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jig, 66(n k; Rudolf Most« inBcrlin, Frankfurt a. M. rr.
i nimmt entgegen: -ditto» d. Blatte»,
fHrie die Lmwncen-Bureaux een $4- Dietrich & So- in staffel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a. M-;
tn:»K? ndA'für Marburg, Dienstag, 22. Februar 1876... r?:(ßcu itrlduedj ..U • -»— > . « ..3
sowie Die Amwncen-B ureaux von 8 L- Daube <fc Co. in Krankfutt a. M.: JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. $L; Jnvalidendank, Ä.Stete» ♦ meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
er kann» ertragen. Au» dem vermögenslosen Bürgermeister
einer Provinzialstadt ist ein reicher Mann, ein Millionär der Nationalliberalen mit dem Hauptorgane seiner Partei,
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sitzenden im BerwaltungSrath. Wenn Herr Miquel jetzt auch dieses Amt niederlegen will, und seine übrigen Buf- sichtSrathSstellen dazu, wird er allerdings ein Ministergehalt einbüßen, das er bisher aus diesen Sinecuren bezog; doch
llad damit riß er an den Zügeln der Roste, daß eS ein gewaltiges Trampeln gab; Trudchen fang unbekümmert um die Welt, mit schallender Stimme ihr Wiegenlied in der Ecke am Elfen, da war das verwünschte Schloß uyd Nieutaad dürste hinein, al»* sie und die Prinzessin; die aber schien noch gar nicht Lust zn haben von dem erha beaen Sitz herunter zu steigen^ ■ i
HerminchenS eifernde Rede ging unter in dem Griöse und eben wollte sie sich, ärgerlich und in chrer Würde, gekränkt, zurückziehen, als Susanne, die durch einen Auf trag der gnädigen Fran fern gehalten war, hereintrat junb lächelnd die Gruppe überblickte.
»Otto und Franz möchten zu Herrn Werner tommen," sprach sie, während sie der halb beschämten Prinzessin Hedwig ans der Äaroffe - hals. Kisten und Decken fielen in einem Wirrwarr auf den Fußboden; Fritz brachte die Pferde mit einem kräftigen Brr! — zum Stehen und sprang vom Bocke; Trudchen warf ohne Umstände sämmtliche Puppen
vom Schäfchen und der guten Buhkuh, die süße Milch und Zuckerbrod bringt, wollten nicht helfen, fo gewaltig auch Trudchen mit.ihrer hellen Stimme fang und sich abmühte.
„Da« ist ja ein Heidenlärm!" sagte Herminchen, die eben von der Mama kam und zum Rechten sehen wollte, „kein vernünftiger Mensch kann sein eigen Wort hören! Schweig' still da, klein' Mädchen! Und Ihr, Otto und Franz, hört den Augenblick auf mit Eurem Skandal! Ach du mein Himmel, welche Wirthschaft! DaS Oberste zu Unterst gekchrt! Willst du wohl herunter, Fritz, von den Stühlen 1 — Und du, Hedwig, schäme dich, großes Mädchen, mit deinen albernen Puppen! Bist bald zehn Jahre alt und solltest nicht mehr an solche Kindereien denken!"
in der Zeitung, der er selber den Redakteur gegeben, in gar keiner Verbindung stehe?!
Herrn Bamberger's Einfluß aus die „National-Zeitung",
Herr F. Dernburg ans Empfehlung des Hm. Lasker en« gagtrt; und man bezeichnete ganz allgemein, — so that z. B. die „Vossische Zeitung" — Hm, F. Dernburg als Schütz und Günstling des Hm. LaSker. Klingt eS nun nicht höchst unwahrscheinlich, daß der anerkannte Führer
über den Haufen, drängte sich an Susannen» Kleid und bat schmeichelnd: .. . ,
„Ach, ein Märchen, liebe Susanne, biitt, erzähl'!"
„Ja, ein Märchen» ein MärchenI" baten auch Fritz und Hedwig. , ZV'/ .
„Erst helft mir Ordnung machen, bann wollen wir sehen 1" — Und nun ging» an ein Tummeln und Wirth« schäften; in kurzer Frist war alle» wieder am Platze. Die beiden älteren Knaben waren sortgesprungen; Herminchen, gleich bereit zum Gehen, wie zum Weilen, lehnte, auf einem Fuße stehend, in der Thür de» Nebengemachs, während die jüngeren Kinder sich traulich an die freundliche Pflegerin schmiegten. Diese begann, nachdem sie ein wenig nachgedacht hatte, folgendermaßen:
„ES ist schon viele, undenkliche Jahre her, da war die Gegend hier, die jetzt so schön und fruchtbar ist, noch recht wüst und traurig. Alle» sandiger Boden, nut mit Haide- traut und Stachelginster bewachsen. Wenige kümmerliche Hütten erhoben sich vereinzelt auS dem grauen Felde, und spärlicher Ranch schwebte Mittags über ihnen, wenn die Bewohner ihr Esten bereiteten; sonst kaum eine Spur von Leben. Sie waren alle so arm und die Gegend konnte nicht einmal ein Stück Vieh ernähren; darum banden ste Besen, die ste nach der Stadt trugen. Nun wohnte in dem baufälligsten Hüttchen ein alter Manu, der hieß Klaus, mit seiner alten Frau ganz allein. Der wat vor Jahren auS einem fernen, schönen Lande hiehergeflüchtet, wo alle» wuchs, Korn, Wein und treffliches Obst; der mußte es nun wohl am meisten fühlen, wie häßlich e» hier war und et wat oft recht betrübt und sagte zu feiner Frau:
„Du, Anne, was thäl' ich wohl darum, wenn eS hier so schön wäre, wie zu Hause, daß man sich Kühe halten könnte, und gesegnete Lornselber und Obstgärten da» Herz erfreuten 1 Hier ist eS auch gar zu wüst und jämmerlich und e» frißt Einem das Herz ab, eS immerfort zu sehen. Dazu saus't der Wind in einem zu über die kahle Haide, als wenn et was suchte und könnte e» nicht finden, und heult so unheimlich, daß man vor Ueberdruß sterben möchte."
(Fortsetzung folgt.)
„Hoho, Fräulein Altklug," fuhr Otto dazwischen, „ist noch gar so lange nicht her, daß Jhro Weisheit selber mit Puppen spielten; seitdem ist. man gewaltig vornehm geworden!"
„Und ich," rief Fritz mit der Peitsche knallend, „muß ja erst die gnädige Prinzessin zu Ball fahren. Fort, au« dem Wege, fonst rennen meine Pferde dich um! Immer Galopp, meine Schimmel!"
geworden. U-
Trotz alledem warf sich in jener Reichstagssitzung der Abg. LaSker zum leidenschaftlichen Anwalt des Abg. Miquel auf und äußerte nach dem stenographischen Bericht: „Der Abg. v. Ludwig hat heute eine Schrift erwähnt, die auch von Anderen schon genannt worden ist, ohne daß ich von ihr Kenntniß genommen habe; die wenigen That- sachen, die mir aus derselben mitgetheilt worden sind, beweisen mir bereit», daß wissentlich oder unwifientlich Unwahrheiten darin ausgesprochen «werden."
Herr LaSker liest nicht selber, er hört nur. Aber unerhört ist eS, daß ein Abgeordneter die Tribüne benutzt, um ein Buch zu verdächtigen, da» er noch nicht einmal gelesen hat.
Herr LaSker fuhr fort: „ES wird mir beispielsweise mitgetheilt, daß in jener Schrift behauptet werde, seit dem Tode des Dr. Zabel wären ich und Herr Bamberger die eigentlichen Redakteurs der „National-Zeitung"; während ich von mir persönlich versichern kann, daß ich, außer der freundschaftlichen Beziehung, die ich mit einzelnen Mitgliedern der Redaktion pflege, seitdem weder eine Zeile für die „Rational'Zeitung" geschrieben, noch fonst in einer Ser- binbung mit der Zeitung gestanden habe. Das ist die Autorität, aus welche sich der Abgeordnete von Ludwig beruft, daß Herr Miquel zwanzigmal, in dieser Schrift als Gründer aufgeführt werde."
Herr Lasker hätte sich begnügen können; „Zrrthum" ober „Unrichtigkeit" zu sagen. Aber nein, et sagt: „Unwahrheit." Der betreffenbe Passus in meinem Buche lautet: „Die „National-Zeitung", die seit dem Tode des ehrenwerthen Friedrich Zabel, hauptsächlich von dem Dios- kurenpaar LaSker und Bamberger geleitet wird, steht jetzt ganz und gar zu Diensten der Börse." Trotz der Ableugnung de» Herrn LaSker bin ich in der Lage, diesen Satz vollständig aufrecht zu erhalten.
Seit 1865, durch volle zehn Jahre, war Hr. LaSker Mitarbeiter der „National-Zeitung". Soll diese» Verhält- niß mit dem Tode des Dr. Zabel plötzlich ganz und gar aufgehört haben? .— Al» Dr. Zabel sich zum Rücktritt entschloß, wurde der gegenwärtige verantwortliche Redakteur,
seine Artikel in derseibelt können leicht nachgewiesen werden. Wenn Herr LaSker nicht mehr selber schreibt, so läßt er schreiben. Was er zu sagen hat, was et wünscht und will, kann durch mancherlei Kanäle in die „National-Ztg." einfließen; z. B. durch die von ihm inspirirte „Berliner Allgemeine Correspondenz." Man kann eine Zeitung wesentlich leiten, im höchsten Grade beeinflussen, ohye daß man „eine Zeile" für sie zu „schreiben" braucht.
Nachdem Herr LaSker mich also in jener ReichStagS- sihung der „Unwahrheit" geziehen, fährt er fort: „Wie man Bravi in Italien dingen kann, so kann man bei uns schriftstellerische Verleumder dingen." Mit diesem pathe« tischen Ausruf beginnt im stenographischen Bericht ein neuer Absatz, so daß nicht zu erkennen ist, ob Herr LaSker damit noch mein Buch und mich meint; sonst würde ich ihn, wiewohl ihn da» Privilegium der Tribüne schützt, deswegen zur Rechenschaft zu ziehen wifien. V-
ES wäre in der That auch ein geradezu widersinniger Versuch, wollte Herr LaSker mein Buch direkt als „Verleumdung" bezeichnen. Denn dieses Buch besteht seinem Kern nach au6 Artikeln, die zunächst in der „Gartenlaube", in dem verbreitetsten Blatte der Welt, erschienen sind, durch ein ganze« Jahr veröffentlicht wurden, ohne daß man vermocht hat, ihnen Einhalt ju thun. Dieses Buch ist, wie der „Berliner Börsen-Conrier" es gar nicht unrichtig nannte, eine „Compilation", zusammengestellt auS den Inseraten und den redaktionellen Reklamen der Börsenblätter und anderer Zeitungen, namentlich auch der National - Zeitung."
Immerhin aber bleibt eS beachtenSwerch, daß die Herren LaSker und Bamberger die Tribüne de» Parlaments wieder« holentlich zu Verdächtigungen und Schimpfereien gegen Tagespreffe und Schriftsteller mißbrauchen. Und doch waren und sind die Herren Lasker und Bamberger selber Journalisten, nur in Folge ihrer journalistischen Thätigkeit und nut mit Hülfe der Presse in da» Parlament gekommen.
Schließlich ersucht der Verfasser olle Redaktionen, die efl mit bet Wahrheit ehrlich meinen und die mit ihm da»
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UchLMg «.1 n-fjH—Koptsstzttn») i !uti ’f.-'J nfiio ,,n'r„Amen!" sprach Werner mit leiser Stimme und ging davon, guten Abend wünschend. Den Kopf hatte er gesenkt und blickte auch nicht ein einzige» Mal in die Höhe, als er weiter ging nach btt Wohnung bes Pastor-, btt viel aus ihn hielt und gern übet gelehrte Dinge mit ihm plauderte.
In der Kinderstube auf dem Hetrenhause ging eS freut’ Abend ein wenig bunt her, ja, zu lustig mochte man es nennen. Otto und Franz, die beiden ältesten Knaben, suchten mit Gelächter und Tumult e» einander im Turnen übet Tisch und Stühle zuvor zu thun. Da war ferner ein ganze» Fuhrwerk hergerichtet au» allerlei Möbeln und Geräth; zwei Stühle, die unbändigsten Kutschpferde, die e» jemals gab, wurden von Frttzchen nur mit Mühe durch Schnalzen, Halloh und kräftigen Peitschenknall in Ordnung gehalten, so wild waten sie. Aus dem von Scphakisien hoch aufgetfrürmten Sitz saß Hedwig, die Prinzessin, sie wollte zu Ball fahren und das im Galopp. Schön Mimi, ihre große Puppt, mit Augen, die sich ordentlich bewegen konnten, und Haaren, saß im größten Staat neben ihr; da« wat die älteste Tochter, die durste mit, während ba» Wiegenkind und die anbeten alle zu Hanse waren bei Großmama und ba» war heute Gertrudchen, das jüngste Kind der Familie. Und ein gar liebet Großmüttetchen war sie, mit ihrem blonden Lockenköpfchen und den schelmischen Mauen Augen! Ganz am Ende der Welt, tzott in der Ecke am Ofen, da wat ihre Wohnung; da saß sie mit einem ganzen Regiment von Puppen und Püppchen um sich herum, und die schönsten Lehren floffen wie Ttzau der Weisheit von ihren Lippen auf die stummen Zöglinge mit Porzellan« und Pappköpfen, die schon in Kleidung und Gliedmaßen Spuren de» Dienste» aufzuweisen hatten. Aber der Liebling, die große Schreipuppe, die so aussah, als ob sie lebte, log in bet Wiege und wollte durchan» nicht ein» schlafen, »ll' die schönen Lieder von bet goldenen Gans,
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn» und Feiettagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „AllnftrtrttS Sountagsblott" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen Etz Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche» 2 Mark 50 Pfg. (ejl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespattene Zelle IE Pfg.
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nrilldsqn.-.- im Eim« Erklär«»- s ,
de» SchriststrllrrS Otto Glagan in Berlin macht gegenwärtig 'biel i)ön stch reden, wir bringen dieselbe nachstehend zum Abdruck: In der 46. Sitzung des deutschen Reichstag», am 5. Februar, dritte der Abgeordnete von Ludwig mein Buch „Der Börsen- und GtündungSschwindel in Berlin", „welche» den Abgeordneten Miquel auf cirto 20 Seiten anfüfrrt al» Gründer." — Diese Angabe ist nicht genau. Mein Buch erwähnt de» Abg. Miquel nicht auf 20, sondern nur ans 8 Seiten. Auch führt e» von den Gründungen de» Htn. Miquel nur die beiden am übelsten berüchtigten, die „Dortmunder Union* und die „Ptovin- zlal-DiScontv-Gesellschaft" an, al« Beispiele unverschämter Agiotage und wilder CourStreibetri. Di« eigentlich grün- derische Thätigkeit de« Herrn Miquel — so nenne ich ste mit vollem Bedacht und mit voller Vttantwortlichkeit — werde ich erst in dem zweiten Theil« meine« Buche« be handeln; und zwar, wie in dem Vorwort schon angekündigt, in den Capiteln „Da» Haus S. Bleichtvder ei* die Diskonto Gesellschaft" und „Die Gründet im Parlament." In Folge der eigenthümlichen Wendung, welche an jenem Tage die Debatte im Reichstag genommen, bin ich jedoch genöthigt, schon jetzt mit folgenden Angaben hervorzutreten:
Herr Miquel war einer der vier Gefchäftsinhaber der Discontvgesellschaft von 1870 bi» 1873; und fein Gewinn« Antheil während dieser vier Jahre beträgt, gleichmäßige Theilung vorau»gesetzt, nach Ausweis der Geschäftsberichte ca. 600,000 Thaler. Daneben fungirte Herr Miquel noch al» Direktor der Provinzial - Diskonto - Gesellschaft , als Auffichtsrath des Preußischen Central-Boden-Credit, der Dortmunder Union, der RumSnischen Eisenbahugesellschast, de» Bochumer Bergwerk» re. rc. Et hat bei allen diesen Gesellschaften eine thätige, auf den Generalversammlungen derselben öfter» eine hervorragend« Rolle als Redner ge- spirit und anchau« diesen rrsp. Stellungen sehr hohe Tantiemen bezogen. Unter der Mitdirektion de« Herrn Miquel hat die Diskonts - Gesellschaft ihr Aktienkapital viermal erhöht, von 10 auf 20 Millionen Thaler vermehrt, jedeSmal die jungen Aktien mit einem horrenden Agio, von 10 bi» 50 Proeeut, begeben, und an 40 Gründungen und Emissionen auSgeführt. Erft nach dem Krach, al» da» Fett gründlich abgeschöpst war, und sich im Publikum be- wit» eine große Mißstimmung gegen die Di-eontogeftll- schast zeigte, trat Herr Miquel zurück, vertauschte er seine Stellung al» GeschästSinhader mit dem Posten de» Vor-