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Werner schwieg betrübt; Susanne voller Mitgefühl, vielleicht um eine freudigere Vorstellung in ihm zu erwecken, fragte: «Und haben Sie denn niemals wieder von Ihrer Schwester gehört? Gewiß würde ste de» Prüder» froh sein und liebend an ihm hangen." * ln ,
„Mine Schwester?" wiederholte Werner nachdenklich; „auch von ihr weiß ich so gut wie nichts; wohl von ihrem früheren. Ausenthalte bei den Pflegeeltern, wo ich vor zehn Jahren.einmal auf kurze Stunden mit ihr zusammwge, kommen bin. Unselige Trennung der Kindrrjahrel Wirj
<i. lEn Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
zwischen den Lerkerrnauern, an die gerungenen Hände, da» sehnende Vaterherz; dann weinte ich auf mein Kiffen. — Ich ward älter; da beschloß.ich, recht viel zu lernen, ihm Freude zu bereiten; er sollte einst mit Freude auf den Sohn blicken, käme ex einmal frei; Md da» stand fest bei mir, wie hätte ich es sonst ertragen! — Und «|» er nun los kam, war ich fern. Der elternlose Jüngling früh auf sich angewiesen, hatte mit seinem Beschützer eine Reise in» Ausland angetreten. Erst nach Jahren bei meiner Rück kehr erfuhr ich, was geschehen; doch den Aufenthalt deS Befreiten konnte ich nicht ausfindig machen. Voll Scheu« und Trauer, gebrochen an Geist und Körper, hatte er sich fernhin nach mancher Wanderung, deren Spur ich mühsam auffand, in diese Gegend geflüchtet. Und doch lebte ihm ein Sohu, dessen Kindesliebe so gern, so freudig alles Herzeleid ihm vergütet hätte. Erst seit Kurzem habe ich die näheren Thatsacheu über ihn, sein Leben, sein kummervolles Ende hier durch die Güt« des Herrn Pastors erfahren; erst jetzt weiß ich, daß ich die süße Hoffnung aus Wiedersehen aufgeben muß."
" Tagesbericht. ’ ;.ti
Der Bundrsrath beschäftigte sich in seiner letzteu Sitzung auch mit dem Anttag über die Freigebung be« Apotheker, gewerbe». Derselbe blieb in der Minorität. Gleichzeitig gab der Berühr mit Sprengmitteln Veranlaffung zu einer einaehendm Diskussion. Der Reichskanzler wurde zum 86» schluß des znit Oesterreich-Ungarn vereinbarten Natttralisa- tiönS. Vertrages ermächtigt.
Zum Präsidenten des Reichs - GesundheitS - Amtes" soll angeblich der Leibarzt des Fürsten v'iSmarck, Dr. Starck, in Aussicht genommen sein.
Die „Prov. Corresp." bringt in ihrer letzten Nummer einen bemerkenSwerthen Artikel über die Thätigkeit des
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Nach längerem Regenwett« warm mach n recht schöne, sonnigklare Tage gekommen Es war, , als ofc d« scheidende Sommer noch eine leuchtende Spur hinterlaffeu wollte, und die milde Sch-ohatt'-stiwitte d^ Gemüch zu sanfter, erhebender Frmd«. Im Garten schaukelten prangende Georginen, welche Blume Herr von Doraheim schr bevorzugte, in ihren schönsten Varietäten von Hohen Stengeln au» reicher Blitterfüye vornean herunter auf die mannich. faltige Flora bunter Herbstblmnm, welche reichlich Beete schmückten. Der warme Strahl durchglühte die schwellende Traube am Geländer und örtlich ihr von seinem Feuer und von seiner Lieblichkeit,. während der Wald tu ernster Schönheit stiue Kronen ihm entgegen hiüt, ste im Lichte zu baden, ehe die Stürme daran rissm md den grünen Schmuck ihm raubten. ;y utUd.a." •••u nt , . „ - _ T Um die Försterwohnung »er noch eiue arößere Ein
stande« schm und fremd einander gegenüber. Selten hatlsamkeit und Ruhr verbreitet, al» sonst: »eotaftm» schien flr geschrteben, nach der Zeit nur noch einmal. Sie Hatje« der Försterin so, seitdem ste, der eigmm Einsicht^
Tag für Tag das Publikum zu allarmiren und den modernen Cato spielen, das halten wir für sehr gefährlich.
Sollen wir uns, überhaupt erhöhten, eö mästen alle Kräfte angespannt werden. In erster Linie hat allerdings der Staat die Aufgabe, seine Hand zur Rettung zu bieten, alles was er vermag zu thün, uns, hem Elend zu steuern ; sodann aber wüsten wir uns selber ermannen, wir wüsten eine Revision aller unserer Zustände halten und das Mangelhafte beseitigen, diejenigen Gesetze, welche sich für Handel und Industrie und für das Publikum als nach- cheilig erspiesen haben^ wüsten geändert »erben.
Klagen, und Recriwinalionen anstelle«, find ein falscher Weg, durch dieselbe« werden wir aus hem Sumpf, in' deu, wir gerathe'n find, nicht heraus kommen. Wir können daher da« Verfahren, wetthe« von einem Theil der Preffe cingeschlagen wird, nicht .billigen. Die .Taktik, derselben erhöht nur ha» allgemeine Mißtrauen und bessert nichts. Sie fördert nur die Spekulation ä la baisse, b. h. die fortschreitende Entwerthung aller Werthpapiere und die immer weitere Auflösung des Geschäftes. Wie schon oft hervorgehoben ist, sind wir an einer Grenze angekommen, über die wir nichts mehr hinaus können, ohne einen Selbstmord zu begehen. Wir müssen von allen Faktoren verlangen, daß ste ihre Schuldigkeit thuu, um dem weiteren Zusammenbruche entgegen zu wirke«. Die fortgesetzten Klagen gegen daS Gründerthuw Md die Ueberspeculation beweisen uns, daß ein großer Theil der Preffe überhaupt die Situation unrichtig bmrtheilt und Folgen und Ursachen mit einander verwechselt. Q
Die Ursache unserer Krisis ist in' erster Linie in unserer verkehrten Handelspolitik zu suche«, in dem Ueberwuchern deS radicalen Freihandels und bet Zurücksetzung unserer nationalen Arbeit. Ehe bie» Erkenntniß davon sich nicht allgemein verbreitet, kann'auch dem Uebelstande nicht mit Entschiedenheit entgegen getreten werden. Bis jetzt ist allerdings dazu noch sehr wenig Aussicht, Has Phrasenthum und die Unkenntniß unserer wirthschastsichen Grundlagen führt noch immer daS große Wort; ehe dies nicht zum Stillschweigen gebracht wird, ist eine Befferung unmöglich.
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Susimqe '^aM auf piefen Hgnß schmerzlicher Em- pfindung kein Wort bet Erwiderung. Sie gingen schweigend zwischen den Gräber« neben einander her; seine Lippen juckten in'verhaltener Wehmuth; dann sprach er, mehr zu sich selber,, al« zu dem cheilnehmendep. Mädchen:
„Wie lange habe ich geforscht, seine« Aufenlhtckt jÜ erkunden. Ich wußte, daß er durch des Königs Huld nach dreizehn Iahten trauriger Haft begnadigt word'en ‘f* — O, wenn er sündigte, wenn fremde Uebetredung und der Reiz de« Gewinnes ihn zum Verbrechen lockten, wenn seine geschickten Hände sich befleckten, falsche Münzen betrüglich zu fertigen — gewiß dachte et dabei nur an seine Frau, feine zwei Kinder. Und wie hat er uns geliebt! — Ich war noch jung, die Schwestkr ein paar Jahre älter. Als er fortgeführt wurde, die Mutter sinnlos am Bode« lag und wir beide in unferm Unverstand schreiend uns an ihn hingen — da« Pexgißt sich nicht, das gräbt sich in die Seele. Und stetshat es da gebrannt mit unauslöschlicher Gluth. — Di« Mütter ertrug’« nicht lange; sie starb, ba würben wir von einander geriffen, das eine hierhin, das andere dorthin. Und so bin ich groß geworden unter Fremden; mein Herz hat oft geschmachtet nach bet Liebe eine» Vater«, wenn auch Gott gute Menschen mir geneigt «achte, die sich fötbernb und schützend deS verwaisten Knaben annahmen. Aber ich vergaß seiner nicht; der Ge- baute an sein Elend wachte mich ernst vor der Zeit. Ost erwachte Ich plötzlich be» Nacht«, wie von einem jähen Schmerz. Da« war der Gedanke au da» bleiche Gesicht
„Literaxis^en Buteazis,"-. In derselbe« Zechen, wie das Blatt bemerkt, au« allen größeren preußische« ynd deutschen, und-einigen der wichtigsten fremden Zeituugex tägliche Berichte in Original-Ausschnitten zunächst, für den Kaiser und König, ferner für die einzelnen MmiKerienuqd,sonstige Centralbehörden, je nach den Bedürfnissen und Ausostze- rungen der verschiedenen ReffortS gesondert, znsammenge- stellt. ES waltet dabei grundsätzlich keine politische Tendenz vor; -r eS sollen eben die Auffaffungen, Urtheile, Wünsche, Beschwerden u. f. w. aus den verschiedenen Landestheilen in thunlichster Vollständigkeit zur Kenntniß der höchste« Stehen gebracht werden. Ess jiegt auf der Hanch Mß eine strich« Einrichtung nicht blos für dst Regierung, fondem vor Allem im Jntereffe der Bevölkerung wünschenSwerth, ja dringend erforderlich ist, umzu sicher«, daß, Pie Aeuß,* rungen der öffentlichen Meinung, und besondep«, BedestkM und Beschwerden thatsächlicher Natur aus allen Lheile« der Monarchie auf dem kürzesten Wege zur Kenntniß der oberen Behörden gelangen. Die Zeitungsausschnitte gehen den Ministerien vielfach Anlaß zur Einziehung voq Aufklärungen seitens der Provinzsalbehörden. EmchDurchstcht der Zeitungen in gleicher Vollständigkeit seitens der einzelne« Ministerien würde einen Mverhältnißmäßig größeren Aufchand von Kräften und von Geldmitteln ersokderp. Das „Literarische Bureau".chat aber, wie wettet mitgetheitt wird, noch eine zweite Aufgabe, nämlich: da« Publikum über amtliche Vorgänge zu orientir«. Zu diesem Zwecke wird gewissen Berrchterstattern Gelegenheit gegeben, sich im Literarischen Bureau des Staatsministeriums übet die wichtigeren Vorgänge au» chem Bereiche der Regierung zu unterrichten, besonder» um irrthümlichen Angaben entgegenzuwirken. Je mehr sich nun, meint die „Prov.-Corresp." iw Laufe der Jahre bewährt h<st, Paß b$..btfcM*ben Informationen strenge Gewissenhaftigkeit und Wahrheit»- liebe obwalten, desto mehr haben die große« Blätter aller Parteien sich veranlaßt gefunden, Berbtt,düngen mit be« „osficiösen" Correspondenten anzuknüpfen. Diese „officiüsen" Correspondenzgn, die sich übrigens schon sett-langer Zeit fast ausschließlich auf ba« Gebiet der inneren Vorgänge erstrecken, sind fernxr, je länger jesnehr auf die Mitcheilung von Thatsache« und die kurze thatsächliche Andeutung der Gesichtspunkte bet Stegierung beschränkt worben, wogegen die Darlegung unb Vertretung der Auffaffungen her Regierung vorzugsweise bet „Provinzial Korrespondenz" Vorbehalts «Mdeu G -,
Der Magistrat der Stadtz Nürnberg hat beschsoffeu, einen Statt Chemiker anzustellen, da mit bloß« Gelegenheitsuntersuchungen nicht mehrauszukomwen sei, indem die F S l s ch u n g der allynothwendiBeu L eb en Sm titel immer mehr um sich greife. Zugleich soll ei« solcher ständig angestellter Chemiker die Aufgabe haben, verschiedene Etabliffe, ment« zu überwachen, in denen gesuodheits- und lebenöge- fährliche Beschäftigungen Vorkommens-
' fg ima <L Marburg, Sonnabend, 26. Fchruar 1876. ■>$ m XI. Jabraanfl.
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Srftrllintflrtt aufdievberh-sftsch-Z-i. ^[|UUUU||IU tttttg für den Monat Marz wurden für die hiesige Stadt um der Expedition, fmoie^ auswärts von allen Postansialten, auf dem Kande mich M dm Landpostboten «atgegenge-
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SVS jiniino'r'. Wie Siecrimiuatioueu _ M d
Seit einiger Zeit wird in einem Theile der Preffe eine förmliche Hetze auf die Gründer veranstaltet. Mit einem Sreiften Pathos wird Jagd auf Enthüllungen gemacht und lag für tag Anklagen geschmiedet. . , „ ; *
'■ Man gilbt sich den Anschein, dadurch die deutsche Redlichkeit wieder Herstellen zu wollen und eine hellsame Reinigung vörzunehmen. Aber wir halten dieses ganze Treiben denn doch sür sehr bedenklich, ja geradezu für gefährlich, Er ist schon recht, wenn da« Publikum darauf aufmerksam Smacht wird, daß e» bei vielen AktienunteruLywungen und Gründungen nicht gerade sehr ehrlich zugegangen ist unb daß dasselbe daher sehr wohl thut, auf seiner Hut zu sein. Aber nut mit svrmlicher Verfölgungswuth gegen alle diejenigen loSzugehe«, welche an itgenb einem Aktienunter- uebwen beteiligt waren, ist p>eit über haS,Ziel hinaus- geschoffen. ' . V( >.■ .-. ... ...
Es wird dadurch da« Mißtraue«, die Wurzel unserer gegenseitigen KrisiS immer mehr verstärk. Diese fortgesetzten Reeriminationen erzeugen einen Ztlslanh allgemeiner Unsicherheit, die für da» geschäftliche Lebest^ die aller größten Gefahren nach'fstch zieht. Schon die Enthüllungen deS Abgeordneten Lasker hattet: ihre großen Bedenken. Sie waren, wie sich jetzt immer mehr herausstellt, ein Angriff gegen die konservative Partei und gegen be« Adel. Das Gründerthuw war dabei nur untergeordnet, sonst hätte eS auch wohl noch andere Gründer gegeben, als gerade den Fürste« PutbuS und "den Prinzen Biron, die HerrnLasker viel näher gestanden haben.
—Der^Elndruck, treu die Larkrrfchen Enthüllungen damals machten, waten ttefgehendet Bedeutung, die Krisis «ahm erst durch dieselben ihren gefährlichen Charakter an. B» bemächtigte sich de« Publikums tifle förmliche Panik. Richt» sollte mehr solide fein, alle« unterminirt, überall Betrug. Da» Schlimmste bei der Sache war, daß die Enthüllungen nicht beendet wurden, daß der Phantasie großer Spielraum gelassen wurde und sich nur die Scan dalpresse der Sache bemächtigte unh, ihre Epcesse daran verübte. '1
Wft sind sehr' weit Vävon etitfernt, die Partei bet Gründer zu nehmen, insofern sie sich auf unehrliche Weise auf Kosten der Aktionäre bereichert habml Dieselben haben e« durchauö ce^lentj bem Staatsanwalt anheim zu fallen. Aber mm die, ganze Atmosphäre zu verpesten, dazu
a'h kKcankfutt a. R.-Iäger'sche Buchhandlung in Irankfueta.
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Erscheint täglich außer de» Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „ZluftrtrteS Sonnt«,«blatt" durch die ltzvedition Buchdruckerei) bezogen U Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Mark 50 ipfg. (exl. Bestellgebühr). - J»fettioySgebühr für die gefpalte« Me l^Pf, z .
: ij Für in der Gipebttion zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet. ■' 1 11,(1 ~
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sich sittdew verheirathet und ist fottgezoge« — wohin fs da» weiß Gott. Ich habe jetzt einige Bermuchungeu üb« ihren Wohnort, ahn gar zu gern, möchte ich sie »lebet* sehen. Sie ist ja das einzige Mir blutsverwandte Wesen aus dn West und «h komme, mir mitunter recht eiusam eot- .1 rjüitiritti' yj •?; m:v.
Werner schwieg und Pcho -u» H—hj, Ittrn Susanne kämpfte mit ihrer Schüchternhett und dem lebhaften Wunsch, ihm etwa« Tröstende» und Hramdk^e» zu sagen, Sie konnte nur nicht die recht« Worte finden und indessen wate« sie «m Herrenhause, »ngelangt Das Mädchen grüßte also und eilte flüchtigen Fußes hinein, um chre« verschiedenen Obliegenheiten Genüge zu leist«.
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