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XX. Jahrgang.

Marburg, Dienstag, 14. Juli 1885.

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ßfttt im spätesten unter allen Berufsklassen ihr Leben ver-

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im allgemeinen nicht sehr verwundern kann, wenn kaum

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m0<Söw gehört schon ein unerschütterlicher Wille dazu, alljährlich gewiffe Summen zu sparen, und zwar zunächst nur füreinen künftigen Zeitpunkt, der in der Regel erst nach langen Jahren und nach kaum voraukzusehenden Lebensereignissen eintritt, und umsomehr, wenn man die Ziele der Lebensversicherung ungeschmälert erreichen will, aber der Lohn solchen Sparens ist allen gewiß, die ihr Leben versichern, der da besteht in dem das gavze L ben begleitenden Bewußtsein, für /inen bestimmten Zeitpunkt seiner oder der Seinen Zukunft nach Kräften, so lange er zu erwerben und zu ersparen vermochte, gesichert zu haben, der darin besteht, vorübergehende Kalamitäten leichtrr er­tragen zu können, im Hoffen auf eine gesicherte Zukunft der Seinen oder seines sonst vielt icht hilflosen Alters.

an Lebensversicherungen machen!

Dies wäre die beste Antwort auf die Frage.

Damit komme ich nun auf die L bensverstcherung und auf die Beantwortung der mir vorgelegten Frage.

Die ersten und ältesten LebenSverstcherungS - Anstaften Deutschlands gingen von Menschenfreunden auS, welche die Nützlichkeit des Sparens und der Sicherung von Erspar« nisten durch Versicherungen des Lebens für den Tod sfall oder für ein IUM Voraus bestimmtes Lebensalter erkannt L° 4 S md n«4 dm« WSuH,«8 d-° ®tatiftll über V«. "r.*** ke" "^r^r-denken

Verhältnissen und durch Vervollkommnung ihrer Versiche­rungs-Einrichtungen dahin gelangt sind, daß nunmehr eine ganze Reihe bestsundierter Lebensverstcherungs-Anstalten es jedem, der etwas zu verlieren und zu «sparenl hat, daS Sparen und die Sicherung solchen Sparens möglich

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zögerte Ludmilla, dann befahl sie kurz und unfreundlich, den Gast eintreteu zu lasten.

Der alte Herr war sorgfältiger, denn je, fast stutzerhaf! aekleidet, und dir geschniegelte, ans Geckenhafte streifende Art, wie er sich trug, kontrastierte seltsam mit dem schnee­weißen Haar , das sein Haupt bedeckte, und mit den stark ausgeprägten derben Zuge seines Gesichtes. .....

Ebe der Graf daö Zimmer der Baronin be rat, zog er die perlgrauen Gl°c;ehandfchuhe straffer, zupfte die blendend- weißen Manchetten ein wenig unter dem Rockärmel Hrrhor und ließ den Blick noch einmal prüfend an feiner Gestalt

Deutscher Reich.

Berlin, 11. Juli. Der .Reichsanzeiger- publiziert eine Bekanntmachung deS Reichskanzlers, wonach der Bundes­rat beschlossen hat, daß flüssiges (kondensiertes) Ammoniak nur in Behältern auö Schweitzeisen, FlußIen oder Guß- stahl, welche bei amtlicher Prüfung einen Druck von 100 Atmosphären ohne bleibende Veränderung der Form auS-

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- Quartal.

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(ertl- Bestellgeld).

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mit (2933 a. s.w.

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da'sün'Leüen"v-'sichert, folgt einem edlen Naturtrieb, nach

Kräften auch für die Zukunft der Seinen zu sorgen!

Betrachten wir nun die Lage deS Landwirts und die

Vorteile der Lebensversicherung für denfe en, it ne >onu nocv vierer, unv uivy«. .......o-..a

wie viele in anderen BerufSarten im stände ist, mit Sicher­heit auf ein bestimmtes Einkommen zum voraus zu rechnen,

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b- Blattes, s owied.Annoncen* Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankurt a. M., Kastel, Magdeburg und Wien; RudolkMosie in Frankfurt a M., Berlin,München und

Köln; ®. L. Daube und So. in Frankfurt a. M* Berlin,Hannover u. Paris

Im Bau« des Schicksals.

Roman von Moritz Lilie.

(Fortsetzung.)

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ickatt des Mädchens zu machen. Sie ist arm, sagen Sie i W Dann istihrvielleicht nicht unangenehm, wenn man Ihr Wil« »etMenen gtot W- *» («niet zu nähen «erftehl. habe I« ^V,»Än r?gm tignng; ich werde mir das Mädchen in den nächsten Lagen rufen lasten.". , _ -

Wenn der junge Künstler geLußer hatt«, er habe^ie Baronin noch nie verstimmt gesehen, so ha«-er jtzt G legenheit dazu. Sie war mißgelaunt, und es daher für angemessen, sich zu entfernen. MS Zimmer verlaffen hatte, erhob sich Ludmilla hastig^

.Eine kleine Bekanntfchast ohne Bedeutung s S e$; aber seine Stimme zitterte dabei flüsterte sie sich I I u während sie einigeLale im Zimmer auf J und den Hund, welcher ihr schweifwedAnd f° g-° wollte, mit einem Fußtritt unter die Ottomane scheuchte.

Blatt Papier den Namen .Agnes Hertling und verschl h 'ÄH«".1 A«,' au., .etae mb-r-wB 6k6tetoe B©uote später meldete der Diener der Battnlu hm Besuch deS Grafe« Trmbrowski an; einige Minuten

Gerade dem Landwirt zeigte sich öfter als bei vielen anderen BerufSarten daS Bedürfnis, fein Alter vor unglück­lichen Zufällen und Not zu fchützrn, sich unabhängig zu erbalten, und wird eS ihm besonders schwierig, nachdem er . $ stfn Gut oder Teile seines Vermögens an Kinder rc. h Md na« dm« ******LElteÄÄÄW dk &6en.ton=r unter den »«(«tot*« ÄSÄgfeine« SermSgenJ fit feine Leden »d,. »übereilen, wogegen ihn kein anderes Mittel besser zu schützen weiß als gerade die Lebensversicherung, wie sie in ver­schiedenster Form und Weise möglich ist- Wie hart, un­gerecht und unzureichend ist ost ein Leibgeding für alle 8it®la8tetft und bleibt die in jungen Jahren genommene Lebensversicherung ein wahrer Trost und vermag einen befferen Ausgleich, rin besseres Los dem Landwirt und seinen Erben zu bereiten. Für die mannigfachen Fügungen des Familiengeschickes bei dem Landwirte, der mehr als andere an die Scholle gebunden ist mit allem, was er ist und was er Hot, läßt sich k-um bester vorsorgen, alsdurch eine Lebensversicherung, wobei er freilichbeider Wahl der. selben seine Kräfte und fein voraussichtliches Bedürfnis ^^Wolltr^ich'all? Vorteile, welche die Lebensversicherung den Landwirten zu bieten vermag, speziell QnWre'° würde ich Ihnen viel zu lange reden und den Zweck Heu tiger Besprechung, durch Hinweis auf die vllgc meinen Vor. teile der Lebensversicherung für den Landwirt Sie^ selbst zum Nachdenken und zum Handeln in dieser Sache zu ver- ! anlaffm, gänzlich verfehlen.

AuS dem Vorgetragenen vermögen Sie wohl zur Ge nüge zu ermeffen, welche Vorteile die Lebensversicherung, fei es zur Sicherung der Familie, zur sicheren Erwerbung, Erhaltung und Vermehrung von Vermögen, zur Vermeidung von Härten bei der VermögenStetlung oder der Vererbung, zur Sicherstellung von Geichäften, Unternehmungen oder Schuldverpflichtungen, zur Erleichterung der Gutsübergabe, zu? Erhöhung des Kredits, zur Zuwendung von Legaten oder was sonst noch bietet, unb möge die heutige Anregung

Bleiben Sie, ich werde heute nicht zur Oper fahren." antwortete sie kühl; .was ist Ihr Begehr?"

Sie sind heute außerordentlich förmlich und ungnädig, Frau Baronin!" lachte der Graf, indem er sich einen Stuhl herbeilangte und Platz nahm. , ., .

Muß e« denn durchaus ein bestimmter Zweck fein, der mich zu Ihnen führt, oder konnte meine Anwesenheit nicht ebenso gut ein Akt der Höflichkeit sein?"

.Derartige Höflichkeiten pflegt man in den Mittags­stunden auszutauschen, mein Herr; da Sie aber einmal hier sind, will ich Gnade für Recht ergehen lasten.

Der Mann verbeugte sich.

.Liebenswürdig wie immer!' rief er mit ironischen Lächeln. .Früher freilich konnten Sie freundschaftlich sein und noch ist mir die Zeit in °ngenehmerErinmrung,da wir noch GutSnachbaren waren und bei Lebzetten deS ver storbenen BaronS viel zusammen verrchrten. Damals war Schloß Rodowicz der Sammelpunkt Aller, die Anfpmch arp Rang und Namen machten, und Sie gnädige Frau, waren die Sonne, um welche sich die Herrenwelt wie Planeten

Ein spöttisches Lächeln kräuselte die Lippmder schönenFrau.

.Ganz Recht, wie Wandelsterne, so klein und so uvbr- P5"S! GraNchttr/di?se Bemerkung absichtlich zu Überhören.

Wir Alle schmacht-ten damals nach einem Blick, einem Händedruck, einem freundlichen Wort von Ihnen, und «em es zu teil wurde, der war beneidet und gehaßt fuhr er fort. Auch ich hatte damals daS Glück, mich zuweilen einer Gunstbezeugung von Ihnen rühmen zu dürfen, jaSiezrich- neten mich sogar nicht selten vor-geren Kavalieren a«S.

(Fortsetzung folgt)

Nicht Klagen und Lamentieren über die schlechten Zeiten, nicht daS Sichverlasten auf fremde Hülfe »uv fei 'S SwaiShülfe werden dem Landwirt ein besseres LoS ver- schaffen, sondern zunächst die verständige Selbsthülfe, die Selbstbesteuerung ausschließlich zu eigenem Vorteil, die her­vorgegangenen an« einer richtigen Erkenntnis derZeit und bestehender Mängel, die Anwendung derjenigen Mittel zur Abhülfe von Uebelständen, welche sich dem Landwirt bei seiner jetzigen Lage in erster Linie im Sparen darbieten, wenn er den Fortbestand seines materiellen Wohles nicht

lassen, daß Zölle, indirekte Abgaben oder andere Gesetzes­matzregeln, die dermalen ungünstige Verhältnisse Mischen seiner Produktion und der Konsumtion in etwas oder aus­reichend günstiger gestalten körnten.

In erster Linie wird er also seine ArbeitS« und Kapttal- kräite in feinem landwirtschaftlichen Gewerbe möglichst nütz­lich, d. h. mit möglichstem Verständnis den Bedingungen i ^reits'reichlich unausbleiblich wiederkehrende AuS- seiner Produktion, die ihm zu allen Z^en^Konsumo datz^ für Steuern und Löhne hat, daß eS also

diktiert hat, anzupaffen und zu verwenden haben, inzwete g n, na verwundern kann, wenn kaum

Linie wird er Luch dafürSorge träger. daß ihm seine nu »m allgemetnen^nM l 9^ Versicherten der

der Seinen sauer verdiente Existenz auch in alle Zukn ft, | meyr^ ^^^^nLeruna »u staden sind, während doch soweit überhaupt menschenmöglich ist, gesichert butbtl

^n erster Linie gehe der Landwirt auf sicheren Erwerb, in zweiter aus Erhaltung de? an!

Sparen und Sicherung deS Ersparten auS l

Welche Borteile bietet die Lebeusversicheruug im Dienste de, Landwirtschaft.

r . . ° »ibp.rn v. Wedekind auf der Delegierten-Ver- s^mmlung des Verbandes der Hefsischen Land«.- und Konsum- sammi u Vereine zu Darmstadt.

Die vorliegende gewichtige Frage ist auf die Tages- »rdnuna der 23. Delegiertenversammlung gesetzt worden, nickdem sie schon seit Jahren verschiedene Anregung und Em«g I» wf--m &l=« md naauutll« a»ch beim VerbandSausschuß und in der Kommission I gefunden hafte.

Zweifellos ist diese Frage^zeitgemäß, da der Landwirt alle Ursache hat, alles zu prüfen und daö Beste zu wählen, wo eS sich darum handelt, feine Lage und fein und der Seinen Schicksal soweit er es vermag, soweit die «selbst« Hülse dazu im Stande ist, selbst zu bessern, ihn vor­zugsweise treffende Uebelstände zu beseitigen oder doch zu

UlCui u Anvijvii* ^w»*** r *

Gothaer Lebensversicherung zu finden sind, während doch

Landwirt TtK I

be8 einmal Erworbenen, aus | ^1^» die Landwirte in möglichst frühem Lebensalter

Expedition: Markt 21. Redaktion,

hinabgleiten. ,

Dann schritt er an dem Diener vorüber in daS G rmach und geräuschlos schloß derselbe hinter ihm die Thür.

An der Schwelle verbeugte er sich leicht, dann schritt er auf die Dame zu, erfaßte deren Hand und führte sie an | feine Lippen.

.ES muß eine dringende Angrlegmheit feto, die Sie zu fo später Stunde zu mir führt, Herr Graf! faßte bk Baronin;Sie sollten wissen, daß man um diese Zeit einer Dame keine Besuch- abstattet."

.Verzeihung, gnädige grau, aber ich glaubte, unserr lange Bekanntschaft habe die strengen Formen der Etikette etwas aemildert," versetzte der Angekommene, sichtlich bemüht, die sich regende Empfindlichkeit über diese Zurechttveisnng niederzukämpfen.

.Wenn ich nur im Geringsten störe, werde ich augenblicklich wieder entfernen, indeffen häften Sie mich in diesem Falle ja nicht zu empfangen brauchen.

In dem Gesichte der Dame zuckte es leise auf, ms habe rin Infekt sie gestochm.