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SVr. 32.

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tu Berlin, gunlfnU a. M. rc.

Der türkisch« Ministerrath hat die Note bereits zum

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daß er stch dahin entschieden habe, die Vorschläge im Prin-

führung einiger Vorschläge verlangt und dürften mit einer

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da» Gesetz nicht hatten in's Werk setzen können.

Di« Reformnot« verlangt deshalb, daß die christliche Religion von Rechtswegen und thatsächlich auf den Fuß vvllkommenstrr Gleichheit mit dem Islam gestellt werde,

zip zu acceptirrn und den Mächten die verlangte Antwort unverweilt in diesem Sinne zu ertheilen. Demnach würde stch also die Pforte den Rathschlägen England- anschließend e« vorziehen, die Sache in die Länge zu ziehen. Ob ln> besten damit die drei Kaisermüchte sich befriedigt erklären

der Beamte in bedauerndem Tone,allein, da alle Judicien gegen Euch sprechen, so seid Ihr mein Gefangener!"

Als die niedliche Hanna die Verhaftung Ihres Geliebten erfahren hatte, war nach ihrer Pflegemutter eigenem Aus­druckmit dem Mädchen kein Auskommen mehr." Tag und Nacht klagte und weinte sie, betheuerte ihre- Geliebten Unschuld, und versicherte die Wittwe Alle» Ernstes, daß nur der abscheuliche LeederS dir ganze Sache angestiftet, und daß sie, wenn Nicolas verurtheilt wurde, ihre Leiche im Cauale aussuchen solle, sie wolle uud kSnne deste« trau­riges Schicksal nicht überleben!

Frau Anbrecht wußte nicht, was sie chun svlle. An­gesichts dieses herzzerreißenden Kummer« hätte sie gerne ihre Angaben vor Gericht wieder zurückgrnommm, und in Gottesnamen dm Verlust ertragen, welcher bei einer so wohlhabenden Frau nicht einmal große Bedeutung hatte. Jetzt aber war dies eine Unmöglichkeit, da- Criminalver- fahren der damaligen Zeit ließ einen solchm Fall nicht mehr aus den Händen, und schon sprach man davon, daß da NicolaS stets seine vollkommme Unschuld betheuerte, die Tortur angevendet «erden solle, ÄS plötzlich «in an da« Polizeiamt gerichteter anonymer Brief der ganzen Sache eine andere Wendung gab.

Der Brief laute« ungefähr also: '

Bevor ich mich in ein Land begebe, w« weder einer Stadt Gericht noch da» meiner Garnison mich einholen können, will ich einen Unschuldigen rette«, welcher in Haft fitzt, ohne ei« Verbrechen begangen zu haben. Ri» eola« Dazu« ist unschuldig, möge der Richter, »m sich später GewistenSbiste zu ersparen, diesen Wink brherzigru.

nimmt entgegen: titie« d »latteS,

xl Mw.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte», sowie btt Amwncen-Bureaux »on G. L- Daube * Sb. in Frankfurt e. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Inoalidendank, A. Rete» metzer in Berlin; Carl Schütz» le» in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

gegen Muselmänner an Gerichten zugelasten werd«, damit di« Christen in Zuktmft ketae Justizverweigerung zu be- fürchten hätten. ;

Eine ganz besondere Klage wurde auch über das Ver­pachtungssystem der Abgaben von den Christen erhoben, wodurch eine ungerechtesund ungerechtfertigte)Besteuerung her­vorgerufen werd«. Es wird daher vorgeschlagen, die» System ganz aufzuheben; die direkten Steuern ausschließlich zur Bestreitung der Bedürfnisse der Provinz zu bestimmen und nur die indirekten Steuern der Centralregierung zu über­lasten.^ ' - ' ;1V

Außerdem werden auch die agrarischen Berhältmffe einer Erörterung unterzogm. Ein Hauptgrund der Miß­stimmung der christlichen Bevölkerung wird auch darin ge­funden, daß sümmtliche Grundbesitzer Muselmänner find und di« christliche Landbevölkerung nach Aufhebung der Leibeigenschaft in Pächter oder Meier umgewandelt ist, welche zahlreiche Uebergriffe der Eigenthümer zu erdulden hatte. ES wird vorgeschlagen, der ländlichen Bevölkerung die Möglichkeit zu gewähren, Landparzellen als Eigenthum zu erwerben, um ihnen auf diese Weise eine gewiste Unab hängigkeit zu sichern.

Das sind die wesentlichsten Reformen, welche in der Note vorgeschlagen werden. Um indeffen dieselben zu sichern und der Bevölkerung -die Ueberzeugung zu erwecken, daß sie auch wirklich- zur Durchführung kommen, wird daraus hingcwiesen, daß dafür Garantien gegeben werden wüsten. Die Provinzial-Regierungen erfreute« sich keine» besonderen Zutrauen«; r« müsse daher rin besonderer Ausschuß ein­gesetzt werden, der in gleicher Anzahl von Muselmännern und Christen besteht, und dem die Aufgabe zu Theil wird, die Ausführung der Reformen zu überwachen.

ES wird sL ließlich mit aller Eindringlichkeit von der Pforte gefordert, diese Reformen sofort ins Werk zu setzen, weil eS nur so möglich sei, dm Ausstand zu dämpfen; denn biS jetzt habe die Pforte nicht bewiesen, daß sie des» selben mit Waffengewalt Herr zu werden vermöge; viel­mehr habe der Ausstand an Intensität gewonnen und t« sei anzunehmen, daß er im Frühjahr noch größere Aus­dehnung annehmen würde, wenn e« nicht gelinge, die Ruhe wieder herzustellen. ES sei aber wahrscheinlich, daß die Christen in Bulgarien u. Creta dem Aufstand stch anschließcn, auch feien Serbien und Montenegro schwerlich noch länger zurückzuhalten.

gewährleistet worden, aber ste fei in Wirklichkeit noch nie- mal« zur Ausführung gekommen. Alle Versprechungen von Kirche« und Schulbauten, welche in diesen Documenten ver­sprochen sind, seien niemals gehalten worden, «eil die Er- ^Gegenstand seiner Beralhung gemacht. Bi» jetzt verlautet, süllung »on den Provinzialbehörden abhängig gemacht sei .........

und diese unter dem Druck der Ortsbevölkerung stehend

feiei« bie InMuan-Söureaut iti LH. Dietrich * 5». in Mel unb Harm»»«; Th. Dietrich in Frankfurt « R Siem * Segle* ut d e- >1* Berlin, 2ei>» n ic; r. ibelf Atoffe n M ml

daß sie öffenUich anerkannt und geachtet und nicht nur, ^werden, ist sehr fraglich, denn sie haben die sofortige AuS- «ie noch heute, blo« geduldet ist. «u» diesem Princip fol> gort nun die Note weitrr, daß da« Zrugniß von Christen

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; / Deutsches Reich.

, Berlin, 5. Febr. Fürst Bismarcks Befinden kst

der Art befriedigendstellend , daß derselbe heute Abend die parlamentarische Soiree wiederum abhalten kann. Herr von Forckenbcck erhielt am Donnerstag im Laufe drÄ Abends ein Telegramm auS BrcSlau, welches ihn an das Kranken- bett seiner sehr leidendem und kurz darauf verschiedenen Frau rief. Viceprästdent Dr. HSnel hat deßhalb das : Präsidium übernommen. Die von einigen Zeitungen ' der Regierung untergeschobene Absicht/ den Reichstag erst wieder dann einzuberufen; wenn die Neuwahlen vollzogen sind, wird in derKöln. Ztg." von einer gut unierrichlctcn ' Seite als durchaus unrichtig bezeichnet. E tte solche Absicht ist niemals Seitens der Regierung ausgesprochen. Der frühere Erzbischof von Posen Graf LevochowSki ist vorgestern Abend in Berlin eingetroffen, Hal hiersclbst über- naitet; nachdem er mehrere Mitglieder der uliramoniänen Partei empfangen und ist gestern früh nach Prag weitet gereist, vermuthlich um nach Rom zu gehen. ES ist be­reits darauf hingewiesen, daß die Reise des Kardinal Hohen­lohe nach Rom vurchau« nicht mit einem Auftrage Seiten» de» Staates, «inen Ausgleich zwischen Staat uud Kirche anzubahnen, in Verbindung steht. Es sind überhaupt feine greifbaren Anzeichen > daß die ultramontane Partei einen solchen Ausgleich beabsichtigt. Die Flugschrift des Abg. Reichensperger zeigt gerade das Gegentheil, ste geht von falschen Voraussetzungen, unter welchen kein Friede de« Staate« mit der römischen Hierarchie möglich ist, au«. Der Kronplinz hat stch gestern für einige Tage nach Dresden, Weimar und Gotha begeben.

Die nun über sieben Jahr« schwebend« Angelegm- heit wegen Aenderung der Taxen sür Medicinal-Personen naht jetzt ihrem Abschluffe, und wenngleich die Taxe nur noch bei Streitigkeiten der Parteien vor Gericht oder al« Maßstab für Verwaltungsbehörden in Betracht kommt, so hat sie gerade deßhalb große Wichtigkeit. Wie e« heißt, will der Minister der Medicinal-Angelegenheit den schon ohnehin zwischen weiten Gränzen liegenden Taxentwurs vor der Fertigstellung veröffentlichen, damit die Aerzte sich all­seitig darüber äußern können. Die letzte jetzt noch gültig« Taxe hattet von 1815, ist in der Sache aber rin Jahr­hundert älter. Ei« ruht auf einer durch di« Gesetzsamm­lung verkündeten landesherrlichen Verordnung, deren inte» grirender Theil sie ist, und ist dadurch auch selbst ein Ge setz, das nur auf dem Wege der Gesetzgebung geändert werden kann. Gleichzeitig ist man im Medicinal-Ministe- rimn mit einer neuen Reform des HeilwesenS beschäftigt, !woö«i, wie man hört, beabsichtigt wirb, Aerztekamrnern alS Ehren- und DiSciplinarrithe einzusetzen. Diese Reform chird sich nur auf Preußen erstrecken, wogegen das Gesetz über di« Errichtung und Verlegung von Apotheken im Reichkanzler-Amt ausgearbeitet wird, um dann an den BundeSrath und von da an den Reichstag zu gelangen.

Darmstadt, 3. Febr. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten fand stch der Bürgermeister veranlaßt,

Mich kann man nicht mehr ereilen, denn wenn der Wind günstig ist, fitz« ich schon in England, bevor diese Zeilen in den Händen der-Justiz sind. -

«?- ... Josef Rühker, --

gewesener Corpora!^ , Obgleich diese Zeilen keinen großen Anhalt boten und ebenso gut «in bloßer Luststreich zu Gunsten des Ange­klagten fein konnten, ergriff das Gericht doch mit Freuden die Gelegenheit, die Folter zu verschieben, jedenfalls war die» reine Gefühlssache de« obersten Richters, denn in der damaligen Zeit wandte man die Folter nicht allein bei schweren Verbrechern, sondem auch bei vielen Angeklagten an, um ein Geständniß von denselben zu «rpreffen.

NicolaS, welcher durch einige Zeilen seiner Hanna von dieser neuen Wendung seines Geschickes unterrichtet wurde, schöpfte neue Hoffnmig, obgleich er in der festen Ueberzeu- gung seiner Unschuld bis jetzt noch gar keine Furcht vor der möglichen Berurtheilung gehabt hatte, ward er durch die täglichen verzweifelten Briefe des geliebten Mädchens, welche ihn über bk öffentliche Stimme stets im Laufenden erhielt, doch nachdenklich und besorgt geworden.

Nicolas Dazun hatte schon öster« von Justizmorden, von ungerechten Kerkerverurtheilungen, gehört, und In bett letzten Tagen doch öfters über die Möglichkeit nachgedacht, daß ihm ein Gleiche« passtrrn könne. Seine Liebe zu Hanna war indeffen so rein unb ächt, daß ihn die« Alle» mehr in Bezug auf bie Leiden de« geliebten Mädchen« als auf seine eigenen bekümmerte.

Den Corpora! RÜHler hatte er wyhs gekannt, stch aber fitzt» von demselben ferne gehalten, «eil man in 1>er mist-

Zustimmung im Princip ebensowenig befriedigt sein, wie die Insurgenten. ° li?» -n>c.

5.V..74 ...: Mtt« Reiter.

-4«« ri MkiMüal-sropelle von Juli« Dun««*«. »hli, i-t.: Eortsetzung.) ..n -,i. , .

Da« Letztere wäre zu beweisen," sagte der Polizei- Beamte,da« erstere aber ist schon bewiesen, denn eS ge- hött der vestohlenm, hier sind di« Bemerkungen von ihr ausgezeichnet, und hier sogar befinden sich Briefe mitteten Adresse. Da« Souvenir ist an sich vollkommen werthloS und die Frau hat e« wohl nut der Erinnerung halber in demselben Echranke mit ihren werthvollsten Schätzen ver­wahrt, «er jedoch da« Eine hat, muß auch vom Andern Kunde geben, unb somit, Nicola« Dazun, seid Ihr mein Gefangener!"

Der starke Mann erbebte, daß er sich an den Pfosten der Thüre halten mußte.Gott ist mein Zeuge", sagte et mit dem Tone der Wahrheit und Unschuld,daß ich 6W zu tiefer Stunde nichts von dem Büchelchen wußte, mtd also avch keinen Begriff habe, wie daffelbe in die Lade gekommen fein mag. Vielleicht hat ««'die alte Magd oder der Haurbutsche Philipp gesunden, und glaubend, daß e« «ein sei, in den Tisch gelegt, sidenfall« bitte ich Sie, Herr Commiffär, die betreffenden in meinet Gegenwart zu fragen.« - »> - ch. -i

Auf einen Wink de« Beamten kamen die beiden Dienst- tote in die Stube; e« kostet« Mühe, btt tauben Magd «*b dem blöden Burschen zu sagen, um was es sich handle, allein, tii ste e« begriffen, versicherten Beide auf« Feier- «chste, da« Buch nie gesehen zu haben.

e6l rhut mir leib, Hzrr Dazun,* wiederholte darauf

- ,, Marburg, Dienstag, 8. Febnim 1876. D-Ü' 'J I

Atldraffh'ff Reformnote.

"Nachdem nun endlich die Reformnote durch den öster­reichischen Botschafter 4rr hohen Pforte übergeben ist, ist NUN' auch bete* Inhalt veröffentlicht worden, Seit Mo­naten ist schon darüber in den Zeitungen verhandelt, alle möglichen Combinationen sind aufgdstkllss.worden; mau hat stch tri- den verschiedensten und zum Theil widersprechensten Cvmbinativnen erschöpft und wird sich daher jetzt vielfach enttäuscht finde«. Wenn man dieses diplomatische Akten­stück durchlieft, so wird man stch verwundert fragen, wie daffelbe auch nur einen Augenblick bte öffentliche Meinung beunruhigen konnte, oder wie man gar- «int versteckte Kriegs dtohung darin hat sehen können. Wenn die hohe Pforte auf diese äußerst gemäßigten Vorschläze nicht eingehen sollte, so wäre ste geradezu verblendet und forderte das Schicksal kichlstnnigerweise heraus. -!?->

DE« wird der Türkei keineswegs zugemuthet, ihre Herr­schaft über Bosnien unb die Herzegowina aufzugeben, es ist nicht bavon bie Rede, diese Länder zu suzeränen Staaten zu machen und ihnen ein« Stellung wie Serbien und Ru­mänien einzuräumen. Ja, die Forderungen der Ost möchte stillen sich lediglich auf den Standpunkt der von Seiten der Pforte längst eingeräumten Concessionen, nut daß d'ie Mächte verlangen, daß dieselben auch wirklich zur Aus­führung kommen. ; 'iti j -- ?* ^..

SU Hauptgrund aller Beschwerden und aller Beun­ruhigungen wird die besonder« feindselige unb argwöhnische Gesinnung hervorgehoben, von der Christen und Mohame- dauer gegeneinander beseelt find. Die« ist auch die Ursache, daß die aufständischen Ehristen nicht daran glauben wollen, daß bie türkischen Behörden den aufrichtigen Willen haben, ihren Beschwerden Abhülfe zu schaffen. Gerade in Bos­nien und der Herzegowina sei bet Haß und Mißtrauen «f drn höchsten Grad gedichen, e» müsse daher vor allem dahin gewirkt werden, diese Stimmung zu beseitigen. Rur wenn vollständig« Religionsfreiheit hergestellt «erd«, sei dies «-glich. Dieselbe sei allerding« schön durch den Haiti Scherif von 1839 und den Haiti Humayum von 1856

«rschrbtt täglich aufr* be* »«Nage, »ach Sann- Unb Feiertagen. Preis sttr das Quartal mit der wtichentlichen Beilageaiifhrtrteb »uunta,«blatt" durch bi« Sxpebition (Kach'fche P»chLru«rr«st b«iegw »h «art, burch bi« Postämter de« Deutschen «eiche« 3 Warf » Pf«, texl. BesteUgebahr). - JnsertionSg«b«ihr ft* bie gespaltene Feil« 1» Pf,.

, -i Für in der Expedition zu ertbeilend« Auskunft und Annahme von Adressen werden rs Pfa. berechnet. ' .i- »?:«

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ObcrhMlhe Irilung.