Einzelbild herunterladen
 

te

zgraben um

hre, »6i ldten tief.

'V-« sanft - Muth coßmuth

Runkel,

z 1885. blirbentn M besox- : erfolgt tag 4 Uhr [1260

Privatier, Nr. 38.

!k| »en hat. kheis, 1 :l Moischt,

mstein.

en nit langet eh so geeign t Kleeschn ische Riese

März ( :bt sie Ju ches gut ar einfach Searb.itun iorgen) tu

5 Ko. j ark, 7i K ang grat! mhandlm I._________[81

läge (N'l

Wo? s« [12!

ration. hlefcsl sämmtl« aus reim

[121

! ICO} 1011

r 1C2 103', 1024 104 104 103

68% 811

100 1031 1014

61' 79? 51

899 e 95

W3 119

f8b

104

101

104 104 103

69

81

108

104

101

61

80

81

300

97

225 ISO

cht

nburg, . 40.

: Trompä c Feier d steS Seil nd Könh

zu Cass i 1885. Lonjumea

Marburg, Sonnabend, 21. März 1885.

ßkr. 68

xx. Jahrgmg.

grscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Quartal» Abonnements-Preis bei der Expedition 2/t Mk., bei den Postämter 2 Mk. 50 «fg. (excl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Reklamen für die Zeile

25 Pfg.

AkrheMc >itimg.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, s owied.Annoncen- Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankurt a. M., Kassel, Magdeburg und Wien; Rudolf!Moffe in Frankfurt a. M.,Berlin,München und Köln: G. L. Daube und Co. in Frankfurt a.

Berlin,Hannover u. Paris.

Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

@9^ Auf das mit dem 1. April beginnende Quartal- Abonnement der

Oberhesfische« Zeitung

und deren wöchtlichen Beilagen

Amtlicher Ameiger für die «reise Marburg und Kirchhain und

Illustriertes Souutagsblatt

bitten wir vte Bestellungen bei den Poststelle» baldigst zu machen, damit in der Uebersendung keine Unterbrechung stattfindet._______________________________________________________________

Deutsche» Reich.

Berlin, 19. März. Zum Geburtstage des Kaisers ist die Gratulationskur etwa wie folgt festgeseht: Vormit­tags 9*/* Uhr bringen die Mitglieder der köaigl. Familie und die fremden Allerhöchsten und Höchsten Fürstlichkeiten ihre Glückwünsche dar. Um 10 Uhr Gottesdienst tm Dom. 113/4 Gratulation des gesamten königlichen HofeS, um 12 Uhr der Generalität und der MilttärbevollmSchttgteu, um 12V4 Uhr der Kommandeure der Leibregimenter uns Leibkompanieea, um 121/2 Uhr des Staatsministeriums, um 128/* Uhr der lanvsässtgen Fürsten und deren Ge­mahlinnen, um IV2 Uhr der Botschafter und um l3/* Uhr des Bundesrats und der Prästdien deS Reichstages und der Häuser deS Landtages. Zur Feier des TageS findet dann im kronprinzlichen Palais Familtentafel und im Schlöffe Marschalltafel statt. Abends ist größere Soiree tm könig­lichen Schlöffe. Die Arbetterschutz-Kommijston des Reichs­tages hielt gestern vormittag eine Sitzung und beriet üoer den § 135 der Gewerbeordnung und die von demselben betroffene Kinderarbeit, auf welche sich der zweite Teil des Antrages der Abgg. Frhr. v. Hertling und Gen. bezi ht. Die Kommission kam jedoch über die Generalviskusston nicht hinaus, welche in der nächsten Sitzung noch fortgesetzt werden wird. ES liegen bereits zahlreiche Anträge auf Abänderung des § 135 der Gewerbeorenunz vor, welche ebenfalls in die Deb -tte mit htneiugezogen wurden.Die PetiliouSkommisstvn deS Reichstag- beschäftigte sich kürzlich mit den Petitionen der Schlofferinnungen zu DreSoen, Leipzig uns Chemnitz, welche darum bitten, daß den Händ­lern v-rboten werde, mit fabrikmäßig hergestellten rohen Schlüffeln zu handeln, weil eS dadurch den B-rbrechcrn sehr leicht gemacht sei, für ihre Zwecke paffende Schtüffel durch etwa- Feilen herzustellen, während die Mitglieder der Sctzlvfferinnung unter Strafe gestellt weroen, wenn sie für Unberechtigte Schtüffel anfertigen. Die Kommission beschloß, die Petitionen dem Reichskanzler zur Erwägung zu über­weisen, und beauftragte den Abg. Dr. Trönvltn, dem Plenum schriftlichen Bericht zu erstatten. Der Bericht rowe gestern

Irrwege.

Novelle von Egon Belten.

(Schluß.)

Ewpfiiq ihn nicht gleich ein herzlicher Morgengruß seiner Nichte, so hörte er gewöhnlich deren Gesang un» Spiel in der Ferne und dann störte er sie nicht, sondern ließ sich in der Nähe unter einer grünen Linde nieder, voll Freude diese Annehmlichkeiten genieß«.

Die drei alten Leute waren mit ihrem Geschick sehr zu­frieden und dennoch hatten sie einen Wunsch, den sie nicht unterdrücken konnten, fie wollten nämlich ihren Liebling noch wohlversorgt sehen, so lange sie auf Erden weilten.

Eia Irrtum war e- dennoch von ihnen, daß sie da­für eia Glück hielten wa- Eoelinr ihrer Freiheit beraubte und an die Sette eine» ungeliebten Manne» fesseln sollte.

Doch durch diese Wünsche aufmerksam gemacht, hatte sie endlich auch die fast rührende Liebe oeS jungen Manne» bemerkt und war dadurch befangen geworseu. DescS Zurück­ziehen ihrerseits erschreckte denselben und er faßte den Ent­schluß, sein Geschick bald zur Entscheidung zu bringen.

Wir «iffen ja schon wie alle- weiterhin wurde und «ollen also über frohe und trübe Zeiten Hinwegeilen, da sich etwa- besonder- Erzählenswerte» nicht ereignete und nur noch mitteUcv, daß Beide hoch angesehen und in Friesen lange Jahre vereint lebten, treulich die Gräber ihrer schon dahingeschiedmeu Lieben pflegten, die nur Eltern genügens zu schätzen wissen.

Beide lebten aber dem Senuffe der Natur, der Wiffen- schäften, bereiteten sich durch »rmeuflege ein« segensreichen

festgestellt. Im chinestschen GesandtschastShotel herrscht tiefe Trauer: Madame Hfü, die Gemahlin des neuen chine- stschen Gesandten Hsü - Ching«Chöug, ist heute früh an einer Früh- resp. Fehlgeburt p'ötzltch gestorben. Die ver­storbene Frau Gesandtin war bisher noch nicht dazu ge­kommen, gleich ihrer Vorgängerin, der Madame Li-Fu-N n, der Gesellschaft näher zu treten, und lebte seit ihrem mehr­monatigen Hiersein nach Art der chinesischen Frauen mit ihrem etwa 15jährigen Töchterchen in ihren Gemächern zurückgezogen. Nur zuweilen machte dieselbe Spazierfahrten und einige Privatbesuche. Madame Hlü befand sich hierbei sehr wohl und war von einem Einfluß d?S europäisch« KlimaS, wie die» jahrelang bei Madame Li-Fu-N-n der Fall war, nichts zu merken. Noch gestern abend um 10 Uhr nahm die so unerwartet Dahingeschiedene daS Diner wohl­gemut und mit Appetit ein, fühlte sich jedoch nach dem­selben etwa- unwohl und wurde, al- die Uebelkeit anhielt, zu Bett gebracht. Besorguiffe flößte der Umgebung diese- Unwohlsein anfangs nicht ein, da eS derselben nur ein vor­übergehende- zu sein schien. Indessen verschlimmerte sich der Zustand der Patientin gleich nach Mitternacht so sehr, daß, al» der rasch herbeigeholte Arzt, Herr Dr. Heftler, gegen l8/i Uhr früh am Krankenlager erschien, dieser nur noch den bedauerlicherweise bereits eingetretmen Tod kon­statieren konnte.

Königsberg, 19. März. Der Provinziallandtag nahm die Vorlage, betreffend die Errichtung einer Gewerbekammer für Ostpreußen, an und bewilligte hierzu vom 1. April 1886 ab den Betrag von 5000 Mk.

Lübeck, 17. März. Während unser Vertreter im Reichstage im Chor dec Richterschen eifrigst die Behaup­tung verficht, die Zollerhöhungen, über welche im Reichs­tage verhandelt wird, müßten unseren Handel ruinieren, spielte sich in der gestrigen Sitzung unserer Bürgerschaft ein Vorgang ab, der dieses Auftreten eigentümlich charak­terisiert. Bekanntlich ist die Trave bis zur Stadt korri­giert worden, so daß nun auch größere Schiffe an die Stadt kommen können, und der Kostenaufwand von 3 Mill. Mark hat die gute Folie gehabt, daß solches auch wirk.ich geschieht, indem die Zahl größerer Dampfer im Hafen von Jahr zu Jahr wesentlich zunimmt. In Konsequenz deffen soll nun auch der innere Hafen korrigiert werden, was um so notwendiger ist, weil Der Elbe-Trave Kanal neuen Ser» kehrSaufschwung bringen wird, und um neue Lösch- und Ladeplätze zu gewinnen, hat Baninspektor Rheder ein Pro­jekt ausgearbeitet, dessen Ausführung allerdings wieder 3 Millionen kosten soll. Darin ist die Abtragung der Wallr sie auf der Halbinsel zwischen dem eigentlichen Hafen und dem H'lzhafen vorgeseven, und zr diesem Zoeck murre in letzter Versammlung der Bürgersch.st vorläufig die Summe von 100000 Mirk bwilligt. Bon besonderem Interesse ist nun, daß die doch gewiß sreihändlerischeKieler

WukungskeciS; sie sausen also doch Erfolg für da» ihnen fehlende Glück.

VIII.

Noch früh verwitwet, denn der Plärrer Oloff erlag im besten ManmSalter einem hitzigen Fieber, sehen wir unsere Pfarrerfrau wieder und zwar in Berlin bei ihrer Freundin Rosa von Bcünneck. Das Alleinsein daheim, wo der neue Seelsorger mit großer Familie ihre Häuslichkeit eingenommen und sie nach herkömmlicher Weise nach ter Beamtenwoh­nung oben verzogen war, schien Eveline nach dem letzten schweren Verlust unmöglich. Sie sehnte sich nach Ortsver­änderung. nach ihr« lieben Freunden und schließlich auch nach einem Wirkungskreise und zwar nach dem schönsten in Der Frauenwelt Erzieherin, Lehrerin oder Pflegerin der Jugend zu werden.

Eie hatte Kinder stet- so lieb gehabt und selbst keine beseffen.

Dieser Wunsch wurde heute in dem Salon bet Fran Oberst von Hillmar, wie Rosa von BrÜnneck jetzt hieß, nach allen Richtungen geprüft, denn die gütige Rosa mußte ihrer lieben alte» Freundin um jeden Preis helfen. Die alte Baronin lebte noch bei ihrer Tochter und gab auch ihren Rat dazu, fand eine solche Lebensstellung für die noch sehr rüstige Pfarrerfrau sehr paffend doch müßte eine solche in einem sehr vornehmen Hause sein, bemerkte sie vorzugsweise.

Nach vieler Ueberlegung fand man da« Paffende gerade heute in einer Zeitung, wo für zwei halberwachsene mutter­lose Kinder eine gebildete Dame von solidem Wesen uad achtbarem Charakter al» Pflegerin und Erzieherin gesucht wurde. Meldungen wurd« erbeten in dem Hause ... Straße Ro... hei dem Portier.

Zeitung* berichtet:Einem vereinzelten Hinweis darauf, daß die Erhöhung der Getreide- und Holzzölle dem Handels­verkehr Lübecks Eintrag thun werde und man daher die vorgeschlagene Maßregel noch einmal erwägen möge, wurde von allen Seiten widersprochen und namentlich darauf hin­gewiesen, daß man nicht wiffen könne, vb jene Befürchtung sich bewahrheiten werde." Die Lübecker Bürgerschaft scheint also durchweg der entgegengesetzten Meinung des Herrn Stiller zu fein.

ÄMilaxb.

Rom, 19. März. Die Kammer hat mit 212 gegen 135 Stimmen den Vorschlag der Opposition, morgen den bezüglich der jüngsten Vorfälle an der Universität zu Turin gestellten Antrag zu beraten, abgelehnt; Minister DepretiS hatte sich gegen den Vorschlag erklärt. DaS amtliche Blatt veröffentlicht ein vom Justizminister kontrafignierteS königliches Dekret, welches eine Kommission unter dem Vorsitze des Senators Cadorna zur Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, betreffend die Reorganisation und Erhal­tung der Administration des KirchenvermögevS, binnen Jahresfrist einsetzt. Das Projekt ist in den Artikeln 16 und 18 deS Garantiegesetzes vorgesehen.

Paris, 18. März. Der 18. März, der Jahrestag deS Ausbruches des Kommunarden-AufstandeS von 1871, verlief vollständig ruhig, und die großartigen von den Be­hörden ergriffenen Vorsichtsmaßregeln erwiesen sich als gänzlich nutzlos. ES wurde zwar eine gewiffe Anzahl von Kränzen nach den verschiedenen Kirchhöfen getragen, der Zudrang am Grabe der Mutter der Luise Michel war so­gar ziemlich stark, aber die revolutionären Gruppen selbst blieben infolge eines ihnen gewordenen Losungswortes den Kirchhöfen fern. Dasselbe wurde gegeben, weil man wußte, daß die Regierung die in den letzten Jahren verurteilten Erzrevolutionäre begnadigen wolle, falls die Hauptstadt heute ruhig bldbe. Die Regierung zeigt sich so vorsichtig, weil der frühere Pollzeipräfekt Andrieux in feinenEr­innerungen eines ehemaligen Polizeipräfekten" auch erzählt, daß eS feine Agenten gewesen, die auf fein« Befehl alle Verschwörungen angezettelt hätten, wegen deren Fürst Kro­potkin, Luise Michel u. f. ro. verurteilt worden waren l In Lyon und Bastia wurden in der letzten Nacht auf- rührische Zettel in italienischer Sprache angeschlagen. In Bastia wurden infolge deffen vier Italiener und in Lyon ein Franzose, letzterer in dem Augenblicke, wo er die Zettel anschlug, verhaftet. Der Franzose erklärte, daß et den Inhalt nicht gekannt habe. Die Lyoner Zettel spendet« der Kommune hohes Lob und forderten die Revolutionäre aller Länder auf, den Sturz derselben mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln, dem Dynamit, dem Petroleum, dem Dolch u. s. w., zu rächen. Diese Zettel waren unter­schrieben:Die Dynamit« und Petrol-Gruppe."

Eveline zögerte nicht, fuhr sogleich nach dem bezeichnet« Haufe, welche« kein einfaches Hau«, sondern ein palastarti- g s Gebäude war, wo bei ihrer Ankunft der Portier einen vornehm auSfehenden Diener rief, der fie durch mehrere prachtvoll anSgestattete Räume in ein Zimmer führte und ihr einen Platz anbot, bis er feiner Exzellenz Meldung ge­macht hatte.

Die Zimmerreihe nach rechts konnte man von diesem Platze aus übersehen und da bemerkte Eveline zwei reizende Kinder von etwa acht und zehn Jahren, Die sich tändelnd umhertrieben ober an einer Bollöre im Blumenzimmer zu schaffen machten. Sie waren zwar in Trauerkleidung, doch erschienen sie in ihrer Jugendsrische und Schönheit so an­ziehend, daß Eveline nicht erst darüber nachdachte, wie be­klagenswert diese Kleinen augenblicklich waren, so groß war ihr Verlangen gerade diese beiden Kinder an ihr Herz zu schließen, deren Züge ihr so bekannt erschlmen, besonder» hatte sie dieses Gefühl beim Anblicke des Knaben.

Der Eintritt des Hausherrn störte sie in ihrer Betrach­tung, doch al« fie aufblickte in da» Gesicht de« schön« ernsten Mannes und ehe sie zu den ersten Wort« der Vor­stellung kommen konnte, war e» überhaupt unmöglich, noch eine Erklärung zu geben, denn mit dem AusrufEveline". stand Graf Stephan von Roffeck vor ihr, mit großer Be­wegung ihre Hand ergreifend.

Beide waren vermählt ohne Herzensneigung und wieder beide verwllwet, so standen sie sich jetzt beide gegenüber nnd doch trennte sie jetzt eine größere Kluft als früher, denn er stand jetzt vor der Erfüllung feiner Zukunftsträume, er war Gesandter eine« großen Kaiserreichs.

Diese» Wiederfeh« endete mit baldiger Trennung, denn