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XX. Jahrgang

JRatÖlirg, Sonntag, 18. Oktober 1885.

Mr. *H5

WtcheM Kitms

Woche«schau.

Landtages bildeten In ter l,, . .

bte von den Blättern vielfach besprochen wurden. Neue Anschauungen stns hierbei im allgemeinen nicht zutage ge­treten, was ja bei Fragen, welche schon so lange aus der politischen Tagesordnung stehen, nicht wunder nehmen kann. WaS die Ernennung des Fürsten Hoheulohe zum Statt­halter des R-ichSlaudeS anlangt, so hat dieselbe von vorn­herein allgemeine Billigung gefunden und darf man über­zeugt sein, daß Fürst Hohenlohe daS Vertrauen des Kaisers,

«um deutsch spanischen Streite liegt endlich wieder eine Meldung vor. Dieselbe besagt, daß die deutsche Antwort auf ile jüngste spanische Note in Madrid übergeben worden ' u Die Antwort Deutschlands soll indessen in den Madrider Regierungekreisen keine besondere Befriedigung hervorgeru eu habm, da ste die Hauptfrage, ob Deutschland oder Spanien zuerst von der Insel Yap Beflh genommen Habe, nicht klarleae. Man nimmt daher au, daß nunmehr die ver­mittelnde Aktion des Papstes beginnen werde, um so mehr,

geblich bemühte, den Gegenstand dieser Unterhaltung zu erkennen, wurde von einer baugen Ahnung erfaßt und ging dem Kommenden rasch entgegen.

Er war demselben kaum nahe gekommm, als er glaubte, in He Erde sinken zu müfien.

Da« war wi'klich Strippe!, aber wie verändert. Dieser hatte sich nämlich, nebenbei bemerkt, zum dritten Male unter das Scheenmsser begeben und von dem großen, stolzen Demokratenbart, der seit süufuudzwanzig Jahren die Zierde seines edlen Haupte- gebildet hatte, den jede« Kind kannte, ter in der Umgegend sprüchwvrtlich geworden, war Nicht« übrig geblieben, al« ein armselige- Nestchen unter der Nase, so klein, so bescheiden, daß e« unmöglich dm Namen Schnurrbart verdiente und wenigsten« eine große Portion Höflichkeit d-zu gehörte, e- so zu nennen.

.Mensch, Mensch I" rief Gruwpel, al- er seinem Frennde nun gegeuüberstand und reckte seine langen Arme au«, wie ein Paar Wiudmühleuflügel. .Strippe!, um Gotte«, willen, wa« machst Du für Geschichten? Wa« ist dem da« nun schon wieder mit Deinem Bart? Du machst Dich ja zum Gespötte Deiner Beute. Bist Du dem toll geworden? Dir scheint die Hamburger Bast zu Kopfe gestiegen zu sein!'

Mensch Strippe!?* antwortete ihm der also An­geredete. »Hast Dn mich denn gleich erkannt?' ,Na, ich sag'« ja, er ist verrückt geworden,* schrie Gruwpel in komischer Verzweiflung, wobei er sich mtt der rechten Hand derart In die Perrücke fuhr, daß diese stch bi- über seine Augeubrauam schob, wa- seine Schönheit gerade nicht vermehrte. .Warum soll ich Dich dem nicht «kennen? Ich, btt seit dreißig Jahren mtt Dir umgeht.

Unser Kaiser wird in der nächsten Woche au-^Badeu- Laden nach Berlin zurückkehren, wo in diesen Tagen auch die kronprinzliche Familie wieder eiutrifft. Der Kronprinz

Prestiges aushalten können!

An diesem Sonnabend oder Sonntag wird der Czar aus Dänemark in Petersburg zurückerwartet und die Idylle von FredeuSborg erreicht hiermit ihr Ende. Ueber das geheimnisvolle .Attentat', welches angeblich im Parke von

Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u.

7 Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

äjv-ltene Zeile 1» Pfß.

Marne» für die Zette «Pf«.

Willst Du denn überhaupt nicht erkannt sein? Wa«? Wie? So rede doch und glotze mich nicht so trübselig an, wie ein gestochene- Kalb!*

.Du hast mich also erkannt,' antwortete düstermelmchvlisch Herr Strippel, der wirklich ein recht dumme« Gesicht machte, aus alle diese AuSlasiuugeu. - ,@« ist traurig, recht traurig, und ich habe mir doch so viel von diesem Opfer versprochen. Aber e« ist noch nicht genug so fei dem d-S Letzte gethm er falle!'

.Hahaha!' lachte Gruwpel ingrimmig auf, .der Meusch hat e« bar auf abgesehen, mich zum Narren zu machen, mit seiner Geheimni-thuerei. Waö ist noch nicht genug? Wer falle?*

.Pst!', sagte toulo« Herr Strippel, den Finger auf dm Mund legeud, .frage uicht, rede nicht, aber glaube mir, Shakespeare hat Recht: E« siebt mehr Dinge im Himmel und auf Erdm, al« Eure Schulweishett stch träumen läßt.'

Und anstatt zu der Maschinenprobe zu gehm, machte er linksuw und schob hastig dem Wohngebäude wieder zu.

Dergleichm war dem doch Henn Grumpel noch nicht vorgekommw. Er war gerade nicht neugierig er mochte nur gern Alle- wissen, wa» um ihn her vorging, auch wmu e« ihn Nicht« anginz aber j tzt schwindelte chm geradezu b.*r Kopf über da» verwunderliche Benehmen feine« Freunde« Hermann Strippel, der ihm vorkam, wie ein große«, unergründliche» Geheimni», während er sonst sür ihn ein« klare, durchsichtige Scheibe gewesen, die kein Hauch trübte, dessen Ursache er nicht gekannt hätte.

»Fortsetzung folgt)

rneinsameu Schritte der Mächte au- Konstantinopel kommt. .Reuter- Büreau* meldet nämlich, daß die Botschafter der Pforte eine Mitteilung zugehen ließen, welche die Ver­letzung de- Berliner Vertrag- durch Bulgarien und Rumeilen mißbilligt und die friedliche Haltung der Pforte anerkennt, die Haltung der Rumelier aber tadelt. Es deutet die« fast darauf hin, daß man der Pforte freie Hand zur Wiederherstellung de- Status quo in Bulgarien lassen will und besagt wiederum, daß ein Appell an die Waffen bei­nahe nicht mehr zu umgehen ist. Von den Serben be­fürchtet man überdies jeden Tag, daß ste die türkische, vielleicht auch die bulgarische Grenze überschreiten und

Der Demokratenbart -e- Herrn Strippe!.

Humoreske von Fritz Brentano.

(Fortsetzung.)

Gruwpel und Hau« waren in Hau« und ©arten nicht m finden, da Ersterer mtt dem Letzteren auf eine etwas entfernte Wiese htvauSgegangm war, wo heute eine neue Futterschneidemaschine probiert »erben Me, zu welchem Experiment sich außer dem Personal de« Strippe! |chm Hause« auch einige Gut-nachbarn eingefnndeu hatten.

Man wartete wohl eine halbe Stunde auf den Haus­herrn. dessen Anwesenheit bei diesem Vorgang man al« selbstverstänvlich bettachtete, allein, da er nicht^erschien, wollte man auf Anordnung de« Verwalter« gerade besinnen, al« eine Figur in Sicht kam, die von Weitem den zweifel- hasten Eindruck «achte, daß sie Herrn Strippe! vvrstellen könne oder auch nicht. _

Einer der Nachbarn bemerkte dm langsam Herau- nahevdeu zuerst und meinte: .Wenn ich nicht wüßte, daß Strippel einen großen Bart trüge, so würde ich sagen, da unten kommt er eben. E« ist die Gestatt, aber der ®ait « coftte d0 Ruderer, .dann'ist er e« gewiß nicht, denn den hat er sich keivmsall« abgeschnitten, bm Stch, die Zierde seine« fetten Gesichte«; übrigen» habe ich ihn heMe Morgm um sechs Uhr noch mit demselben gesehen.

»Und er ist es doch,' sagte der Eckerewieder, .ich bitte Euch, wer trägt so majestätisch sein Bäuchlein wie er?

.Unsinn,' antwortete der Zweite, .Strippe! ohne Bort, da- ist ja gar nicht denkbar.'

©rumpel, welcher sehr kurzsichtig »ar und stch ver-

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte«, sowied.Annoncen>Bureanx vontzaasenstein undVoaler inFranturt a. M-, Cassel, Magdeburg und Wien: Rudolf Moffe in Frankfurt i, »L, Berlin,München und

Mn:. 8. Saut und Co. in Frankfurt « M. Berlin, tzanuovcr u Pari«.

Erscheint täglich außer an «erjagen nach Sonn- und vertagen. Quartal- «donnements-PreiS bei der Expedition ä*/, Kl., bei

Postämter 3 Mk. 50

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wird also am 18.Ottober seinen Geburtstag In der Heimat Herr v. DunajewSki dem I DaS Abkommen, welche« Sir Druwmond Wolff mit

feiern, wo Ihm ein allgemeiner .Herzlicher Glückwunsch am Mittwoch gab, keine Schönfärbereien enthal , s HI© I mtork mcflen Egypten geschloffm hat, ist nach langer, entaegeuschalleu wird. Ebenfalls nach Berlin zurückgekehrt der Stand der Fla°uM CisleithanienSeutschledengebeffr. I er Pf S » bemerkenswerter Erfolg In

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postens von Elsaß - Lothringen durch den bisherigen Bet was aber Segeuüber dem vo jährigen Defizlr »rdenülchen da« Prestige Albion» nicht nur am Nil, sondern überhaupt Saftet des Deutschen Reichs in Pari«, Fürsten Chlodwig rurgum 8630355 fI bedeuet. »«h die or^nMchen hergestellt werden wird, muß freüich erst

v? Hoh ulohe Schillingsfürst, und die in allernächster Zeit Staatsausgaben haben jlch ^grn daS Jahr 188 neu v Inzwischen ist der englischen Regiemng

p v«toim°- Wahl d.0 Püm-n Md.« °ra Wmstm 27720* MtotaL»E Md n»i«Mto .* Z-stst ra d-nOft-rraim

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-WUMM- MH-WWM Luflitfaennntmen wurde: da«Sans um 8000 Mann Truppen, nach deren Ankunft soll ein zeugt sein, daß Fürst Hoyemoye vao wenrauen ow i holt mtt lebhaftem Beidall aufgenommen ur , v nitlmatum nach Mandaley, der birmanischen Hauptstadt,

welches ihn auf feinen neuen verantwortungsreichen Posten na$m WWW9ble gegangene Woche abgehen. Wenn der birmanische Herrscher nicht nachgiebt,

berufen hat, vollkommen rechtfertigen wird. Auch die Prä- tzb d »« En^ S^angme ^mpe aog^y Wnbe gdbjU0 bet Engländer

sentation des Prinzen Albrecht von Preußm, des Neffen °EMch leicht zur vollständigen Einverleibung Birma« in

nuferes Kaiser«, al« künftigen Regenten Braunschweig«, nehm enden Stichwahen Die^ 66 auglo-indische Reich führen, denn dieser Gedanke ist

findet die Zustimmung aller der Kreise, In denen man die Parteien, die Opportunisten und btt mavt m , 0 iw » <sab7en von der engltfchen Regiemng erwogen ÄMWÄÄtrag "S DMHH nimm, st« trat. wi.d.. düstre. d«m

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braunschweigischen Bevölkerung elbst finden wird. » möglich für M Jerou»^^mjen uw tp in wnjwu jj- » geworden/ die bulgarische Personalunion anzu-

Der RüchSkanzler Fürst Bismarck leidet seit e nigen btta* S rkenum ab» den' Anmaßungen Serbien« und Griechen-

Tagen wieder an seinem alten Uebel, au rheumatischen Weaierttnß Rlb? land« entgegen zutreten, tritt jetzt wiederum daS Gerücht

Gesichtsschmerzen. AuS Sttaßburg wird zur Uebernahme Mblich> zui beet fl ff s ch i bei dem von ernsten Differenzen zwischen Rußland und Orsterrech

des Statthalterpostens durch den Fürsten Hohenlohe offiziell fch-U^^.^rartigeS^faekrdert am 18. Ott. auf. Freilich ist dieses Gerücht noch ein recht mtoer* Manö^ fürÄ Ä ^jL^^A?2Nk

unbedingt als republikanisch gesinnt bekannten Elementen vorgenommen werden solle. Mit solchen kleinlichen Mitteln werden die gegevwäitigen Machthaber in Frankreich wohl am wenigsten den offenbaren Niedergang des republikanischen