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Dienste enilafsener Schullehrer und Küster, der Sohn einer armen, ehrsamen Wäscherin in Trier, welcher währmd de« letzten Krieges wegen Desertion und Beseitigung von Mon-
Ätuetfltit nimmt entgegen: di» Erpedittv» d. Blatte», u sowie die Amwacen-Bureaux ,if von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th- I
Dietrich in Frankfurt aM.; '
Haasmtzein A Bögler in. Frankfurt6,M.Berlm.Lech-
üg. Tdln rc; Sturms moh< in Berlin, Frankfurt a. M. rc-
igen nimmt entgegen: --- >i> »xveditton d. Blatte», Wio ji sowie die Snnoncen-Bureaur
Königin Isabella gleich nach Beendigung de» Feldzüge» im Norden mit ihren drei Töchtern von Pari» nach Spanien abreisen. An der Grenze wird sie vom König Alson» empfangen, woraus sie sich in Begleitung ihre» Sohne» nach Madrid begiebt. ..u. j
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** Berlin, 24. Febr. Am gestrigen Tage hat unter Vorsitz de» Fürsten BiSmarck ein Ministerrath fialtgefunden, welcher heute seine Fortsetzung gefunden hat. Vorzugsweise wird die Feststellung der noch ausstehenden wichtigen Vorlagen für den Landtag Gegenstand der Berathung gewesen sein und voraussichtlich hat das Evmpetenzgesrtz den Hauptpunkt gebildet. Wenn angenommen wird, daß diese» Gesetz nur formeller Na.ur sei, so ist diese» »in Jrrlhum, der den Inhalt de» Gesetzes überhaupt und der di« Tragweite de» selben nicht erkennt. — Es ist durchaus unwahr, wenn angegeben wird, daß bereit» die Allerhöchste Ermächtigung zu einer Vorlage für die Erwerbung der Eisenbahnen durch den Staat ertheilt ist. Di« ganze Angelegenheit befindet sich noch im Stadium der Vorbereitung. Bevor dem Staat»- Ministerium die bereit» angeordneten technischen Vorarbei- tungen vorliegen, wird dasselbe keine Veranlafiung haben, sich mit dieser Frage überhaupt zu beschäftigen. Die Ernennung Graf Otto Stolbergs zum Botschafter in Wien, so überraschend sie gekommen ist, hat in den politischen Kreisen eine gut« Ausnahme gefunden. Graf Stolberg hat in der Verwaltung seine Besitzungen, al» Landtag»-Marschall in Sachsen, al» Oberprästdent von Hannover und al» Präsident be» Herrenhauses stet» al« ein geschickter, verstände nißvollcr Mann die Aufmerksamkeit der Rcgierungökreisc auf sich gezogen, so daß Fürst Bismarck da» Augenmerk aus den Grafen nicht verloren. — In Regierungskreisen sind Wünsche und Anträge hervorgetreteu, darauf hiuzn- «trken, daß die Schlachtviehpreis« ebenso amtlich notirt und veröffentlicht werden mögen, wie dir Getretdepreise. Diese Angelegenheit fft jetzt Gegenstand der Erörterung der Minister Friedenthal und Eulenburg mit den Provinzial- bchirden. >- vi.
Bonn, 19. Febr.TIBor den gestern geschloffenen Assisen kam unter Anderen aach eine Geschichte zur Verhandlung, welche eine eigenthümliche Beleuchtung des jetzt in Blüthe stehenden Eulturkampfes bot. Ein au» dem
1 M.; Jnvalidendank, S. Sete« ♦ meger in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; 6. Schlotte
ff r. »S.
* Die letzten Worte der Gestalt verhallten schon in der Ferne; denn wie-4« Sturme war sie sortgerauscht und ließ Klau» ganz erstaunt und in Zweifel, ob er geträumt habe. Mit Sonnenaufgang begab er sich hinaus und sand hinter dem Hause eine wie von einem Wirbelwind auSgewühlte Grube. Bald stieß er beim Graben auf »inen großen Kupferkcflel mit Gold bi» zum Rande gefüllt.
„O, wir reich, wie glücklich sind wir«, sagte sdin Weib; aber du sollst es ja ausstreuen, wie verstehe ich das?'
„Da sei Gott vor«, erwiderte Klaus und krümmte beide Hände über dem Schatze, daß ich diesen Segen verschwenden sollte t Rein, wir wollen un6 am Glanz ergötzen und de» Besitzes täglich un» freuen. Wie da» lacht und blendet ! Solch' ein Anblick ist doch schöner al» alle» andere in der Welt!« - n
Uno nun schleppte er den Schatz nach und nach in'« Hau», zählte und zählte wieder und seine Augen funkelten von einer häßlichen Flamme. Täglich ergötzte er sich auf diese Weise. Bei verriegelter Thür lag er auf den Knieen vor dem Haufen Goldstücke und ließ sie mit gieriger Freud« durch die Finger laufen.
Mochte der Mangel nach wie vor die Nachbarn drücken und Kummer und Sorge über den verfallenen Hütten lagern — e» kümmerte ihn nicht. Er versagte sich selbst da» Nolhwendige, obgleich er die reichen Mittel in Händen hatte,''Nenn er nur wollte, Alle» um sich her froh und wohlhabend zu machen. Aber et wollte nicht. — Sein Weib ward e« müde und sagte zuletzt kein Wort mehr, und mit einem Seufzer über seine Thorheit starb sie. Da war er ganz allein und sein Herz verhärtete sich noch mehr. —
Einmal, nach Jahren, sollte e» wieder Frühling werden; ter Schnee zerschmolz und, Wie oft um diese Zeit, tobte
JRarfiurg, Mittwoch, 23. Februar 1876.
' HE MezMung von S. S., NW ■<M*«> ‘ .
Vr Und die ette Frau seufzte und stiutinte io bk Klagen mit «in» !»•:. . !i. : * ":i -
Eine» Abend«, im Herbst, al» sie auch so saßen und iu unzufriedene Watte ausbrachen, machte der Wrnd einen rechten Singsang um den Schornstein. 8alb: winselt« er gauz erbärmlich, als wäre er krank, bald brach er los wie in toller Wuth, daß da« morsche Gebäude erzitterte. Der alte Mann «ar verstummt, horchte und lauschte.
,Dn", sagte er zuletzt zu der Frau, „hörst du nicht, al» ob Nr Wind was erzählt?"
„Ja", sagte btt Frau, ordentlich Worte vernehm' iL zwischen dem Sausen und Pseiseu. ES klingt manctmal ganz bekannt; aber will ich so recht zuhorchen, ist e» doch nicht» damit, und e» wird sortgewcht und erstirbt im Brause». Wie er den Mund wieder voll nimmt und Praffelt und schnaubt! E» klingt was hindurch, aber verstehen kann mau'» nicht."
Sie saßen noch lauge, zuletzt gingen fie zu Bett.
Klau« konnte aber nicht schlafen; ihm war so angst und seltsam zu Sinne. Manchmal blickte der Mond zwischen bea zersetzten, gejagten Wolken hindurch und wart einen Schein in be« Stübchen. Da mit einem Mal sprang die Thür auf, ein scharfer Zug fuhr hindurch und fllau« sah einen Grei« tu wehenden Gewändern, mit einem langen, wallende» Bart vor sich, bet sagte zu ihnen:
»Ich habe Eure Klagen vernommen und mit erbarmt Euer Kummer. Suche an b*m Ort, den ich bezeichnet habe, Und wa« du findest, streue au», damit e» zum Segen Werde,-.- . ■ >
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durch Beschwindelung eine« hiesiger? Arztes tttib eine» GafiwirtheS, sowie durch Berkaus eines geliehenen Jagdgewehres nebst Jagdtasche da» erforderliche Reisegeld Der» schäft hatte, begab er sich über Luxemburg nach Belgien, dem Eldorado der Clerikalen. Dort gelangte er durch einen glücklichen Handgriff in den Besitz eines sogenanntest Celebret, eine« Zeugnisses über die Berechtigung zur Ausübung kirchlicher Functionen. Natürlich nahm er von da irb den Namen dc» ursprünglichen rechtlichen Besitzers deflelben an und begab sich nach Wien und voü da nach kurzem Aufenthalte nach den größeren Städten Bayern». Durch fein einnehmendes Wefen wußte et sich überall auf das Beste einzuführen und erhielt als angeblicher flüchtiger Gesperrter die reichlichsten Unterstützungen, i Namentlich waren eS Meßstipendien, welche ihm auSgezahlt wurden, wofür et Meffen zu lesen versprach, welche- er »ießei<t auch gethan hat, da er nach seiner eigenen Erklärung den »geistlichen Komment" verstand. Ob er auch Beichte gehört hat, ging aus den Verhandlungen nicht hervor, jedenfalls aber hatte et Neigung zu innigeren Verbindungen, nawent- lich mit dem anderen Geschlechte, da er sich in der Schweiz als angeblicher Professor mit einem anständige» Mädchen feierlich verlobt hat. Auf dem'Juristeylage in Nürnberg erschien tt al» Referendar, wachte alle- Feierlichkviken und Schmause mit und soll über die Geschworenen - Gericht« fachmäßig gesprochen haben. In alle diese Lagen hat er sich geschickt zu finden gewußt, wo» jedenfalls von einer gereiften Vielseitigkeit, wenn sie auch noch so oberflächlich war, z ugte. In Erlangen, wo et wieder al« Gesperrter auftrat, ereilte ihn plötzlich sein Geschick. Der rechtliche Besitzet des Erlebtet hatte nämlich in öffentlichen Blättern auf den mst seinem Zeugniffe getriebenen Unfug aufmerksam gemacht, wodurch ein Pfarrer, bei dem sich der Abenteurer meldete, veranlaßt wurde, feine Verhaftung herbei zu führen. Da» Gericht sprach ihm eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren zu. Es ist traurig, daß durch die jetzigen Der- hältniffe berattfge großartige Schwindeleien so sehr begünstigt werden, wodurch die Moral des Volkes auf da- Aergste gefährdet wird, zum Nachdenken fordert es aber auf, wenn man bedenkt, wie reichliche Geldmittel den Geistlichen zu Gebote stehen, worüber fie ohne Verantwortlichkeit zu verfügen vermögen. Die Tragweite manche» Un thett« wirb hierdurch sehr eingeschränkt. -■
Karlsruhe, 21 Febr. In bet zweiten Kammer, welche heute ihre Sitzungen wieder aufnahm, wurden von Seiten der ultramonranen Partei drei Interpellationen eingebracht, und zwar 1) betreffend die Angelegenheit be» PriesterS Glaitselder in Balg; 2) über die Stellung der Regierung zu dem Plane der Erwerbung bet Eisenbahnen durch daS Reich und 3) betreffend das Petitionsrecht bet niederen Angestellten. Der Fiuanzminister brachte das außerordentliche Budget zur Vorlage. Die erste Interpellation «in heftiger Wind. Der alte Klaus faß in feiner Hütte bei dem gewohnten Gefchäft, feinen Schatz zu zählen und zu betrachten, und so »erlieft war er, daß er nicht hörte, wie draußen der Simm heulte, wie er in gewaltigen Stößen am Gebälk rüttelte, als wollte er e» Mit feiner Wucht zerschmettern. Er saß mit nickendem Kopfe und die zitternden Finger wühlten in dem lockenden Metall. Da mit einmal flog die Thür auf und die Gestalt deS Greise» zeigte sich ihm. Feurige Sttahlen schoflen an« dessen Augen vnb feine Geberde war zürnend und schrecklich, furchtbar klaNg sein« Stimm«: -
„Elender, du hast verschmäht Gute» anSzusäen, nm Freude dafür zu ernten. Hinweg mit dir!"
Und ein Wirbelwind faßte den Erschrockenen sind riß Ihn fort durch die Lüfte, und da« Gold ward in einem sprühenden Bogen hierhin und dotthin über da« Feld geschleudert. — Die ganze Nacht wüthete der Sturm, daß die ai^stvvllen Bewohnet der Haide bebend die Decke übet sich zogen. Gegen Morgen war e» still geworden und die Leute wagten sich schüchtern hervor. ___
Welche Verwandlung! Pie ganze G-gend laa.prangcnd im Heven Sotlnenschelne vor" l$nth. r Wettgedehiste Felder, mit der Wintersaat bestellt, herrliche Obstbäume mit schwel lenden Knospen erfreuten den Blick, wo früher sandige Flächen sich dehnten, und den Boden überzog saftige» Grün, au« dem tausend und tausend goldfarbene Blumen wie kleine Sonnen blickten. Da« Hüttchen aber, wo Klau« gewohnt hatte, war spurlos verschwunden und von ihm selber hat man nie etwa» wieder gchört. Da« so verschönerte vesttz- thum eine« jeden brachte reichen Ertrag; man konnte sich jetzt nutzbare« Vieh halten und bald kam Wohlhabenheit und Fälle in die Hütten, au» welchen endlich stattliche Häuser wurden. Und darum, seht, ist e« hier so hübsch
viel eher zu einer Verständigung kommen dürste. In die fern Augenblicke schweben die von Mostar ausgehenden Negociationen mit dem bei der Bevölkerung der Herzegowina angesehenen Ivan Musstt«, welcher sich zur Versöhnung geneigt zeige. Mit dm zumeist in Dalmatien weilenden Flüchtlingen «erde separat unterhandelt, und fehle e« nicht an Anzeichen, daß die meisten derselben geneigt wären, in die Heimach^zurückzukehren, wenn nur erst die Amnestie verkündigt worden. Zur Unterstützung der friedlichen Di« postttonm der Flüchtlinge bediene man sich türkischerseits tirnngSstücken zu einer sechsjährigen Festungshaft verurtheilt, de» Argument», daß die österreichische Regierung demnächst jedoch mit Rücksicht auf seinen schwindsüchtigen Gefund- bie Unterstützung der auf ihrem Gebiete weilenden Flücht- heitSzustand nach einer Lmonatlichen Haft vorläufig entlüften |t «uiuuni worben war, hatte es sich endlich borgenommen, den Cultur-
Eknem Telegramm der »Köln. Ztg.' zufolge wird die kampf zu feinen Gunsten auSzubeuten. Nachdem er sich
Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „ziufirttteS Smtttta«»blntt" durch die Srpedition^ («o ih'ftze
Buchdruckerri) telegen Ah Mark, durch die Postämter des Deutschen SteicheS 3 «ert 50 Pf«, iexl. Bestellgebühr). - JusertionSgebühr für dir gespalten« Zeile 10 Psi,. U
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf«, berechnet. r; <, V:
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Der BnndeSrath hat beschlossen, da von dem Reichskanzler beantragten Bertheilung von 24 Millionen Mark au» dem Refiantheile de» Norddeutschen Bunde» an der französischen Kriegskosten-Entschädigung an die Staaten deS ehemaligen Norddeutschen Bunde» znzustimmen. Ferner hat er auf ten Antrag bet Ausschüsse für Handel; und Verkehr und für Rechnungswesen beschlossen, daß diejenigen Bauten, welche auf ihr Notenausgaberecht verzichtet haben, hm Bestimmungen de» §§ 8 und 10 be» Bankgesetzes nicht unterworfen feien; da aber diese Banken die au«ge gebeneu Noten noch nicht eingezogen haben, sie also chat- sächlich noch, wenn auch in beschränkterem Umfange ein Emission-recht ausüben, so sollen dieselben von den Re gierungeu al» der Aufsichtsbehörde, veranlaßt werbe«, die lRonat»auS»eifc über ihren Statu» dem Reichskanzleramt zugehm zn lasten.
Der „Reich» - Anzeiger" schreibt : -Die von-einer An- zahl btutfd;er BMätter gebrachte Nachricht, die egypiische Regierung suche deutsche Oifqierr in ihre Dienste zu-zieh«» und hüte zu diesem Behufe Agenten auSgesandt, entbehrt wach zuverlässiger Erkundigung jeder Begründung.
Wie dif »Köln. Ztg." mitthellt, hat der Fürst Reichs- kouzla an dm Oberbürgermeister Dr. Becker auf ben Be richt über die jüngst mit der Kaiserglocke vorgenommene LLutprobe folgende telegraphische Erwiderung gelangen lassen: „Im Zusammenklange ber Kaiserglocke mit den übrigen sehe ich eine vorbildliche politische Verheißung."
Rach einer Ragusaner Mittheilung der ,Pol. Corr." setzt der außerordentliche Pforten Commiffär Ali Pascha, unbekümmert tun die bisher gescheiterten Versuche, rastlos seine fri^lichm Bemühungen fort, die Insurgenten zur Waffenstreckung und Unterwerfung zu bewegen. Mit den bisherigen Chefs der Insurrektion, namentlich denen, welche sich bisher einen Namen gemacht, dürfte er kaum zu einem Ziele gelangen. Dafür gewinne es jedoch den Anschein, daß er mit ben Diis minorum gentium ber Jnsurektion