert: „Ja ihr — wie mit!"
(Fortsetzung folgt)
Tagesbericht.
Fürst BiSmatck hat mittelst Schreiben an das Präsidium d«S Abgeordnetenhaus amtlich von der Ernennung des Staatssekretärs im Auswärtigen Amte v. Bülow und des «rästventen deS Reichskanzleramtes Hofmann zu Staats Ministern und Mitgliedern des Staatsministeriums in Kennt- E DaS^neueste Verzeichniß der noch nicht erledigten Vorlagen enthält für das Abgeordnetenhaus 14 «Regierung«- wtlagen, 22 Anträge. Interpellationen und Petitionen und »ter sonstige Gegenstände. Im Herrenhauje sind noch 16 Segenstände unerledigt.
In London citculiten Gerüchte, nach welchen bie englische Regierung ernstlich bamit umgehe, bie Insel Helgo- tont) Deutschland zu überlassen. Wir gedenken, auf dieses Thema und ben vermuthlichen Ursprung beS Gerüchtes in »n nächsten Tagen zurückzukommen.
Der in Venebig etscheinenbe „Tempo" enthält folgenbe Notiz: „AuS sicheret Quelle erfahren wir, baß unsere Regierung Beseht gegeben hat, mit größter Geschwinbigkeit sLmmtliche Kriegsschiffe zu rüsten. Fetner wird unS mii- -etheiU, daß die Flotte in drei Geschwader unter dem Be- kbte bet brei Admirale de Viry, Martin und Lacaee ge- Iheilt wirb. Der Obe^befeM bei einer Vereinigung ber seiden soll dem «bmital be Viry anvertraut werben. Sämmt- llche Geschwader begeben sich i« bie türkischen Gewässer, «ta unserem Arsenale werden bie Rüstungen mit bem größten Eiset betrieben. Trotz bei Verfassungsfestes mußten Hern (3.) die Arbeiter von früh bis zum Abend arbeiten. Andererseits meldet man uns, daß sich eine Commission au« höheren Militärs nach der adriatischen Küste begeben ha», um den geeignetsten Ort zur Einschiffung von Truppen zu bestimmen.
Die neuesten Nachrichten bestätigen daS Tel gramm bet tzavas Reuter'jchen Agentur, baß der Großveztet an den Fürsten von Serbien daS Ersuchen gestellt hat, um offene, «naue unb direkte Aufklärungen über ben Grunb unb das beftimmte Ziel ber serbischen Rüstungen. (S. unten Belgrad.)
Unter den Aerzien, welche zur Konstatirung deS angeblichen Selbstmordes deS Sultans Abbul Aziz hinzugezogen würben waren nicht, wie AnsangS gemeldet, bie Aerzte simmtlichet fremben Botschaften zugegen, fonbern nut biese- niaen der österreichischen und ber englischen Botschaft. Der tut ber österreichischen Mission, Dr. Sotto, ist indessen selbst ein Levantiner, wie, mit Ausnahme deS englischen Arztes Dr. Dickson, alle übrigen.
drfAeint t Ha lieb außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllUftrirteS TonntagSblatt durch die Expedition (Koch fche Buchdruckerei) bezogen ‘l\ Mark, durch die Postämter deS Deutfchen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). - Jnfertlonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.
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