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Marburg, Sonntag, 15 Februar 1885,

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Berlin, 13. Febr. In btt heutigen Sitzung der Budget- kommisston des Reichstag« wurden nach dem Anträge des Abg. v. Huene 248 000 Mk. als Pauschquantum zur Durch­führung der erforderlichen Maßnahmen in Kamerun be­willigt, ferner der Teil der v. Huene beantragten Resolution angenommen, wodurch erklärt wird, daß der Reichstag durch die von den verbündeten Regierungen etngegangenen Engage- AertS genötigt sei, die erforderlichrn Mittel zur Wahrung des Ansehens des deutschen Reichs zu bewilligen. Sodann wurde folgende Resolution des Abg. Richter mit 16 gegen 12 Stimmen angenommen: Die verbündeten Regierungen j« ersuchen, dem Reichstage zur Herbeiführung fester Or­ganisationen in Kamerun, Togo und Anzra-Pequena eine Verlage zu machen behufs Heranziehung der Schutzbezirke

Eingang und Ausgang", erwiderte Rupert,manche stunde sitze ich drunten über Euren Folianten und Recht v^bt Ihr gehabt, Meister, einen vorn habt Ihr mir er- Mosten, der nie versiegt?"

Dankbar streckte er dem Alten abermals die Hand hin, Listen Augen jetzt fast jugmdlich blitzten, daun fuhr er fort: Können aber auch hier oben weiter reden, Meister, denn «ure Feindin ist weit von hier und jetzt möchte sie wohl auch ihren Groll gegen Euch vergessen haben, jedenfalls bei denken die Herren in Salzburg heut nicht mehr an ben Steinschleifer, bet vor Jahren bet Zauberei angeklagt würbe."

Man glaubte, bet Steinschleifer wisse um die Kunst ®clb zu machen, da» vergißt sich nicht fo leicht", entgegnete Tteininger düstet,weißt Du nicht, das alles Elend der Menschheit vom Golddurst herkommt!"

Poschacher nickte.DaS Gold leuchtet wie die Sonne", Murmelte er fast unverständlich und doch verstand der andere ltdes Wort,heilig und rein ist el hervorgezangen «ul «ottti Hand, Geheimnis mngiebt «I, ein Segen sollte tl

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dal Gebiet bet freien Stadt Bremen. Der Antrag, welcher den nördlichen Teil dieses Bezirks mit einer für Schleswig- Holstein zu bildenden Genossenschaft vereinigen wollte, wurde mit einer erheblichen Mehrheit abgelehnt. Sitz der Genossen­schaft wird Hannover sein. Am 7. Februar wurde in Kassel die Errichtung einer Berufsgenossenschaft für die Provinz Hessen-Nassau, das Großherzogtum Hessen und Waldeck beschlossen. Pyrmont und die Grafschaft Schaumburg (Rinteln) sollen, ihrer geographischen Lage wegen, der Hannoverschen Genossenschaft zugeteilt werden. Sitz der Genossenschaft wird Frankfurt a. M. werden. Am 9. Februar erfolgte in Erfurt die Bildung einer Thüringischen Baugewe.kSunfall- BerufSgenossenschast. Sachsen-Altenburg, welches ursprüng­lich für sich allein bleiben wollte, zog seinen Antrag zurück. Sitz wird Erfurt sein; a'S Sektionen sind: Weimar, Alten­burg-Rudolstadt, Meiningern Koburg-Gotha, Erfurt-SonderS- hausen in Aussicht genommen. Ausgeschlossen von dieser Be- rrffSgenossenschaft blieben die reusfischen Fürstentümer, welche im Einverständnis mit dem Königreich Sachsen beantragt hatten, auf Grund eines lange bestehenden JnnungSverbandrS mit einander verknüpft zu werden. Dies wurde am 11. Februar in der zu Dresden abgehaltenen General­versammlung beschlossen. Sämmtliche Generalversamm­lungen waren überaus zahlreich besucht; in den meisten Fällen betrug die Zahl der Erschienenen mehr als Tausend. Nichtsdestoweniger war die Haltung eine musterhafte und die Begeisterung für die Sache selbst eine einstimmige und große. In allen diesen Bersammlungen wurde beschlossen, die vom Bund'Srat durch Beschluß vom 22. v. MtS. für verstcherungSpflichttg erklärten Gewerke mit in die Ge­nossenschaft aufzunehmen, da das Bestreben, den Kreis der versicherungspflichtigen Personen zu erweitern, überall mit Lebhaftigkeit vertreten wurde. In der heutigen Sitzung der ReichStagSkommisston für Arbeit er schütz wurde der Antrag des Abg. Ackermann zu § 165 der Gewerbe­ordnung in folgender vom Zentrum amendierter Gestalt angenommen:Die Gewerbetreibenden können die Arbeiter zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten. Sie dürfen dieselben an Sonn- und Festtagen nicht be­schäftigen in Fabriken, in Werkstätten und bei Bauten." Hiermit ist auch das ganze Handwerk unter den gesetzlichen Zwang derZ Sonntagsruhe gestellt. Von dem Zentrum wurde nunmehr weiter beantragt, obige Bestimmung auch aufGehülien und Lehrlinge in Handelsgeschäften" aus- zudehnen. Dieser Antrag ging selbst den Vertretern der sozialdemokratischen Fraktion zu weit, sie vertheigten ihren Antrag, lautend:Verkaufsstellen aller Art dürfen an Sonn- und Festtagen höchstens 5 Stunden geöffnet und müssen spätestens nachmittags 6 Uhr geschlossen sein. Die nähere Z itbestimmung steht der höheren Verwaltungsbe­hörde zu." Auf diese Weise wollen die Antragsteller den Arbeitern und ländlichen Bewohnern, die in der Woche arbeiten müssen, die Möglichkeit gewähren, am Sonntage

Geh. Obet-RegierungStatS Gandtner ist, wie verlautet, der bis­herige Hilfsarbeiter, Geh. Regierungsrat Kügler, zum vor- tragenden Rat in der Abteilung für die UnterrichtSangelegen- hciten ernannt. Damit wäre also die durch den Abgang ies Geh. Ober RegierungsratS Gan tuet entstandene Licke in den etatsmäßigen Ratsstellen wieder besetzt. Letzterer »itb am 1. April zur Uebernahme seines neuen Postens »ach Bonn übersiedeln Geheimrat Gandtner war kürzlich in Bonn, um sich zu informieren. Bis zum 1. April wird et feine bisherigen Dienstgeschäfte im Kultusministerium «etterfühten. DaS ReichS-VersicherungSamt hat in der vergangenen Woche mit Abhaltung der Generalversammlungen fit die BaugewirkSunfall BerufSgenossenscha ten begonnen. Am 3. d. M. wurde in Magdeburg dir Gründung einer solchen Genossenschaft für die Regierungsbezirke Magdeburg und Merseburg und daS Herzogtum Anhalt beschlossen. Sitz der Genossenschaft soll Magdeburg sein, außerdem sind »och Sektionen in Halle und für Anhalt in Aussicht ge­nommen. Am 5. Februar beschloß eine nach Hannover jlifammenberufene Generalversammlung die Errichtung einer »leichen Genossenschaft für diese Provinz, sowie für den Regierungsbezirk Mnden, das Herzogtum Braunschweig, da« Herzogtum Oldenbu g, die Lippeschen Fürstentümer und

werden, und ein Fluch ist cS geworden durch die Künste des Teufels!"

Laß 'uns hinabsteigen zu der Quelle, aus der Du diese Weisheit geschöpft hast," sagte der ältere Mann ernst, dann will ich Dir auch erzählen, warum ich nicht hier bleiben kann und was meine Aufgabe auf Erden ist."

Von Tiger begleitet, der nicht von der Seite seines alten Herrn wegzubringen war, machten sich die beiden Männer auf den Weg. Sie stiegen hinab in die Oefen und bald saßen sie auf bet Bank übet den Folianten ge- beugt, ben Steininger wie ein alten Freund begrüßte.

Ein Hund und ein Buch," murmelte er,da» sind dir besten Freunde; aber wir dürfen die Menschen nicht vrüber vergessen, denn wenn sie falsch und schlecht sind, was ist daran schuld als ihr Elend ? Steht« nicht so hier btin ?"

Freilich," entgegnete Rupert.

Und wer ist schuld, daß e» so viel Elend in der Welt gtebt", fuhr Steininger fort,hast Du es nicht auch darin gesunden!"

Der Mensch selber", erwiderte Poschacher,so habe IchS herauSgelesen."

Ja, die Menschen", rief der Heitere und die Salzach schien da- Echo für seine Worte abgeben zu wollen, so toste sie durch die Schlucht, während ein einziger Sonnenstrahl durch die Tannenwipfel drang,die, welche sich reich und vornehm nennen, die an sich reißen, was ihrer Mitbtüder Eigentum ist!"

Seine durchdringenden Augen ruhten forschmd auf dem Angesicht de« Anderen; wenn er aber geglaubt hatte, dieser »erbe ihm jubelnd zustimmen, so sah et sich getäuscht, denn Poschacher schüttelte den Kopf und erwiberte ruhig:davon

Die Schleifer ton Volling.

Eine Geschichte au« dem Bauernkriege. Erzählt von Ludovica Heseliel. (Fortsetzung.)

ihre notwendigen Einkäufe zu bewerkstelligen. Eine Ab­stimmung über diesen Punkt fand noch nicht statt. Die Petitionskommission des Reichstage» beriet gestern die Petition de« Abg. Dr. Hübner, betreffend die Einführung feine! Heilverfahrens für Diphtheritis von Reichswegen. Den Verhandlungen wohnte vom ReichS- gesundheitSamte Geh. Rat Köhler bei, welcher besonder« dem Abg. Viereck gegenüber hervorhebt, das Reichsgesund- heitSamt könne sich mit derartigen Mitteln, die ihm massen­haft angeboten würden, nicht beschäftigen. Man beschloß, dem Hause Uebetgang zur Tagesordnung anzuempfehlen, da der Petent nicht einmal ben Jnstanzenzng innegehalten unb sein Gesuch nicht dem Reichsamte des Innern unter­breitet habe.

In der gestern unter dem Vorsitz des Staats­ministers, Staatssekretärs des Innern v. Bötticher, statt­gehabten Plenarsitzung des Bundesrats gelangten mehrere Eingaben betreffend die Zollbehandlung einzelner Gegen­stände, zur Erledigung. Von Eingaben, betreffend ben dem Reichstage vorliegenden Entwurf eine« Gesetzes wegen Abänderung des Reichsstemp-lgesetzeS vom 1. Juli 1881, sowie von den durch den Herrn Reichskanzler mitgeteilten Aktenstücken über deutsche Jntereffen in der Südsee nahm die Versammlung Kenntnis und beschloß die Vorlagen, betreffend Feststellung der Stempel zur Bezeichnung de« Feingehalts der Gold- und Silbirwaren, die Aufstellung einer Viehseuchen - Statistik, den Antrag Preußens wegen Ergänzung von Bestimmungen de« Gesetze» über die Ab­wehr unb Unterdrückung von Viehseuchen, unb bie Zu­lassung zur ärztlichen Prüfung, betn Ausschuß für Handel unb Gewerbe, ben Entwurf eine« Gesetzes für Elsaß- Lothringen über bie Unterstützung von dienstunfähigen Forstschutzbeamten der Gemeinden dem Ausschuß für Elsaß- Lothringen zu überweisen. Sodann wurde über die Aen- derung der Bestimmungen des Eisenbahn-BetriebS-Regle- ments in bezug auf die Beförderung von gebrauchter Putz­wolle, von geldwerten Papieren, von HvlzbriquetS unb GaSreinigungSmasse, ferner über Anträge, betreffend die Bildung von BernfSgenossenfchaften auf Grund deS Un­fallversicherungs-Gesetzes Beschluß gefaßt. Nachdem noch der Vorsitzende mehrere eingegangene Eingaben verschiedenen Inhalts vorgelegt hatte, erklärte der Bundesrat zum Schluß sein Einverständnis mit dem Abschluß eines Aus- lieferungSvertragS zwischen dem Reiche und Rußland auf der Grundlage eines bereits zwischen Preußen und Ruß­land getroffenen UebereinkommenS gleichen Inhalt«.

Leipzig, 12. Febr. Der LandeSvetratSprozeß Jansen dürste noch mehr Staub aufwirbeln, al« die Affaire KraSzewSki-Hentsch, der er sozusagen als Pendant an bie Seite gestellt werben batf. Jansen hat bekanntlich als Agent bet französischen Regierung, für welche et Mittei­lungen über bentsche MobilmachungSpläne zu erlangen suchte, die Polizei lange genug in Atem gehalten, bi« ihn schließ-

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habe ich nichts gelesen. Daß wir allzumal Sünder sind, das hab ich herauSstudiert, und daß alles Elend von unserer Sünde komme, daß e« aber droben über un« einen barm­herzigen Gott flieht, bet noch mehr Liebe Hot al« wir Sünbet, seht, Meister, bas ist bie Weisheit, bie ich in Eurem alten Folianten gefunden habe."

Er hatte bie Hände gefaltet, unb feine Augen leuchteten in einem Glanze, der dem einfachen Manne etwa« gleich­sam Prophetisches gab, Steininger aber sagte in scharfem Ton:Blinder, thörichter Gesell, nicht dazu ließ ich Dir das Buch unb nicht fürder sollst Du behalten, denn Du weißt eS nicht zu gebrauchen. Kommt aber bet Tag, da Du inne wird, daß ich richtig gelesen, bann will ich über Dich lachen, wie über alle Anderen, bie ben Mut nicht haben, ba» Joch von ihrem Halse zu schütteln."

Schauerlich hallte sein Lachen durch die Schlucht, Poschacher hatte ruhig die Arme übet bet Brust gekreuzt und blickte sinnend in bie quitknben Wasser ber Salzach hinein.

DaS war eine bittere Täuschung", hob Steininger »lebet an,meinen Schüler hoffte ich in Dir zu finden, der mein Werk thun sollte, falls ich etwa zu früh abge­rufen tofiroe, unb Du kehrst Dich zu meinen Feinden I"

Da sei Gott vor", wehrte der Steinschleifer ab,laßt mir da» Buch, Meister, vielleicht finde ich mit bet Zeit, baß ich geirrt habe!"

Set« drum", erwiderte bet Andere,e» kann lange dauern, bl« ich wiederkehre, e« kann bald geschehen, aber mein Haß gegen meine Feinde kommt immer wieder mit!"

.Und doch war Euer Meister, den Ihr so geliebt habt, auch ein Junker,', fiel Poschacher ein. (Fortsetzung folgt)

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triftig zur Deckung der dem Reiche daran» erwachsenden Kosten. Hl|u| £jeNme Prenß. Ztg." meldet: .Da« Dezernat für das U. Modi Realschulwesen im Kultusministerium führen die Geheimen npnpn ßt. Ober < Regierungsräte Gandtner und Dr. Bonltz gemein- vvucii (Z.c.r:* n,et«.___

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grscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal« fldonnementS-Preis bei der ^-Expedition 2*/. Mk., bei 18 Solch s,n Postämter 2 Mk. 50 kckschrai M^L^B°stellg-id). Hirn tz,

Anzeigen, nimmt entgegen: bie Expedition d. Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M., Kassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin,München und Köln; G. L. Daube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris.

ansertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,. Manien für die Zeile 25 Pf«.

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Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. - Illustriertes Sountagsblatt

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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schaftllch. Die Zeitungsnachricht, daß dem G'heimen Ober- RegierungSrat Dr. Wehrenpfenuig infolge des Abganges bei zum Kurator der Universität Bonn ernannten Geheimen Ober-RegietungSratS Gandtner die Geschäfte dieses Dezer- Mniu | nate« übertragen werden würden, soll, wie man hört, un« [6 richtig sein. Geh. Ober RegterungSrat Dr. Wehrenpfennig, m5 welcher daö umfangreiche Dezernat für die technischen Hoch' . und Kunstschulm führt, würde, wie eS heißt, dieses Dezer­nat auch fernerhin behal'en, ohne daß ihm noch dasjenige Aber das Realschulwes n zufiele. An Stelle des auöscheideuben

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ES legte sich wie ein Schatten über ba« tief gefurchte, in wenigen Jahren starkgealterte Antlitz SteiningetS.

Dann richtete et sich höhet auf und sagte fast feierlich: a1! «Meine» Bleiben« hier ist nicht lange, aber viel hab ich Dich zu fragen, Rupert, doch nicht hier will ich sprechen don Dingen, die nicht für Jedermann« Ohr sind, sondern drunten in der Tiefe, wo Niemand un« hört. Du hast doch ben Eingang zu ben Oefen gefunden?"