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feeie die Lmwucen-Bureanx r von Th. Dietrich & (So. iw ssafftl und Hannover; Th. Dietrich iw Frankfurt a- M
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leramt einen Gesetzentwurf ausarbeiten und zunächst dem BundeSrathe vorlegen. Wie man sieht, ist dem Reichstage eine sehr erhebliche Mitwirkung behufs einheitlicher Regelung des Apothekerwesens Vorbehalten.
Dem projektirten Soeialistenkongreß in Gotha droht eine unerwartete Beeinträchtigung; wie dem „Neuen Social- demokrat" gemeldet wird, hat der Stadlrath in Gotha be» schloffm, zum „socialistischen Parteikongreß" nur Gothaer Staatsangehörige, aber keine fremden Delegirten zuzulafsen. „Recht nett 1* bemerkt das socialistische Blatt zu dieser Nachricht, die allerdings um so überraschender gekommen sein mag, je mehr die Socialisten sich daran gewöhnt hatten, ihre Konventikel von liberaler Toleranz respektirt zu sehen.
Zur Kennzeichnung deS Standes der Dinge in Montenegro wird der „Pol. Corr." auS Eattaro folgende Thai- fache mitgetheilt: Bor Kurzem erschien in Cettinje eine Deputation der Insurgenten in der Herzegowina, und zwar in Folge BeschlusieS sämmtlicher Führer und Wojwoden, um 500 Gewehre besierer Gattung und llstunmön zu erbitten. Wie die Verhältnisie sich geändert haben, beweist die abschlägige Antwort. Man bedauerte sehr, dem betreffenden Ersuchen keine Folge geben zu können, weil Montenegro von seinen eigenen, zur Stunde nur sehr spärlichen Kriegsvorräthen nichts zu entbehren vermag. Selbst die vom Jnsurgentenführer Sotschitza persönlich vorgebrachten Argumente, daß die Insurgenten 'ohne Hülfe Montenegros sich nicht lange mehr halten, geschweige denn das Land von den Türken besreien könne, hatten Seitens des ersten Ministers und Cousins des Fürsten Nikitta nur die Erwiderung zur Folge, daß Montenegro nichts thun könne, „weil die politische Situation ihm einstweilen noch die Hände binde". Die Deputation kehrte unverrichteter Sache in die Herzegowina zurück.
Anzeigen nimmt entgegen: die Hchedition d. Blatte», sowie die Amwncen-Bureaux von ®. L- Daube & (So. ht
Marburg, Mittwoch, 1. März 1876.
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Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrttteS SonntagSblatt" durch die Srvedition (Koch'sche Bnchdruckerei) bezogen % Mark, durch die-Postämter deS Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pf», (ex!. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
i Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 Pf». berechnet.
•• 28. Febr. Man rechnet jetzt allgemein,
daß der Landtag vor Pfingsten feine Berathungen nicht beendigt Höchen wird. Die Vorlage, die Städteordnung betreffend, ist ein sehr umfangreiches Werk, welches jedenfalls viel Zeit beanspruchm wird. Wie man hört, find die commiffarischen Berathungen innerhalb der Regierung vorige Woche zu Ende geführt. Heber alle Punkte ist eine Verständigung erzielt, so daß die Einbringung in da« Abgeordnetenhaus nicht mehr lange auf sich warten lassen wird; eS wird daher die Angabe, daß erst Mitte März die Vorlage zu erwarten ist, eine falsche sein. — Wenn in einzelnen Correspondenzen von einer Auflösung des Ab-
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die schönen Züge Edmunds tauchten aus dem Dunkel be« Traumes hervor, zu unbeschreiblicher Lieblichkeit verklärt. Er lächelte ihn freundlich an. „Ich lebe," sprach er, „ich werde nun Gott sehen I" — Er flog auf einer lichten Wolke fort, immer höher und höher, bis in den Himmel hinein ; bä konnten ihm Fritzens Augen nicht mehr folgen; aber ein Gefühl namenlose» Frieden», süßer Glückseligkeit kam über ihn. Er fiel in einen festen, ruhigen Schlaf,, aus dem er am anderen Tage gestärkt erwachte. Er er- holte sich seit dieser Zeit zu kräftiger Gesundheit und Le- benSfülle und blieb hinfort zur großen Freude seiner Ellern von den Anfällen be» NachtwanbelnS durchaus befreit.
Jetzt ist Fritz nach einer Reihe von Jahren zum blühenden, kraftvollen Jüngling herangewachsen,' der sich mit Vorliebe der Landwirthschast gewidmet hat und dem Vater, da die ätterm Söhne ein anderes Fach erwählten, eine große Stütze und Hülfe. Vorzugsweise hat er sich auf die Obstkultur gelegt, und unzählige von seiner Hand ge- Pflanzte und veredelte Fruchtbäume bekunden * seine nutzbringende Tätigkeit. — Ob er noch einmal den Hof be» VertumnuS besucht hat, ist uns unbekannt, gewiß ist nur, daß er eine glückliche Hand besitzt und daß Alle«, waS er unternimmt, Gedeihen und Fortgang hat.
Werner, den die Familie im Verlauf der Zeit immer mehr schätzen und lieben lernte, ist seit einigen Jahren Pastor in dem benachbarten Kirchspiel. Seine warme, brüderliche Liebe und die frommen Trostgründe der Religion, die mit überzeugender Kraft und Wahrheit von feinen Lippen floffen, heilten allmählich den tiefen Gram, die. hoffnungslose Schwermuth der Försterin und gewannen sie dem Leben und feinen Pflichten wieder. Die zwei Gräber an der Kirchhofsmauer, denn Edmund hat auf den Wunsch der Mutter neben dem Großvater feine Ruhestätte gefunden, find noch immer mit der schönsten Blmnenzier geschmückt und Über ihnm erhebt sich ftöstend «nd mild da» versöhnend« Bild de« Erlöser«.
DnttscheS »eich.
Ibftfllltllflfll aufdieVberh-sstsch-Z-r« ymiUUUJJUl jung für den Monat März werden für die hiesige Stadt von der Expedition, sowie auswärts von allen Postanstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten entgegenge- nomnen. “* 1 * * * * / - •lu.
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, . ragesdericht.
- In der vorwöchentlichen Donnerstags-Sitzung de« Hauses btt «bgeordnetm äußerte bet Minister be« Innern Graf zu Eulenburg in Betreff bet von einem Abgeordneten angeregten Vereinigung be« Kreise» Wetzlar- mit dem Regie- rungsbezirk Wiesbaden: Die Bemerkungen, welche der Herr Vorredner gemacht hat, sind recht Intereffant, weil sie dar stellen, welche Wünsche in Bezug auf eine andere geographische Abgrenzung einiger Verwaltungsbezirke innerhalb be« Regierungsbezirk« Wiesbaden und des benachbarten Regierungsbezirk« Coblenz gehegt werben. Der Herr Vorredner kann sich darauf verlassen, baß dergleichen Bewe- gungen der Regierung nicht unbekannt geblieben stnb, und baß sie sich mit betreiben beschäftigt hat. Diese Fragen find aber alle viel schwieriger, al« sie auf den ersten Blick .erscheinen. Die Berschiedenhett der Gesetzgebung und der BermögenSverhältniffe ziehen so viel Barrieren, daß die Beseitigung derselben große Anstrengung und große Selbstverleugnung verlangt. Die Wetzlarer Gesetzgebung und die Biedenkopfer GesetzZ^Mg.Mt^gbjolut verschieden. In den KreiStheilen, welche 'die Stadt Frankfurt umgeben und welche eigentlich Hum Stadtkreise Frankfurt gehören müßten, herrscht die hessisch« Gesetzgebung und ihr Antheil an dem Prwinzialsond« feffelt sie an Hessen,. Alle diese Verhält- niffe bedürft« einer sehr eingehenden Prüfung und sorgfältigen Behandlung, will man zu einem Resultate gelangen, von be» man sagen Anm, daß e« nach allen Seiten hin befrftdigt. Die Zeit, die dazu erforderlich ist, ist nicht kurz, e» wirb aber hoffentlich mit der Einführung der Organi- sationSgefttze in jenen LandeStheilen diese Frage ihre Lösung finden. Der Herr Abgeordnete kann versichert sein, dafl die Regierung dieser Frage fortwährend ihre Aufmerksamkeit schenkt.
De« Reichskanzler-Amt ist von dem Vororte de« deutschen Architekten- und Zngenimr-Verein« in München, welcher 20 solcher Vereine mit weit über 5000 Mitglie bern vertritt, unten» 16. b. M. eine Eingabe in Betreff be« in Rom zu erbauenden Künstler - Studienhauses zugegangen. Die Reichsregierung will für-acht Maler und
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fünf Bildhauer freie Wohnung und Werkstätten mit einem Kostenaufwande von etwa« über 300,000 Mark auf dem Monte Capitolino errichten. Dies bietet besagtem Vordrte Anlaß, die Bitte auszusprechen, den deutschen Architekten gleichmäßig wie Malern und Bildhanern deS Reiches Berücksichtigung zuzuwenden und denselben eine entsprechende Anzahl Freistellen im Studienhause zu gewähren. Daß für Architekten daS Studium in Italien von äußerster Wichtigkeit sei, von nicht geringerer als für die anderen Künstler, sei zu jeder Zeit eine unbestrittene Thatsache gewesen. Vielleicht noch mehr als jeder andere Künstler bedürfe der Architekt zu seiner Ausbildung deffelben an Ort und Stelle, wo die Baukunst ihre reichste Entwickelung gefunden hat. Der Mangel gesunder Arbeit-riume und Wohnungen in Rom sei für den dort weilenden Architekten eben so em- pfindlich, wie für die anderen Künstler. Im StaatSintereffe liege eS, auch der Architekten künstlerische Ausbildung zu fördern, weil ein sehr großer Theil derselben nach vollendeten Studien in Staatsdienste tritt. Sollte die ausgeworfene Summe nicht für Erbauung eines Studienhaufes, sondern bereit Zinsen für Reifestipendien bestimmt werden, so wird Berücksichtigung der Architektm gleich den anderen Künstlern nachgesucht. ' ' Vl'- ' ~ ‘ 'J
- Nach den von dem BundeSrathe in feiner letzten Sitzung festgestellten Grundsätzen für dft Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs über die Ordnung des ApothekerwefenS soll die Errichtung neuer Apotheken nur auf Grund von den Bundesstaaten zu ertheilender, rein persönlicher, weder veräußerlich» noch vererblicher Concesstonen «folgert.' Die Er- theilung ein« neuen Concesston kann verweigert werden mit Rücksicht aus daS öffentliche Jntereffe; aber auch betritt, wenn durch Neuerrichtung einer Apotheke die Lebensfähigkeit der bestehenden (ohne Rücksicht auf die persönlichen Verhält- mffe der Besitz« derselben) beeinträchtigt wird. Die für die Anlagen neuer Apotheken nach dem zu «laffenden Reichsgesetze geltende» Bestimmungen sollen vom Jahre 1900 ab auch auf die bisher ertheilten Concesstonen Anwendung finden. Mit dem Zeitpunkte fallen weg alle ausschließlichen Gewerberechte der Apotheken; die dem FiseuS, Corpora- tionen, Instituten ob« einzelnen Berechtigten zustehenden Rechte, Concesstonen zu ertheilen; alle Abgaben, welche für den Betrieb de» Apothekergewerbes zu enttichten find und die Berechttgung, solche Abgaben aufzulegen. Die etwaige Entschädigung der bis dahin Berechtigten bleibt der Landes- Gesetzgebung überlassen. Nur die aus dinglichen Berechtigungen beruhenden Realapothekenrechte bleiben über bad Jahr 1900 hinaus bestehen. An bet Hand dies« Grund sätze soll nach dem BundeSrathSbeschluffe bas ReichSkanz
b« Barmherzigkeit, ba ich bekenne, ba ich büße, gieb mit mein Kinb »leb«, laß mein Kind leben 1"
Sie stürzte bei biefen Worten ans den Boden und wand sich ächzend mit gerungenen Händen im Staube. Die Umstehenden waren tief erschüttert, sie suchten der Un» glücklichen beizustehen und redeten mit abgebrochenen Worten des Trostes auf sie ein. Da trat Wern« herzu und faßte sie mit thrinenben Augen in die Arme.
„Siebe, unglückliche Schwester, fasse Much! Gott ist gnädig, ein themeS Kind nahm er dir, ein Bruderherz hast du gefunden."
Sie sah ihn mit weit offenen, jammervollen Augen an, ohne Theilnahme, ohne Verständniß; seine Thränen, halb
btt Freude, halb dem Schm«z angehörend, tropften nieb« auf ihr Gesicht — dann fielen ihre Arme schlaff hemnter,
dft Bugen schloffen sich, sie sank zurück.
Es war Nacht geworben; nach und nach waren bie
Verwandten allein bei bet Leiche geblieben. Die Mutt« saß wie leblo« da, und nur zuweilen öffnete sie bie Lippen zu herzzerreißenden Ausbrüchen des Jammer« zu bftteren SelbstankSgen. -
Der erschrockene Vat« war noch spät angekommen. Er war tief gebeugt über den Verlust de« geliebten Kinde», ober fein Schmerz war gefaßt und gottergeben. Er schloß die weinende Susanne in die Arme und drückte dem Schwager die Hand. Seine Frau versuchte er nicht zu trösten. „Gott allein kann ba«," sagte er, „und wir mfiffcn ihn barum bitten."
Noch ein bekümmerte« Mutterherz wachte diese Nacht. Frau von Dornheim saß am Bette ihres Fritz, unfähig, die ennuthigenden Worte ihre« (Satten zu fassen, der sie bat, sich zu schonen, da der Arzt gesagt, baß keine weitere Gefahr vorhanden fei. Der Knabe lag mit geschloffenen Augen meist ruhig da und schien nur schwer zu träumen. Wirre Bild« zogen durch fein Gehirn; «st schrecklich, drohend, furchtbar, daß er bebend in bie Höhe fuhr, bann nach und nach wurden sie freundlicher. Der Lockenkops,
«rt a. M.: Jägerische adlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendanl, A. Rete- ▲ ' mojer in Berlin; Earl Schüß- v Urin Hannover; E. Schlotte in Bremen.
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- (Schluß statt Fortsetzung.) . ,. iuv„.
" Tröstend umringten ste die Frauen, sie hörte, fie sah nicht — nur da» eine Schreckliche. Eine Weile staub sie wft versteinert, dann sprach sie mit erstickt« Stimme:
„O Gott, so hart wirst du sticht strafen! Er ist nicht lobt, « wirb »leb« aufwachen, nicht wahr 1"
Sie sah fragend mit wildem Blick im Kreise umher; nur mitleidige, entsetzte Mienen, -thränenvolle Augen begegneten diesem Blick. Sie fuhr hastig und angstvoll fort, während ihre Stimme nach und nach lauter wurde:
,£>, ich weiß, daß ich gesündigt habe, schw« gesündigt am heiligsten Gebot! Ich will bekennen vor Euch Allen und sagt e« jedem mietet: ich war eine schlechte Tochter, ein ruchlose« Kind, da« den Vater in seinem Elend von b« Thür wie«, das keine Liebe, kein Mitleid für ihn hattte. Einst am Abend, ich war allein, da kam «. Wie « mich ansah! Erst so voll Hoffnung, und bann — al« ich erbarmungslos kalt da stand — dann wieder, ab« anders I Da fluchte « mir. Das Herz in der Brust bebte mir; aber ich war. verstockt, ich wollte die Warnung nicht hören. Da ging « fort und kam nimmermehr zurück. Mein Staun, der ist braoj bet hätte sich nicht vor ch« geschämt; ater ich schämte mich, ater meine Hoffahrt schämte sich, daß ein Falschmünzer, ein Verbrecher mein Vat« sei. Almosen wollte ich ihm geben, wollte heimlich für ihn sorge», dich e« nicht tuchbar würde - war'S meine Schuld, daß er'« verächtlich von sich stieß, daß « sich v«zehtte in Groll und H«zeleid, daß er in Verzweiflung fiel, daß er sich aufhängte? — Genug hab' ich gelitten, die langen, ruh losen Nächte habe ich geweint und tereut und gefleht für seine Seele; aber e» hat mich verfolgt Tag und Nacht. Ja, seht mich au! Ich will'« noch einmal bekennen: der alte Christoph, dem Ihr nicht einmal ehr ehrliche« Grab Stauet, war meta «ater, mein Vater I Und nun, Gott