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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen.

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meyer in Berlin; Carl Schüß- 1« in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

amt, das Marineamt, das Generalpostamt, das Eisenbahn» amt, das ReichSlandamr und das Gesundheitsamt, so daß also die Reichsregierung im Ganzen elf selbstständige Armier umfassen würde. Mit einer solchen Erweiterung und Au» bildung der ReichSregierung ist indessen keineswegs ausge­sprochen, daß diese Armier nach Beispiel des preußischen Ministeriums zu einem kollegialischen Ministerrath verbun­den werden soll , in welchem nach Stimmenmehrheit be­schlossen wird; dl« Einheit der Reichsregierung ist vielmehr dadurch zu wahren, daß der Reichskanzler seine Stellung den einzelnen Aemtertt gegenüber behält und nicht zu einem

Der Provinzial Landtag für Brandenburg beschloß den LandeSdirektor auf 12 Jahre zu wählen. Der Gehalt desselben wurde auf 15000 Mark jährlich und freie Woh­nung festgesetzt. Für die Pensionitung gelten die Bestim­mungen der Städteordnung. Diäten und Reisekosten er­hält der Landesdirektor nach der sür den Oberpräsidenten geltenden Bestimmungen.

Da«Mainzer Journal* erklärt die Nachricht de« Frankfurter Journals*, Bischof von Kettel« sei mit der Leitung der lausenden Correspondenz unter dm prmßischm Bischöfen vom Erzbischof von Köln beaujtragt worden, für reine Erfindung. > . ir.-.- , nk

- DieDeutsche Zeitung* in Wim will aus verbürgter Quelle wissen, daß ungarische Parteigänger im EiNverständ- Nih mit hochgestellten Persönlichkeiten deS Wiener Hofes die Krönung des österreichischen Kronprinzen zu«, König von Ungarn betreiben.

Bo« dem Resormprojekt Andrassy'S erfährt mau, daß danach alle Konfessionen in der Türket auf den Fuß der Gleichberechtigung gestellt, und eine Autonomie der Pro­vinzen und Gemeinden geschaffm werden soll. Außerdem sollen die Steuern durch die Provinzen normirt and repar­tier werde«, sowie die Sklaverei ausgehoben.

Die französische Regierung hat nach Empfang der Note des Grasen Andrafiy, betreffend die Resormen in Bosnien und der Herzegowina der englischen Regierung mttgetheilt, daß sie in dieser Angelegenheit im Einvernehmen mit ihr zu verfahren wünsche. - -

Graf Andrassy hat am NmjahrStage die Botschafter Englands, Frankreichs und Italiens empfangen und sie mit dm Details de» ReformprojektS bekannt gemacht.

Di«Time«* erklärt, daß Aegypten sich bk Unkosten für die Erhaltung eines Heeres und einer Marine sparen könne, indem es unter dem Schutze Englands gegen äußere wie innere Gefahren genügend gesichert fei.

England hat im »origen Jahre einen Handrisvertrag mit Tunis geschlossen, der ihm sehr weitgehend« Vorthelle sichert, indem England das Manopol für den Export von Gerste, Rogge« und WeiM zugestchert wird. <

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-d- Shrtzsilischutz -VUibojurtzA; fivlsste^mechanlsch dem tf6»e, der ihn vorwärts schob, der Thüre zu. Fvotz, dteft z« erreiche«, etnenAugenblick draußen freiere Lust zu bthmen, die üiirven Empfindungen, die ihn bÄrängteu, 60« fich V, fchü-tteln, eilte rr flüchtig an dem Schwarm gaffender ober beschäftigter Dimer vorüber, unbewußt dem Luftzüge entgegen, Dit-'W*'- durch «ine offen stehende Thür von außen hereiäfirömte. Er blieb am Eingänge stchm; der ßanze Himmel w« «In Feüermeer zuckender Blitze, gewal­tige Donner ließe« Ihre Stimmen säst ununter biogen hören. Schon ergoß sich ehe prasselnde Regenstuth »tag« umher aus baS 8<mb, einen rauschend«« See bitdenv, der von den Million« nachstürzender Trvpsen In jitternber Bewegung tteifete. Aber noch lag brüdeftbe Schwüle über allem, «ar -bie Sinne umfaßte«; kein erlösender Hauch kam von dort, er sich geblendet in M« schreckhaft schLn« Schauspiel htnau«. Leist ein fromme« Gebet an die schützende« Hri» llgen richtend, wendete er sich sitzt langsam hmweg-, dm unteren Saum nach eines «nbrren Richtung zu vurchckessen. Er wandelte bi» an da- Ende des langen Ganges, wo rirte Treppe, von durchbrochener Gallerte umgeben, in bie Obere» Räum« führte.. Er stieg hinauf unb vertiefte sich In da« Gebäude, da» hin leer und einsam erschien Er gi«A eine Streck« weiter; von dm breiten Fenstern am Ende des Korridor« her leuchteten Blitze, Hirte er in Absätzen ba« Rollen des Donner«. Au« der mtgegengesetzten Rich­tung drangen di« Tine der Musik schwach zu ihm her üb«.

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Die Au-btlduvg der IkeichSregterung '

-« Kurz vor Ablauf d«S «ergangenen Jahre« Ist eine wich, tige Veränderung innerhalb der Reichsregierung vorgegangen, indem der Direktor de« Generalpostamtes, Dr. Stephan, zum Generalpostmeister ernannt worden ist, nachdem ihm bereits früher außer der Verwaltung der Reichspost auch die de« Telegraphenwestn« unterstellt war. Damit ist^zu gleicher Zeit durch die Bereinigung dieser beiden wichtigen BerwaltungSzweig« ein selbstständiges Reichsamt geschaffen unb bk ReichSregierung in ihrer Entwickelung gefördert worbe«. i7> i *- ;i -

Außerdem stehe« -derselbe« neue große Veränderungen in kürzester Zeit bevor, wenn die Uebernahme der Eisen­bahnen durch das Reich, eie e< den Anschein hat, zur AuSsührung kommt. AlSdann wird da« Reichseisenbrhn- amt, da« bisher nur einen sehr beschränkten unb eigentlich nur berathmbe« Wirkungskreis hatte, eine so umfangreiche Verwaltung bekommen, daß e« bie Aufgabe und Bedeutung eine« selbstständigen Ministeriums in Anspruch nehmen muß Danebm kommt sicher noch bie Rothwendigkett auf, ein besondere« ReichSschatzamt zu bildm. Seit dem Anfang bkfeil Jahre« ist die ReichSbaßk t« Wirlsamkeit getrrien; «in« Ob«vechnu«gSkammn bt« Reiches besteht ebenfalls, da» Münzwefe« be« Gleiches «irb vo« immer größerer Wichtigkeit; nach ber Erwerbung der Eisenbahnen wird auch da« Schuldenwesen und die Schuldentilgung de» Reiche« an Bedeutung zunehmen,-dazu kommt da« Zoll- und Steuer- wesen; alle diese vttschiedmm Ressort» «eisen auf bie Roth- wenbigteit ber Errichtung «ine« selbttstänblgen Reichs-Schatz, amte» hin. (M- ?';

Außerbem ist auch bk Abzweigung eines eigenen Amtes für Handel, Gewerbe, Industrie und öffentliche Arbeiten, wie auch der Reichskanzler bereit» angebeutet hat, durchaus nvthwendig. Sanz besonder» erfordert bie Industrie eine größere Berücksichtigung von Selten bei Reiche«, wie Ihr bt» jetzt zu Thetl geworben Ist. In bas Ressort biese» Amte» gehören auch bk Ausbildung be» Canalsystems, bie Errichtung neuer Häfm, bet Abschluß von Hanbelsverträgen unb bie Sorge sür bie Schifffahrt. Auch daraus ist schon früher hingewtesen worben, baß sür bie oberste Leitung bet Verwaltung be» Rrichslande» ein eigene» Amt geschaffen werben muß, besten Wirkungskreis später auch auf dieje­nigen Länder ausgedehnt werben kann, welche es bet Ver­einfachung wegen vorziehen sollten, in bie Verwaltung beS Reiche» überzugehen, wie es bereit» jetzt Walbeck gethan hat, inbem e» vorübergchenb in preußische Verwaltung ge­treten ist. i

v- Demnach-würben fich also folgende silbststänbige Aemt« ergeben: da« ReichSkanzkramt, beste« Resiott alsdann auf die veziehungen zrrw Bundeetath unb Reichstag, auf bk Gesetzsammlung unb ähnliche Funktionen sich beschränken würbe, mithin einen ähnlichen-Wirkungskreis hätte, wie bas preußische SraatSrninisterium, ferner da« auswärtige Amt, da« Schatzamt, das Handelsamt, das Justizamt, das Krieg«?

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Berlin, 6. Jan Alle Vorschläge über Verlegung deS Etatsjahres sind zur Zelt nicht bet Art, daß sie irgend welche greifbare Anhaltspunkte bieten. Die bestehenden Schwierigkeiten in Bezug auf eine zweckmäßigere Zeitein- theilung ber parlamentarischen Institute werden durch die Vorschläge nicht beseitigt. ist etfahtungSmäßig festge­stellt, daß sowohl ber Landtag al» auch der Reichstag in der Zeit vom H«bst bi» Weihnachten nicht ihre Arbeiten erledige« können. Die Landlagssesston beansprucht meisten- theilS noch längere Zeit al» ber Reichstag, weil eine Ver­ständigung bet beiden Häuser erfolgen muß, bevor die Gesetze perfect find. E» ist jetzt bestimmt, daß der Landtag am 16. Januar eröffnet werben wirb unb soll bie Königliche Verordnung noch heute erscheinen. Die Vetmuthung über eine Eventualität einer FrühjahrS-Sesfion des Reichstages und über den Abschluß bet Arbeiten bet Justizkommisflon benutzt bie B. A. Z., um bie Hoffnung auSzusptecheo, daß die Justiz-Commission bie Ucberzeugung hat, mit ben ar­beiten bi» Frühjahr fertig zu werben unb baß man zugleich eine Frühjahrs Session be« Reichstage« al« bie einzige Ge­währ be« ZuftanbekommenS bet Justizg.setze halte. Diese Hoffnung ist bereit« früher ausgesprochen worbeo, aber auch nicht in Erfüllung gegangen. Diese Ueberzeugung wie jetzt könnte sich wohl auch al« irrig «weifen. Der Entwurf ber Provinz Berlin wirb dem Landtage vorgelegt werben. - Ucber bie Wahl der LaubeSdirectoren brr einzelnen Landtage hört man von ziemlich orientirter Seite, daß in Brandenburg sich die Wahl zwischen zwei Landwirthen et- strecken wird, in Schlesien soll Graf Pückler Landesdirektor werben, in Pommern Ländereien »Direktor v. Heyden-Linden, in Sachsen Laudtath v. Reichhetst ober Graf Wernigerode. In Preußen stehen sich bie ostpreußische und westpreußische Partei gegenüber, beten letztere Oberbürgermeister v. Winter wähle« wirb, n .Ca . -j;.-

Detmold, 3. Ja«. Fürst Wolbemar hat ben Flügel- Adjutanten seine« verstorbenen Bruder«, v. Donop, mit dem Hinwei» darauf, daß er, der Fürst, nicht Militär fti und darum auch keine« Adjutanten bedürfe, be» Dienstes ent­lasten. Daffelbe Schicksal soll dem CobinetSrath v. Meisen- bürg widerfahren fein. Derselbe avancirte vor einigen Iahten zum großen Mißbehagen mancher Juristen in wenigen Monaten vom einfachen Auditor zum CabinetSrath und dieustthueuden Kammerherrn und galt schon in den Augen Vieler für den CabinetSmiinster in spe. Von noch einigen anderen hochgestellten Personen wirb ein Gleiche« erwartet Der Fürst hat in ben WeihnachtSseiertagen die Gottesdienste, in welchen der General - Superintendent Koppen predigte, gemieden, ein Umstand, ber allerlei zu benten giebt. Mit ber Ernennung eines CabinetSminister» wird e« wohl gute Wege haben, ba e» die Absicht be» Fürsten feto soll, nach bem Vorbilee seiner Ahnen,, namentlich der Fürstin Paulin« und ihre» Sohnes, de» Fürsten Leopold II., ohne eine solche Behörde zu regieren. Auch soll er beabsichtigen, in der nächsten Zeit bie Städte und Amtssitze des Lande» zu sie entschwinde, streiften feine Hände unbewußt an ihr Ge- wand. Da trat sie zurück; ei« zürnend« Strahl zuckte au» dem Auge, die weiche Miene ward streng, gebieterisch. Sie machte eine rasche, abwehrende Bewegung und wandte sich; da» luftige Gewand weh« um sie, unb wie sie ge­kommen war, enchhwanb sie eruem Traumbilde gleich hinter einem Pfeil« de» Gange». , n_.

Er blieb noch in feiner Stellung, ohne Kraft sich zu erheben; «st nach Minuten vermochte er die». Erschaute um sich keine Spur von ber Erscheinung. Ein aber» gläubisch« Schauer riefelte durch seine Glieder: konnte solch da Reiz der Körperwelt angehören? ohne zu wissen, wie e» kam> bestmd er sich am Eingang d« Haupt­treppe im Gewühl einer auf unb nieder wogenden Menge. Die Musik sandte ihre berauschende Lockung ihm entgegen. Er stand still unb bebachtk sich; es wider» ihn en, in bie laute Luft be» Tanzes zurückzukehre«; wozu auch, ba « sich jetzt mehr noch al» zuvor davon ausgeschlossen fühlte. Et ließ sich von einem Dienet sein Zimmer anweisen unb folgte bemselbe« ta einen Seitenflügel ves Schlosses.

Wein gtlaffto, durchmaß er ba« Gemach mit heftigen Schritten. Sollte « da» Lager, die Ruhe aufjuchcn? Er fühlte, daß « nicht schlafen würbe. Wat e« bie dumpfere Lust ve« «ingeschlostenen Raume», bk ihn brückte, bk ihn so wnuberbakIhektommeu stimmte? Er öffnete ba» Fenster, ba nur noch einzelne matte Blitze «M dunklen Firmamente sichtbar wurde«. Der noch immer strömende Rege« ließ ihre Gluthen allmälig erlöschen, schwarze Wol kenschatte« Dtrbunteilen die Nacht noch mehr. I« gittern» den Alhemzügeu sog « bie feuchte, lechen»kühle Luft in sich

sowie bie Ännoncen-Burqmx i r von LH. Dietrich & Co. m , Kassel und Hannov«; Tb- ;

Dietrich in Frankfurt a- Haasenstcin <fc Bvßl« m

in Berlin, Frankfurt a. M. rc.* 1

Et beschloß, sich von ihnen leittn zu lassen^ um zutückzu kehren. Plötzlich umhüllte» ihn ein grelle» Licht; cs schoß hinter ihm drein, fluthete über Ihn her wie ein Strom bläulichen Feuer» , der bte»-Erleuchtung, welche den Gang erhellte, in sich verschlang. Ein gewaltiger Druck, wie ein Schlag von Geisterhänden, tiß für eine kurze, schreckliche Minute im unwiderstehlichen Wirbel jein« Sinne dahin; betäubt und schwindelnd hielt ^r stch "alt der Wand.

Sieh, ba löste e» sich a«8 den glühenden Zickzackwin­dungen , die mit Gedankenschnelle in die Winkel sich v«- liesen, wie eine schimmernde, schwebende Gestalt. Wie a«» dem Blitz geboten stand sie ba, mit dem jetzt tosenden Donner zugleich erschienen, übetirdifch genaht in überirdisch« Schönheit. Mit hochgefteig«ter Empfindung -eine» mit Schreck gemischten Emzückens «faßte fein Blick ben ganzen wunderbaren Reiz diese« Anbtickö.c>!c!Uu» e weiße« Gewän­dern, dk, wie von da elektrische« Strömung -geträge«, flatternd um ste wogten, streckte sich - bie schneeige Harür, der tn schönet Rntr^wg gebogene Arm ihm entgegen. D« Kops, dessen herrliche Bildung, wie aus Alabaster geformt, so klar und bleich «schien, trug, von den.Schläfen nieb«-- finkmd, die Fülle glänzend schwarz« Lockenringel. IVotüb« geneigt verharrte fie; da» weit geöffnete Auge -rmir stagend und groß auf ihn gerichtet. ü

Es traf ihn mit zünbnrikr Allmacht. Er mußte auf ein Knie sich senken. Da« grollende Wett«« in ba Saft verhallte ungehöri vor fein em Ohre, alles andere nm chn schwand, er sah nur fie, bie im Blitz be« Himmel« gcoffen barte Schönheit. Laute ber Wonne, unzusawrnnchängonbe Worte be« Flehens glitten von seinen Lippen; besorgt, baß

bloßen Präflbenten herabgedrückt wirb, -i

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Anzeigen nimmt entgegen: M«^tebitien b. Blatte», -) sowie bie Annoncen?Bureaur

von G L. Daube & Co. in Frankfurt a, M.: Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt a.

LSL-5. Marburg, S-mmbend, 8. J-War 1878..;;

6ef<b«Hit täglich außer ben Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchenllichen Beilage ,,JtnftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche T Buchdruckerei) bezogen Äi Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (exl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gehaltene Zelle 10 Pf«.

"1' 7. t Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet. ,, - j <

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ObcrhcffilM Mlung.