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(Fortsetzung folgt) '
Zm spanischen Parlament ist der erste Schritt zur Ausrichtung einer neuen Verfassung geschehen, inbeti bet PremiefMinister ben bekannten Entwurf, welchen die No- tabeln-Versammlung ausgearbeitet, als offizielle Vorlage ber Regierung bem Cougresie vorgelegt hat. Der Finanz- Minister wirb nun auch falb mit seinem Bubget vor ber Volksvertretung erscheinen. Nach einer Mittheiluna beS Jmparcial beabsichtigt er bie brei verfallenen Coupons ber spanischen Schuld in Titel ber consolibirten Schult) zum Werthe von 50pCt. zu convertiren, für 2 Milliarben Realen Hypothekenscheine auszugeben unb eine Anleihe bei ber Bank von Spanien aufzunehmen, welche letztere bafür 20 Jahre lang gewiffe btrekte Staatssteuern für sich vereinnahmen würbe. r
Der Bericht beS englischen General-Zahlmeisters Cave über bie egyptische Finanzlage ist an bie Parlaments Mitglieber vertheilt worben; berselbe enthält übrigens nicht sowohl neue unb bisher unbekannte Thatsachen al« eine sehr erschöpsenbe unb übersichtliche Zusammenstellung bereits bekannter Verhältnisse; als einziges Mittel für bie Rettung der egyptischen Finanzen wirb bie Convertirung bet brfltf.nben Anleihen in eine mit erträglichem Zinsfüße
Dann erscholl ba« verhängnißvolle Wörtchen „8o«*i und nun fuhren bie Klingen zusammen. Der Kampf war heftig, aber kurz unb entscheidenb. Eugene drang mit rücksichtslosem Ungestüm auf Francois unb biefet, verwirrt durch ben heftigen Angriff, bielleicht auch burch ben Gedanken, baß er bie Schult) trage, die bem Freund bie Waffe gegen ihn in bie Hand gegeben, fonnte sich nut schwach vertheibigen unb vermochte kaum Eugene’S wüthettde, rasch hintereinander folgende Stöße zu pariren. Plötzlich flog Francois Degen klirrend zur Seite unb in bemfetben Mo- ment traf ihn auch Eugenes Klinge, sich tief in feine Brust
ben egyptischen Finanz- unb Steuerbeamten verkehrt und die ausschließliche Leitung ber egyptischen Finanzen in Üre Hand hält. -
DaS Folkeihing de« bä urschen Reichstage« ist aufgelöst, bie Neuwahlen sinb auf ben 25. April anberaumt worben.
an bie Fenster ihres Stübchens schlug unb ein heftiger Sturm burch die Straße brauste unb bie alten Schornsteine herunter aufs Pflaster warf, baß eö krachte und bennerte, als vb bie Welt untergehen wollte und Eugene noch immer nHt ba war, ba sank sie auf ihre Knie« unb betete unb weinte, bis sie, ben Kopf an das Sopha gelehnt unter Weinen Unb Beten einschlief.
Der Kaiser von Ruß la nb, ber sich so wohl''befindet, baß er in voriger Woche sich persönlich an einer Bärenjagd bethe ligen konnte, begibt sich zu Ende dieses Monat« über Berlin nach EmS zur gewöhnlichen Cut unb kehrt über Jugenheim nach Petersburg zurück, um den Lager-' Uebungen in KraSnoje Selo beizuwohnen und bie Besuche des Kaisers von Brasilien, des Königs von Dänemark und deS Kronprinzen von Italien zu empfangen,
In Athen ist der Simonieproeeß gegen zwei Minister, und zwei Erzbischöfe zum Abschluß, aber noch niyht bi«' zum Spruche gediehen. Am 27. April soll die öffentliche Verhandlung gegen das der VersassungSverletzung angeklagte ehemalige Ministerium Vulgaris ihren Anfang nehmen.
Die Insurgenten ber Herzegowina,' beten Haupt- sührer Peka Pawlowic unb Sotchica mit dem Bevollmächtigten beS Fürsten von Montenegro und mit bem österreichisch- balmatischen Statthalter Baron Rodich eine Besprechung gehabt haben, verlangen, wie e« heißt, ben Abzug ber türkischen Rizarntruppen unb die Bürgschaft bet Groß- mächle bafür, daß bie Pforte ihre Versprechungen auch wirklich halte. Sie forbern Baargeld zum Wieberaufbau der zerstörten Häuser und Lebensrnittel auf ein ganzes Jahr. Auch wollen sie künftig wie bie Türken ba« Recht haben, Waffen zu tragen.
Die serbische Regierung, bie im AuSlanbe kein Gelb finben kann, sucht «* jetzt im eigenen Lanbe. Der Ausschuß bet Skupschtina hat ihr erlaubt, ein freiwilliges Anlehen von 12 Millionen auszuschreiben und bieGemeinden zur Theilnahme aufzufotdetn. 4
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Frankfurt a. Ult.• Jäger'fch, Buchhandlung in Frarüfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen. 4
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und auf Verlangen die bereits erschienen Rum-
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P-litische W«chen-Ueberstch1.
Unser Kaiser hat in Folge einer Erkältung den beabsichtigten Besuch der Königin Victoria' in Baden-Baden aufgeben müssen. Fürst Bismarck, ber vorigen Sonnabend zu seinem sechSzigsten Geburtstage vom Kaiser und Kron Prinzen einen persönlichen Gratulationsbesuch unb von allen Seiten zahlreiche Telegramme empfing, erfreut sich bet enb sich eingetretenen heiteren unb milberen Frühlingstage, bei welchen er bie bei ber früheren rauheren Witterung ängst lich untersagten Spazirritte wieder aufgenommen. — Das Abgeordnetenhaus hielt mehrere Tage bet letzten Woche feinen wichtigen CommisflonSbetathungen frei. Das Com- petenzgesetz unb bie neue Stäbteorbnung werden wesentlich gefördert unb bie Vorberathung ber evangelischen Synobal- Ordnung bis zur Feststellung des Berichts zum Abschluß gebracht. Die erste ßefung einer Reichseisenbahn-Vorlage soll erst nach bett Osterferien, vielleicht am 25. April, Statt finben. Die Bubget-Commission aber hat unterdessen die Vorberathung zweier bejonbeten Gesetzentwürfe in Betreff llebetnahme der Zinsgarantie für bie nothleidenbe Bahn Halle-Sorau-Guben und Ankaufs der Bahn Halle-Kassel bereits begonnen unb biese Vorlagen stehen mit ben Plänen ber Reichseisenbahn-Vorlage soweit,in sachlichem Zusammenhänge, baß BezugSnahmen auf letztere unb auf gemeinsame Gesichtspunkte süt ibeibe dabei wohl unvermeidlich sind. Zn Stuttgart haben inzwischen beide Kammern des württem- bergischen Landtages sich beeilt, mit an Einrnüthigkeit grenzender Stimmenmehrheit für ein wirksames Reichseisenbahn- Gesetz, aber gegen ben Ankauf von Eisenbahnen für das Reich unb insbesondere gegen den Werkauf ber württem- betgischen Staatsbahnen zu beschließen. Der Minister v. Mittnacht sprach bereit« viel weniger schroff al« seine Collegen in Sachsen unb Baiern.
Die ungarischen Minister Tisza, Szell und Simonyi trafen am 31. März mit bem Frühzuge in Wien zu ben AuSgleichs-Conferenzen ein, wurden noch an demselben Tage vom Kaiser empfangen unb hielten bann sofort bie erste vorbereitende Besprechung. Die Einzelverhandlungen begannen jedoch erst am Dienstage, zu benen Andrassy am Montage von TerebeS eintraf. Diesmal sollen alle bie Fragen, um bie e« sich hanbelt, gelöst werben: zunächst bie Feststellung sbe« gemeinsamen Bubget«, sobann bie eigentliche Zollfrage, endlich bie Bankfrage; letztere wirb als eine mehr innere ungarische Frage behanbelt.
Obwohl die „Norbd. Allg. Zig * nach 6er Darlegung de« Reichskanzler« nicht mehr als officiöseS Organ gilt, Jo scheint sie fach immer noch Fühlung mit der Regierung 3U dehalien, auf jeben Fall sinb ihre Aeußemngen immer noch von besonberet Bebeutung, weil ihre Auslassungen WieberklSnge aus maßgebenben Kreisen sind. So wird benn auch bet Artikel über unser Berhältniß zu Rußland allgemeine Aufmerksamkeit erregen. Die „Norbb. Allg Ztg." weißt darauf hin, wie früher die freundliche Stellun'-
An demselben Morgen, früh 5 Uhr, standen sich i« Hölzchen von Boulogne zwei junge Männer, den blanken Stoßdegen in der Hand, gegenüber, Zur Seite standen die Sekundanten t*b einige SchisM davon entfernt ein Mann in schwarzem Ueberrotf mit etaet ttmtnen Leber- tasche^in ber Hand ... „ Dsts« Wann war ber Arzt ...
«Sie beharren alfo/ begann jetzt ber Eine ber Sekun- unb weisen die Msöhnuny-
„3ol ich beharre darauf,' murmelte ein Zeder, InveA' er feinen Gegner mit düsteren Blicken maß.
„Wohlan I" begann far Vorige wieder, „so ersuche jU Dorville al« Unpartekifchen da« Zeichen zum Beginn z^
Der junge Mann kommandirte hierauf nach Duellgd^ brauch die Duellanten guf die Mensux unb zum Ans- legen ... -
Anzeigen nimmt entgegen: Me E)cheditivn d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von G L. Daube L Co. m
Als Rose erwachte, floß ein Strom Hellen Lichte« in das Zimmer, es war Tag geworben'; fas junge Mäbchen richtete sich empor und strich sich, verwunbert umherblickend, bie Flechten aus ber Stirn, sie glaubte geträumt zu haben unb athmele bei biefem Gebanken freubig auf, aber diese Freude, diese glückliche Täuschung sollte nicht lange bauern. Ein kleines weißes Blatt Papier, welche« auf ihrem Spiegeltischchen lag unb bad sie gestern Abenb in ihrer Zerstreuung unb Aufregung nicht bemerkt halte, zerstörte Ihre Illusionen. Auf dem Papier standen folgende Wotte:
'' „An Rose ChctN
Ich schreibe diese Zeilen in dem Augenblicke, wo ich oü« der Chaumlöre zurückgekehrt bin . . . Erwarte mich nicht, Du würdest vergeben« harren, mein ober fein Blut, da« morgen fließen wird, wird die ewige Scheidewand zwischen un« fein . . . Lebe wohl! ich verzeihe Dir, was
Anzetgen nimmt entgegen: Me Expedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M>, Berlin, Leip- S7 Mn ic; Rudolf Moste m Berlin, Frankfurt a. M. K.
Du °« wir gelhan p Eugene.' bohrend . . . Bei diesen Anbli?warf Eugene Le Waffe
. ^ese ungluckieligen Worte gelesen, weg und stürzte vor Francois nieder, aus fassen Brust-
cn ergriff sie, wunde ein tiefer Blutstrom floß, und ber nur mit Mühe
bag 93lut stieg ihr nach fam Herzen und Kopf, sie wollte von bem herbei gesprungenen Arzt unb ben Sekundanten um Me rufen, aber bie Stimme versagte Ihr unb fie sank aufrecht erhalten werben konnte, ohnmächtig zu Boden
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Ein Pariser Blumenmädchen.
tanzen unb fröhlich sein konntest unb nun saßest Du in Deinem Dachstübchen ber Jean-JaegueS-Straße bei Deinem einsamen Lämpchen, ohne Eugene, ganz allein unb verlassen , ‘ \ . • • Rose Cherl war sehr traurig, sie fühlte sich so un-
Jn diesem Augenblick würbe e« plötzlich hell vor Rosc'S^ glücklich, baß sie weinte, bitterlich weinte unb als ber Regen Augen; sie begriff, waS ffe in ihrem übermüthizen Leicht — kl- <•■« - • - - °
sinn, in ihrer ausgelassenen Laune immer für eine Spielerei, ein unlerhaltenbe« Amüsement, eine Neckerei angesehen, die Liebe Francois, die entsetzliche Eifersucht Eugene'S, sie begriff den Wortwechsel der beiden Männer, Eugene'S Drohungen und seine flammenden Blicke, bie er auf Fran- wis geschleubeit, sie erinnerte sich einer Menge kleiner Umstände, die ihr früher ganz bedeutungslos erschienen uni/ nun erst in das rechte Licht traten, fie erinnerte sich sogar in diesem Moment deS Kusses, ben ihr Francois nach beendigtem Tanz wiber ihren Willen unb ihr Wissen gegeben °nb bet Worte Eugene'S, die er zu Francois gesprochen: »Du brauchst Dich nicht zu vertheibigen, . . ich habe ^eö gesehen, ÄlleS.' Sie bebeckle ihr Gesicht mit ihren Hänben unb weinte; bann nahm sie traurig Abschieb von Francois, ber sie durchaus begleiten wollte, was sie jedoch siandhaft abschlug und sprach bet sich, während sie nach °er Rue Jean JacqueS ging: „Armer Eugene, ich habe
beleidigt, aber will es Dir wieder abbitten . . . Du bP so güt unb ich kränke Dich immer durch meinen Leicht- stnnl' Unb bann murmelte sie: „Gott, weich' ein trau- %r Sonntag, kaum acht Uhr vorbei und schon fort au« ber Chaumiöret Welchen Kummer machen un« diese Män- doch mit ihrer Siebe, ach 1 wahrlich mehr Schmerz als vreudel' Unter diesen Gedanken kttm sie nach Hause, aber Are Stube war Icei, kein Eugene da. Traurig setzte sie stch an’« Fenster und weinte, dann zündete sie ihre kleine ^wpe an und nahm ihre Arbeit und fing an zu nähen. ***( Rose Cherl! Du hattest nur einen Sonntag, wo Du
Erscheint täglich außer den Werktagen nach SonU-^Und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS EountaaSblatt" durch die Srv-dition (SlnA’fAe ‘ »uchdruckerer) bezogen Mark durch bte Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 W« (erI Wn«*«.’ - SfertionlgebW g S geffalkn 3$ 10 W '
Sto tn der Expedition zu etthe,lende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 ffg. berechnet. V'8’ >
..^schweizerische Bundesrath ließ amtlich mit- hingestellt, unter der unerläßlichen Bedingung jedoch, daß theilen, daß er unter dem 20. März an Deutschland und der Khedive eine vertrauenswürdige Person als General-' stallen eine Einladung zu einer im Mai in Bern über Controleur der Finanzen anstellt, welcher unmittelbar mit die Gotthardbahn abzuhaltenden Experten - Conferenz be- c^>-*— ■ • «■ , ■ .•?
schlossen hat.
Die italienische Deputirtenkammer hat sich bis zum 25. April vertagt, um dem neuen Ministerium Zeit zu lassen, die früher eingebrachten Regierungs-Vorlagen zu prüfen. Durch Ernennung der Generalsekretäre für die einzelnen Fächer ist bas Ministerium jetzt vervollstänbigt.
Die letzte Woche gehörte in Frankreich ben Ultra- montanen. Der Wabbington'sche Gesetzentwurf, bet bem Staate die alleinige Verleihung bet UniversttätSgrabe zurückgeben soll, wirkte wie ein Schlag in jein Wespennest: bie gestimmte clericale Presse erging sich in Zorn unb Hohn übet bie Regierung, über bie liberalen Majoritäten in ben Kammern unb über bie Wähler, bte Frevlern ihre Stimme gegeben; noch mehr, am 29. und 30. März versammelten sich in Paris unter Cardinal Guibert's Vorsitz dreißig Bischöfe als Gründet der katholischen Universität Paris, um daS Budget des „Werkes" festzustellen, zwei neue Lehr stühle bet RechtsfacultSt zu stiften unb einen Protest gegen ben Gesetzentwurf Wabbington’S, welcher ber DeputirteN- fammer vorliegt, bei fam Staatsoberhaupt einzulegen; die Carbinäle Guibert unb Bonnechose wurden beauftragt, am Donnerstag dem Marschall Mac Mahon diesen Protest zu überreichen. Die liberalen Blätter bezeichnen diesen Schritt wie die ganze Versammlung als eine Uebertretung beste- hender Gesetze.
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