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XL Jahrgang.

Marburg, Sonntag, 8 März 1885.

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bei Geschäften über Hunderttausend für je volle Z hntausend Mark; bet Geschäften unter Tausend wird die Steuer von einem Werte von Eintausenv Mark berechnet. Der Wert des Gegenstandes wird nach dem vereinbarten Karffe durch dm Lie'erungspreis, sonst durch den mittleren Börsenpreis ober Marktpreis am Tage des Abschlusses bestimmt. Ein

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wurden von ihnen in dem traulichen Mansardenstübchen EvelirenS blumengeschmücktem Daheim gebaut und zier­liche Briefe gingen hin und her, zwischen Pfarrhaus und Schloß, so wichtig behandelt wie wertvolle StaatSdepeschev, während sie doch nurMädcheuträume" enthielten.

Auf Schloß Brünneck ließ fich nicht so gut träumen, denn all« war dort so ernst und stattlich, so ahneuhast oder

Bahnhof gefahren wird, für die Bewohner und die Industrie ber Grenzbrztrke zollfrei ist. Die in erster Lesung beschlossene Zollerhöhung auf rohe, grobe und ungefärbte Böttcher-, Drechsler-, Tischler- und auf bloß gehobelte Holzwaren wurde von 5 auf 4 Mk. herabgesetzt. Durch kriegs- ministerielle Verfügung vom 8. Februar 1885 sind neue Bestimmungen betreffend die Anforderungen an die Körper­größe der neu einzustellenden Mannschaften ergangen. Danach beträgt daS Minirnalmaß bei allen Truppen deS Garde- KorpS (ausgenommen Eisenbahntruppen) 1,70 m, und nur in AuSnahmefällm 1,67 m, bet der leichten Garde Kavallerie (Husaren und Dragonern) 1,65 m. Für diese gab eS bis­her keine Sonderbestimmunx. Nicht verändert ist bet der

Vorstand der gestnnungSverwandten Partei der Deutsch- konservativen im Reichstage hvchleben, worauf Herr von Helldorff Bedra mit einem Toast auf den Humor in der Partei, diesen wichtigen Pfeiler unverdrossenen AuSharrenS erwiderte. Auch der Armee wurde in begeisterten Worten gedacht, und ein letzter Trinkspruch deS Frhrn. v. d. Reck, mit lebhafter Zustimmung ausgenommen, galt der konser­vativen Presse, deren treuer Unterstützung die Partei dank­bare Anerkennung schulde. Lebhafte Konversation hielt die Gesellschaft auch nach Erledigung der kulinarischen Tages­ordnung noch längere Zeit vereinigt; als Gesamteindruck der festlichen Vereinigung nahm aber jeder der Teilnehmer zweifellos die Ueberzeugung mit, daß die Partei dem be­vorstehenden Staatsexamen der Neuwahlen im Bewußtsein ihres patriotischen Wirkens mit voller Zuversicht entgegen­sehen dürfe.

Braunschweig, 6. März. Bekannter Vorgänge wegen hat der Regentschaftsrat durch Verordnung dem KreiS- Landwehrverein Braunschweig die Korporationsrechte ent­zogen und denselben aufgelöst, ans Grund deS Landes- Gesetzes vom 4, Juli 1853. Für daS Vermögen der 1500 Mitglieder des Vereins, .36000 Mk., ist ein Ver­walter bestellt worden.

Dresden, 6. März. Der Großherzog von Sachsen- Weimar ist heute früh 8 Uhr von Wim zum Besuche bei den Majestäten hier eingetrvffen. Er wurde vom König Albert am Bahnhofe empfangen.

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Wien, 6. März. (Abgeordnetenhaus.) Bet der Spezialdebatte über das Budget deS Innern erklärt Ministerpräsident Graf Taaffe den Bemerkungen deS Abg. Heilsberg gegenüber, sowohl er, wie seine Kollegen seien mit den jüngsten AuSführungm des Finanzministers voll­ständig einverstanden, aber auch nur damit, «aS er wirklich gesagt habe, nicht aber damit, was man ihm untergelegt. Namentlich erklärte der Ministerpräsident, alle seine Kollegm, der Finauzmtnister etngeschlvssen, seien entschieden dagegen, daß die Regierung gegen die deutschen Maßnahmen reagieren wolle. Mauthner und Genossen interpellierten den HaudelS- minister über die Schwierigkeiten, welche bet der Ausstellung von Ursprungszertifikaten beim Roggenexport nach Deutsch­land bereitet werden.

Olmütz, 6. März. Heute um IV2 Uhr morgens fand im Johann - Schachte des Grafen Lartsch in Karwin eine Gas xploston statt. Bet dem Eintritte der Katastrophe waren 147 Bergleute im Schachte. Ob alle tot stad, ist noch nicht festgestellt.

Parts, 6. März. DerAgenze Havas" wird aus Shanghai, 6. März, die Meldung von einem Angriffe auf Chinai bestätigt, welcher erfolglos geblieben ist. Die in Ninz-po weilenden Fremden werden durch die Haltung der Eingeborenen beunruhigt.

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Deutsche- Reich.

Berlin, 6. März. Der Kaiser hatte nachmittags eine

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[Nachdruck verboten, j Irrwege.

Novelle von Egon Velten.

I.

Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg n. Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

' Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Aug. Koch.

ungebundenes Garn ab. Die Holzkommisston nahm den Antrag Adelmann an, wonach Bau- und Nutzholz, sofern -samenp ^ss-lbe, mit Zugtieren gefahren, direkt aus dem Walde I kommt und nicht auf einen Verschiffungsplatz oder auf einen

Ein herrlicher Sonnenuntergang beleuchtete den Pfarr­garten zu Dünenholm, in dessen Laube mehrere Personen mit Entzücken die wunderschöne Beleuchtung des Parkes und . , ,i ber nicht fern gelegenen See bewunderten; die Wolken zeig- ten alle Farben vom zartesten Rot bis zum dunkelsten 401 Violett, welches sich in purpurner Glutb am Horizont im Meer verlor. Die Hängebirken, deren Blätter im Abend- toinbe wehten, bil-cten in nächster Nähe den Rahmen dieses schönen Gemäldes.

Die friedliche Stille umher wurde nur durch die heiteren Stimmen zweier jungen Mädchen unterbrochen, welche über gegenseitige Mitteilungen bald hell lachten, bald laut mit einander schäkernd ihre freudige Stimmung zagten.

Fräulein Rosa von Brünneck war der Gast der lieb­lichen Eveline Engelhardt und zugleich die Tochter deS reichen GrunobesitzerS und Patrons deS Kirchspiels. Durch das gute Einvirnehmen zwischen der Schloßherrschast und bet Pfarrerfamilie waren die Töchter Betöre innig befreundet und lebten wie Schwestern miteinander. Viele Luftschlösser

genügen würden. Aber da dieselbe sehr wichtig ist und Ihre Entscheidung den Ausschlag geben «erde, so trage ich Sie Ihnen zuerst vor.

Nie empfand ich mein Alleinsein so schwer als in diesem Jahre, und da meine wiederkehrende Kränklichkett mich viel ans Haus fesselt, so entbehre ich auch der pas­senden Pflege und Erheiterung. In Eurer Hand liegt nun mein Glück und Trost ober meine fernere Ent­behrung. Könntet Ihr Euch wohl zu einer längeren Trennung von Eurem Töchterchen, von deren Lieblichkeit und Tugenden Ihr mir so oft berichtet habt, entschließen ? Es ist wahr, ich fordere viel doch ich erinnere Euch daran, daß der alleinstehende alte Stuber nur auf diese Weise noch ein paar glückliche Jahre verleben kann und dafür das von Herzen Euch anbietet, was Euch fehlt, und er besitzt, nämlich Euer« Liebling fein kleines Ver­mögen.

Frau Axlma, meine langjährige treue Wirtin, ist Schutz genug für meine kleine Nichte, darum feien Sie unbesorgt, Fran Schwägerin, und darum bitte ich noch einmal um günstige Entscheidung meiner Angelegenheit.

Es grüßt Sie und meinen teuern Bruder mit treuer Liebe, Ihr ergebener Schwager

Professor Arnold Engelhardt.

Verschieden war der Eindruck, den dieser Brief auf die beiden Eltern machte und im ersten Augenblick vermochten sie denselben auch gar nicht auszutauschen, denn der eine trübe Gedanke erfüllte sie gänzlich, sie fottten sich plötzlich und auf lange von ihrem HerzenÄtebltng, ihrem einzigen Töchterchen, trennen. (Fortsetzung folgt.)

kinstündige Konferenz mit dem Fürsten Bismarck. Dir Börscnsteuet - Kommission des Reichstags nahm in erster Äsung den Tarif für inländische und ausländische Aktien^ Inländische und ausländische Reuten, Schuldverschreibungen, inländische, auf den Inhaber lautende Papiere, sowie für m b ba8 Mengen solcher Sachen oder Waten jeder Art an, KlaSvck welche nach Gewicht, Maß oder Zahl gehandelt zu werden - 1 Mm, und zwar mit Einzchntel pro Mille vorn We-te

des Gegenstandes deö Geschäfts für je volle Tausend Mark,

ou? 1,57 m ermäßigt, während das Moximalmaß auf 1,72 m geblieben ist. Unverändert geblieben sind die Bestimmungen bei nachstkhmden Waffengattungen: Reitende Artillerie: 1,75 m Maximalmaß, 1,62 m Minimalmaß; übrige Feld- artillerir: Maximalmaß nicht vorgeschrieben, 1,62 m Mini­malmaß; Fußartillerie: Moximalmaß nicht votgeschtieben, 1,67 m Minimalmaß; Pioniere und Eisenbahntruppen: Mximalmaß nicht vorgeschrieben, 1.62 m Minimalmaß; Train: 1,75 m Maximalmaß, 1,57 m Mlnimalmaß. Eine Aenderung tesp. Erweiterung hat der Pass. 3c. desselben § 5 der RekiutierungS-Ordnung erfahren, welcher jetzt wie folgt lautet: Es sind auszuwählen: Für die Kavallerie, reitende Artillerie und den Train muskelkräftige Militärpflichtige, welche mit der Wartung von Pferden vertraut, ober zum Dienst zu Pferde besonders geeignet und von nicht zu großem Körpergewicht sind. Hinsichtlich dieses letzten Punktes ist noch erläuternd hinzugefügt, daß das Gewicht der Rekruten in der Regel bei den Kürassieren und Ulanen 70, bei den Husaren und Dragonern 65 kg nicht übersteigen darf; ein­zelne Ausnahmen stad für die Rekruten der Garde-Kavallerie gestattet. Auf das Regiment ter GardeS du Korps finden diese Bestimmungen hinsichtlich der Gewichtsgrenzen keine Anwendung.

Die konservative Partei des Abgeordnetenhauses war gestern im Kaiserhof zu einem Diner vereinigt, an welchem die Minister Maybach und Dr. Lucius, der Präsident des Reichstages, Herr v. Wedell-PieSdorf, der Vorstand der Partei der Deutschkonservativen und andere Gäste teilnahmen. Den ersten Trinkspruch brachte der Führer der Partei, Landrat v. Rauchhaupt, dem Kaiser und Könige, dessen unermüdliche Pflichttreue in Erfüllung der höchsten Aufgaben für Staat und Volk der Redner mit zündenden Worten der Partei als leuchtendes Beispiel datstellte, in dessen Nachahmung die Konservativen die zu­verlässigste Gewähr für dauernde Anerkennung ihres Wir­kens im Volke suchen müßten. Fthr. v. Minnlgerode ge­dachte mit warmen DankeSworten der Auszeichnung, welche der Partei in der Anwesenheit von Mitgliedern deS Staats- Ministeriums zu teil werde, und knüpfte daran den Wunsch, daß die wohlwollende Gesinnung, welche bet konservativen Partei in voller Erwiderung des eigenen Empfindens von Seiten der Staatsregierung zugewandt werde, den konser­vativen Bestrebungen zur Stütze des Thrones stets erhalten bleibe. Staatsminister Maybach gedachte mit Anerkennung der Unterstützung; welche die Sta-tSregierung in so vielen und wichtigen Fragen bei den Konservativen gefunden habe, und knüpfte daran den Wunsch, daß dir Partei wozu übrigens begründete Aussicht vorhanden in der neuen Legislaturperiode nicht nur In voller, sondern in verstärkter Zahl auf dem parlamentarischen Kampfplätze wieder er­scheinen möge. Abg. Freiherr v. Uechtritz brachte sein Glas dem Parteivorstande, dessen genialer Führung so viele Er­folge zu verdanken feien; Frhr. v. Minnigerode ließ den so sehr modern. Rosas Zimmer enthielten alle Attribute jetziger Frauenbildung, welche für so unentbehrlich gehalten werden. Da waren die Etagoren mit Werken berühmter Schriftsteller, Dichter und Dramatiker, die übliche Staffelei nebst Malapparaten, der Konzertflügel und fast zu oft noch Mademoiselle DonnoiS, die französische Gouvernante. Sie war eigentlich ihren Funktionen bei der fast achtzehn­jährigen Rosa schoi überhvbcn, war aber noch Immer die interessante Gesellschafterin der Frau Baronin.

Neber diesen schwatzenden glücklichen jungen Mädchen saß nun heute der Pfarrer mit seiner Gattin, nur selten einige Worte wechselnd, da diese Erholungsstunde im Freien ihnen auch die ersehnte Ruhe bringen sollte. Da kam der Postbote und mit freudiger Erregung nahm Frau Anna ein an sie gerichtetes Schreiben entgegen, welches weit her kam und mit hieroglyphenartiger Schrift ihre Adresse trug.

Bon Wien," sprach sie, »von Deinem Bruder, lieber M nn. und nach so langer Z-tt. Was wird es uns bringen, da es gerade an mich gerichtet Ist. Lies Du efi 1 *

Der Pfarrer that es, während die jungen Mädchm sich röcksich'öooll entfernten. Professor Engelhardt, der viele Jahre von Bruder und Schwägerin getrennt, In Wim seinem Berufe lebte aber einsam und unvermählt sandte folgende Zeilen an seine Schwägerin:

Meine sehr verehrte Fran Schwägerin 1

Wenn ich gerade an Sie schreibe, so werden Sie gleich erraten, daß etwa« Außergewöhnliche« mich dazu bestimmt hat, weil einem Manne, wie ich eS bin, eS sehr schwer wird, mit Damm zu korrespondieren, und für meinen Bruder viel weniger Worte zum VerstäudniS meiner Bitte

.. geschäft* bleibt der zweiten Lesung Vorbehalten. Die Zoll- lttonen j! kymmisston deS Reichstags lehnte die Zollerhöhung für

, I" v ZinSaufschlag für die zu den Wertpapieren gehörigen Zinsen hu- vder Dividenden und Koupons findet nicht statt. AuS-

Anreige« nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, f vwieb.Annoncen-Bureaux von Hänfenstem undVoaler in Franlurt a. M., Kassel, Magdeburg und Wien; RudolfMoffe in Frankfurt a. M., Berlin,München und Köln: G. L. Daube und Eo. m Frankfurt a> SW., Berlin,Hannover u. Paris-

Infanterie das Minimalmaß von 1,57 m, ebenso wenig dasselbe bei den Jägern, welches gleichfalls 1,57 m beträgt, «äh end hier das Maximalmaß sich auf 1;75 m beläuft. ' sub S. Bei der gesamten Garde und Infanterie giebt ,eS kein [i Maximalmaß. Das Moximalmaß ber Kürassiere und 7 Ulanen ist 1,75 m, das Minirnalmaß 1,65 m. Bel den » ; Dragonern und Husaren ist daS Minimalmaß von 1,62

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j ländische Werte sind nach ten Vorschriften über die Er- n° tra8 Hebung des Wechselstempels umzurechnen. Nach dem heute n > * angenommenen Passus über die B freiungen wird eine 916» bringt !i Mx nicht erhoben, erstens falls bet Wert des Gegenstandes »e l-dew be8 Geschäfts nicht über 600 Mk. bei Effekten, nicht über r Auch« 5000 M. bei Warengeschäften beträgt; zweitens für Kon- 1 > tantgeschäste über Wechsel, gemünztes ober ungemünztes

1 «.scheint täglich außer an 1 Verklagen nach sonn- und

Vertagen. Quartal» Kdonnements-Preisbei der glpebition SV. Mk., bei 7,7 Postämter S «k. 50 «ffl (-k-l Bestellgeld). Usertionsgebühr für die Äpaltene Zeile 10 Pfg. Manien für die Zeile 45 Pfg.