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Marburg, Mittwoch, 21. Oktober 1885.

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Bei diesen Worten stieß Herr Strippe! wieder eivm

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^Dres» ttibttdjenben Seufzer au«, strich sich wehmüthig über die Vtrllm seine« Gesichte«, wo sein schöner Dewokratevbart

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Herr Strippe! öffnete jetzt auch wieder die verriegelte Thüre und gab sich seiner gewöhnlichen TageSbeschLftigung hin. Er la« die eingegaugenen Briefe und al« er unter denselben auch eine Rechuung fand, ging er nach dem

„Glaubst Du?" fragte Herr Strippe! entzückt.

,3, gewiß nicht," sagte Hau« bethenemd und zur Bekräftigung die Hand auf« Herz, ,e« ist ja gar möglich, die Berändrmug ist zu groß."

VI. für den Wahlkreis Rotenburg-HerSfeld: Henn Oekonom F. Seyfarth in Friedrichshütte;

VII. für den Wahlkreis Melfuvgen-Frchlar: Herrn Bürgermeister Hellwig In Hadamar, VM. für dm Wahlkreis Homberg-Ziegenhain: Herrn Landrat von Gehren in Homberg,

IX. für den Wahlkreis Kirchhain-Frankmberg-Böhl: Herm Justizrat vr. Grimm in Marburg,

X. für den Wahlkreis Marburg: Henn Landrat Schreiber in Marburg,

XI. für den Wahlkreis Schlüchtern-Geluhausen-Orb: Herrn Landrat v. R i ed es e l in Gelnhausm.

Hessische Wähler! Es ruft die Liebe zum Vaterland dir Pflicht zur Wahl, gebet nur Wahlmäuuem Eure Stimme, welche für unsere Abgeordnete eintrrten.

Namen« der konservativen Delegierten» Versammlung in GuuterShauseu:

Cassel, 15. Oktober 1885

Der Vorstand des kouserbativeu Verein».

Hen Strippel war übersrlig. „Höre, Hau«," sagte er nach kurzem Kampf, „ich weiß, Du willst die Lme heiraten. Ich mag Dich leiden, Han«, ich schenke Euch hundert Thaler zur Aussteuer — weiß Gott, ich thu's. Hin meine Hand darauf. Ab« thur mir dm einzig« Gefall« und halte vorläufig das Maul darüber — hörst Du — gegen Jedermann, anch gegm die Lme."

„I, natürlich," sagte HauS und schlug kräftig in bte dargrbotrne Hand seine« Herm, „stumm wir ein Fssch.7

Fortsetzung folgt.)

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Dextsche» «eich.

Berlin,s!9. Ott. (Generalsynode.) Der Antrag v. Bornstedt und v. Wedell-PieSdors, wonach bei zweifel­haften Abstimmungen der sogenannte „Hammelsprung" dtt» zuführen sei, wurde angenommen. Meyer« berichtete namrnS der VerfaffuvgSkommisston über den Gesetzentwurf, betreffend das Diensteiv kommen der Geistlichen^ welche« für die Landeskirche der älteren Provinzen bestimmt ist. Alle Paragraphen, außer dem 6., werden unverändert nach dem KommisstonSantrage angenommen. 8 6, betreffend das für gewiffe Altersstufen zulässige Höchstgehalt, erhielt eine ver­änderte Fassung; außerdem wurde eine Resolution, welche die Heranziehung der Pfarrpfründen über 6000 Mk. zum kirchlichen Hilfsfonds verschlägt, angenommen. Eine von v. Maltzahn vorgrschlageue Resolution über die Publikation dieses Gesetzes wurde abgelehnt. Ueber das Gesetz im ganz« soll bei der zweiten Lesung abgestimmt werde« Die Denkschrift des OberkircheuratS über die Remune- rierung der Superintendenten wurde nochmals an die Ftnanzkommisfion verwiesen. Die Anfragen mehrerer Provtnzialsyaoden, wurdm durch Uebergang zur Tages­ordnung erledigt. — Die Ernmnung des LandratS vo« Stolp in Pommern, Herrn v. Richthofen, zum Polizei» Präsidenten von Berlin gilt jetzt als feststehende Thatsache. Herr von Richthofen ist noch unverheiratet und gehört zu den bedeutendsten Grundbesitze« in Pommern. Er steht in der Mitte der vierziger Jahre und soll stch den Ruf eines energischen Beamten von großer Arbeitskraft erworben haben. — Der „Magdeb. Ztg." wird von Berlin bestätigt: „Die Ernennung des Grafen zu Münster zum Botschafter in Paris war, wie nachträglich bekannt wird, Gegenstand langer Unterhandlung«. ES bestätigt sich, daß Graf

schnöde Behandlung und doch wieder hocherfr«t, daß, wie er weinte, sein eigmer Knecht ihn nicht erkannte, „HauS, so laß doch lo«! Kennst Du mich denn nicht?"

„Ich hätte viel zu thuu, wenn ich alle Gauuer kennen sollte," sagte dieser und schüttelte seinen Her«, daß er ordentlich mit den Zähnen klapperte.

Das war d«n diesem doch zuviel. Mit einer mergischm Bewegung riß er stch los, stellte stch dem klug« Hmä« gegmüber und sagte keuchmd: „Esel! «must Du denn Dein« eigen« Her« nicht wehr?"

Hans spielte gut. Nammtttch war sei» nun folgendes Erstaun« eines SchavfptelerS würdig.

Er glotzte Herrn Strippel mit weitaufgeriflm« Augen au, als ob er ihn noch nie gesehen, nud sagte erblich: „Nanu, steh mal einer an; weiß Gott, der Herrl “ da« muß aber dem Mmschen zuerst gesagt werd«, so erkennt Sie Niemand auf der Welt wieder."

Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Matte«, sowied-Annoncen-Bureanx von Haasenstein undBogler in Franturt e. M., Cassel, Magdeburg und Wien; RudolfMoffe inFrankstm ♦ l M., Berlin,München nutz

Köln: ». 8. Darme und

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!"„*** „Die Veränderung ist do- kolossal l meinte er, ,e« ist ’ cm» । he famose Idee von mir gewesen, da« Bartabnehmen. Hut1 ^9 der Muselmann jetzt kommen, mich erkmnt er sicher "cht wieder. Ich bin gerettet, freilich um ein« hob«

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ifchen ta Eidschwur hören, beim Worte nehm« würdw, er hätte t Ebsd »ahrschriulich den Maud um ein Erkleckliche« weniger voll Guvmmkn; denn «tun auch gerade Geiz keine besondere Mode von ihm war, so warf er doch nicht gern mit

Die Wahl« zum Landtage treten wieder an un« heran und verlang«, daß jeder von uns sein wichtigstes Staats­bürgerrecht ausübt und feine Stimme abgirbt für ein« Abgeordneten, der mit Umsicht und Energie die Wege bi- jum Ziele verfolgt, die wir seither eingeschlagen haben.

Sechs Jahre sind eS, feit Hess« in weit überwiegmdrr Mehrzahl konservative Vertreter in den Landtag gewählt hat.

Wenn heute die Konservativen in der Lage find, auf Erfolge hinzuwris«, welche auf allen Gebieten deS öffmt- lichen Lebens von ihn« errungm find; wenn sie darauf Hinweis« können, daß die Forderungen, welche in ihr« . ^Wahlaufruf« einst gestellt, immer vollständiger der Er- iü llung entgegeugehen, so verdanken ste daS in erster Linie bet Thatsache, raß ihre Anschauung« und Ziele als die leGtcn und heilsamen immer mehr von den Männern an- ta nnt wort« sind, welchen Se. Majestät die Leitung der ierungSgeschäste anvertraut hat.

»Die innige Wechselbeziehung, in welcher die Thättgkeit deSi Reichstages mit der deS Landtages steht, erfordert ein Einvernehmen unserer Abgeordneten in beiden Körpern, und chr Nemrinsameü Streben nach einem Ziele hat bereits seine gutaf Früchte getragen.

Die von den Grundbesitzern geforderten landwirtschaft­lichen Zölle und die Besteuerung der Börsengeschäfte find im Reichstage Gesetz geworden. ES sind damtt nicht bloß dem Lance neue Einnahmequellen eröffnet, sondern die land­wirtschaftlichen Zölle sind im Landtage den Kreisen und Gemünden zur Erleichterung ihrer Lasten durch ein Gesetz überwiesen worden.

nicht bloß eine Erleichterung ihrer Last«, sondern eine Förderung ihre« Gedeihen« nach jeder Richtung hin ernst­lich zu erstreben.

Trm unserem Wahlaufrufe hab« wir dahin gewirtt, das Verfahren der Selbstverwaltung zu vereinfach« und weniger kostspielig zu machen, die Wohlthat dieser Ein­richtung auch unserer Provinz zuzuwenden, und eS wird unsere Aufgabe bleib«, die Forderung« de« prattisch« Lebens in Verbesserungen dieser Einrichtung stets zum Aus- drucke zu bring«.

Wenn wir e« einst als eine Aufgabe der Konservativen bezeichneten, die Eisenbahnen in die Hände deS Staates zu bringen, so ist dieselbe heute erfüllt, der Verkehr hat an Sicherheit und Schnelligkett gewvnnm, vor allem aber find zahlreiche Nebenbahn« auch in unserer Provinz erbaut, und diese neuen Eisenwege zu erweitern, zu vermehr« und seither abgelegmen Gegenden die Segnungen eine« erleich­terten Verkehrs zuzuführm, ist vorzugsweise da« Ziel unserer Bestrebungen.

Bei der bevorstehenden Ordnung bei Volksschulwesens wollen wir die Aufrechterhaltung unserer konfessionellen Schule — wir wollen Fürsorge für den Lehrerstaud, dem bereits eine bessere Stellung seiner Emeriten durch ein Gesetz zu teil geworden ist. Die Uebernahme eines Teile« der Schullastm auf den Staat ist eine unserer Forderungen.

Wie wir den Frieden zwischen Staat »vd Kirche von jeher angestrebt, die Beendigung des Kulturkampfes und Beseitigung der Härten der kirchrnpolitischen Gesetzgebung durch Erlaß abändernder Gesetzesbestimmungen gefordert hab«, so wollen wir, daß auf dem betretenen Wege zu diesem Ziel fortgeschritten werbe, unb baß der Staat den christlich« Kirch« gleichmäßig Schutz und Förderung zur Erhaltung und Pflege unseres christlichen Volkslebens gewähre.

Indem wir diese Grundsätze seither bethätigt, hab« wir nicht die einseitigen Interessen einer Partei, sondern das Wohl unseres Volkes und unserer Provinz im Auge gehabt, und die selbstlose Pflichterfüllung der Konservativen hat ihnen die freudige Unterstützung in weiten Kreisen verschafft.

Als die Männer, welche mit Festigkeit für ihre Ziele wirken werden und bereit find, eine Wahl zum Abgeord­netenhaufe anzunehmen, erlaubt sich der unterzeichnete Vorstand vorzuschlagen:

I. für den Wahlkreis Rinteln:

Herrn Bürgermeister Dohme In Kleinenwieden,

II. für den Wahlkreis HolgeiSmar-Wolfhageu: Herrn Bürgermeister Knobel in Ehlen,

III. für den Wahlkreis Stadt Kassel: Herrn Rechtsanwalt vr. Schier in Kassel,

IV. für den Wahlkreis Lan kreis Kassel und Kreis Witzenhausen:

Herrn Geheimen RrgierungSrat AlthauS in Kassel,

V. für den Wahlkreis Eschwege-Schmalkaldm: Hrrm Gutsbesitzer Pf annstiel in Weidenbrunu, Hundertihalerscheinm um stch. Diesmal aber war er ein« solchen los und da« ging so zu.

E« begann gerade sein Selbstgespräch, al« stch seine Zimmerthüre hinter ihm öffnete und Hans, der Grvßknecht, eintrat, um ihm über den Erfolg der nm« Futterschneide­maschine zu rapportieren. Al« et seinen Herrn laut mit sich selbst red« hörte, blieb er au der Thüre steh« und war nicht wroiß verblüfft, dm Inhalt diese« Gespräches zu vernehm«.

Aber HauS war, wie schon ftüher bemerk, ein kluger Kopf — Han« war, wie fein Herr, ein Denker und dachte auch mit Blitzesschnelle über dies« Fall nach.

„Er hat also den Bart abgeschnitten, um nicht erkannt zu werd«? Hml Hm! Er will hundert Thaler dem Ersten ouS dem Hause geb«, der ihn nicht erkennt? Hm, dem Manne kann geholfen werben," so dachte der kluge HanS und in dem Augenblicke, wo Herr Strippel sich au seinem Kess«schrank zu schaffen machte, fühlte er sich auch sehr energisch beim Krag« ergriff« und die Stimme seine- Grvßknecht« donnerte ihm in das Ohr: „Kerl, was machst Du hier am Geldschrank meines Her«?'

Herr Strippe! stöhnte unter dieser krästigm Faust und suchte verg-blich sich Io« zu ringen.

„Mensch" sagte er, nach Lust schnappend, ,!aß mich tos, ich bin ja--"

„Der Teufe! ist Dein Mensch, nichtswürdiger Spitzbube, bet meinen guten Her« Strippel bestehlen wiD," schrie der unerbittliche HanS wieder und faßte so fest zu, al» ob er einen siörtigm Ochsen bei den Hörne« hätte — „aber ich will dich lehren. Marsch ton« und zu meinem Her« l"

»Aber, HanS," tief Herr Strippe!, ergrimmt über die

0 lange Jahre geprangt hatte unb fuhr zageub fort: -----' Wenn ich nur wüßte, ob e« hilft? Du lieber Gott, man »nn sich täuschen. Ach, ich wollte ja gerne bem ersten Dörsi Nenschm aus bem Hause, bet mich nicht erkennt, hundert angösta.Haler schenken, da« schwöre ich bei Allem, wa« mir iraßc u eisig ist.«

i bringj Hätte er geahnt, wie rasch ihn die Götter drobm, die

Drm Handwerkerstände durch umfassende Organisatiou und durch Ausstattung seiner Innung« mit den zu frucht­barer Wirksamküt unentbehrlichen Rechten aufzuhelfen, ist vornehmlich durch unsere Parteigenossen im Reichstage ferner zu erstreb«.

Der Erlaß der beiden unterstm Stufen der Klassm- l v, steuer hat den Druck der Steuern auf die minder Be- mittest« erheblich vermindert. Auf diesem Wege der Se» schränkung der Klassensteuer vorzuschreiten, die direkt«

Steuern in immer größerem Umfange durch leichter zu ertragende indirekte Steuern zu ersetzen, die so erhaltenen Mittel zur Uebenveisung der staatlichen Grund- unb Ge- bäudesteuer «n die Gemeinden zu »ertoenoen, ist unsere Aufgabe für die nächste Zukunft.

Wenn auf diesem Wege dem schwergeprüften Bauern­stände einige Erleichterung g. schafft wirb, wenn durch gesetz­liche Maßregeln, namentlich durch da« Wuchergesetz und >ie neue SudhastationSordnuLg der Ausbeutung des Grund« icsttzeS manche Schranke gezogen, wenn der Ordnung der Giundbuchverhältnisse in unserer Provinz eine wesentliche krlcichterung gewährt ist, so bleibt eS eine der wichtigsten Aufgaben des Landtages, für nufere ländliche Bevölkerung

Der Demokrateubart de» Herr» Strippe!.

Humoreske von Fritz Brentano.

(Fortsetzung.)

ty h# üassenschrauk, um daS nötige Geld zur Deckung derselb« herauSzunehrnen. ES konnte stch nicht enthalt«, bei dieser Gelegenheit nochmals vor dem Spiegel stehen zu bleib« »ms«»» tob stch prüfend zu betracht«, wobei er wieder einen seiner Monologe hielt.