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JRarÖurg, Sonntag, 30. Januar 1876,

XI. Iahrgßkß.

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Srammstlben nach kurzem Bocalr den einfache« consonan. tischen Auslaut verdoppelt und behalten dies« Verdoppelung

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fernen und Unschlüssigen die Präfekten auf den Hals zu Hetzen. In Paris tagen drei Comites: das konservative unter Changarnier, das die Hände Buffet und Rouher zu­gleich entgegenstreckt; sodann daS republikanische, in welchem die Gemäßigte» noch um den Sieg mit den Radikalen ringen, Gambetta schließlich aber durchzubringen hofft; end­lich daS bonapartistische, dem der Himmel voll Geigen hängt. Die Wahlmaschine Buffet'S arbeitet mit der Kraft von 86 PrSfecten, 28 Erzbischöfen, 65 Bischöfen und der Pfarrgeistlichkeit, diewie ein Regiment marschirt"; denn im tiefsten Grunde treffen die Ziele Buffet'S und die deS Vatikans zusammen, und was Regierung und EpiScopat in Frankreich durchsetzen wollten, ist nur in seltenen Fällen durchkreuzt worden. Sollte die Richtung bei den Senats, und Deputirtenwahlen siegen, so würde DecazeS' Stündlein im Ministerium des Auswärtigen geschlagen haben; schon jetzt wird seine Candidatur von der ultramontanen Presse mit Schimpf und Hohn behandelt.

Die klerikale Partei in Italien entfaltet eine immer rührigere Thätigkeit, seitdem der Papst einer Deputation italienischer Katholiken gegenüber sein agite, agile ausge­sprochen hat. Der Zufall fügte eS so, daß ungefähr gleich, zeitig hiermit zwei ministerielle Erlöste znsammentrafen, welche eine Untersuchung der Verwaltung der Wohlthätig- keitS-Anstalten sowie der im Widerspruch mit der Gesetz- gebung allgemeineren Unterricht ertheilenden Seminarirn anordnen.

Seit fünf Tagen ist Spanien wieder im Besitz einer Landesvertretung. Die Corteswahlen sind, wie eS scheint, ohne besondere Zwischenfälle vor sich gegangen und haben das regelmäßige Ergebniß gehabt. Regelmäßig ist eS näm­lich, daß die Wahlen auSfallen, wie die jeweilige Regierung es verlangt. Auf dem Kriegsschauplatz wird eS lebendiger. Sowohl in Navarra als in Guipuzcoa rücken die Regie« rungStruppen gegen die Carlisten vor.

Nachdem das englische Eabinet seine Stellung nk den Vorschlägen des Grafen Andrasty in der bekannten Weise genommen hat, hat sich die öffentliche Meinung Eng­lands fast einmüthig mit derselben einverstanden erklärt. Sie ist, obwohl die Vorbehalte der Regierung noch nicht bekannt sind, überzeugt, daß weder daS Eabinet sich über den verhältnißmäßig harmlosen Schritt hinaus, sich an einer Empfehlung der Reformen in Konstantinopel zu betheiligen, den anderen Regierungen gegenüber irgend wie gebunden hat, noch daß in diesem Schritt irgend etwa- enthalten ist, welches der Türkei zu nahe tritt oder gar de m Interesse eines Nebenbuhlers dienen könnte.

Im dänischen Folkething ist ein von der vereinigten Linken ausgesonnener Gesetzentwurf über die Verantwort­lichkeit der Minister aufgelegt worden, der gegen die der Opposition mißliebigen Regierungen, z. D. die jetzige, sehr

wird. Man hat also zu schreiben: Fuß, Füße, aber Fluss, Flüste, Has«, hasst u. s. f.

Den in der Heyse'schen Regel auSgesprochmen Grund­satz über den Gebrauch von ff und ff hat die Conferenz mit 10 Stimmen gegen 4, (Bertram, Klip, Scherer, Töche) angenommen und dabei nur in der Vertheilung der in der Bedeutung gleichen, blo« graphisch unterschiedenen Zeichen ff und s- eine unerhebliche Aenderung getroffen. Die Conferenz empfiehlt nämlich die Regel:

Der Harle S-laut wird durch ff oder ff bezeichnet, wenn er einfacher Laut einer Stammsilbe ist und vor vocalisch anlautender Nachsilbe hart bleibt, und zwar durch ff nach langem, durch ff nach kurzem Vocale. Ein gleichbedeutende» Zeichen für ff ist s-, welches im Auslaute von Wörtern, auch in Zusammensetzungen und im Inlaute vor Consonanten " angewendet wird; also: Fuß, Füße, Fluss, Flüste, FlusS- ufer, Hass, hasst.

Die Gründe, welche die Majorität bet Conferenz be­stimmten, lasten stch im wesentlichen auf folgende Punkte znrückführen.

Erstens: Wir gelangen auf diese und nur auf diese Weise in unserer Orthographie zu einer einfachen Conse-

strenge Bestimmungen hinstellt, dagegen einem Ministerium Hansen, Berg und Co. daS Recht der Verjährung zu Gute kommen lasten will.

Die schwedische Flotte soll in den nächsten zwölf Jahren nach und nach um 4 Widderschiffe, 6 gepanzerte und 16 ungepanzerte Kanonenboote, 4 Minenschiffe, 1 UebungSschiff, 1 Flaggenschiff und verschiedene Transport fahrzeuge vermehrt werden. Die Kosten (etwa 38 Mill. Kronen) werden so verlheilt, daß jährlich etwa 3Vr Mill, zur Ausgabe kommen.

Der am russischen Hose bisher beglaubigt gewesene Botschafter deS Deutschen Reiche», Prinz Reuß, hat am 22. d. M. dem Kaiser Alexander in aller Form die An­zeige gemacht, daß et von seinem Posten abberufen worden fei. Tags darauf überreichte ihm eine Deputation der deutschen Colonie in Petersburg eine Abschiedsadreste und 5000 Rubel, welche als Prinz-Reuß Fonds dem Asyl de» deutschen WohlihätigkeitS-VereinS zu Gute kommen sollen.

Daß der Pforte die Andrasty'sche Note jüberreicht werden soll, dazu haben die sechs Großmächte Europa» jetzt ihre Zustimmung gegeben; auch England hat sich gern bereit eiklärt, die österreichisch-russischen Vorschläge, die der Oberhoheit des Sultans nicht im mindesten zu nahe treten, mit befürworten zu helfen. Inzwischen wird aber wohl Mahmud Pascha abdanken und Midhat Pascha da» Groß- vezirat übernehmen.

Die serbische Skupschtina hat da- Krieg-budget im Betrage von 10,346,899 Piastern genehmigt und einen Antrag angenommen, den Untersuchungsausschuß mit Prü­fung der gegen die Mitglieder der beiden Ministerien Ma» rinovic und Stefanovic aufgestellten Anklagepunkte zu be­auftragen. Am 1. Februar wird die Session geschloffen werden.

laute; wenn wir Wörter wie der Busen und die Buse, reißen und reißen in genauer Aussprache vergleichen, so wird der Unterschied des härteren S lautes von dem wei­cheren unzweifelhaft sicher gestellt.

Wir bezeichnen den weichen S-laut überall durch f, z. B. salben, Hausen, Binse.

Der harte S-laut wird bezeichnet durch ff oder ff, wenn er einfacher Auslaut einer Stammsilbe ist und vor vokalisch anlautender Nachsilbe hart bleibt, und zwar durch ff nach langem Vokal, z. L. Fuß, Füße, reißt, reißen, und im Auslaute eines Wortes oder einer Silbe, z. B. Haß, häßlich, haßt; durch ff nach kurzem Vokal vor vokalisch auslautender Nachsilbe, z. B. hastest, hasten. Sonst durch f oder -.

Diese übrigen Fälle, den Gebrauch also von f oder - zur Bezeichnung eines harten S-lauteS, im einzelnen mit ihren theilS wirklichen, theiis scheinbaren Ausnahmen durch­zuführen, dürfen wir, da dieselben nicht in gleicher Weise Gegenstand der Schwankung und der Differenz sind, außer Betracht lasten, um ausschließlich auf die Vertheilung deS Gebrauchs von ff und ff das Augenmerk zu richten.

Im Gegensätze zu der oben angegebenen Gottsched- Adelung'schen Regel haben Heyse, Vater und Sohn, welche durch ihre weitverbreiteten, in zahlreichen Auflagen er­schienenen (1. August 1816, 20. Auflage 1864) Gramma­tiken stch ein große- Verdienst um Ausbreitung deutscher Sprachkenntniß in und außerhalb der Schule erworben haben, eine andere Vertheilung im Gebrauche de» ff und ff getroffen, nämlich:

In den vorher bezeichneten Fällen, in denen überhaupt ß oder ff geschrieben wird, ist ff überall zu schreiben nach langem, ff überall nach kurzem Vocale. Ein bloS graphischer Unterschied von ff ist f-, welche» dafür im Auslaute gesetzt

quenz für die Bezeichnung der Kürze und der Länge der Vocale in den Stammsilben. Nämlich ff ist, obgleich ein zusammengesetztes Zeichen, doch Zeichen für einen eintachen Laut (in ähnlicher Weise, wie die- bei ch oder feff der Fall ist), ff dagegen ist da» Zeichen für die Verdoppelung des harten T-lauteS, also so viel wie ffff (für etwaige Verdoppelung de» weiche« G-laute« ist ein Zeichen nicht erforderlich, weil stch dieselbe nur in sehr wenigen dialekti scheu Wörtern und selbst da problematisch findet). Nun schreiben wir nach allgemeinem feststehendem Gebrauche in

Politische Wschen-Uederficht.

Da» Abgeordnetenhaus des preußischen Landtages hat am Sonnabend nun auch, wie schon früher das Herrenhaus, seine Plenarsitzungen für die Dauer der Naqsesston des Reichstag» vertagt. Vorher hat es am Freitag die erste Lesung de» Budgets für 1876 erledigt und wiederum die Vorbereitung der zweiten Lesung im Plenum durch Gruppen- Sommiffarien beschlossen. ES wurde irn Hause die dies­malige, den früher ausgesprochenen Wünschen entsprechende, sehr klare Ausstellung der Etats mit Anerkennung hervor- zehoben. Der Reichstag hat zunächst die zweite Lesung dtt bei der ersten Lesung zur Vorberathung an eine Com Mission verwiesenen Paragraphen der Strafrechtsnovelle erledigt. Längere und lebhaftere Debatten v.-ranlaßten ein schließlich an die Justizcommisston verwiesener Antrag be­treffend den Zeugnißzwang und der sogenannte Duchesne- Paragraph; letzterer wurde in einer Fassung (von Klöppel und Marquardsen), welche der Forderung der StaatS- Regierung ein Genüge thun dürste, mit 141 gegen 133 Stimmen angenommen. Dagegen die gegen die Socialiften gerichteten Paragraphen wurden abgelehnt.

In der habsburgischen Monarchie dreht stch jetzt Alle» um den Gegensatz zwischen beiden Reichshälsten in Sachen der Zoll- und Handels- sowie der Bankfrage und «m die Schritte, welche das Eabinet Auersperg gethan hat, um stch, wie die Einen sagen, durch die beiden Häuser diesseits der Leitha zu verstärke«, oder, wie die Anderen meinen, sich hinter denselben zu verstecken. Anfangs war mit diesem Zusammengehen und Fühlunghalten in Wien Alle» zufrieden, und man hoffte, e» werde in Pest impo- nlren; neuerdings jedoch fängt das Ministerium an, be- denklich zu werden und Taktlosigkeiten zu fürchten.

Der Internationale Postcongreß in Bern hat während der letzten acht Tage nur wenige Plenarsitzungen gehalten.

Aller Augen undHerzen sind in Frankreich auf die durch Gesetz vom 30. December 1875 auf den 30. Januar ausgeschriebenen Senatorenwahlen gerichtet, und die Span­nung ist um so größer, al» der Ausfall der am 16. Jan. vollzogenen Delegirtenwahlen bisher ein streitiger Punkt zwischen den Parteien blieb und etwas Zuverlässige» darüber im Ministerium deS Innern selbst nicht vorhanden ist. Die ländlichen Wahlmänner halten hinter dem Berge und die republikanischen Blätter hüten sich wohl, den Schüch-

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Deutsches Reich.

Berlin, 28. Jan. Die Rede de» Grafe« Eulen­burg in der gestrigen Reichstags - Sitzung wird trotz der scharfen Bemerkung des Abg. Bamberger in der Ablehnung deS 8 130 ihre Wirkung nicht verfehlen; wenn diese Wir­kung auch nicht in einer abstrakten Weise sofort zu Tage getreten ist. Gewiß war Graf Eulenburg von der Erfolg- lostgkeit der Rede im Reichstage vor derselben überzeugt, er hatte aber die Pflicht, die Austastung der Regierungen über dem Kopf des Reichstage» dem Lande klar zu legen. Fürst Bismarck hat bereits bei der ersten Berathung der Strafgesetznovelle darauf hingewiesen, daß e8 sich vorerst nur darum handele, die Gesichtspunkte der Regierungen aus­einander zu setzen, wenn man auch vor einer res judicita stehe; Fürst Bismarck hat aber ebenso ausgesprochen, daß dieser § sowie die Strafgesetznovelle dem Reichstage nach seiner Neuwahl event. nach seinen Neuwahlen vorgelegt

&tjcigra nimmt entgegen: Nie Spedition b. Llatte», sowie Nie Amwncen-Bureanx von ®. L. Daube * 6». in Frankfurt a. M.; Jäger'sche BuchhanNtun- in Frankfurt a. R.; JnvalidenNank, Ä. Stete» meyer in Berlin; Carl Schütz- Ur in Hannover; 8. Schlotte in Bremen.

Die S-Laute in her neuen Orthographie.

Unter den Conjonanten macht in der deutschen Ortho­graphie vornehmlich die Bezeichnung dieser Laute Schwierig­keit, also die Frage über den richtigen Gebrauch der Lautzeichen f, S, ff, ff. Die eigenthümiiche Verbindung von Ueberflutz mit Mangel und Unzweckmäßigkeit in diesen Lautzeichen findet nur durch einen Rückblick sowohl auf die Wandlung der Laute, als auf die Entstehung der Zeichen dafür und der Wandlung in deren Gebrauche ihre Er­klärung. Die Einsicht in die Entstehung deS gegenwärtig bestehenden oder schwankenden Gebrauches*) darf Niemandem fehlen, der zur Einigung der vorhandenen Schwankungen, zur Beseitigung der ihnen zu Grunde liegenden Mängel beitragen will. Zugleich zeigt der Rückblick aus die Ver gangenheit, daß die Differenzen im Gebrauche von ff und ff, denn auf diese beide« Lautzeichen kommt eS wesent­lich an, nicht erst den letzten Jahrzehnten angehörcn etwa al» ein Ergebniß deS Streites unter Historikern und Phonetikern, sonder« mit der Entwickelung der neuhoch­deutschen Schriftsprache beginnen und ununterbrochen fort gedauert haben. Um nun zu bezeichnen, welche Stellung in dieser Frage die Conferenz eingenommen hat und durch Welche Gründe sie dazu bestimmt worden ist, müsten wir vorher diejenige Vertheilung der verschiedenen Lautzeichen, die seit Gottsched uud Adelung die weiteste Ausbreitung erhalten hat, in möglichster Präciston vorausschicken.

Die gebildete deutsche Aussprache unterscheidet einen weicheren und einen älteren S-laut, der weichere findet stch immer im Anlaut der Wörter, z. B. fein, sagen, singen; der härtere findet stch sowohl im Inlaute, als im Auö-

j gtnen Haren Ueberblid über das weitschichtige und com- Wehte Material findet man in R- von Räumers Schriften. Weite 861-879.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnftrtrteS Eonntaßsblatt" durch die Expedition (Ä ch'fche Bnchdrnckerei) bezogen 2^ Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (ejl. Bestellgebühr). JnsertionSgebtlhr für die gespaltene Zelle 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

Jbfirlhinnrnauf bie yrpuUUllglll tttng für die Monate Feb­ruar und März werden sowohl von der Expedition wie von allen Postanstalten auf dem Lande auch von den Landpostboten entgegengenommen.

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