Maröurg, Frettag, 18. Februar 1876.
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veber bie lichtgrüne Wirse hinter dem Garten, wo der
„Scheint es Ihnen nicht auch, lieber Werner/ begann
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Gänseblümchen, wovon er schon ein Sträußchen in der Hand hielte Bald bückte er sich mit einem leisen Jauchzen innerlichen Frohsinn« eine- der duftendtN dunkelblauen Frühlingskinder zu pflücken, dann wieder stand er still, einem unfiät fialternden Schmetterlinge nachblickend, und sein kindliche« Gesicht empor richtend, ließ er die Augen wie verwundert entzückt auf dem jetzt in blauer Klarheit leuchtenden Himmel ruhen. Mehr und mehr näherte er sich dabei der Pforte, au« der eben fitzt sein Dater hervor trat, btt Eigenthümer, der sich freundlich in der Runde auSdehnesiden Besitzung, begleitet von dem seit Weihnacht angenommenen Hauslehrer der Kinder, chit welchem er nach "seiner Gewohnheit über landwirthschaftliche Gegen stände sprach und dabei halb Im leichten Aerger, halb lächelnd mit der Unwissenheit des Städters zu kämpfen
und kräftig, wenn auch von der Zeit etwa- auSgehölt und mit Moos und weißen Flechten übrrkleidet; auf,den schlanken Zweig« wiegten sich schon gefärbte, schwellende Dlüthen- Eine Schaar von Vögeln jagte sich in der
hatte, oder wohl gar auf einige Zerstreutheit stieß, Zetzt standen beide in der Nähe eines großen, anscheinend alten Apfelbaume- fiill, der mit seitwärts gebreiteten, knorrig Und wirr in einander verschlungenen Lestcn einen weit umfasien. den Schirm bildete. Der Stamm de- Baume- war dick
Gärtner mit Beschneiden, Pflanzen und Lüsten geschäftig sein Wesen trieb, hüpfte am Nachmittag ein etwa neunjähriger Knabe. Sonnenschein schimmerte auf seinem blonden Kopf, lachende- Vergnügen au- den Hellen Augen.
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»«»eigen nimmt entgegen: Mt epebitien d. Blatte-, fovte die Amwncen-BureaNk von Th. Dietrich & Eo. in ,, Raffel und Hannover; Xp- Dietrich in Frankfurt a. ' Härenstem & Vogler i» i Lrankfurl a. M., Bert, n,. Leip, »a, Eöln ic; Rudolf Mofse,^ m Berlin, Frankfurt a. R. ic.
während de- vaticanischen ConrilS und ebenso von den Regierungen seit dem Jahre 1869 klar erkannt und mahnend'und warnend betont wurde, iN der vorliegenden Schrift al- etwa- ganz Nebensächliche- behandelt wird.
: Fern sek eS um deS Friedens willen, auf" den Slreit über jenen Ausgangspunkt der neuen Entwickelung und auf die daran sich knüpfenden Streitfragen überhaupt zurück zukommen. Das Verkenn« der großen Bedeutung der in oer katholischen Kirche selbst vorgegangenen Veränderung macht sich aber auch in den schließlichen Vorschlägen deS Verfasser- in Letrest der Wege zum Frieden. Zeltend.
Nachdem die Folgen der vaticanischen Beschlüsse in deck ganzen Verhalten der Bischöfe seit den Erklärungen deS Bischof« von Grmeland immer entschiedener hervorgetretcn sind und den preußischen Staat in die Nothwendizkeit ge setzt- haben, die weltliche Sortveränetät gegenüber einer fremden geistlichen Souveränetät in jeder Beziehung zü sichern, wäre e« weder zulässig, noch p'akiisch durchführbar, zu den alten BerfasiungSbestimmunzen zurückzukehren oder dm Bestand der neuen Gesetze von einer weiteren Verein» barung mit Rom abhängig zu machen, — noch endlich würde der Grundsatz „der freien Kirche im freien Staate* in ddm Sinne, wie ihn die römische Kirche versteht, mit dem Staatswohi verträglich sein/
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Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS Lonnlag-Slatt" durch die Crpebition (Roch'fche i vuchdruckerei) bezogen Sh Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pfg. (ept. Bestellgebühr). — JnsettionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf». , । Für in der .Expedition zu ettheÜende Auskunft und Annahme von Adrefien werden 25 Pfg. berechnet.
sollte. Um nur Erne« asizttdeuten: die ganze Darstellung Peter Reichensperger'S von der Entstehung und dem Fortgänge de- kirchlichen Kampfes krankt an dem Grundfehler, daß dir Verkündigung der päpstlich« Unfehlbarkeit, — nicht in ihrer dogmatischen, sondern in ihrer politischen Bedeutung für die Stellung brr Kirche zu den staatlichen Gewalten, — während sie von den Bischöfen vor und
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,h‘ff.-»neigen nimmt entgegen:
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vvn S L. Daube & Co. in
in Bremen.
Wenn somit die in der Schrift ausdrücklich bezeichneten Frieden-wege schwerlich zum Ziele führen können, so ist doch die FriedenSsttmmung an und für sich, aus welcher die Kundgebung hervorgegangen ist, freudig anzuerkennen. Eine praktische Bedeutung uUv' Folge freilich wird alle Friedensneigung nur dann haben können, wenn sie sich entfchlosien auf den Boden stellt, aus welchem allein der Friede noch möglich ist, auf den Boden der thatsächlichen Anerkennung der neuen gesetzlichen Zustände.
Ein anderer Führer der katholischen Partei sagtebei der Berathung des Gesetze« über die kirchliche Vermögens- Verwaltung: r- sei nicht nökhig und nicht woblgethan, immer Alles unbedingt und absolut auf die Spitze der ^rincipien zu stellen, — da« erschwere den Ausgleich im höchsten Maße; denn man könne im Leben sehr oft sich vertragen, sich in einander schicken, indem man dabei die Princivt« auf sich beruhen laste.
- Dir Bischöfe haben diesen Math bei jen^m Gesetze 'ie*
unfehlbar zu neuer Erregtheit umschlagen, Weng der streit folgt ^pd haben eSoffenhar nicht zu bereu« Mhabt. Dir um alle jene Fragen voll Neuem aufgenomcken werden Regierung hat ihrerseits ,Pie Zuversicht nie auf-sgeben und t*tu* *-----" -----(Ts.da.w..-- sixht sich in derselben immer mehr bestärkt, M..,yicstlbqi
Erwägungen geistlicher Gewisienhasti-keisi »nd - Fürsorgr, welche dort entscheidend waren, schließlich., auch aus. ander« Punkten zur thatsächlichen Versössitung giit der staatlichen Gesetzgebung sühren werden. , '. " , j . j
„Die Regierung," so darf heute wiederholt') werden, „wird sich gewiß mit Freuden der Hrothwendigkeit überhoben sehen, von fyn scharfen Waffen der zieuen Gesetz« Gebrauch zu machen, sobald die katholische Geistlichkeit Ach thatsächlich auf, den Boden der Achtung, uyd Befolgung der Staatsgesetze stellt und den Anspruch aufgicbt, eine fremde Souveränetät neben der Staats-Souveränetät au^ULfchlen in Dingen, Äe mit dem iuneren.Maub«nslebM uytz mit den HeilSaüsgaben der Kirche, nicht« W thün haben. j.w, „Die Regierung hat wählend deS ganzen Verlaufes deS jetzgen Kampfes immer und immer wieder betont, daß sie durch Feststellung der Grenzen zwischen dem.staatlichen und reinkirchlichen Gebiete vor Allem daS künftige friedliche Nebeneinanderstehen und erspietzliche Wirken,,djcr beiden von Gott gesetzten Gemeinschaften sichern wolle. Dhögetz die Bischöfe/je eher je lieber wirklich den verfassungsmäßig und gesetzlich gegebenen Boden betskten, guf. welch-m allein die Vermittelung thatjichlichsten Mirreu zu, «xreiitzn unÄ lll-o li'yi Sv v (Pr.'Eorr.) '
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eine Schrift zum kirchlichen Frieden. ,
Der kirchliche Kampf, welcher seil Nahezu fünf Jahren die inneren Stimmungen in unserem Vaterlande beherrscht, tzgt seit einiget Zeit einen ruhigeren Verlauf genommen. Der Wunsch'nach Wiedergewinnung einer friedlichen kirch- sichen Entwickelung hab augenscheinlich auch in eifrigen katholischen Kreisen wieder mehr Boden gewonnen.
Ai- ein Anzeichen solcher Stimmungen darf auch die Schrift gelten, welche einer der bedeutendsten Führer der katholischen Partei im Reichstage, Peter Reichensperger, unter dem Titeir „Kulturkampf, oder Friede im Staat und Kirche," soeben herausgegrben hat. •
Der Verfasser stellt sich von vornherein nicht ausschließlich auf den Boden de« * kirchlichen Interesses; er betont, daß es sich zugleich um di« Frage handele, ob ltzie Fort- d«wr und Weiterentwickelung der gegenwärtigen Zustände geeignet feint, die Einheit und die Kraft de« Staates Preußen, ja de« Reiche« selber zu fördern oder zu gesähr den. Jeder Vaterland-freund müsse wünschm, daß eine bessere Zukunft angebahnt werde, damit da« neue deutsche Reich mcht mit innerlich zerrissenen und verbitterten Be vöikerungsmaffen, sondern mit der ganzen befriedeten BolkS- krast allen künftigen Feuerproben enlgegenzehen könne.
-Ze wohlthuender dieser patriotische Grundton der Schrift wirkt, desto mehr wird man bedauern, daß dieselbe, abge scheu von der allgemeinen Friedenssehnsucht, doch irgend | welche praktische »nhaltpunkte für den friedlichen Abschluß isicht beibringt, r: „>-
Um di« Jrrthümer darzulegen, ati« welchen die bisherig feindselige Stimmung ihre Nahrung geschöpft habe, will die Schrift zunächst zeigen, daß mit vollem Unrechte dem kachotischeu Theile die Verantwottlichkeit für den Kamps zugeschoben worden sei —sodant», daß die neue kirchen- poitttsche Gesetzgebung weit Über das Recht-gebieb -des Staate« hinaus in da« Gebiet de« eigensten inneren Kirchern leben« hineingegriffen habe — daß endlich der Widerstand der Wfchöfe und Priester noch der Christenlehre und Der nueft und selbst nach dem preußischen Gesetze vollkommen berechtigt war» : !
Indem diese Darlegung chen Hauptinhalt der Schrift blldet, werden in derselben alle die ©treitfiagen und Mei- nmigSkimpfe wieder wachgerufen, welch« in den parlamentarischen und publicistischeu Verhandlungen der letzten Jahre immer und immer wieder durchgekämpft worden sind; — btt Verfasser wird aber selbst nicht meinen, daß er nach all'.jenen erschöpfenden und theilweise glänzenden Verhandlungen irgend einen neuen Gesichtspunkt oder Beweisgrund von überzeugend« Kraft beigebracht hab« oder beibrmgen konnte. •
Die „anscheinend eingetretene kühlere Anschauung" würde ■HU—■null I i I ..... —1—rr-Tanrt- ..........
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Das SwatS - Ministerium hat über die Vorlage der: Städteordnung sich grundsätzlich geeinigt. Es ist bereit« vom Kaiser die Ermächtigung im StaatSmisiisterium er«, theilt, auf Grund deren die definitive Festsetzung trfol*td
Dir Eisenbahnangelegenheit ist nun endlich fo weit gediehen, daß daS StaatSmmistnrium sich in einer am So»»- abend stattgefundeneu SihVö vrit der AbtvetUi'g der pueutz^. StaatSbahurn und deS ÄufsichlsrechtS über dieselben an da«- Rcich einve. standen erklärt hat. Uebet diesen Beschluß chird^ noch erst Votttag ,an, den Kaiser gehalten, bevor eine Vorit läge an den Landtag auSgearbcitet wird. , iic ■. n
Nach Berliner Blättern hat Ober - Präsident v. End« während seiner Anwesenheit in Berlin auch wiederholt mitt dem Fürsten Bismarck confcrirt.(; Derselbe beabstchhigte sich am Mittwoch zum Antritt sein,- Amte« nach Kaffrt yut Hieben. tpmemu, uz idtc, J,a<1
Frrih. v. Hardenberg in K-ff-l hat jetzt. chiö, j«strteit^ EntlaffnnA.au« dem Staatsdienst« erhalten und zwar pntttq Verleihung de« Kronenordeu« IL Klaffe mit be« Smu. Freih. v. Hardenberg war bis 1866 L^ndrath «ine« fachst-^ scheu Kreises; nach der Occup-ttion HannormS wurde <et ; den militärischen Oberbefehlshabern al« CivÜrommiffar bet?:
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jetzt Herr von Dornheim zu feinem Begleiter, „daß.««« bester wäre, den allen Baum hier um-uh»uen? .Zch'«eiß-, nicht, was mgn davop hat, ihn. zu schope^ .Er.btüht rmv^ blüht,j ober seil mehre«» Jahren hgt er keinen «pftfe gM tragen. So etwa« liebe ich nichti Alle«, ,wa« be steht-, muß feisten Platz werch sein.. UeberdieS könnte ich dadurch: am brstm dem Gerede der abergläubischen Dienstbdtsn ugj« i Leut« ein Ende machen,, welche von dem.Baume bt^upten,., daß e« darin spuke, seit flch W? Zwei Zphimn, der etfte, Christoph daran «ufgehLngt hat." ■ *a3
meinte der Ändere, »damit möchte nicht- g«- ' brffert werden; der Platz ist einmal Md bleibt derruse«, mögen Sie M» Mosen oder Kraut dahin pflanzen- ! Dtzse - Art sstoa^antik lasten sich die Leute einmal nicht «hm«,."
»Sch, mit Romantik und einem alten Apfelbaum I, Hören Sie, Werner, da- ist wirklich komisch l- Za, wenn'» stoch:; eine uralte Linde, eine Risst» ober Eiche wäre, uns wenn der Alte nicht noch zur rechten Zeit gerettet worden »ärel Hatte sonst ja sein leidliches Auskommen, so diel ft -eiir alter, einzelner Mchtu eben braucht^ aber er war zu-tief in die Melancholie hinein gerathen; begnügte sich nicht mit dem einmaligen Versuche, sondern juchte,-sich hinterher einen tüchtigm Eichbaum im Walde au», wo ihn Niemand stören konnte bei feinem unseligen Beginnen. Erst beni andern Tag, odet Gott weiß wie lange nachher, hat mopr^ ihn ausgefunden. Da war'» eb« nicht« mit dem Ausleben. Ich denke noch an den Allarm und da« Geschrei AWfot Pdv . sinhi-.-vchoutürttchll
weil sie ihn ni»t auf. t»n Ktffchhaf hoben wollten unter den ehrlichen Gräbern. Sie setzten ihren Willen auch richtig durch, daß er außen pn die Mauer <qm. Und nun hoben wir statt eine« SvnkplatzeS deren, z vei; denn daß der Alle auch bei dem Grabe umgeht und seufzt und sonst allerlei Unfug treibt, ist ja nur in der Ordnung, daß Gott
Der Apriltzatt« wieder einmal itt sekner-geckzÄSukinw, ...... rw
Hastigkeit gewaltet. Morgen« klare« SomienlSchein; biet eifrig spähten sie nach Veilchen Und den ersten rosigen Dächer schie«n golden, die schlanken Zweige mit hoch “,r~ * schwellten oder schon gesprengten Sstosi>m geschmückt schimmert« und schienen sich mit Wohlbehagen in der mild erwärmten Lust zu dehn«. Sie »unteren Sp rünge hielten Lmrvtag, auf dem e« stürmische Debatten gab, «tt Lärm, Flügelfchlag und Schnabelhieb,' während unten da- kleine geputzte Volk von Primeln und Kroku- seine Erstlinge prismttrte. Kaum hatten diese jedoch Zeit gehabt, dem freundlichen Strahl vertrauend den Kelch entgegen zu halt«, al« er sich schon hinter Wolken versteckte, die schwarz und drohend, von d«m scknell erwachten Winde getrieben, herbei geflogen kamen. O, hätten sie die Köpfen nur wieder untrrducken können, die armen bunten Närrchen, die jetzt bmi der Wucht de« prafielnben Regens erdrückt zu toerben fürchteten l — Nicht lange und e« sauste weiß und flockig hernieder; wirbelnder Schnee trieb kältend mit dem Wind gegen den Boden, wo er anfangs fpurlofl verschwand i> der Näffe. Allmälig jedoch haftete er in dm krausen Graofpitzen, und mehr und mehr sich verbreitend hatte er zuletzt alles wieder weiß und frostig zugedeckt. Jndeffen besann fich die Sonne noch bald genug und blitzte in Heller Lust zwischen den Wolkengebirgen hervor, daß sie bald zusawmensinkeu mußt«. Mochte der Wind sie auf stacheln und sporn« wie er wollte, zuletzt behielt doch dir,knospen. L....__,___L,.. ,_0.. )IM, ......
Hate Herrscherin das Feld und fegte nun emsig da-weißel lichtgrün« Wölbung herum unb das schärfer spähende ^uch znsamm«, und der Wind, der wankelmüthige Patron, Auge konnte einzelne Nestchen entd cken. Der Knabe lief hielt nun auch zu ihr, mit freundlichem Blasen trocknen auf die beiden Ankommenden zu, die in ihrem Gespräche hrlsmd, damit e- wieder sauber würde. fortfuhrm.