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Mr. 193.

JRarfiucg, Freitag, 21. August 1885.

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Expedition 2*/« K' den Postämter ?"

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowied.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undBogler in Frankurt a. M.,Kaflel, Magdeburg und Wien: RudolfMoffe in Frankfurt <u ÖL, Berlin,München und Köln: G. L Daube und Lo. in Frankfurt a.

B«rlin,Haunover u. Paris.

«iuicntlichc Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition- Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

? ' Deutscher Reich.

lj Berlin, 19. Aug. DieNordd. Allg. Ztg.' ist er- ^mächtigt, zu erklären, daß die Meldung einiger Blätter, die Ernennung des Generals von Albedyll zum Minister des

> töniglichen Hauses stehe bevor, der Begründung durchaus d entbehrt. Das Aeltestenkollegium und die ständige Kom- v misston der Berliner Kaufmannschaft einigten sich darüber, 2 daß den Delegierten zum internationalen Telegraphenkongreffe 3 in der Börje ein Fest gegeben werden und daß dasselbe v zu Anfang deS September stattfinden soll. DemReichs- £ anzeiger* zufolge werden die Entschädigungen für die Bom- ? barvementS - Schäden in Alexandrien voll, aber ohne Ver- < zugSztnjen ausbezahlt. Die Verifikation der JndemnitätttitreS tz hat begonnen; zuerst werden die TitreS der Eingeborenen, t hieraus die TitreS der Europäer in der Reihenfolge des y französischen Alphabets der Nationalitäten geprüft. Sofort

nach der Prüiung der einzelnen TitreS erhält deren In- L Haber eine auf Sicht zahlbare Anweisung, welche bei der t Schuldenkaffe selbst, bet dem Kredit Lyonnais und bet der

Angto-Egyptifchm Bank in Alexandrien etnlösbar ist. Die ^deutschen Reichsangehörigen sind auf den 23. August zur Einreichung ihrer TitreS eiugeladeu. Gegenwärtig sind k in der Hauptstadt des Deutschen Reiches bekannttich die

Bevollmächtigten fast aller Staaten versammelt, um Maß- regeln zu beraten, welche die Förderung und beffere Aus­nutzung des TelegraphiewesmS zum Zweck haben. Unsere

x Retchsregierung hat auch da das Verdienst, au der Spitze derjenigen zu stehen, welche durch zweckgemäße Vorschläge

i und entsprechende Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des X Volkes den Gebrauch der telegraphischen Mistel zu verall- i gemeinem und zu verbilligen suchen. Diese Thatsache s< muß wie dieNeue Reichs-Korrespondenz" bemerkt s besonders hervorgehobeu werden gegenüber den Bestrebungen i derjenigen Parteien, welche die Regierung fortwährend tu volkSwutschasUicher Hinsicht augretfeu. Diese Parteien

2 schwatzen so viel von dem Weltmarkt und von der Welt- ; wirtschaft; ihr Thun ist aber derartig, daß es den deutlchen

Gewerbe- und HandelSstand viel mehr jchwächt, als stärkt, daß es die deutsche Produktion unfähig machen würde, i diesen großen Wettbewerb siegreich zu bestehen. ES ist j keine Phrase, wenn man behauptet, daß unsere Zeit wie l niemals auf die Ausnutzung aller nur gegebenen volkS- 5 wirtschaftlichen Chancen dränge, und das eS darauf an- l komme, über die übrigen Mitbewerber auf dem Weltmärkte 6 den Steg davon zu tragen. Ueberall arbeiten die produ- »zierenden Klaffen mit der größten Anstrengung, überall | mehren sich Die Anzeichen, daß man dem Verkehr in der 5 großartigsten Weise Ecleichierungen zu verschaffen sucht. ' Heme arbeiten England und Rußland in fieberhaftestem j Wetteifer an dem Ausbau ihres astatischen Eisenbahnnetzes, f heute sängt mau auch an, in China ausgedehnt- Schieuen- f wege tu Arbeit zu nehmen, heule arbeitet man an dem t großen Panamakanal, der die beiden gewaltigsten Meere f der Well in nächste Berührung bringen wird, den Suez- s kanal erweitert mau alles Maßregeln, die Verkehr und

Die Braut des ÄutSherr».

1 Eine Geschichte aus Ungarn

J von Max Viola.

s, (Schluß.)

iDu liebst mich nicht?!' schrie er auf und es schien, 1 als ob ein Dolch seine Brust getroffen hätte.Du liebst 1 mich nicht? Mädchen, sprich diese Worte nicht aus, denn 1 sie sind der Tod für mich; sprich sie nicht auS, diese Worte, I denn Du kannst nicht unbarmherziger sein, als die Ver- ! geltung, als die Gerechtigkeit.' Er sank in die Knie und stützte das thrinmüberströmte Antlitz auf die gefalteten Hände.Nichts', rief er,will ich von Dir, als Mtllets, i nichts als e'u A-om Liebe. Ich verschmachte und vergehe, j wie der durch glühenden Wüstensand gehende Pilger: Dein i Blick, Deine Verzeihung, ein einziges LiebeSwort sind die f Ousc, welche diesem alähradeu, brennenden Innern Er- 1 srtsruug, Leben, Seligkeit zu spenden vermag. Verweigere ! mir diesen Blick nicht, stoß mich nicht hinab in den finsteren, J entsetzlichen A-gründ, laß wich nicht, alle Qualm der Hölle im Herz u fühlend, dieses Leben von mir werfen---

Wir stehen vor unserem Tode, Mädchen, drum gieb mir ; Deine Liebe, gieb mir die Seligkett, denn die ewige ist mir verschlossen.'

Erst bet seinm letzten Worten entferute Margit die i Hände von ihrem Antlitz. Ein Schauer vurchrteselle ihren Körper und sie wandte sich zitternd von dem jungen Manne a6, aus dessen Augen wilder Wahnsinn sprach.Horch, wie eS knistert, wie eM prasselt', sagte sie plötzlich, erschreckt

Handel ganz intensiv steigem müssen. Die deutsche ReichS- regierung hat dieses Anwachsen deS Unternehmungsgeistes längst verstanden und hat ihren Anteil daran genommen: die deutsche Flagge weht schon gebietend im indischen Ozean, überall wo noch Raum zu neuen Unt rnehmungen und zu vermehrten Verdiensten grlaffen ist, erwachsen deutsche Kolo­nien, und neue Schnelldampferlinien werden unseren LandS- lmten Gelegenheit geben, als die ersten am Platze zu sein, wo sie die ersten sei» wollen. So pulsiert ein mächtiges Getriebe auf den Märkten der Welt und auf den Verkehrs­wegen, die den Güteraustausch von Volk zu Volk vermitteln; die wachsende Beteiligung Deutschlands an diesem Welt­verkehr aber weist nach, daß wir heute mit zu den ersten gehören, welche den Geist ihrer Z-it verstehen und sich von seinem Flügelschlage aufwärts tragen loffm. Wenn wir diese Fähigkeit erworben und erweitert haben, so haben wir eS in erster Linie der stets sorgenden Retchsregierung zu verdanken, die eine nationale Produktion«- und Handels­politik geschaffen hat unter hartnäckigem, erbittertem Widerstande des oppositionellen JntereffenringeS, der darauf und daran war, die wirtschaflliche Unabhängigkeit des deutschen Volkes in seiner Umklammerung zu ersticken.

Das ReichS-VerstcherungSamt veröffentlicht neuer­dings verschiedene Bescheide, die von ihm auf gestellte An­fragen ergangen sind. Wir heben aus denselben folgende hervor: Von mehreren provisorischen GenoffenschaftSvor- ständen gingen Anfragen ein, wer alsLeiter einesBe­triebes' im Sinne der §§ 14 Absatz 3 und 16, Absatz 3 des UnfallverflcherungSgesetzeS anzusehen sei. Das Reichs- Verficherungsamt hat darauf erwidert: Die gestellte Frage ist nicht nach bestimmten allgemeinen Regeln, foudern nach dem bestehenden dienstlichen Verhältuiffe im einzelnen Falle zu beurteilen. Da das Gesetz die Vertretung der Berufs- gevoffen in der GenoffenfchaftS - Versammlung, soweit eS unter Wahrung des GenoffenschaftSprinzips geschehen kann, thunlichst zu erleichtern beabsichtigt, so ist der Begriff nicht zu eng zu faffen. Als Liter int Sinne des Gesetzes wird demnach nicht nur derjenige anzusehen sein, welcher die Ge­schäftsführung deS versicherungspflichtigen Betriebes aus­schließlich besorgt, sondern auch, wer mit anderen an der oberen Geschäftsführung Teil nimmt. Bon diesem Gesichts­punkte aus kann eS im allgemeinen nicht als unzulässig erscheinen, den Leiter einer Abteilung eines größeren Be­triebes, z. B. der Gießerei in einer Maschinenbauanstalt, als Leiter des Betriebes im Sinne des Gesetzes zu be­trachten. Ebenso wird es hinsichtlich der Zulassung des kaufmännischen Leiters eines Betriebes zur Vertretung deS Unternehmens, sowie hinsichtlich seiner Wählbarkeit zu bett Ehrenämtern der Genossenschaft, nach näherer Bestimmung de« Statuts darauf ankommen, ob er thatsächltch zu den Leitern res Betriebes gehört; dagegen wür.e auf die Be­fugnis der Piokurazeichnung für die hier erörterte Frage kein G wicht zu legen sein. Seitens eines provisorischen GenvffenschaftsvorstandeS wurde angefragt, wie eS bet Auf­stellung des GenoffenfchaftrkatasterS, Ausfertigung der Mit­

gliedscheine und Berechnung der Stimmen hinstchllich jener Unternehmer zu holten sei, welche innerhalb des Genoss«- schaftSbezirkeS und in den Bezirken verschiedener Sektionen mehrere Betriebe besitzen. Das Reichs - VerstcherungSamt erließ hierauf folgenden Bescheid: Nach §§ 9 und 34 des UnfallverstcherungS - Gesetzes vom 6. Juli 1884 ist als Mitglied der Berufsgenoffenschaft der Betriebsunternehmer, nicht der einzelne Betrieb anzusehen. Dagegen wird die Zahl der abzugebenden Stimmen, sofern daS Statut keine abweichende Bestimmung enthält, gemäß 8 14 Absatz 2 a. a. O. nicht nach der Zahl der vom Unternehmer über­haupt, sondern nach der Zahl der in jedem einzelnen Be­triebe beschäftigten Arbeiter berechnet. Hiernach hat ein Unternehmer, welcher in einem Betriebe 250 Arbeiter be­schäftigt, 11 Stimmen, ein Unternehmer von 2 Betrieben mit 120 und 130 Arbeitern dagegen für den ersten Be­trieb 6, für den letzteren 7, im ganzen also 13 Stimmen. Um dieses Verhältnis ersichtlich zu machen, hat das Reichs- Versicherungsamt an die Unternehmer mehrerer selbständiger Betriebe für jeden der Letzteren je eine besondere Einladung zu den gemäß §§ 14 und 16 a. a. O. berufenen Geueral- (Genoffeuschasts) - Versammlungen erlaffm. Dagegen wird einem jeden Unternehmer mehrerer Betriebe seitens der Gevoffenschaft nur ein Mitgliedschein auszustellen sein, in welchem die Sektionen, zu welchen seine Betriebe gehören, und die Katasternummern der letzteren aufgesührt sind. Im Kataster sind die selbständigen Betriebe eines Unter­nehmers einzeln unter besonderen Nummern aufzuführen. Können mit Rücksicht auf die Einteilung des Katasters nach Sektionen, Verwaltungsbezirken rc. die in verschiedenen Sektionen, Verwaltungsbezirken rc. belegenen Betriebe nicht hintereinander aufgesührt werden, so empfiehlt es sich, den verschiedenen Eintragungen entsprechende Verweisungen hin- zuzusügen. Sektionsmitglied ist der Unternehmer in jeder Sektion, welcher ein oder mehrere selbständige für Rech­nung geführte Betriebe angehören; der Wohnsitz deö Unter­nehmens ist hierbei bedeutungslos. Sind die mehreren Betriebe nicht von einander unabhängig, sondern bilden sie einen Gesamtbetrieb im Sinne des § 9 Absatz 3 a. a.O., so sind dieselben alö ein Betrieb unter einer Nummer in das Kataster aufzunehmen, und gehört der Unternehmer nur jener Sektion als Mitglied an, in deren Bezirk der Hauptbetrieb gelegen ist.

BreSlau, 17. Aug. DerSchl. Ztg.' geht von kompetenter Seite' folgende Mitteilung zu:Das Verbot der hiesigen fozialdemokratifchen Druckerei Silesia wird in der oppositionellen Presse bemängelt, weil damit daS Sozialistengesetz auch aus off ne Handelsgesellschaften an­wendbar crkläit wird. Diese Bemängelungen sind als grundlos zu bezeichnen. Ja dem betreffenden Kommissions­berichte des Reichstages ist ausdrücklich anerkannt, daß auch off ne H andelSgcsellfcha'ten zu den nach § 1 des Soztalisten- gefetzxS zu verbietenden Verbindungen gehören können. Im Uedrigm kann mitgetcilt werden, daß Herr Kräcker den Nachweis geführt hat, daß die offene Handelsgesellschaft

aufspringend.Was ist das? WaS hast Du begonnen? Um Christi Willen, was hast Du begonnen?!!

Der Jüngling schwieg. Erst nach einer geraumen W-ile fragte er, wie aus einem tiefen Traum erwachend: Margit, Du liebst mich nicht?'

DaS Mädchen würdigte ihn keiner Antwort, keines Blickes. Ihr Busen wogte stürmisch, die bleiche Farbe ihres Antlitzes machte einer dunklen Röte Platz.DaS Gehöft stehl in Flammen!' rief sie mit einem grellen Auf- schrei und in rasender Hast stürzte sie zum Fenster, tun den drohenden Flammen zu entrinnen. Schneller jedoch, als st: zu fliehen vermochte, «ar er auf sie losgestürzt und hatte sie mit briden Armen umklammert.Wir ster­ben zusammen, Liebchen', rief er mit heiserer Stimme. Wir halt« Hochzeit, der Tod segnet unfern Bund. Ist Dir bange, Margit? Fürchte nicht»! Ich schütze Dich mit meinen Atmen, mit meinen Lippen. Erst, wenn meine Seele zur Hölle gefahren ist, sollst Du von diesem Leben befreit werden und wir im Tode folgen.'

Wie es knistert, wie e» kracht!* rief sie mit Entsetz« vetratender Stimme.Feri., um Gotte» Willen, töte wich nicht, laß mir das Leben, es ist fürchterlich, in dm Flam­men zu eneenl* Mit der Kraft der Verzweiflung versuchte sie, sich seinen Armen zu entwinden, um das Freie zu ge­winnen, sie vermochte sich nicht aus seiner Umarmung zu befreien. Er hatte sie fest an sich g preßt, sein Mund ruhte auf ihren Lippm und mit starren B ick en sah er ihr in die Furcht und Schrecken bekundenden Auge».

Im Gebälke des Herrenhauses knisterte und praffelte,

krachte un) raschelte schaurig. Da und dort züngelten kleine Fläwmchen empor, immer breiter und höher wurden die Flammen, hier verband sich eine Lohe mit einer anderen, heller, breiter, größer wurden die einzelnen Flammen, immer mehr und mehr näherten sie sich einander, endlich schlug« sie alle zusammen und bildeten ein einzige« Flammengewoge, daS Herrenhaus war in Feuer gehüllt, die Lohen strebt« ungehindert und leuchtend in die Höhe. Die stille, finstere Na4t war wir durch Ziuber v-rschwundea, greller Feuer­schein beleuchtete da» Gehöft weit umher und eilmdS kam« die Knechte und Mägde mit Eimern und Kübeln herbei, um zu löschen und erfüllten -die Luft mit Angstrufeu und Wehklagen.

Jedes lebende Wesen hatte sich aus dem Herrenhause geflüchtet; jetzt wendete sich alles zum Fenster deS beleuch­teten Zimmer», wo sich die Nichte der Gutsherrin befand. Drei Knechte wollt« zugleich in die Stube dring«, um das ohnmächtige Mädchen in» Freie zu trag«; doch der junge Mann hatte mit Blitzschnelle eine Pistole hervor- g-zöge". »Der Erste, welcher da» Zimmer zu betret« wagt, ist eine Leiche, das schwöre ich, so wahr mir Gott in meinem letzten Augenblicke gnädig seil' rief er mtt lauter dröhnender Stimme, daß die Knechte vor Entsetzen zurückwichen.

Fünftausend Gu'wen demjenigen, der das Fräulein rettet!' tief die Stimme des benachbarten Gutsbesitzers. Zehnt msend Gulden, wenn sie Jemand herausträgt!' fchrie er keuhmd.Ist I mand unter Euch, der in daS Zimmer zu bringen wagt? Rettet fiel mein Gut, mein ganzes Vermögen demjenigen unter Euch, der st; rettet!'