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Sehr hervorragend istdie Aeußerung der „B. L.-Corrtsp.
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Berlin, 14. März. I« der gestern abgehalten.«. Sitzung des Staatsministerinms gelangte der Entwurf eine»-' Gesetzes wegen Einverleibung des HerzogthumS Lauenburg in das Königreich Preußen zur Berathung. Außerdem auch der Entwurf eines Gesetzes, welche« die Uebertragung der EigenthumS-, und sonstigen Recht«, des preußischen Staates an Eisenbahnen auf das deutsche Reich behandelt. — DaS Reichskanzleramt hat jetzt Bestimmungen über die zu bildenden künstlerische«, photographischen und gewtrb- lichen Sachverständigen-Vereine ertasten. In keinem Bun^ deSstaate darf mehr als ein derartiger Verein bestehens- Der künstlerische und photographische Verein besteht an» je sieben, der gewerbliche au« zehn Mitgliedern, einschließlich dem Vorsitzenden. Für BehinderungSfälle werden Stellvertreter ernannt. Die Mitglieder und Stellvertreter, den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter aus der Zahl der BereinSmitglieder ernennt die zuständige Centralbehörde. 'Mitglieder und Stellvertreter werden als Sachverständige «in- für allemal vereidigt. Die Vereine dürfen Gutachten nur auf Requisition der Gericht« abgeben. Der Vorsitzende ernennt dann zwei Berichterstatter, «elche unabhängig vs« einander ihre Meinung abgebrn. Der Beschluß erfolgt-r nach Stimwenutthrheit; »ei Stimmengleichheit entscheidet des Vorsitzenden Stimme. Jeder Verein kann für da« von ihm abgegebene Gutachten 30 bis 300 Mark liquideren,-- welche Gebühren sofort nach Eingang des Gutachtens vom rrquirirenden Gericht zu übersenden sind. Weitere Bestimmungen betreffen die Znventaristruug und Stempelung der nach der bisherige« Gesetzgebung rechtmäßig angefertigten Vorrichtungen zur Herstellung von Werken der bildenden Kisnste. Die Besitzer derartiger Vorrichtungen, welche sie noch ferner benutzen »ollen, haben stlbige bis zum 30 September 1876 einschließlich der Polizeibehörde ihre« - Wohnortes oder de« OrteS, an welchem ihre Firma trage« tragm, vorzulegen. Die Behörde bedruckt die Vorrichtungen mit ihre» Bmtsstempel, hat die Abstempelung aber zu verweigern , wenn dir Vorrichtungen erst nach dem 1. Juli 1876 hergestellt sind. Fernere Bestimmungen beziehen sich aus die Mhmug ver Eintragungsrolle für Werke der Rl- dtnden Künste. Die Eintragungen beziehe« sich aus.' die d Bekanntmachung deS wahren Namen« oder Urheber» der - rsmdonym oder anonym erschienenen Werke und aus die Anmeldung früher ercheilter Prtvllegien. Die 2~8 der Instruction vom 7. December 1870 über Eintrag«.- rollen - Führung finden auch aus Werke bildender Künste Anwendung. Endlich enthMe» die Bestimmungen über -* Führung des MusterregifterS zwölf Paragraphen. -Da«
' Anzeigen nimmt entgegen:
6.d" die «qwditt»» d. Blatte», sowie bte Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in
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Ueber die noch fortdauernden Telegraptzettstörüugen wird von Berlin berichtetDie Verbindung nach Nordosten (Stettin, Königsberg) ist erhalten geblieben, dagegen sind die Leitungen in Rußland auch jenseits Riga unterbrochen. Der Verkehr mit Schlesien (Breslau, Görlitz), Sachsen (Dresden), Oesterreich, Bayern, Württemberg ist unterbrochen; in der Richtung auf Frankfurt a. M. ist bis jetzt nur Erfurt erreicht, der ganze Südwesters ist abgeschnitten, ebenso der Westen von Hannover ab. Hiermit hat auch für den Augenblick die Verbindung mit Frankreich, Belgien und den Niederlanden aufgehört; England ist nur auf dem einen Wege über Emden zu erreichen. Die Linie nach Hamburg ist nicht unterbrochen, wohl aber der weitere Verkehr mit Dänemark. Es sind sofort alle Maßregeln ergriffen worden, um die Linien wieder betriebsfähig zu machen.
Die zweite Lesung der Justizgesetze durch die Justiz- Commfffion wird jedenfalls einen raschen Fortgang nehmen, zumal man schon bei der ersten Berathung mit großer Gründlichkeit und Sorgfalt zu Werke gegangen ist, so daß zu hoffen steht, daß der Reichstag bei seinem demnächstigen Zusammentritt in der Lage fein wird, in die definitive Berathung der großen Justizgesetzt eintreten zu können. Da» deutsche Reich wird daher auch auf dem Gebiete des RechtSwesen» Epoche machend Vorgehen und zuerst unter allen Ländern mit einer von modernem Geiste durchdrungenen Gesetzgebung beschenkt werdm.
Preußen und Bayern haben sich im BundeSrathe be- treffs der Beschlüsse der ReichSjustizrommission über das GerichtSorgamsationSgesetz gegen Vie mittleren Schöffengerichte und für die Berufung in Strafsachen erklärt. Die
von Th. Dietrich & So-Jäi« Kassel und Hannover; W " Dietrich in Frankfurt a- R- ; Haafenstein & Segler in * —*furt a. M, Berlin, Leiv- Mn k ; Rudolf Mosse lin, Frankfurt o. M. rc.
Eisenbahn-Commission, die Wegeordnung, der Entwurf üb« an einem mittel- und kleinstaatlichen Feldzuge betheiligen die Provinz Berlin, sodann die Reichseifenbahnfrage, das würde, , der etwa von München und Dresden aus gegen Sprachengesetz das Diöcesangesetz und das Gesch ^berjdie einheitlichen Gewalten de» Reiches bei dieser Geleaen- den höheren Verwaltungsdienst. Alle diese Gesetze sollen sheit versucht werden sollte. Ein solcher bundesrechtlicher noch bis Ostern zur Berathung kommen. Die Osterferien Krieg hätte für Baden schlechthin keinen praktischen Nutzen werden zwei Wochen dauern und nach Ablauf derselben l»n v
das Synodalgesetz und das Competenzgesetz in Berathung IkL;? rd «mim -- tia »ns« genommen werden. Es wird daher vorausgesetzt, daß teilte* »renne# «na.
besondere Verzögerung entsteht. Was die Eisenbahnvorlage betrifft, so will man der Regierung den Wunsch aussprechen, dieselbe möge in dem Bundesrach die Schaffung eines Reichsverkehramtes anregen, welches Eisenbahn, Post und Telegraphie vereinigen würde. ' 0 .
In dem Abgeordnetenhause hat in diesen Tagen wieder der Culturkamps eine Rolle gespielt. Bei der Debatte über den Etat des Cultusministeriums werden von Seiten des Centrums enragirte Angriffe gegen den Kultusminister und die von ihm erlassenen Schilderungen gerichtet. Namentlich wurde der Angriff gegen das Schullesebuch gerichtet, das den Herren vom Centrum nicht katholisch genug ist. Der RegierungSccmmiffar Schneider vertheioigte die Regierung und wies die Unhaltbarkeit dieser Angriffe nach. Die Staatsregierung erwarte von der Einführung derartiger Lesebücher eine Stärkung des konfessionellen Frieden« im Volke und eine Nährung der vaterländischen Gesinnung in der deutschen Jugend. Windthorst (Meppen) verlangte konfessionelle Schulen und daß jeder Confesston der Religionsunterricht überlaffen werde. Auch die Polen stimmten in diese Wünsche des Centrums ein.
Der mecklenburgische Landtag ist wieder Zeuge einer reichSfeindlichen Demonstration gewesen. Die Ritterschaft hat mit Rücksicht auf das im vorigen Jahre abgehaltene Manöver des 9. Armeekorps beantragt: 1) soviel als möglich die großen Truppenzusammenziehungen von den beiden Großherzogthümern fern zu halten; 2) dem nächsten Land, tage Au-süyrungs - Verordnungen, betr. die Qpartierleistvng für die bewaffnete^Macht lm Frieden, vorzulegen. Zu Punkt 1 bemerkt der ehemalige österreichische Cavallerie» Lieutenant Graf pon Benntorff - Venschow: mit Ausnahme einiger Gewerbetreibender würden wohl sämmtliche LandeS- einwohner, welche die große Last der Quartierleistung au» eigener Erfahrung kennen gelernt hähhen, in dem Wunsche übereinstimmen, von der Wiederkehr einer solchen Belästigung verschont zu bleiben. Auch der Converttz Herr ». Äetten- 1 urg äußerte sich ähnlich. Der welfische Agitator v. Plüökao äußerte sich dahin: Alle Zeitungen trieften damals von Jubel, und eS ist ganz gut, wenn dem gegenüber die LandeS-
Justtzcommiffion wird wahrfchetnlich das Institut der größeren Schöffengerichte fallen lasten und an ihrer Stelle die Richtercollegien beibehalten.
Ueber das Gnadengesuch deS Grafen Arnim schreibt beF ,9t. u. Staat». Anzeiger." Das Gesuch, welches von dem Vorstand des von Arnim'fchen Familientages — nicht der gräflich Arnim'fchen Familie — an Se. Majestät den Kaffer und König gerichtet wurde, betraf sowohl die Be- gnadtgung de» Grafen Harry von Arnim an der gegen denselben durch preußische Gerichte ausgesprochenen Ber- urtheiluag, als die Einstellung des von der obersten Reichs« behörde eingeleiteten DisciplinarverfahrenS. Wie die aller höchste Berichts-Einforderung in Anlaß dieses Gesuchs an den, Reichskanzler und den königlich - preußischen Justiz- Minister erging, so ist auch die allerhöchste Ermächtigung ______... o_..a o„., .......... Vlt tiUllvco.
wegen peS den Bittstellern zu ercheilenden ablehnenden Be- Vertretung dasjenige ausfpricht, was in Wirklichkeit die Bescheide- nicht allein an den Reichskanzler, sondern an den- völkerung im Allgemeinen denkt und fühlt. Dieser edle selben und an den Justizmioister gerichtet worden. r.’?... ' 7^______
"Das Präsidium deS Abgeordnetenhauses hat ein Pro Mecklenburg sehr sparsam gesäet find gramm über dir weiteren Arbeiten des AbgeordoeleuhauseS * " . —.. -
entworfen. Zunächst soll die Budget ■ Berathung beendet ein der Badischen Regierung nahestehendes Organ über werden, alsdann durfte die erste Lesung der Städteordnung das Projekt deS UebkMMM» der Bahnen an das Reich vorgenommen werden, ferner der Umersuchuugsbericht der ES wird darin hervorgehvben, daß sich Vaden keinesfalls
u Frankfurt a. M -Jägerische Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ▲ meyer in Berlin; Carl Schaß- v Ur in Hannover; f. (öiHotte
Erscheint tagtxch außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „ziuftrirttö SonntaaSblatt" durch die Srvedition lKoL'lLe Buchdruckerei) bezogen 2; Mark, durch bte Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. (e$L Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa * * 3®r in der Expedition zu ertheüende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf« berechnet
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'rief be» Gattm.
Schnell eilten welchen er die 1
Diana hatte sich an dem finsteren Ausdruck feine» Gesichte«, während er sprach^ ergötzt, jetzt neigte fit sich fo lächelnd, wie ein Falter im Sonnenlichte, an der Lehne des pensee Sammet-Fauteuils, den chre Arme in schaukelnde Bewegung versetzten, dann sprach sie fröhlich, va» lockige Haupt zurückwerfend und die Augen halb schließend:
»Und wer — edler Sütter und verständiger Schüler EpikurS — wer hat eigentlich Ihnen das „Heute" genommen? Wer erlaubt Ihnen, die entsagende Tugewd eine Zeitkapitel-Berschwenderin zu schelten — und wer endlich
! Blicke über die Stellen hinweg, in glichen Berhältuiffe und das Gefell- - schastsleben der kleinen Garnison mit heiteren Farben und
Hastig erbrach Diana das Siegel, froh der willkommenen Unterbrechung de» Gespräche».
»Von Tante Ursulas" tief fie bann und ihre Brauen y>8tn sich leicht zusammen. „Sie bittet uns, morgen den Mte bei ihr zu trinken, da ein alter Freund, der Profeffor Wildberg, ihr heute eint Abhandlung übtr die Musik der Griechen — vorlesen will. Wenn Sie aber Lust haben, der Vorlesung —" Sie hielt lachend inne, al» sie sah, wie kr schauderuv und abwehrend die Hand ausstreckte.
Dann sagte er, sich erhebend: „Welch'böser, neidischer Zufall, — ich hätte Lust, den alten Profeffor zu fordern oder da« schreckliche Manuscript über die Musik der Griechen P» vernichten, schwerlich wohl würde mich dafür der Fluch der Mit- oder Nachwelt ireffrai"
Auch Diana war ausgestanden, fie belustigte der Merger,
welchen er gar nicht zu verbergen vermochte, d«tn sprach fie leicht hin:
„Der arme Prvseffor;- — wie linnen Sie nur sv rachsüchtig fein I Es ist ja nur ein Tag Aufschub, denn morgen Abend trinken wir ja den Thee ganz gewiß bei Taute Ursula und fit wird Ihnen dit -verfprochti,en seltenen Handschriften und übrigen RaritÄen noch früh genug zeigen."
„O wie verschwenderisch die Jugend und die entsagende Tugend mit der Zeit umgeht, dem einzigen uns gehörenden Kapitale, besten Summe wir so wenig ermessen können, daß sich heute der noch ein Krösus dünkt, welcher morgen verzweffelnd die letzten Bettlerpfennige iw seiner Hand überzählt. . •• !
ES gibt kein Gestern und kein Morgen. Für den Verständigen e^ijtitt nur ein Heute — und M ist mir genommen. J -
Von zwei Tagen Leben.— .einen, do» ist die Hälfte des Besitzes und, mehr als da» — vielleicht der ganze; denn wer sichert mir das Morgen?" . , ' .
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erlaubt Ihnen nicht, Jot» Hhee heute Abend bei mir an trinken?" , ,iOj .. * -
<- Ein beredter DaukeSbiick sagte ihr mehr als WortL
„Doch", fuhr sie unbefangen fort, „Sie werden sich , die Gesellschaft einer Bekannten, eine» guten und stillen -j Mädchens, das ich hier lieb gewonnen Hape, gefallen lasten, nnb auch dem sausten Röschen keine gefährlichen Sophi»- men in überzuckerten Hüllen Präsentia, sondern uns Beiden einige Gesänge auö diesem EpoS.hier vqrlestn. Wollen Sie da»,?" . . . 73„. .
„Ob ich es »illl — O Alte» — Mt«^ was 6ie;h »ollen — das ist ja so- leicht »uS-ufühwr —. .das einzige m Schwere liegt darin." —
: „Nun?" . „ : .
.Nicht mehr, zu wMfl" -üstyhe « l«ch, indem er fich entfernte.^, .si:
„Richt mehr zu woßeul"^ sprach Diana ihm flüsternd nach, als sich, die Thür hinter ihm geschloffen.
Heute ging sie nicht an'« Fenster, um ihm nachzublicken und Betrachtungen , darüber anzustellen, wie selten die Vorstellung von einer Persönlichkeit, welche der Reiz des Ab-' sonderlichen, Ungewöhnlichen umgiebt, mit dieser selbst har» mvnirt. ' ' _ , ?,
n< Erst splst at« Abende, nachdem ihre Gäste gegangen waren, erbrach und la« die junge Früu den inzwischen endlich angebangtenDries de« Gatten. , .
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ihihui MM, Sch rri. u mmp-a vs rch.« -l Rovelle von Ernst von Waldow. :mnt*i
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„Dann — ja dann," erwiderte sie langsam, während ihr Auge in feuchtem Schimmer erglänzte und sie aufblickend wie tu weite Ferne schaute, „bann wäre das Leben so arm, daß e8 weder einer Thräue noch eine« Wunsches lohnt, dann war kein Augenblick werth, geliebt worden zu sein."
Ihre Hand lag kalt in der seinen, er ließ sie leise loS, indem er flüsternd entgegnete; ± /.
„So kann nur ein Enget sprechen s oder ein Weib — da» nie geliebt hat."
In diesem Augenblicke öffnete fich die Thür und Marit trat mit einem Brief in der Hand ein. :