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Lmctgrn nimmt entgegen: , »U SöeMtton d. Blatte», ?‘mie die Annoncen-Bureaux oon Tb- Dietrich & So. m Mel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a. M.; öaafenftein & Vogler in Liitfurt a. M, Berlin, Leip- «7 Köln ic; Rudolf Moffe i, Berlin, Frankfurt a. M. rr.
Marburg, Mittwoch, 17. Mai 1876.
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t, Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.'Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ♦ meyer in Berlin; Carl Schliß» ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JKuftrirteS SountagSblatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerei) bezogen Äj, Start, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mart 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
TageSbrricht.
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Die Abmachungen zwischen den drei Kaisermächten ba> firm, wie wir au» zuverlässiger Quelle erfahren, auf folgenden Punkten: Zuvörderst wird zwischen den Jnsur- genten und der Pforte ein Waffenstillstand auf zwei Monate ^geschlossen. Die Türkei hat sich bereit erklärt, mit den Insurgenten in Unterhandlung zu treten und Rußland will feinen ganzen Einfluß aufbieten, um die Insurgenten zu einem gleichen Entgegenkommen zu bewegen. Außerdem senden die drei Kaiserreiche ohne Zeitverlust starke Flotten noch den türkischen Gewässern, um die PaeifikationSversuche »irksam unterstützen zu können.
Die Berliner Botschafter Frankreich» und Italien» Men das volle Einverständniß ihrer Regierungen mit den veschlüssen der Berliner Conferenz amtlich ausgesprochen.
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Der „Reichsanzeiger" meldet: Nach den neuesten Mel» Hingen au» Salonicht sind daselbst am 13. Mai die er warteten Verstärkungen der Garnison aus Konstantinopel, (miet zwei italienische Fregatten unbjeine französische Cor- dklte angekommen. Die Stadt wurde militärisch besetzt. Die Sommisiärr der Pforte haben sich mit den Delegirten Deutschland» und Frankreich», sowie mit den Conjuln Englands und Italiens vereinigt. 36 Verhaftete wurden auf eine türkische Panzerfregatte gebracht. Die Leiche de« deutschen ConsulS ist bis zur Beisetzung einstweilen in die lkirche gebracht, die sich bei dem deutschen Consulate befindet. — AuS Konstantinopel sind, wie der „ReichSan- zeiget" weiter meldet, in den letzten Tagen, kein« beun- mhigenden Nachrichten eingelaufen.
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Kottschakoff ist mit den Staatstäthen Zomini und Ham- butget Montag früh nach Ems obgereift. Der russische Botschafter in Wien, v. Novikoff, begibt sich heute Nach Mittag auf seinen Poften zurück. . >
hrai Fürst Gorischakoff und Graf Andrassy haben sich . t, Sonntag Nachmittag nach Aufhebung der Tafel im kaiser- - WÄlichen Palais vom Kaiser verabschiedet. Andrassy reiste 9 ou,8bent8 11 Uhr mit seinen Begleitern nach Wien zurück.
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Das wichtigste Ereigniß, das gestern der „Telegraph" Meldete, ist, daß ein deutsches Panzer-Geschwader, bestehend aus den vier Panzersregatten „Kaiser", „Deutschland", »Kronprinz" und „Friedrich Karl", sowie dem Aviso »Pommerania", unter dem Commaudo des Contre-Admirals Latsch im Lause der nächsten Woche nach Salonichi geht, d» die Corvette „Medusa" dieser Tage erwartet wird,
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und wohin da» Kanonenboot „Komet" in dieser Woche abgeht. Da» Kanonenboot „Nautilus" befindet sich auf
DaS Abenteuer der Nenjahrönacht. r; Humoreske von Heinrich Zschocke.
(Fortsetzung^
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„Philipp, ich habe dir etwas Gute» zu sagen. Du sollst morgen Abend bei un» essen. Die Mutter hat eS «klaubt. Kommst du auch?"
„Alle Abend, alle Abends* rief Julian: „und solange du willst. Ich wollte, du könntest beständig bei mir sein, oder ich bei dir, bi» an der Welt Ende. Das wäre ein Kötterleben!*
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„Höre, Philipp, in einer halben Stunde bin ich bei ta Gregorienktrche. Da erwarte ich Dich. Du fehlst doch nicht? Laß mich nicht lange warten. Dann machen *ir noch einen Gang durch die Stadt. Nun geh', damit *n» Niemand überrascht."
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Sie wollte gehen. Julian aber zog sie zurück in seinen Bün. „Willst du mich so kalt von dir scheiden lasten?" tagte er, und drückte seinen Mund auf ihre Lippen.
Röschen wußte nicht, wa» zu Philipps Keckheit sagen, tenn Philipp war immer so bescheiden und zärtlich ge *tfen, daß er höchstens einen Kuß auf ihre Hand gewagt tote, ausgenommen einmal, da ihnen beiden die Mutter ®8en und jeden Umgang hatte verbieten wollen. Damals von ihnen im Gefühl der höchsten Liebe und des Haften Schmerzes der erste Kuß gewechselt worden, feit- dem nie wieder. Röschen sträubte sich; allein der ver- *«inte Philipp war so ungestüm, daß man, um kein ver- litherijche» Geräusch zu machen, wohl da« Sträuben auf» Wen mußte. Sie vergalt den Kuß und sagte: „Philipp, tan geh'!"
Er aber ging nicht, sondern sagte: „Da wäre ich mtra» rin SHarr. Meinst du, ich wollt« mein Nachtwichter- hm lieber, al» dich? Mit Nichten, du Heizcheu."
dem Wege von Malta nach Port Said und wird von dort nach Konstantinopel birigirt.
Der hessische Minister-Präsident Hofmann ist Sonntag Abend nach Darmstadt zurückgekehrt; seine Ueberstedelung nach Berlin erfolgt am 1. Juni, während seine Familie erst im Laufe des Herbstes nachfolgen wird.
Französischen Blättern ist von Berlin aus unter' dem Iß. d. Mts. folgendes Telegramm zugegangen: «Die Uebereinftimmung zwischen den beiden Kaisern und den drei leitenden Staatsmännern in Betreff der orientalischen Frage scheint eine vollkommene zu fein. Heber die nachstehenden Punkte als Grundlagen hat man sich zunächst geeinigt: Unantastbarkeit des otlomanifchen Reiches. Ausführung der von der Pforte versprochenen Reformen im Vereine mit der Andraffy'schen Note, „wenn nöthig unter der effektiven Ueberwachung der Mächte; administrative Autonomie der christlichen Provinzen und endlich Neuregelung der serbischen und montenegrinischen Grenzen. Die drei leitenden Minister waren beauftragt, die Grundlagen für die noth- wendigen Garantieen zur Ausführung der Reformen zu formuliren und eine diesbezügliche Note an die Gesandtschaften aller Großmächte zu redi iren."
Die „Politische Corresp." meldet die Bildung einer geheimen Nationalregierung in Bulgarien. Der bulgarische Aufstand wächst. Die Aufständischen verbrennen die türkischen Dörfer. Die Telegraphen sind unterbrochen; das Personal ist dMvralisirt. Unruhen werden in Rnstschuk gefürchtet. —
Ein Privattelegramm der „Schief. Pr." au» Kostajnltza (in Bosnien) meldet, daß die Türken in Priedor ein großes Maffaere veranstalteten, ruhige Christen niedermetzelten, und daß der neue Kommandant, Seleni Pascha, ,der mit Verstärkungen eintraf, diese Metzeleien billigte.
Deutsches strich.
•• Berlin, 15. Mai. Die Ergebnisse der drei Kanzler-Konferenzen liegen bereit» seit Sonnabend durch die telegraphischen Mittheilungen vor. Es ist aus diesen ersichtlich, daß das Resultat ein durchaus befriedigendes ist, daß die drei Kaifermächte sich über die weitere Behandlung der orientalischen Frage ohne Schwierigkeit verstän» digt haben. Daß die Mittheilung bereits an die Vertreter der anderen Mächte erfolgen konnte, beweist, daß daö Einvernehmen der drei nordischen Reiche ein sehr einmüthige» gewesen. Man hat sich beeilt, die Verständigung noch während der Anwesenheit Kaiser Alexanders zu bewirken; die beiden Staatsmänner Oesterreichs und Rußland» haben
noch bi» Freitag Abend resp. Montag früh in Berlin verweilt. Bet derK weiteren Beschlußfassung muß in's Auge gefaßt werden, daß der Verlauf der Beschlüsse abhängig werden wird von den Ereigniffen im Orient. Die kritischen Verhältniffe daselbst lassen eine ganz feste Position nicht aufstellen. Alle Angaben über weitere Schritte sind nur Vermuihungen. — Fürst BiSmarck soll bei seinem Besuch bei dem türkischen Botschafter sich jeden Gesprächs über Geschäftsangelegenheiten enthalten haben. ES ist bekanntlich der erste Besuch in diesem Falle nur ein konventioneller, außerdem konnte BiSmarck nicht int Angesicht der Unterhandlungen mit Oesterreich und Rußland persönlich sich über die politische Situation aussprechen. — Die Ernennung des Ministers Hofmann zum Präsidenten de» Reichskanzleramts ist noch nicht erfolgt, wie in einzelnen Blättern angegeben wird. — Dem Bundesrathe ist ein Antrag des AuSfchuffeS für Justizwesen, betreffend beit Antrag Bremens wegen Behandlung der Zweigniederlassungen ausländischer Aktiengesellschaften in Deutschland vorgelegt. Der Ausschuß beantragt, der BundeSrath wolle diesem Anträge keine Folge geben.
Kiel, 15. Mai. Heber die Ausrüstung und Leistungsfähigkeit der nach den Gewässern der Levante destgnirten deutschen Kriegsfahrzeuge ist FoldendeS zu bemerken: Da» Kanonenboot „Komet" gleicht im Allgemeinen seiner inneren und Süßeren Einrichtung nach dem „Meteor" und unterscheidet sich nur darin von ihm, dass, um da» Fahrzeug für den Dienst in entfernteren Meerescheilen und in heißerem Klima geeigneter zu machen, das Oberdeck nachträglich um 470 Milimeter höher gelegt worden ist, wodurch die SeefShigkeit vermehrt und die Wohnräume luftiger werden. Das Kanonenboot „NuntiliuS" (52,6 Meter lang und mit ca. 720 Tonnen Deplacement) hat Schooner- Barktikelage und Maschinen von ca. 350 indizirten Pferde- Kräften, die ihm 10V2 Knoten Geschwindigkeit geben. Armirt ist dasselbe mit zwei 12 Centimeter-Pivotgefchützen und zwei 12 Centimeter Geschützen; die Besatzung ist 90 Mann stark. Die beiden Breitseit Panzerfregatten „Kaiser" und „Deutschland", tragen einen Panzer von 250 Millimeter Dicke und haben 7,5 Meter Tiefgang. Ihre Ar- mirung besteht in 9 Geschützen, von denen 8,26 Zentimeter» Kanonen (4 auf jeder Seite) in der gepanzerte Kasematte und eine 21 Centimeter-Kanone im Heck steht. Das Eigen- thümliche ihrer Konstruktion besteht darin, daß die Fahrzeuge, obgleich sie al» Batterieschiffe konstruirt, in Folge der Form ihrer gepanzerten Kasematte und der vor derselben befindlichen Schiffstheile im Stande find, mit den vorderen beiden Batteriegeschützen, die ihre eigentliche Richtung nach der Flanke Haden, direkt in die Kiellinie schießen zu können. Im Heck ist, um nach rückwärts feuern zu können, ein besonderes Heck- und Rückzugsgeschütz von 21
„Ach", seufzte Röschen, „es ist aber doch nicht recht." „Warum denn nicht, du Närrchen? Ist denn da» Küssen in deinen zehn Geboten untersagt?"
„Ja", versetzte Röschen, „wenn wir un» einander haben dürften, dann wäre eS etwas Anderes."
„Haben? Wenn e» nichts Anderes ist, alle Tage kannst du wich haben, wenn du willst."
„Ach, Philipp, wie sprichst du auch heute so wunderlich! Wir können ja daran noch nicht denken."
„Wahrhaftig, ich denke aber ganz «rnstlich daran. Wenn du nur willst."
„Philipp, hast du ein .Räuschchen? Ob ich will? Geh', du beleidigst mich. — Höre, Philipp, mir hat die letzte Nacht von dir geträumt."
„War'S wa» Schönes?
„Du habest in der Lotterie gewonnen, Philipp. Da hatten wir beide Jubel. Du hattest dir einen prächtigen Gatten gekauft. Kein schönerer Garten ist in und außer der Stadt. Alles hatten wir da vollauf; Blumen an Blumen, wie ein Paradies, und große Beete voll des feinsten Gemüse», und die Bäume hingen schwer von Obst. Ich ward beim Erwachen recht traurig, daß mich der Traum nur geneckt hatte. Sage mir, Philipp, hast du etwa in die Lotterie gesetzt? Hast du etwa» gewonnen? Heute »ar ja Ziehung."
„Wenn ich bei dir, du schöne» Kind, das große Loo» gewänne, wer weiß, wa» geschähe? Wie viel müßte ich bann gewinnen für dich?"
„Wenn du auch nur so glücklich wärst, tausend Gulden zu gewinnen. Dann könntest du schon einen artigen Gatten kaufen."
„Tausend Gulden? Und wenn e» mehr wäre?"
„O Philipp, wa« sagst du? Ist'» wahr? Nein, be
trüge mich nicht, wie mein Traum! Du hast gesetzt, du hast gewonnen. Gesteh' es mir!"
„So viel du willst."
(Fortsetzung folgt) .»
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Zu» Sumpfe.
Sin BUb anS dem amerikanischen Waldleben. i!,!i (Schluß.) *
Ich hörte da» letzte Winseln meine» Hunde» und vergaß darüber einige Augenblicke meine eigene Gefahr Der Getreue war Jahre lang mein Begleiter fast sottwährend gewesen und e» schmerzte mich tief, ihn so in dem Versuche, mich zu retten, sterben sehen zu müssen. Nun, da ich ihn verloren hatte, fiel mir auch ein, wie er mir hätte nützlich werden können. Leicht hätte ich ihn nämttch nach Hause schicken können, und wenn er dort, hätte er gewiß Jemanden veranlaßt, ihm dahin zu folgen, wo ich war. Leider mar dieö nun zu spät. Er war fort und ich allein; frei lich sollte ich nicht lange allein bleiben.
Während der Anwesenheit des letzten Alligator» war ich noch immer tiefer eingesunken. Nur die Achseln ragten noch aus dem Schlamme heraus, der mir fast bis an da» Schlüsselbein ging. Wie rief ich und jammerte ich! Mit aller Macht schrie ich und endlich weinte ich gar. Welch' ein Tod erwartet mich! Welcher Tod für einen kräftigen gesunden Mann! Im Sumpfe zu ersticken, in ihn hinein- zufinken tiefer — tiefer — an das Kinn — an die Lippen — an die Nase — mit offenen, stieren Augen!
Unter diesen schauerlichen Gedanken begann ich von Neuem mich um Rettung zu mühen, aber wieder nur mit der Folge, daß ich rascher einsank.
Eben al» ich meine gefährlichen Versuche wieder eiw» stellte und die Stimme mir in Folge des starken Rufen»