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MarSurg, Freitag, 31. März 1876.

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nöthig fein, wieder eine provisorische Verlängerung des dies­jährigen Etats bis zum 1. April 1877 eintreten zu lassen.

Zum Director des Reichsgesundheitsamtes ist nunmehr destniliv der Ober Stabsarzt Dr. Struck berufen.

In den Motiven, betreffend den Ankauf und den Aus­bau der Bahnstrecken Halle Kaffe! und Nordhausen - N xei heißt es, daß der Ankauf dieser Linien sich empfehle, weil für die Strecke Ealbe - Nordhausen der Berlin - Wetzlarer Bahn die Linie nach Oschersleben und durch das Selkethal über daS Hochplateau des Harzes bei Stolberg sich als unpraktisch erwiesen und deshalb die Führung der Bahn über SonderSleben, Wippra und Engsfeld nach Roßla, Station der Halle Kasseler Bahn, und von Roßla längs der letzteren nach Nordhausen in Betracht gezogen ist. Die Baukosten dieses Stückes der Berlin Wetzlarer Bahn ein« schließlich der Strecke Nordhausen-Dingelstedt sind auf rund 39,9 Millionen Mark veranschlagt. Von dem Bau dieses Bahntheils kann jedoch abgestanden werden, wenn die Strecke SonderSleben - Nordhausen - Seienfelbe für die Zwecke der Berlin-Wetzlarer Bahn mitbenutzt, zu diesem Zwecke die Halle - Kasseler Bahn für den Staat angekaust und die Strecke SonderSleben - SaugerShausen für Rechnung deS Staates hergestellt wird. Wird aber die Hall«-Kasseler Bahn erworben, so kann die kurze Strecke Nordhausen- Nixei, welche zwischen jener und den hannoverschen Staat«, bahnen eingeschlossen liegt, vom Ankauf nicht ausgeschlossen werden.

Die Nachricht über Veränderungen im diplomatischen^ Dienste, welche die französische Regierung beabsichtigen sollte, wird unS als absolut grundlos bezeichnet. Wir haben, waS insbesondere die deutsche Botschaft und Herrn de Gon« taut - Biron betrifft, schon wiederholt Gelegenheit gehabt, uns in diesem Sinne auszusprechen.

schönen Abschlagszahlung sich erfreuen und muß in diesem Amte den Krystallisationspunkt erkennen, an welchen sich die auf gleichem Felde Arbeitenden nun zu gemeinsamer ge­regelter Thätigkeit zu gruppiren haben. Wer Besseres will unb, erstrebt, als baS jetzigeReichsgesunbheitsarnt," ber bemühe sich, basselbe zu unterstützen unb schwöre zu seiner Fahne, bamit es kräftigen Rückhalt finbe im ganzen Reiche."

AuS bem letzten Felbzuge deS beutfchenReichstages" haben wir für Förderung bes öffentlichen Gesundheitswesens kaum mehr als dieses Eine zu verzeichnen. Aber diese eine Maßregel wiegt. Der Stab ist ernannt. Reihe sich um ihn die streitbare Mannschaft."

Deutschland darf sich, wie England, rühmen: daß jetzt der Grund zu künftiger SanitätSgesetzgebung gelegt worden ist, auf welchem die begonnene Arbeit weitergeführt werden kann!"

Wir fügen dem noch die thatsächliche Bemerkung bei, daß die Ernennung des vr. Struck (Leibarztes des Fürsten Bismarck) zum Vorsitzenden deS neuen ReichSamteS nun> mehr definitiv erfolgt ist.

Ein räthfelhaft gcborner,

Unb kaum gegrüßt, verlorner, Unwiederholter Augenblick I"

Co sagt unser ebler Lenau, unb in ben paar Zeilen bieseS Weherufes, ben nur Erfahrung ober intuitives Er­kennen des Wesens ber Dinge einem Menschen erpressen kann, liegt bie bitterste Ironie für bie optimistische Welt, anschauung."

Der blonde Doctor schüttelt ben Kops; da ich eine

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e deS große ehend »eiß- deve mben, 6746.)

J zweite Quartal 1876 der

Mberhessi schon Zeitung

mit ihrer Gratis-Beilage

Mufirirtes Sonntagsblalt

Weg ging, geteilt zwischen bet Hoffnung, ihm zu begeg­nen, unb ber Scheu vor biesem Wiebersehen.

Ich liebe Dich!" Sie hatte keine Antwort auf bleien leibeuschaftlichen Ausruf; sie ruhte stumm an seiner Brust, umschlungen von seinen starken Armen, bie sie fester fester an ein heftig klopfenbeS Herz preßten.

O Menschenherz, waS ist Dein Glück?

Mm rechtzeitige Erneuerung, möglichst vor dem 28. d. SR., der Bestellung auf das

LageSbertcht

Wie bieProv. Corresp." mittheilt, sinb über die bem« nächstigen Reisepläne bes Kaisers feste Bestimmungen noch nicht getroffen; boch es sei sehr wahrscheinlich, baß ber beabsichtigte Besuch bei ber Königin Victoria von Englanb in Baden - Baden am 3 oder 4. April stattfinden werde.

Die Energie, mit welcher der Reichskanzler und die preußische Regierung das Projekt der Reichseisenbahnen durchzusetzen sich bemühen, wird wenigstens einen greifbaren Nutzen, einen reellen Erfolg haben, auch wenn das Projekt an der Abneigung der Mittelstaaten scheitert. DaS ReichS- eisenbahngesetz wird jetzt nicht mehr den Widerstand finden, welcher dem Zustandekommen desselben früher eutgegenge- bracht war. Wie daS Beispiel WürtembergS zeigt, sind die Volksvertretungen der Mittelstaaten sehr dafür, daß daS Reichseisenbahngesetz schleunigst hergestellt werde, um nur den Uebergang der Bahnen an daS Reich abzuwenden. Wir konnten uns bisher für dieReichseisenbahnen" nicht sehr erwärmen, aber nunmehr müssen wir das Vorgehen der Regierung für wohlerwogen und weise halten.

Eine officiöse Nachricht versichert, daß die Frage wegen Verlegung deS EtatSjahreS für den preußischen Haushalt chon zur Zeit die Regierung beschäftige. Bei den um« affenden Vorarbeiten fei jedoch an eine Lösung derselben in diesem Jahre vorerst nicht zu denken, und wird es daher die aufgeschlagen auf bem Sims lag, in ber zu lesen sie jedoch heute vergessen hatte.

Ich habe versprochen, Ihnen keine Reflexionen über daS urewige Liebesthema zu geben und gehe sogar noch weiter, indem ich nur kurz über jene Liebe berichten will, welche gar bald in den Herzen der beiden jungen Leute keimte und sich zu einer üppig prangenden Blüthe voll berauschenden DusteS entfaltete.

Am Nachmittag des nächsten Sonntags trafen sich Max Bernau und Magdalene, welche mit Röschen, ihrer Freundin, einen Spaziergang in's Wäldchen vor der Stadt gemacht hatte.

Daß er mit ihr zuerst einige gleichgiltige Worte ge- speochen, dann gescherzt und gelacht und ihr zuletzt ben blühenoen Flieberzweig, ben sie spielenb in ber Hanb ge­halten, entwendet hatte, war sicher von wenig Bedeutung noch Interesse, unb es gehört eben ein so genügsames Ding bazu, wie baS Herz eines jungen Mädchen ist, um eine ganze Woche lang von der Erinnerung zu zehren und glücklich dadurch zu fein.

Ich Hebe Dich, Magdalene!" so hatte er ihr einige Wochen später zugeflüstcrt, als sie allein den bekannten

sowie bie Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in jtafsel unb Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip­zig, Cöln k; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b. Blatte-, sowie bte Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint t Sgl i ch außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS SonntaaSblatt" durch bie Sxpedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen «ark, durch bie PostSmter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. (etL Bestellgebühr) - JnsettionSgedÜhr für die gesvaltene Ze.le10 Pf. gflt ui der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet. "

Deutsche, «eich. .

* Berlin, 29. März. In Prag wird vom 13. bis 16 Mai d. Js. ein internationaler landwirthschaftlicher Markt abgehallen werden. Derselbe kann mit allen lanb- wirthschafllichen HauSthieren, landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthen, sowie anderen landwirthschaftlichen Produk- tionS- und Betriebs-Gegenständen beschickt werden. An­meldungen müffen an daS betreffende Cvmitä in Prag bi» jum 20. April erfolgt sein. Der unter dem Protektorate des Kronprinzen stehende Berliner Verein deutscher Land- wlrthschastS-Beamten hat seinen Rechenschafts-Bericht pro 1875 erstattet. Die Jahres - Sinnahme belief sich auf . 11,066 M., welcher eine Ausgabe von 3,684 M. gegen«

Entgegnung fürchtete unb mich nicht mit ihm streiten wollte, weil ich ihn in bet Beziehung für unverbesserlich halte, fuhr ich schnell fort.

«So waren es benn auch nur Momente beS Glückes, welche Magdalene und Max genossen. Heimlich in ver­schwiegener Waldeinsamkeit, Arm in Arm und Herz an Herz, Küsse gebend und empfangend, lachend unb »einenb, scherzenb unb kosend.

Doch als das Lieb ber munteren Waldvögel verklungen, die Blumen verblüht waren, die je allein Zeuge der Liebes« feligkeit deS glücklichen Paares gewesen, als der Herbstwind über die kahlen Felder wehte da lächelte Magdalene nur noch einen flüchtigen Augenblick lang so glücklich wie einst, wenn Max sie fein Weib nannte, sein süßes, geliebte» Weib, und sic seiner ewigen Liebe und Treue versicherte.

Ewig waS ist ewig?

Sie tadelten mich einst, daß ich irgendwo gesagt:Ewig ist nichts in diesem Leben, nicht Haß, nicht Liebe, nicht einmal die Reue, nur der Wechsel!" Ich unterschreibe eS noch heute.

Als die ersten Schneeflocken fielen, dicht und schier un­erschöpflich, da tannen auch Magdalenens Thränen ebenso und sie galten der Etkenntniß, daß die Liebe deS Mannes, welche sie so beseligt hatte, zerronnen wat wie ein schöner Morgentraurn, dem ein schmerzliches Erwachen folgt, ver­welkt und erstarrt im Wehen der Fröste wie das falbe Laub, das frisch und gtü ienb ihren Liebcsstühling geschmückt und jetzt zitternd unb bereift, ein Spielzeug rauhet Winde hin unb her trieb.

Erst jetzt erfuhr Magbalenen» Mutter bie Geschichte ber Liebe unb Schuld ihres Kindes. SS wat kein lauter Ausbruch de» Schmerze» ober Zornes, ber auf da­von Schluchzen fast unverständlich gemachte Gestänbniß der Tochter folgte, eS waten nicht harte Vorwürfe, mit denen Magdalene gemartert wurde. Stumm und bebend hatte ' Fran Gertrud zugehört, bann faltete sie bie zitternben Hänbe vor dem todtenblassen Gesichte und verließ da« Gemach,

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postboten ersucht

Die Extzetz. >. Oberhessischen Seihtng.

Da- ReichSgesuudheit- - Amt.

Die Art und Weise, wie man in Deutschland bie Re gelang bet sanitären Frage in Angriff nimmt, steht in einem merkwütbigen unb charakteristischen Gegensätze zu dem Vor­gehen Englanb«. In Englanb hat man zunächst ben Versuch gemacht, bie Verbesserungen fest zu stellen und burch Gesetze zu regeln. Erst später würbe die ausführende unb über» wachenbe Behötbe geschaffen. AuS ber letzten englischen PatlamentSsefsion können wir betriebene legislatorische Ar­beiten auf sanitärem Gebiete aufzählen, zunächst muß baS neue GcsunbheitSgesetz genannt werben, welches aus bem Versuche Sclatet Booth's die verschiedenen einzelnen @e- sundheitSgesetze in ein einziges zusammenzufassen entstanden ist. Ferner ist einArbeiter-Wohnungs Gesetz," ein Gesetz über benVerkauf von Nahrungsmitteln und Drognen," ein @efey übetÄinbermorb," bieApotheken," bieöffent­liche GesnnbheitSpflege in Schottlanb" u. s. w.

Im beutschen Reiche bagegen ist zuerst bie Behötbe geschaffen worden, welche die von ihr zu überwachenden Maßregeln seiber erst dem ReichSkanzletamte vorschlägt, welche bie Aufgabe hat, bie Beschlüsse des BunbesratheS über statistische Aufnahmen auf dem Gebiete der ©efunb- heitSpfleze vorzubereiten unb die auf Grund der Beschlüsse de» BundeSrathe» auSgeführten Aufnahmen zusammen zu stellen.

Interessant ist ein Uttheil des rühmlichst bekannten Pro- sessvr» Dr. med. Carl Reclam, welches er in seiner höchst empfehlenSwerthen ZeitschriftGesundheit" (Verlag von E. Soll in Elberfeld) niebergelegt hat.Wenn auch ben hygienischen Heißspornen unb den Wünschen aller ener­gischen Freunde deS öffentlichen Gesundheitswesens damit (mit dem Reichsgesundheitsamte) noch keineswegs Genüge geleistet wird, so darf man doch des Anfanges als einer

anbei langt.

5. itäts. [771

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Z Sine »»»anttsche LiebeSzeschichtk.

Von W. 8.

So hübsch Magdalene war, unb so seht sie auch gefiel, Io hatte boch noch keiner ber jungen Leute, mit benen sie Ritt unb ba zufällig zusammengetroffen war, ernstlich um !fie geworben ober Einbruck auf ihr Hetz gemacht. Da erblickte sie eines Sonntags in ber Kirche ihrem Platze gegenüber einen jungen Mann in modischer ftleibung, dessen schönes Gesicht sie sich nicht erinnerte, je gesehen zu haben.

Nach Beendigung de» Hochamtes verweilte ber Ftembe iwch auf bem kleinen Kirchhofe, hier und da vor einem bet Uten Grabdenkmale stehen bleibend, mit vem sinnenden Aus­druck in den Zügen, welcher Leuten eigen zu sein pflegt, 'ie nach langer Abwesenheit bekannte ober heimathliche Stätten wiedersehen.

DaS war hier denn auch wirklich der Fall, und Mag« '»lene erfuhr schon am Nachmittag durch das muntere Scplauder einer sie besuch, ndcn Schulfreundin, daß Max Bernau, ber Sohn eine« reichen Schulzen aus Werbing einem nahe gelegenen Dorfe, bas an bie Vorstadt des 2rteS grenzte) aus der Residenz zutückgekehrt fei, woselbst i die Landwirthschaft aus Büchern studirt habe. Jetzt olle et den Hof übernehmen unb ein reiches Mädchen ftirathen.

Ein reiche» Mädchen! Die Worte waren c», welche i Nagdaleue immer noch zu hören glaubte, nachdem das ustige Röschen ste längst verlassen hatte. Die blitzenden, 'raunen Augen des Fremden hatten ste am Morgen fläch­ig gestreift und sich bann noch einmal mit bem Ausbruck wverkennbaren Wohlgefallens auf ste geheftet schade, ,aB st« kein reiches Mädchen war!

Lange stanb ste allein am geöffneten Fenster, bet ein- inigen Mufik bcS NachtwinbeS lauschenb, ber in ben Kronen tt Bäume rauschte, unb ernst unb sinnenb zum wölken rdeckten Himmel blickenb, währenb bie Finger ber kleinen )®nb gedankenlos in ber Geschichte ber Heiligen blätterten,