Einzelbild herunterladen
 

. xl Mw

Sr. 37.

ObcchcUlhe Mung

Uhr verweilte. Die Fortschritte in dem Besierbefinden des

beherrschend« Majorität Platz greift, wenn man ihr den Fürsten Reichskanzlers waren längere Zeit nur langsam, Vorwmf macht, ste lasse sich von idealistischen Theoretikern so daß die in voriger Woche von ihm deabstchtigtcn Be>

auf einmal einen großen Pack mit einem SchreckenSruf aus

Der blaue Reiter.

und es verbreitete sich ein widerwärtiger Geruch in dem

Er wußte dem Brode durch fremde und schädliche Bei«

war dahinter gekommen und hatte sich sein Schweigen theuer erkaufen lassen, und darum Hatzte ihn der Bäcker tödtlich. r

- 5 ili

"1U

0£ Si j

doch daS Drängen der Frau nach dem Ausgange dem Agenten verdächtig, welcher seinen Leuten befahl, die Wolle wegzurt-rnen-und gw «Ersuchen. Schon bei diesem Worte suchte die HauShLtn« die Thüre zu gewinnen, der Agent kam ihr ab« zuvor und hielt ste fest, während die beiden Pdlizeidiultt di« Wolle «egräumten, warf der «tu« davon

Wollenweber LeederS, welcher einer der geachtetsten Bürger des Städtchens'war, hinter dem Rücken der Polizei eine Art Spielbölle in seinem Hause hielt, und der Bäcker Hallin sein Complice war.

Der Bäcker und der Corpora! aber waren alt« Be- kanntes, der ein« backt da- Brod für die Garnison, dies«

Der SitnationStzla« der AnSstellmtg i« Philadelphia 1876.

Die Ausstellungsgebäude werden im Fairmount-Park «richtet, weicher an die auSgebguten Theile von Phila­delphia auf dessen nordwestlicher Seite angteozt. Es ist dies ein prächtiger Park von 2740 Acker Größe, auf Welchen die Stadt bereits üb« sechs Millionen Dollar- verwendet hat und jährlich noch große Summen für Ber- schönerungen und verbesierungen vnauSgabt. Durch Die­sen Park fließt d« Schuylkillfluß mit seinen hohen Uf«n und Schluchten, deren Naturjchönheit durch die Hand der Kunst noch erhöht worden ist. Die Gebäude befinden sich an einigen der schönsten Stellen de» Ufers dieses FluffeS, umgeben von Hainen mit stattlichen Bäumen und prächtigen Fernsichten üb« den Strom und die umliegende Landschaft. Dir Grbäud« stehen von 112 bi- 130 Fuß über dem

Ecke ein großer Berg von geschlumpt« Wolle aufgestaxelt. welche offenbar in dem doch immer feuchten Keller nicht am Platz« avar. Auf Befragen des Pvlizeiagenten, wie denn die Wolle in den Kell« komme, entgegnete die HauS-

rathungen im preußischen Staatsministerium bi- dahin noch nicht haben abgehalten werden können. Doch hat der Fürst am vorigen Sonnabend eine kürzere parlamentarische Seirse bei sich veranlaßt und ist auch wieder persönlich im Reichs­tage erschienen, wo er bei der dritten Lesung d« Straf­gesetznovelle sich mit ein« längeren Rede zu Gunsten de« Socialisten-Paragraphen, über die osficiöse Preffe und die Gefahren entstellter Berichte betheiligte. Aus d« fortge­setzten dritten Lesung ist die Strafgesetznovelle ohne Zweifel in befriedigender Compromißgestait hervorgegangen und d« Schluß der Session durch den Reichskanzler mit freund­lichen DankeSworten vollzogen worden. Die Regierung von Baden hat ihren Landtag bereits auf nächsten Montag (14. Wruar) wieder einberufen, und die Regierungen von Bayern und Sachsen beabsichtigen die Wiedereinb«ufung ihrer des Reichstags wegen unt«brochenen Landtage auf den 21. d. MtS. Zwischen der Stadtgemeinde Straßburg und dem Reiche ist ein Uebereinkommen wegen der lange erstrebten Erweiterung der Stadt und HinauSrückuug ihr« Festmauern abgeschlossen.

Die Veröffentlichung der Andrasiy'schen Rote und da« Leichenbegängniß des Schöpfers des Ausgleiches und der dualistischen Form der habsburgischen Monarchie bife beten dieSseit und jenseit der Leitha die Ereignisse der Woche. Werden die Reformen in den Balkanländern Wur­zel fassen und die Magyaren vor dem Zuwachse an slavi- Ichen Elementen bewahren? Und w«d«n sich die beiden Reichshälften, die stch in der Trauer um Drak's Tod. die Hände reichten, auch im Geiste.d«S großen liberalen Per- söhnerS über die Fragen verständige», die seit Ende de» vorigen JahreS mit jedem Versuche einer Lösung verwickel­ter und brennender geworden sind? Die ungarischen Mi­nister TiSza und Gzell werden in diesen Tagen in Wien eintreffen, die eigentlichen Verhandlungen wer di« schwe­benden Cotrpversen sollen ftdoch «ft in der nächsten Woche, dann aber auch mit Enerke vou ungarisch« Seite wird« ausgenommen werden. ... j iu« m

In der Schweiz finden in Angelegenheiten bei Gotthardsbahn namentlich in Betreff per verheißenen Zuleitungsbahnen Versammlungen der Desegirten der beteiligten Ganten« Statt. Man befürchtet, daß da» Direktorium der Gotthardsbahn um des Kostenpunkte« willen unliebe Beschränkungen d« ursprünglichen Pläne eintreten lasten möchte. i: vnu

Dem in Florenz weilenden Grafen Arnim ist durch ein italienisches Gericht das Urtheil des Berliner Ge­richtshofes, welches denselben zu Gesängnißstrafe verurlheilt, amtlich zugestellt worden, nachdem sich der italienische Staat«- rath in geheimer Sitzung dahin entschieden hatte, dem di«»- bezüglichen Ersuchen de« preußischen Ministeriums zu will­fahren. ... ....

hat, bestätigt. '

Wenn nach dies« Seite hin also der Reichstag im all- «meinen trotz der anfangs zu Tage getretenen Opposition gegen bi« Regierung-Vorlag« den Erwartungen, welche man hegt«, nachgekommen ist, so kann man dies doch keineswegs In allen Punkten sagen.

Es kann und darf nicht verhehlt werden, daß gerade in bet allerwichtigsten Frage, nämlich in der wirthschaft Uchm, der Reichstag nicht nur alle Erwartungen getäuscht hat, fMbem geradezu die Rothlage durch sein Berhalten noch gestärkt hat. .«-xüE-

ES ist nicht ein einziges Mittel zur Abhülse der all­gemeinen Stockung de« Verkehr« beschlossen worden, die Wortführer der Majorität haben vielmehr jede dahin gehende Absicht verhindert und sich in einer Art und Weise über di« allgemeine Rothlage ausgesprochen, die mit Recht Er­bitterung hervorgernsen hat.

Ganz besonder» hat in den Kreisen der Jndustrtellen di« Behandlung der Eisenzollfrage unangenehm berührt. Vie Eisen-Industriellen verlangten mit Rücksicht auf den schlechten Stand der Eisen - Industrie nur einen Aufschub Mn 5 Jahren für di« völlige Beseitigung dieses Zolles; ab« diese Petition wurde mit wahrem Hohn abgewiesen. Die Folgen unserer WirthschaftSpolitik, die ausschließlich durch das Uebergewicht bet Manchesterpartei im Reichstage eingeschlagen ist, treten schon jetzt klar zu Tage. Der Rothstarrd hat eine Höhe erreicht, wie seit Jahren nicht.

Immer wieder wird die Behauptung aufgestellt, daß an dies« Zuständen die Exceffe der Gründer Schuld seien, obgleich die» doch nur «ine Seite der Verhältnisse bnührt und e» ist auffällig, daß gnade jene, welche durch das Aktiengesetz mit zu der Uebnspeculation den Grund gelegt und selbst mit den Gründern Arm in Arm gegangen sind, jetzt alle Schuld von stch abwälzen wollen und nicht die Hand dazu bieten, b«P traurigen Zustand zu beffern.

Man kann sich dah« nicht wundern, wenn eine allge­meine Berstimmnng gegen den Reichstag und die denselben

bekleidet, welcher alsbald von den Agenten der Polizei als der fehlende Cvrporal Rühler recognoScirt wurde.

Der Leichnam trug über zwanzig Stich- und Hiebwun­den, und hatte überdies noch eine Hand abgehauen, der Mann mußte stch also tüchtig gewehrt haben.

Der Geruch in dem Keller wurde so fürchterlich,' daß

Anzeigen nimmt entgegen : die E^edition d. Blatt«», sowie Oie Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in ' Frankfurt a. M.: Jägcr'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendant, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Nichtsdestoweniger waren ste täglich beisammen, und da Bäcker war eS auch, welcher den Militär bei dem Wollen- , Händler einführte, besonder» nachdem der Cvrporal ein«

Anzeigen nimmt entgegen: He Expedition d. Blatte«, felDie die Annoncen-Bureaux een Th. Dietrich & Co. in jtaffel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a- M-; Laasenstein & Bögler in Frankfurt e. M-, Berlin, Len». Lg, Löln rc; Rudolf Moss« in Berlin, Frankfurt a. M. rc-

hiltain, daß dieselbe alt und schlecht sei, und sie ihr Herr deswegen seinen Arbeitern ans den Fingern gethan habe, damit diese nicht zufällig die att« schlechte Waare unter die gute mischen Knuten. ' ;$ "

Die Antwort war verständig und nicht unglaublich,

«rickernt täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS Sonntag»» latt durch die Sfpebjtwn (Jt och fche ^^^Buchdrnckerei) bezogen 2% Wert, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf».

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet..

E 31tar6urfl, Sonntag, 13. Februar 1876.

1 Der Schluß deS Reichstage-.

Ohne besondere Förmlichkeiten ist der Reichstag dies­mal geschloffen worden. Durch die letzten Berathungen ist d« Eindruck, den die Verhandlungen des Reichstages ge­macht haben, wieder «inigermaßen ausgeglichen. ES ist ein Compromiß zwischen dem Reichstag und der Reginung zu Stande gekommen. Die Strasgesetznovelle ist, wenn auch nicht in allen, so doch in den wesentlichsten Thrileu schließ lich doch noch zur Annahme gekommen, und dadurch die Ueberzeugung, die stch in den weitesten Kreisen von der Rothwendigkeit einer Revision de« Strafgesetzes verbreitet

Raume. Während der Agent der Haushälterin Hand- _

schellen anlegte, holte der Gehülfe noch Arbeitsbeistand her- Mischung da» «forderliche Gewicht zu geben. Der Cvrporal bei; man fand den Rest der Wolle durch Blut fest am Boden angeklebt, und als man diese nebst den steinernen Platten, mit welchen der Kell« belegt war, beseitigte, fand man einen menschlichen Körper noch mit den Uniformstücken

U _______ 2 W _ > hat das Geschäft, das gebackene Brod bei ihm in Empfang

den Händen. Die Wolle starrte von geronnenem Blute, zu nehmen. Die bei den Armeeliefnanten leid« so g»!

" "* ~ «ähnlichen Künste wurden auch von dem Bäcker angewmdet.

kleine Erbschaft gemacht, waren die Briden unzertrennlich. Obgleich der Soldat/ im Gefühl seiner Milwisseaschaft, den Hallin oft herrisch und verächtlich behandelte, bezwang letzterer doch seinen Groll in der Hoffnung, durch gänz­liche Plünderung de» Rühler stch an bemfclb«n rächen zu tötuten. j . -j.a . .... iM

(Schluß folgt) ' ,.. ... pnull ' n.

£££® tz^mmal-Novelle von Julie Düngern.. »3-?ön

-mmilhr-.'insj'J lIvrtsetznng.)

-Di« Untersuchung im Hanse de» WollenweberS führte z«rst 1« keinem Resuttat«, seine Haushälterin, eine frische, rrsdlute P«son, von deren zärtlichen Beziehungen zu dem Anaeschnldigtm di« bösen Zungen der Stadt schon Manche« zu «zählen wußten, hatte die Polizei überall herumgeführt unb nur bisweilen sich heftig geäußert,wie man die Schmach, welche man ihrem guten, ehrenrnnthen Herrn ht« anthue, jemals wied« v«güten könne!"'

Auf d«t Speichern, wo die großen Vorräthe deS Hauses, in den Zimmern und Kammern-, nirgend» war etwas Ver­dächtige» zu entdecken, auch d« Kell« sollte kein besseres« Resultat liefern, «r machte mit seinen großen, mit Wein die Polizei denselben verfteß, den Keller verfchloß und das gefüllten 'Fäffern und seinen sonstigen Borräthen den be- Haus unter Siegel legte, die Haushälterin wurde in Gc- Mbiaen Eindruck, welchen daS Eigenthum eines vermögen- wahrsam gebracht, die abgehauene Hand ab« nahm der den ManneS stet« zu machen pflegt, nur war in der einen Beamte mit sich in das Amtslokal, wo LeederS ncch von - - " ... ...... Gerichtspersonen zurückgehalten worden war. Als die Thüre

aufging, blickte der Wollenweber scheinbar gleichgültig auf den zurückkehrenden Agenten, als aber dieser das Tuch von einem mitgebraLten Korbe zurückschlug und dem Verbrech« die abgehauene Hand vorwicS, stieß derselbe einen furcht baren Schrei au» und fiel ohnmächtig zusammen I

Der Rest der Begebenheit ist bald erzählt. Bei der Untersuchung, wo, wie daS gewöhnlich zu geschehen pflegt, der Eine den Anderen verrieth, stellte sich heraus, daß der

zu Fehlgriffen hinreißen und schade dadurch einer wirth- chaftlichen Entwickelung und dem Wohlstand unseres Volke«. Der Vorwurf, den man dem Reichstag macht, daß in ihm das Juristen- und daS Manchesterthum prävenliren, ist nicht unbegründet. Dadurch ist es auch allein gekommen, daß bisher der Reichstag die Hand zu irgend einem productiven Unternehmen nicht geboten hat, daß immer und immer wieder nur die Gesetzesfabrikation vorherrscht, und auch diese oft mit einer solchen Oberflächlichkeit betrieben wird, daß die Mängel stch schon nach kurzer Zeit einstellen.

Daß unter solchen Umständen der Ruf sich immer mehr verbreitet, wir muffen praktische Männer, die das Leben kennen, mitten in der gewerblichen und industriellen Arbeit stehen, die die Bedürfniffe der arbeitenden unb der geroerb» treibenden Classe kennen und sich bestreben, die vielen Uebel stände unserer Gesetzgebung nach dies« Seite hin zu besei­tigen, in den Reichstagswahlen haben, und nicht bloS Juristen, Profefforen, Männer der Wissenschaft und Theorie, welche die Bedürfnisse von Gctöerbe und Industrie höchsten« auS Büchern kennen, ist sehr nStürlich. Man muß sich nur darüber wundern, daß nicht schon längst eine Bewegung gegen die Theoretiker sich entsponnen hat, und daß erst jetzt, wo unsere Gesetzgebung nach der wirihschaftlichen Seite völlig zerfahren ist, die gewerblichen Kreise sich anfangen zu rühren um dem Uebergewicht der Theoretiker entgegen zu arbeiten.

Wenn auch für die nächste Zeit dieselbe noch keinen großen Erfolg erringen sollte, so ist soviel doch gewiß, daß ohne Folgen daS Erkenntniß der gegenwärtigen Uebcl- stände nicht bleiben wird. Es treten überall Anzeichen hervor, daß ein bedeutender Wechsel sich vorbereitet. Jeden­falls hat der diesmalige Reichstag nicht wenig dazu beigetragen, die Ansichten zu klären und dem Volke nachzuweisen, daß es mit der Phrase allein nicht abgethan ist und daß seine Jntnesfeck don dm Theoretiknn recht schlecht vertreten werden. Dann wird eS stch diese Lehre auch gewiß zu Herzen nehmen und schon jetzt Vorbereitungen treffen, um für die nächste Legislaturperiode einen Reichstag zu wählen, auf dem die Praktiker mehr zur Geltung kommen, und die Phrase weniger Geltung hat, als sie bisher hatte. Sollte die abgelaufene Session dieses zu bewirken im Stande fein, so hätte ste wenigstens eine Lichtseite gehabt, während sonst nur sehr wenig Gutes darüber zu sagen ist.

Politisch« Wochnt-Ueberficht.

1 Unser Kaiser erwies von Neuem sein erfreulich nach­haltiges Wohlbefinden, indem er am Montag Abend auf dem Ballfeste des französischen Botschafters bis halb zwe