Die Besserung de« Kaiser- ist durch hinzugetrrtene Unter« leibSbeschwerden verzögert worden und mußte daher die in Aussicht genommene Ausfahrt bisher unterbleiben. — Der »Börs. Kom." schreibt: „Ueber die Entstehung des preußischen Antrages beim Bundesrate in Sachen der braunschweigischm Frage gelangen jetzt einzelne Andeutungen in die Oisient- ltchkeit. ES sollen vor einigen Monaten lebhafte Bemühungen stattgefunden haben, zwischen Preußen und dem Herzoge von Cumberland auf der Basis der Verzichtleistuvg des Herzogs auf Hannover eine Verständigung herbeizuführen. In dieser Richtung sollen namentlich der König von Sachsen und der Erbgrcßherzog von Oldenburg thätig gewesen sein. Eine Zett lang hatte eS auch den Anschein, alS ob diese Bemühungen erfolgreich sein würden, die Ver« Handlungen haben sich jedoch an der Weigerung des Herzogs zerschlagen, eine bestimmte und unzweideutige Verzichtleistung auf Hannover auszusprechen." — Ja den »Berk. Pol. Nachr." klagen die Großindustriellen über das staatliche SubmisstonS- wcseu: Es sind im Lause von dreivtertel Jahren drei verhältnismäßig große Lieferungen an eine ausländische Firma zu Ungunsten der deutschen Interessenten vergeben worden, und zwar von der Konigl. Eisenbahndirektton Hannover 30 Gepäckwagen, von der König!. Direktion Elberfeld 12 Personenwagen erster, zweiter und dritter Klasse und von der König!. Direktion Erfurt 22 Personenwagen erster und zweiter Klaffe, welche insgesamt auf Grund der inländischen Preisberechnungen einen Betrag von 602995 Mark auS- macheu. Die ausländische Firma, welcher diese drei Liefe- ruogen übertragen worden sind, hatten insgesamt um 84655 Mark weniger gefordert, als die konkurrierenden deutschen Firmen, um diesen Betrag haben also die Staats- bahnverwaltungcn im Auslande die Waggons billiger ei' halten. Der pekuniäre Vorteil, welcher angesichts des Gesamtbetrages, um den es sich handelt, immerhin nicht unbedeutend ist, wäre aber für den EisenbahnfiSkuS auch bei Berücksichtigung der deutschen Industrie zu erlangen gewesen, wenn Nachrfferten, welche die deutschen Fabriken abgegeben haben, hätten angenommen werden können. 84000 Mark Plus bei einer Bestellung von 600000 Mk. ist allerdings etwas viel, und die deuffchen Industriellen hätten sich noch einmal fragen sollen, ob sie es nicht billiger hätten thun könne». — Als Versammlungsort für den im nächsten Jahr statifindenden deutschen Juristen« tag ist von der ständigen Deputation Düffeldors in Aussicht genommen. — Der »Reichs-Anzeiger- publiziert die Er« uennung deS Dr. Ernst Biber zum Generalkonsul in Kapstadt für Britisch Süd-Afrika und Orange-Freistaat.
— Der allwissende Pariser Berichterstatter der „Times" ist natürlich über den Zweck der Reise Lord Roseberys und über besten Unterredung mit dem Reichskanzler ganz genau unterrichtet. Lord Rosebery reist im direkten Auftrage Lord Granvilles, um sich mit Fürst Bismarck in freier, ungezwungerer Weife, nicht etwa in der Absicht, ihm durch diplomatische Kniffe einen Vorteil abzuringen, über Dinge zu unterhalten, welche die Aufmerksamkeit beider Regierungen verdienen. Er soll dabei den Reichskanzler wegen seiner »ausgesprochenen feindseligen Haltung" England gegenüber zur Rede stellen und zu erfahren suchen, ob dieselbe ihren Ursprung habe in persönlicher Feindschaft gegen Gladstone oder in dem Wunsche, den deutschen Handel auf Kosten des englischen zu stärken, oder vielleicht in Deutschlands Stellung zu Rußland und Oesterreich, oder in der Annäherung an Fraukceich, oder endlich nur ganz allein In einer England schädigenden Politik. Mit dem bekannten Freimut erklärte sich der Kanzler bereit, auf dieser allerdings sehr breiten Unterlage in die Unterredung einzutreten. Diese letztere drehte sich im wesentlichen um drei Punkte, um Egypten, Mittelasien und dem englisch-deutschen Handel. Egypten, so sagte der Fürst, müste ganz vom Susan getrennt uns unter einem krästigen und volkstümlichen Khediv neutralisiert werden, den Sudan aber solle man der Türkei ober Italien überlasten, vorausgesetzt, daß ihn eine der beiden Mächte haben wolle. Durch sein Vorgehen in Egypten habe sich England das ganze übrige Europa entfremdet. Um seinen Fehler wieder gut zu machen, müsse England die Unabhängigkeit des Suezkauals anerkennen und damit der dem gesamten Europa schuldigen Achtung offenen Ausdruck geben. Was die mittelasiatische Frage angehe, so müste England den wankelmütigen Emir fallen lasten und einsehe», daß die einzig richtige Verteidigungslinie Indiens an dessen Grenzen liege. ES sei thörtcht, dem russischen Handel in Mittelasien Hinderniste zu bereiten, denn nur dadurch, daß eS dort beschäftigt werde, könne Rußland von seiner „byzantinischen Krankheit" geheilt werden. Ueber den deutschen Handel äußerte sich der Reichskanzler sehr zuversichtlich, derselbe könne in jeder Beziehung den Wettstreit mit England auf» nehmen, und daher verlange er für denselben nur Gleichberechtigung und volle Freiheit. Die Quelle, der diese Mitteilungen entspringen, ist zu verdächtig, al8 daß man ihnen Glauben schenken könnte; auch dürfte Gladstone mit einem derartigen Verlauf der Verhandlung wenig gedient sein, er ist so klug a!S wie zuvor und erfährt nur, was er schon unzählige Male hat hö-en müssen, daß die ganze übrige Welt seine Politik verurteilt.
Hamburg, 26. Mai. Herr Pastor a. D. Stutzer in GoSlar, der sich neuerdings die Besiedelung von Brasilien zur Aufgabe gemacht und darauf hinzielende gedruckte Zirkulare versauet hat, hat soeben seinem ersten ein zweites Zirkular folgen lasten. Diesem zweiten Zirkulare zufolge hat Herr Stutzer die Prtvatbesttzungen des gegenwärtig in Braunschweig wohnenden Dr. Hermann Blumenau in der von letzterem gegründeten Kolonie Blumenau (etwa 7000
Morgen) bereits gekauft und beabsichtigt nunmehr: „Die Auswanderung noch dem gesundens reichen Südbrasilien in festere Bahnen bringen zu helfen." Das in Rede stehende zweite Zirkular enthält nahezu die gleichen Lobpreisungen der zu begründenden neuen Kolonie, bringt im Nebligen aber betreffs der Kapitalsausbringung wesentlich andere Bedingungen!, als das erste. Die Anteilscheine werden auch fortan auf M. 100 laufen, sie sollen aber nicht mehr mit 6 Prozent, wie in dem ersten Schriftstück verheißen wurde, sondern nur noch mit 5 Prozent verzinst werden, sodann ist auch von einer Rückzahlung von 150 M. für bärge« lilhene 100 M. nicht mehr die Rvde, so daß man wohl annehmen darf, daß Herr Stutzer auf das Eigentümliche dieser Ankündigung aufmerksam gemacht worden ist. Herr Stutzer betrachtet die Anteilscheine als Schuldscheine nicht nur für sich sondern auch für feine Erben und verspricht, daß die Zinsen von GoSlar aus pünktlich an die Darleiher eingeschickt werden sollen. Nach drei Jahren können die Anteilscheine 6 Monate zuvor gekündigt werden und werden dann zum vollen Werte zurückgezahlt, nach längstens 10 Jahren müssen aber alle Anteilscheine eingelöst sein. Woher ober das Geld zu dieser Muß-Rückzahlung nach 10 Jahren genommen werden soll, wenn daS betreffende Land noch keinen Käufer gefunden hat, vergißt Herr Stutzer auch in feinem zweiten Zirkulare zu berichten.
Görlitz, 27. Mai. Der deutsche Kongreß für Handfertigkeitsunterricht wurde unter zahlreicher Beteiligung in Gegenwart des Oberpräsidenten v. Seydewitz und zahlreicher Vertreter der Behörden, der Stände und Vereine durch Lammers aus Bremen eröffnet. In das Präsidium wählte der Kongreß Profestor Biedermann-Görlitz, v. Schencken- dorff-Görlitz und ten Direktor des Berliner Kunstgewerbemuseums, Grünow. Die Kronprinzessin richtete an den Kongreß ein huldreiches Schreiben. Nach der Begrüßung seitens der Stadt durch den Oberbürgermeister R-ichert trat der Kongreß in die Tagesordnung ein.
Darmstadt, 26. Mai. sAllgemeine deutsche Lehrerversammlung. Ausführlichere Meldung.) Unter überaus zahlreicher Beteiligung des Publikums begann heute vormittag im großen Saale des „Saalbaues" die Verhandlungen. Im Auftrage des französifchen Unterrichtsministeriums ist ter Schulinspektor Dr. Joste (Paris) und im Auftrage der serbischen Regierung Dr. Petrowitsch (Belgrad) erschienen. Geh. Ober-Regierungs- und Schulrat Dr. Greim hieß namens der obersten Schulbehörde des Landes die Versammlung willkommen und fuhr dann fort: Wenn wir Heffen im Deutschen Reiche auch nicht tonangebend sind, so sind wir doch bemüht, auf dem Gebiete des Schulwesens hinter anderen Ländern nicht zurückzustehen. »Wer die Schule hat, der Hst die Zukunft", lautet ein altes Sprichwort. Wenn es noch irgend eines Beweises für die Wahrheit di-fes Satzes bedürfte, so wäre es der Umstand, daß alle kirchlichen und religiösen Parteien bemüht stad, Einfluß auf die Schule zu gewinnen. Der bekannte Satz: „Der deutsche Schulmeister hat auf dem Schlachchlee gtänzende Si.ge erfochten", ist längst veralt.t. Es gilt j tzt, einen ganz anderen Kampf zu kämpfen, einen unblutigen Kampf, der nicht mit goldenen Lettern in die Weltgeschichte eingeschrieben ist. Möge der heutige Tag dazu beitragen, den deutschen Lehrerstand in dieser seiner Aufgabe zu unterstützen, damit bhfer Tag für unser Volk, für unser Vaterland ein segensreicher wäre. Der Vorsitzende Dr. Debbe dankte dem RegterungSvertreter mit dem Wunsche, daß alle deutschen Schulbehörden von demselben G iste wie die Großherzoglich Heffen - Darmstädtische Schulregierung beseeit bin wögen. — Hierauf begrüßte Oberbürgermeister Ohly (Darmstadt) namens der hiesigen städtischen Behörden und Bürgerschaft die Versammlung. Wenige Minuten darauf erschien Se. Köniz!. Hoheit der Großherzog von Hesien-Darmstadt. Die Versammlung erhob sich uns brachte demselben ein dreifach ö Hoch. Nachdem „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" gesungen, sprach Direktor Dr. Debbx (Bremen) Über: »Die Aufgabe und Macht der Erziehung" tn etwa folgender W ise: Obwohl man die Schule für alle jugendlichen Streiche verantwortlich mache, so habe doch erst kürzlich der Abg. Frhr. v. Minnigerode gesagt: Die beste Erziehungsanstalt für tte demsche Jugend ist die Armee. Gegen diese Herabsetzung müsse sich die deutsche Schule mit aller Macht wehren. Die Schule solle in erster Beziehung erziehlich wirken, vor allem auf die Gesundheit bet Schüler bedacht sein. Der Lehrer soll auf Sauberkeit und gute Lust in der Sckulstnbe halten, darauf achten, daß die Schüler sich nicht ihr Augenlicht verderben. Der Lehrer soll dafür wirken, daß den Schülern Gelegenheit werde, sich in gehöriger Weise in frischer £urt zu bewegen. Der Lehrer soll die Schüler auf den Turn- und Spielplatz begleiten. Der Lehrer soll ferner derartig unterrichten, daß der Schüler sich feine Kenntnisse selbst aneignet. Nur so sind wir imstande, denkende Menschen zu erziehen. Eine weitere Aufgabe der Schule sei, den sittlichen Willen des Schülers zu kräftigen. Es ist dies allerdings eine der fchwersten Aufgaben. Erforderlich ist, das Kind von vornherein zu genauer Erfüllung feiner Schulpflichten anzuhalten unv für die Aufrechteihaltung der nötigen Zucht in der Schule zu wirken. Die großen Charaktere d-.r Weltgeschichte müffen in ihrer sittlichen Hoheit vorgeführt, und es muß in den Schulen das Bewußtsein gewi ckt werden, daß der höchste Lebensgenuß die volle Erfüllung unserer Pflichten ist. Die Schüler müffen ferner angeleitet werden, das nötige Maß der Freiheit richtig gebrauchen zu lernen. Man darf z. B. nicht die Anforderung an ihn stellen: wider sein eigene- Jatereffe Zeugnis abzulegen. Im
Weiteren soll die Schule das Gemüt deS Kindes für da- Schöne ausbilden und endlich eine vorurteilslose und leben« dige Religiösttät wecken und befestigen. Die Schule hat die hohe Aufgabe, ollen konfefstonellen oder Religionshaß von den Kindern fern zu halten. Die Dogmatik mag man den Predigern überlassen, die Schule hat es blos mit de« Religionsunterricht zu thun, an dem alle Konfessionen gleichmäßig teilnehmen können. Ein derartig erteilter Religionsunterricht, der In Bremen bereits eingeführt ist, wird wesentlich dazu beitragen, allen Religionshaß zu vermeide». Redner schloß unter Beifall: Die Aufgabe des Lehrers ist: zu be- festi, en, zu behüten und in der Gegenwart zu wirken. — Lehrer RteS (Frankfurt a. M.) hielt hierauf Vortrag Über die Simultanschule, seine Ansicht in die Thesis zusammen- fassend: „Die S'.multauschule ist eine kulturhistorische, eine politisch-nationale und eine pädagogische Notwendigkeit." Gymnastaldirektor Dr. Becker (Darmstadt) erachtet die Simultanschule für sehr nützlich, allein er kann eine soziale Gefahr tn dem Fortbestehen konfessioneller Schulen nicht erblick, n. Selbst Schlei-rmacher und Arndt haben das Segensreiche der konfessionellen Schule anerkannt. — Schulinspektor Dr. Joste (Paris): In Frankreich haben wir seit nunmehr drei Jahren Simultansemina e und Simultan- schulen; den Religionsunterricht überlassen wir der Kirche und der Familie. In der Kirche werden nur allgemeine sittliche Pflichten, der Glaube an Gott und der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele gel-hrt, bat stad Dinge, die allen Religionen gemeinsam sind. Wenn sich bei uns ein Lehrer meldet, bann wird nicht gefragt: Bist Du Katholik, Israelit oder Protestant, sondern ob er die Probe als tüchtiger Lehrer bestanden hat. Wir sagen dem Lehrer: Rede mit den Kindern, wie es Du wünschest, daß mm mit Deinen eigenen Kindern rede, Du hast die Schüler in der allgemeilien Wissenschaft zu uck reichten und sie zu moralischen Menschen zu erziehen, der konfesstonelle Unterricht ist der Familie und Kirche überlasten. (Lebhafter Beifall.) — Lehrer Hefermehl (Frankfurt a. M.): So sehr e. auch für Simultanschulen sei, so müste er doch bemerken, daß auch konfesstonelle Schulen imstande sind, ihre Ausgaben zu lösen; er könne sich daher für die unbe ingte Notwendigkeit von Simultanschulen nicht erklären. Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. — Se. königl. Hoheit der Großherzog verweilte bis zum Schluffe der Versammlung und ließ sth mehrere Teil« hmer vorstellcn.
Darmstadt, 27. Mai. In der heutigen Sitzung der Allgemeinen deutschen Lehrerversammlung entbot der Delegierte der französischen Regierung, Dr. Jost, den Versammelten Glückwünsche ans dem Nachbarreiche, ebenso der serbische Delegierte Pit-owilsch namens deS Königs von Serbien.
Sigmaringen, 27. Mai. Die Prinzessin Friedrich von Hvhenzollern ist zu ihrem schwer erkrankten Bruder, dem Fürsten von Thurn und Taxis, nach Regensburg mit einem Extrazuge abgereist.
Ausland.
Rom, 27. Mai. Die „Agenzla Stefani" meldet! Kapitän Ferrari telegraphierte an Maneini, daß ihn der König von Abessinien ausgezeichnet empfangen und den Wunsch ausgesprochen habe, mit Italien freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten.
Paris, 27. Mai. Das „Journal osfiziel" veröffentlicht ein Dekret, welch S das Pant-eon seiner ursprünglichen B.stimmung wiedergikbt, für berühmte Männer als Begräbnisstätte zu dienen, sowie ein Dekret, welches die Beisetzung Viktor Hugos im Pae thron anordnet. Nach neuerlich.« Dispositionen erfolgt die Beisetzung Viktor Hugos voraussichtlich erst am Montag.
Brüste!, 28. Mai. Dec ehemalige Minister Charles Rogier, einer der Hauptbegründer bet Unabhängigkeit Belgiens, ist heute gestorben. (Rogier, geboren den 12. August 1800 zu St. Quentin in Frarkretch, erhielt seine Schul- blldnng zu Lüttich, widmete sich nach vollendeten RechtS- stndien der oppositionellen Journalistik, eilte beim Ausbruche der belgischen Revolution vom September 1830 an der Spitze eines Haufens von 300 bewaffneten Freiwilligen nach Brüssel und beteiligte sich hier am Straßenkampfe. Er wurde deshalb zum Mitgllede der provisorischen Regierung ernannt, In welcher Stellung er bis zum Februar 1831 verblieb, worauf er im Juni desselben Jahres Gouverneur von Antwerpen und im Oktober 1832 Minister des Innern wurde. In allen diesen Stellungen bewies er Einsicht und Energie, insbesondere machte er sich um die Organisation der Verwaltung des neuen Staates verdient. Nachdem er 1834 das Ministerium des Innern an Thenx be Meylandt abgetreten hatte, übernahm erzürn zweitenmale daS Gouvernement von Antwerpen, bis er im April 1840 als Minister der öffentlichen Arbeiten und des Unterrichts wieder ins Kabinett trat, welchen Posten er jedoch 1841 schon wieder aufgab. Er war darauf Mitglied der zweiten Kammer, meist als Abgeordneter Antwerpens, und bewies sich hier als begabter Wortführer der liberalen Opposition. Als am 12. August eine liberale Verwaltung ans Sturct kam, übernahm er das Portefeuille des Innern und hatte in dieser Stellung bedeutenden Anteil daran, daß die Revolutionsstürme von 1848 von Belgien abgelenkt wurden. Im) Herbst 1852 trat er infolge der Rückwirkung der mit Frankreich eingetretenen Spannung zurück und lebte seitdem in Brüssel ausschließlich Parlamentär isck thätig, bi- et den 9. November 1857 abermals das Ministerium des Innern erhielt. 1863 verlor er das