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Sn«t«en ni-rimt entgegen: He Expedition d Blattei, fewi« die Lnnencen-Bureanx »*n LH. Dietrich & L» in Lff-l nah 4«nn»»«i LH- Dietrich in graul faxt «■ 9R;; Haasenfiein * »»gier tu Xrantfxrt«. R, Berlin, 2etjf JJ 46(n >c; ttrtolf Stoffe tu Berlin, geentfnrt a. W. k.
3Har6utg, Mittwoch, 9. Februar 1876.
WcrheUihc Mutig.
XL Jahrgang.
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition ». Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von ®. L. Daube & Co. in Krankflirt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnoalidendank, 81. Stete» meyer in Berlin ; Carl Schußler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
Kefchemt tliglich außer dem Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis fit daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,JlluftrtrteS Sonutaglblatt" durch »ie Expedition (Koch'sche Buchdruekereij degogen Sh Wart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark SV Pfg. (eil. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1V Pfg.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden LS Pfg. berechnet.
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y, m Lagv-bericht. ,
Fffr da» deutsche Heer ist ein Casernenplan vom Kriegsministerium auSgearbeitet, nach welchem alle deutschen Truppen, welche bisher aus Mangel an genügenden Casernen, in Lürgerquartiere lagen, in Easernen gelegt werden sollen. Der Platt ist bereits »or einiger Zeit dem BundeSrathe, nebst dem vorläufigen Kostenanschlag zugegangen und liegt jetzt den einzelnen Regierungen zur Kenntnißnohme vor. Die Summe, welche zur Ausführung des ganzen Planes oothwendig ist, beläuft sich allerdings ziemlich hoch; indessen wird von militärischer Seite ein großes Gewicht auf die Durchführung desselben gelegt.
Der Präsident des Reichstages von Forckenbeck soll beabsichtigen, in Folge des Ablebens seiner Frau, dem parlamentarischen Leben ganz zu entsagen. Durch eim stimmigen Beschluß des Reichstages ist auf Anregung des zweiten Pieepräsidenten Dr. Hänel der Abg. Simson zum Präsideuten erwählt.
Die Conferenzen der Delegirten der Seeuserstaaten über die eventuelle Einrichtung einer Reichsseebehörde werden im Läufe dieser Woche beendet werden. Ueber das Resultat der verathungen wird einstweilen strenges Schweigen bewahrt.
Rach einem Special-Erlaß des Ministeriums der geistlichen Angelenheiten kann der israelitische Religionsunterricht auf den unteren Clasicn höherer Lehranstalten unbe drnkiich einem seminaristisch gebildeten Lehrer übertragen werdens, für die oberen Stufen aber sind überall nur ordnungsmäßig qualificirte und von den betreffenden Cultus- gemeinden als solche anerkannte jüdische Gesetz- oder Stell- gionSlehret (Rabbiner, Priester) zuzolaffen. Ein weiterer Nachweis der Befähigung zur Ertheilung des Religionsunterrichte» ist von den Genannten nicht zu erfordern.
Der evangelische Ober-Kirchenrath in Berlin vcröffent licht eine statistische Tabelle über die Anzahl der im Sommer 1875 und im gegenwärtigen Wintersemester bei den deutschen Universitäten immatrikulirten Studirenden der evangelischen Theologie, welcher folgende Bemerkungen angehängt sind. Rach der vorjährigen Nachweisung belief sich die Gesammt zahl der den älteren preußischen Provinzen angehörigen Theologiestudirenden im Wintersemester 1874/75 auf 580; imSvmmersemester 1875 stieg sie auf 589, im gegenwärtigen Wintersemester ging sie dagegen wieder auf 573 zurück. Die Gesammtfrequenj dex evangelisch - theologischen Fakultäten in Deutschland betrstg im Wintersemester 1874/75 1641, im Sommersemester 1875 1637, gegenwärtig 1565. Hiernach hat sich die seit dem chommer 1862 in der An- zahl der Theologiestudirenden eingetretene rückgängige Be» «eguug noch fortgesetzt aber in geringerem Grade. Hinsicht» der Frequenz der einzelnen theologischen Fakultäten zu einander ist hervorzuheben, daß seit dem vorigen Winter Berlin in der Frequenz zugenommen hat und gegenwärtig in der Reihenfolge den Platz vor Erlangen einnimmt.
Ueber die Bewegungen eine» österreichischen gleiten-
.i.-.iin-i inja'i $*» Witte Reiter.
.hiuidig fcjmtwtf-KoeeHe von Julie Buxgtrn.
»ei NN'M . (Fortsetzung.)
Der Holzhändler zauderte einige Zeit, auf diesen Vorschlag einzugehen, daun aber, bestürmt von den Bitten des Zimmermann», nahm er da» Silber; al» jedoch sich nach einigen Tagen die Kunde von dem Diebstähle der Wittwc Lnbrecht verbreitete, und er die Liste der gestohlenen Gegenstände gelesen, ward es ihm klar, daß dies dazu gehöre, und beeilte sich, den Sachverhalt anzugeben und das Silber zur Disposition de» Gerichtes zu stellen. Zugleich verwahrte er sich, irgend einen Verdacht gegen den Zimmer- ma», welcher ein ehrlicher Mann {ei, auszusprechen, allein, man würde leicht von demselben erfahren können, ton wem er e« selbst erhallen; vermuthlich plage sich derselbe mit Skrupel, sonst müßte er ja schon längst die Angabe de» Vorgefallenen bei Gericht gemacht habens
Da» Gericht ließ sich sogleich das Silberzeug ablieferrn und in einem verdeckten Korbe auf den Tisch stellen, dann wurde der Zimmermann Gcbhard herbeicitirt.
Al» derselbe beinahe aihemlo» in die Stube getreten war, schien er übrigen» schon ganz auf das, was kommen würde, vorbereitet, denn er gab freiwillig die Erklärung ab, daß ct, von dem Holzlieferanien gedrängt, genölhigt gewesen wäre, auch fcinerscita wieder Pression aus seine Schuldner zu üben. Unter diesen nun, behauptete Gebharvt, wäre der Schenkwirth Dazun obenan gestanden, und als tt diesem also bedeutete, daß er durchaus nicht mehr zu Werten im Stande fei, habe er ihm auf Abschlag seiner
Geschwaders, bestehend aus den Schiffen „Custozza", „Nautilus", „FrundSberg" und „Radetzky", erfährt die „Wiener Presse", daß es seinen CourS nach Cattaro, dann nach Ltffa richtete. Am Freitag liefen das Admiralsschiff „Custozza" und „Nautilus" in Triest ein, während die anderen zwei Schiffe kreuzten. Die Schiffe sollten gestern wieder in See gehen. Das Ziel derselben sei natürlich unbekannt; {doch erhalte sich die Meinung, daß daS Geschwader nach Klek gehen und dort vorläufig Position nehmen werde.
Wie wir vernehmen, ist seine Eminenz der Cardinal Hohenlohe von Sr. Helligkeit in freundlichster Weise em pfaugen und auch von seinen Kollegen im heiligen Kollegium in herzlicher Weise begrüßt worden. Die vielen unrichtigen Mittheilungen, welche früher von gewiffer Seite über die Stellung und die Beziehungen zur Curie verbreitet wurden, finden danach ihre beste Widerlegung.
Betreffs der Note der Grafen Andraffy äußert sich die Times u. A.: „Die Note enthält kein Wort, welches irgend ein Princip oder ein Vorhaben empfiehlt, an welches sich die Pforte stoßen könnte; die österreichische Regierung und deren Alllirte behandeln den Sultan als den unbezweifelten Gebieter seiner Besitzungen, und e8 ist angenommen, daß er dies bleiben wird. Bei all' dieser Schicklichkeit des Princips und der Ansprache zeigt sich jedoch etwas Perempto rische» in der Composition, welche» dem Leser kaum entgehen kann, und der Regierung, an welche feie Note gerichtet ist, wird eS sicherlich nicht entgehen. Der Eindruck, welchen die Note macht, ist der, daß Diejenigen, von denen sie herrührt, den unmittelbar streitenden Parteien zu verstehen zu geben wünschen, daß die drei Mächte eine Politik haben und nicht umfonst intervenirlen. Die drei Cabinelte denken, daß die einzige Gelegenheit, neue Verwickelungen zu vermeiden, in Huer von sämmtlichen Mächten ausgehenden Kundgebung, welche den festen Entschluß auSdrückt, der aufständischen Bewegung Einhalt zu thun, zu finden sei. Aber um sich an die Fürsten und die christliche Bevölkerung zu wenden, müffen die Mächte Thatsachen und nicht Programme bleien. Es darf vorausgesetzt werden, daß es den drei mili- tärischen Mächten keine große Schwierigkeit bereiten würde, Serbien In Schach zu halten oder zu verhindern, daß die Flammen der Revolte nach Bulgarien hinein getragen werden. Aber in die iysurgirten Distrikte einzumarschlren, um sie, in der Zuversicht auf eine allgemeine Reform-Proklamation, einem Pascha zu überhändigen, ist eine Politik, durch deren Annahme sich die Regierungen Oesterreichs und Rußlands mit all' ihrer Autorität in Verlegenheiten bringen dürften. Zu gleicher Zeit haben wir ein Recht, zu erwarten, daß, wenn die Pforte den in der österreichischen Note verlangten Reformen ihre Zustimmung ertheilt und die Freiheit der insurgirten Provinzen durch eine gegen Europa eingegangene Verbindlichkeit über jeden Zweifel hinaus placlrt ist, die zwei Mächte, welche den meisten Einfluß in jener Region besitzen, ihre besten Anstrengungen gebrauchen werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Die sechs Mächte können
auf die Türkei einwirken, aber die Mysterien des flavifchm Ehrgeizes sind nur in Wien und Petersburg bekannt."
Aus Konstantinopel wurde telegraphisch gestern gemeldet, daß die Pforte ihren Vertretern bei den sechs für die An- draffy'fche Note interessirten Mächte, sowie den Botschaftern und Gesandten derselben in Konstantinopel ihre Zustimmung zu dieser Note zu erkennen gegeben hat. Ob der Aufstand in der Herzegowina dadurch gedämpft wird, ist vorerst abzuwarten.
Deutsches «eich.
•# Berlin, 7. Febr. Die Absicht', den siebenten Congreß deutscher Landwirthe in diesem Jahre in Heidelberg abzuhailen, wird nun in Folge eines jüngst gefaßten Beschlusses des AuSschusieö zur Ausführung kommen, jedoch mit der Modifikation, daß der Congreß nicht im Mai, wie ursprünglich beabsichtigt war, sondern erst in den Tagen vom 28. biS 31. August stattfinden wird. Hierbei sind oie Wünsche süddeutscher Landwirthe berücksichtigt worden, um so mehr, da die Betheiligung dieser eine hervorragende fein wird, weil Heidelberg von ihnen leichter als von den norddeutschen Landwirthen zu erreichen ist. Folgende Be- rathungs-Gegenstände sind biS jetzt auf die Tagesordnung gestellt worden: 1) die Mobiliar-Stempelsteuer, 2) Vteh- versicherung, 3) theoretisch-praktische Ackerbauichulen; 4) die Reiffeisen'schen Dartehnskaffen, 5) Altersversorgung der ländlichen Arbeiter auf dem Wege der SBetftaetung. — In einzelnen Zeitungen wird mitgetheilt, daß daS Projekt, das Zeughaus in eine Ruhmeöhalle umzuwandeln, aufgegeben fei. Dies ist unrichtig. Das Unternehmen befindet sich in dem Stadium der Erörterung zwischen den einzelnen Ministern. Zweifelhaft ist nur, ob noch in dieser Session die Sache zur legislativen Feststellung kommen wrrd. — Die im Dunkeln arbeitende Coterie, welche die sog. Aera- Artikel der „Kreuzzig." in die Welt gesetzt hat, scheint ihre Maulwurfsärbeit fortzusetzen. Diese Artikel sind jetzt in einem Separatabdruck im Verlage des Verleger» der „Deutschen Landes-Zeitung", Niendorf, erschienen. Die Deutsche Eisenbahn-Zeitung, Deutsche Lande« - Zeiiung und Kreuz- Zeitung scheinen immer mehr Fühlung untereinander und mit den Ultramontanen zu gewinnen, da die Germania, Schlesische VolkS-Zeltung rc. die Artikel der Kreuz-Zeitung und Deutschen LandeS-Zeitung mit Wohlgefallen abdrucken.
Weimar, 6. Febr. Heute Nachmittag 2Vt Uhr hat die Trauung des Prinzen Neuß mit der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar stattgefunden. Bei der der Trauung folgenden Tafel brachte Se. kaiserl. und königl. Hoheit der Kronprinz den Toast auf das Wohl der Neuvermählten aus.
Darmstadt, 6. Febr. Der Abgeordnete zur zweiten hessischen Kammer, Moritz Kuhl (Butzbach), Mitglied deS Finanz Ausschusses, ist gestern gestorben.
Nürnberg, 7. Febr. Der Grubenstrike in Stockheim ist beendigt. Die Mehrzahl der Arbeiter ist mit einer Herabsetzung be» Lohnes um 10pCt. zufrieden. Die Gm- darmerie-Verstärkung ist abgezogen.
Forderung alte» Silberzeug angebeten, jedoch mit der ausdrücklichen Bedingung, dasielbe nur in Amsterdam zu veräußern. Der Mann habe so aufgeregt ausgesehen und gesagt, e» thue ihm so leid, dasielbe wegzugeben, da e» eigentlich ihm nur von einem Verwandten zum Aufbewahren übergeben worden sei, Gebhardt möge eS daher nicht eher verkaufen, als bis er ihm in einigen Wochen die Bewilligung dazu ertheile. — „Diese widerstreitenden Angaben," schloß der Zimmermann, „haben mich etwas verwirrt und unsicher gemacht, da ich aber dem Nicolas durchaus nicht» LLseS zutraute, sah ich in seiner Befangenheit nur die Wirkung meines Drängen» und nahm das Silber zu mir, um eS später,, als ich von meinem Holzlieferanten gleichfalls um Zahlung meiner Schuld angegangen wurde, demselben zu übergeben."
Da Niemand Ursache hatte, diese beiden Angaben zu bezweifeln, so war damit oie Angelegenheit dcS Schenkwirths in eine schlimme Phase geraten, natürlich wurde er augenblicklich vernommen, und gestand ganz offen ein, daß er oem Zimmermann noch Geld schulde, weil dieser allerhand an seinem Hause reparirt hatte. Von einer durch Silber zeug gemachten Abschlagszahlung wollte er aber durchaus nichts wissen; er behauptete sogar, dich jetzt zum ersten Male gesehen zu haben. Um den Leidenskelch des Armen vollständig zu füllen, war gerade auch die Wittwe Anbrecht nebst ihrer Pflegetochter bei der Konfrontation gegenwärtig. Die Wittwe sollte da» Silberzeug sehen, um eS als da» Ihrige zu erkennen, sie that es auf der Stelle und warf Dabei einen Bück tiefster Verachtung auf den vermeintlichen Dieb, während Hanna'» schöne Bugen von Thränen über-
flössen, und sie selbst vor den GerichtSpersouen zu erkennen gab, daß sie ihren Nicola- für unschuldig halte und fest an ihm halten werde.
Nachdem NicolaS wieder abgeführt, wurde der Wittwe auch der Bries RühlerS vorgezeigt, und biefelbe sowie Hanna gefragt, ob sie vielleicht die Handschrift erkennten, oder den Corporal je gesehen hätten, beide verneinten eS, doch nachdem Hanna sich das Papier zum zweitenmale hatte geben lasien und eS mit großer Aufmerksamkeit geprüft hatte, überzog plötzlich eine so dunkle Röthr ihr Gesicht, daß der Beamte auf die Idee kam, sie möge wohl selbst den Bries geschrieben haben, um ihren Geliebten dadurch zu befreien, er blickte forschend auf die schönen energischen Züge des MäochenS, ob ihr eine solche That zuzutrauen fei; die plötzliche Hast Hanna'S, welche nun, da sie nichts mehr auszusagen hatte, ihre Pflegemutter zur Eile antrieb, kam ihm verdächtig vor, allein der vorfichiige Beamte durste eS nicht wagen, ein unbescholtenes MLochen solch einer That zu bezichtigen, er nahm sich also vor, Hanna gleichfalls beobachten zu lasien, und entließ die beiden Frauen mit dem Ansuchen, ihm von jedem, auch dem geringsten Anhaltspunkte, w-lcher au» diesem Labyrinthe führen könne, Kunde zu geben.
Auf dem Heimwege, und zu Hause angekommen, mußte Hanna die Vorwürfe der Wittwe anhören, sich und ihre Mutter durch daS Interesse an einem gemeinen Diebe in Mißkredit zu bringen.
„Die Geschichte muß ein Ende nehmen," schlog Frau Anbrecht in ihrer heftigen, polternden Weise, „meine Pflegetochter soll ihren Liebsten nicht im Zuchthause aufgehoben