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Akarkurg, Donnerstag, 12. Februar 1885.
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Verordnung vom 5. Juli 1847 übereinstimmend mit 8 268 de» früheren preußischen Strafgesetzbuches festgesetzt ist." - Ueber die deutsche Besitzergreifung im Stillen Ozean bringt die »Hamburger Börsenhalle" folgende nähere Angaben: Am 21. Oktober traf S. M. Kanonenboot „Hyäne" und am 1. November S. M. Kreuzerfregatte „Elisabeth", beide direkt von Sidney, in Matupi (Neu-Britannien) ein. Am 3. November wurde in SDiatupt und bald darauf in Mioko (Duke of York) und an ca. 10 anderen Plätzen der Küste Neu - Britanniens die deutsche Flagge gehißt. Am 10. November gingen beide Schiffe nach Nusa (Neu- Irland), woselbst, und ebenfalls in Kaps», die Flagge gehißt wurde. Dann dampften die genannten Kriegsschiffe nach Neu-Guinea, trafen dort in der Nähe von Port Konstantin den.Dampfer „Samoa" in Friedrich Wilhelm- Hafen und zogen dort und später in Huon-Golf die deutsche Flagge auf. „Elisabeth" traf am 25. November wieder in Matupi ein. Am 1. Dezember langte auch S. M. Kreuzerkorvette „Marie", von Apia kommend, an, und arrivierten am selben Tage noch „Hyäne" und das englische Kanonenboot „Swinger", so daß zur Zeit drei deutsche und ein englisches Kriegsschiff in Matipi vor Anker lagen. „E.isabcth trat dann am 4. Dezember ihre Weiterreise nach Yokohama an, woselbst sie am 2. Januar ringe- troffen ist.
Leipzig, 8. Febr. Bet der am 2. März und den folgenden Tagen vor dem Reichsgerichte stattfindrnden Prozchverhandlungen wegen Landesverrats (gegen Kaufmann Jansen und Geschäftsmann Knipper) wird seitens der Oberretchsanwaltschaft der Ausschluß der Oeffentltchkeit beantragt und vom Gerichtshöfe wohl auch beschloffeu werden. Es dürfte daher nur durch die Verkündigung des Urteile«, die öffentlich zu geschehen hat, einiger Aufschluß über den Gegenstand der Verhandlung gewährt werden. Angeblich handelt eS sich um die Mitteilung des Mobil- machungsplans für das achte (rheinische) Armeekorvs an eine auswärtige Macht (Frankreich.)
München, 8. Febr. Ueber die Höhe der Getreide- Produktionskosten in Baiern hat der Generalsekretär de« landwirtschaftlichen Vereins für Baiern, Professor May, auf Grund von Berechnungen in verschiedenen Gegend« des Königreichs ermittelt, daß dieselben durchschnittlich sich wie folgt stellen: für 1 Zentner We^eu auf 7,82 M., für 1 Autner Roggen auf 7,80 M., für 1 Zentner Gerste auf 5,45 M., für 1 Zentner Hafer auf 6,09 M. Hieraus bemerkt Professor May tu der Zeitschrift des landwirtschaftlichen Verein-, die Thatsache konstatiert, daß die gegenwärtigen niedrigen Preise für Wetzen und Roggen zum mindesten auf das Niveau der Produktionskosten gesunken sind, und daß in Ermangelung erhöhter Getreidezölle namentlich dte Weizen- und Roggenproduktion, statt entsprechenden Gewinns, erheblichen Verlust zur Folge haben muß.
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Deutscher Reich.
Berlin, 10. Febr. In der heutigen letzten Sitzung deS Landwirtschaftsrates wurde bezüglich der Holzzölle folgende« beschloffeu: Bau-und Nutzholz: 1. roh oder lediglich tu Querrichtung mit der Axt oder Säge bearbeitet, eichene Faßdauben, ungeschälte Korbweiden, Reifenstäbe — 1 Mk. 80 Pf. pro ein Festmeter; 2. mit der Axt bewaldrechtet — 2 Mk. 40 Pf.; 3. in der Richtung der Längsachse beschlagen, gesägt oder ander« alt durch Bewaldrechtung vorgearbeitet und zerkleinert, sowie Faßdauben, welche nicht unter Nr. 1 fallen — 6 Mk.; 4. Bretter, nicht gehobelte in der Rich- ^"ß,?er^L?rig*achse beschlagene oder gesägte Kanthölzer, ähnliche Säge- und Schnittwaren — 12 Mk. pro Festmeter. — In der Beratung der Zuckersteuerfrage wurde eine Resolution de« Grafen Lerchenfeld angenommen, wonach jede« Gesetz, wodurch die Zuckersteuer wesentlich geändert wird, mindestens anderthalb Jahr vor dem Inkrafttreten zu erlassen ist und da« Ziel verfolgen muß, den einhei- m scheu Konsum zu steigern. —In der gestern stattgehabten Sitzung der RetchStagSkommisston zur Vorberatung des Gesetzentwurfs über die Ausdehnung der Unfall- uad Kranken- Versicherung trat man in die EpezialdiSkusston ein, und zwar zunächst über § 1, welcher dte Wirksamkeit de« Unfall- verstcherungsgcsetze« auf die Betrieb- der Post-, Telegraphen- und Eisenbahnverwaltungen, den Baggeretbetrieb, den ge- werbSmäßigen Fuhrwerks-, Binnenschiffahrt«- und Flößerei- betrieb, den SpedttionS- und Kelleretbetrieb, aui Güterlader, Messer, Wäger u.s.w. auSdehnt. Hier liegt ein Antrag de« Abg. Frhrn. v. Wendt vor, weicher den gesamten Betrieb der Post-, Telegraphen- und Martneverwaltunz „einschließlich der auf eigene Rechnung geführten Bauten" versichert wissen will. Derselbe Zusatz soll bei der HcereS- und Marineverwaltung gemacht werden, außerdem soll hier be- stimmt werden, daß Die ia diesen Betrieben beschäftigten Personen, welche dem stehenden Heere oder der Marine angehören, oder auf welche daS Mititär-PeustonSgesetz Anwendung findet, von der Versicherung ausgeschlossen sind. Ferner liegt der Antrag de« Abg. Gebhardt vor, der die Fassung des Regierungsentwurfs dahin «bändern will, daß er nicht die in § 1 derselben aufgesührten gesamten Betriebe, sondern „die in den gedach'en Betrieben beschädigt« Arbeiter" gegen Krankheit und Unfall versichern will. Endlich liegt zu § 1 ein Abänderungsantrag des Abg. Schrader vor, welcher bezweckt, daß nicht die gesamten Betriebe der Poft rc., sondern dir im Dienste der Post beschäftigten Arbeiter versichert «erden. Die Vertreter der verbündeten Regierungen halten allen Abänderungsvorschlägen gegenüber die Fassung deS RegierungSentwurfü aufrecht. Die Kommission beschloß darauf, die Verhandlungen abzubrechen und für die nächste Sitzung Vertreter des ReichSetsenbahu- amts und der Reichspostverwaltung einzuladen, um von ihnen Erklärungen über die Ausdehnung der Versicherung in^ ihren Betrieben zu erbitten. — Zur Diätenfrage der
ringste zu sehen, kein menschliches und kein tierisches Leben schien hier zu atmen, und da« Wasser toste einförmig fort, oder ein Baum brach krachend zusammen.
„-PS"6 * * Tiger hätte Rupert den Weg durch diese wilden Schluchten nimmer gefunden; die Schwierigkeiten, die der- selbe sonst bot, waren für ihn, das Kind dieser Berge, nicht allzu groß, behend schwang er sich von einem Fels- Knnt/’h” xnbeVtnl btn Weg noch kürzend, wozu der Hund aber ärgerlich knurrte, denn der wollte kein Abweichen von dem Pfade gestatten, dm sein Herr ihn gelehrt hatte.
Jetzt waren sie ein gut Stück hinunter gelangt, Rupert warf einen Stein in den Fluß hinab, e< dauerte noch sw»«? ^aHme Alt,, bis er mit einem Tone, der einem Pistolenschüsse glich, die Fläche des Wasser« erreicht. Da blieb Tiger stehen und rieb den Kopf am Knie Rupert«, als wolle er diesen ebenfalls zum Stehenbletben auffordern. In Manneshöhe etwa sprang hier ein Felsblock über, ein natürliches Schutzdach bildend, darunter war eine roh gezimmerte Bank angebracht und vaneben erhob sich eine Art Schuppen au« Brettern zusammengeschlagen.
Hatten hier Menschen gehaust, hier in der Tiefe? — Fast schien e« so und der Hund zog dm Steinschleifer jetzt zu dem Schuppen, den nur ein hölzerner Riegel verschloß. Rupett zog demselben hinweg und entdeckte einen hölzernen, zum Tell schon sehr beschädigten Kasten, dessen Deckel n mit itichtcr Mühe öffnete; offenbar wußte er hier die ^d-n und de-"ruhigen Burgen bemächtigte sich doch eine gewisse Aufregung. ru&i? hfÄnb; HE sich neben die Kiste gelegt und sah ruhig den Beginum Rupert« zu. ßortfetunt folgt.)
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Dte Schleifer von Volling.
Eine Geschichte au« dem Bauernkriege.
Erzählt von Ludoviea Hesekiel.
(Fortsetzung.)
Schweigend hielt das Paar sich eine Weile umschlungen, dann sagte Poschacher: „Aber nun zu de« Meisters Vermächtnis! Bin doch neugierig, wohin Tiger mich führen wird und wa« ich finden werde."
Zedc-mal, wenn der Hund seinen Namen hörte, erhob n den Kopf; als jetzt Rupert aufstand, stellte er sich auf seine Beine und sah die Beiden erwartungsvoll an. Cyrilla zog da» Stücktetn Leder au« ihrem Mieder, das ihr Stei- »ioger beim Abschied gegeben hatte, bei dem bloßen Anblick desselben bellte der Hund mtb lief nun einer schmalen Bergspalte zu.
„Dort verschwindet er jedesmal," bemerkte Cyrilla, „zuweilen kommt er hier an derselben Stelle wieder zum Vor- Ikhein, zuweilen aber jagt er auch von der anderen Seite
M der Landstraße daher, gleichsam als sei er durch dm
^erg gelaufen. Ich hab ihm nie folgen mögen, einmal W« der Meister nicht gewollt und dann hab ich beim Hin- nnschaueu in den Bergspalt nichts schauen können als Ge- wln und nicht« gehört al« ein unheimliches Donnern. Wär mir schon lieber, Du bliebest auch droben, wer weiß, was für Geister dort in den Tiefen hausen!"
„Haben sie dem Hunde nichts gethan, werden ste mich
Wch 'nicht umbringen," entgegnete Rupert, „bete derweil
i4Nßtg für mich zu unserer lieben Frau!"
»Bet Du auch," bat ste, „ich hab einmal sagm hörw, Junten feien große Oefen, sind wohlHillmflammeu, die «m brennen, hüt Dich, «ein Bub«;
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal» »bonnementS-Preis bei der Expedition 81 * * * */« Mk., bei den Postämter 2 Mk. 5» ff», (eftl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile !• ®fg. Reklamen für die Zeile Li ff«.
sozialdemokratischen Abgeordneten wird aus bestinformierter Seite berichtigend mitgeteilt, daß die Abgeordneten genannter Partei allerdings Diäten beziehen, doch habe in dieser Beziehung weder der „Hannoversche Kcur.", noch auch die „Berliner Zeitung", welche letztere doch wohl die meiste Fühlung mit den Sozialdemokraten zu suchen sich stet« bemüht, da« richtige getroffm. Vielmehr beträgt der Diäten satz seit langem 4,50 Mk., ein Betrag, der für Berlin allerdings nicht viel besagen will; indessen sollen die meist mt Arbeiterverhältnisse gewöhnten Abgeordneten daran zur Genüge haben. Manche von ihnen haben durch journalistische Arbeiten für sozialdemokratische Blätter noch einigen Nebenverdienst. — Am 22. Februar hält der deutsche Kolonialverein Hierselbst eine Generalversammlung ab. E« wird dabei u. a. über die Errichtung einer Kanzlei Beschluß gefaßt werden, welche als Zentral-Vorbereitung«- und Auskunftsstelle für privatüberseeische Unternehmungen Deutscher dienen soll. — Der dem Abgeordnetenhause zugegangene Antrag betr. die Bestrafung des Spiels in ausländischen Lotterien hat folgende Motivierung: In den altländischen Provinzen werden die genannten Lotterievergehen nur mit Geldstrafe und zwar bis zu 1500 Mark bedroht: folgeweise können dieselben, wenn mutmaßlich keine höhere Strafe al« 600 Mark zu erkennen ist, zur Aburteilung an da« Schöffengericht gewiesen werden. Dies geschieht thatsächlich in allen Fällen, da erfahrungsgemäß nie eine solche höhere Geldstrafe in Aussicht genommen werden wird; der Angeklagte kann ferner, auch wenn wegen einer mutmaßlich zu erkennenden höheren Geldstrafe als 600 Mark die Straf- kammer selbst das entscheidende Gericht bleiben würde, also nicht nur vor dem Schöffengerichte, sondern auch vor der Strafkammer da« bcqneme Kontumazialverfahren gegen sich ergehen lassenj in den neuerworbenen Landesteilen dagegen ist für da« nämliche Lotterievergehen die angedrohte Strafe an erster Stelle Gefängnis bis zu 6 Monaten und wahlweise Geldstrafe bis zu 3000 Mark: folglich können diese Strafsachen nicht an da« Schöffengericht gewiesen werden, die Hauptverhandlung muß vor der Strafkammer statt- finden, das Kontumazialverfahren ist ausgeschlossen, gegen den ausgedliebencn Angeklagten sind, wenn er nicht genügend entschuldigt oder unter den Voraussetzungen de« 8 232 der Strafprozeßordnung von der Verpflichtung zum Erscheinen entbunden ist, die strengen Maßregeln de» 8 229 eod. (Vorführungsbefehl, Verhaftung) anzuordnen. Der Zweck des Antrages ist, diese Ungleichheiten in dem RechtSzustsnde, welche namentlich in dem Strafverfahren empfindlich berühren, zu beseitigen und das gleiche Recht, wie e« während d» Herrschaft des preußischen Strafgesetzbuches bestand, lür alle LanoeSteile wieder herzustellen. Diesen Zweck will der Antrag erreichen, indem er vorschlägt, auf den unveränderten Thatbestand des Artikels IV., Nr. 1 der Allerhöchsten Verordnung vom 25. Juni 1867 dieselbe Strafe anzuwenden, welche für den gleichen Thatbestand in der
Noch einmal hing sie an seinem Hal«, dann folgte er dem Hunde, der mit oem Schweif wedelnd auf ihn lauerte.
Die Höhle, die Rupert betrat, war dunkel, und in der That vernahm er in der Ferne ein donnerartiges Tosen. Der Steinschleifer hatte eine Art Grubenlicht entzündet und folgte vorsichtig dem voraneilenden Hunde. Bald merkte er, daß der Boden sich hob, de>. Weg ziemlich steil bergan ging. Jetzt hatte die Höhle ein Ende, ober nicht ans helle Tageslicht heraus traten Hund und Mensch, sondern in eine enge Schlucht, in die hinein die Sonne nur mühsam chreu Weg fand. DaS Tosen und Donnern wurde lauter, tief unter sich sah Rupert eS in grünlichen, weißschäumen- den Massen quirlen, brodeln, das waren die Wasser der Salzach, die sich hier unten mit Gewalt ihren Weg durch die Felsen gebahnt hatte. Of hatten des Landes Ureinwohner in ihrer Sprache einen solchen Durchbruch genannt, vergessen waren sie samt ihrer Sprache und aus Of waren Oefen geworden. Wunderliche Dinge erzählte man sich von diesen unterirdischen Oefen, zu denen die wenigsten hinabgestiegen waren und so mutig auch Rupert CyrillaS Warnungen zurückgewiesen hatte, er war doch beinahe enttäuscht, statt Feuer nur Wasser in diesen Oefen zu finden.
f D-unoch blieb die gewaltige Einsamkeit, in der er sich befand, nicht ohne Eindruck auf ihn; hier warS nur ein Ile ne Rinne zwischen g atten, wie geschliffen aussehenden Felsen, die sich die Salzach geblldet hatte, dort hatte sie einen Kessel ausgehöhlt, über den hinweg entwurzelte Bäume lagen, «lüfte und Felswände, zum Tell mit dichtem Wald bestanden, zum Tell kahl, blldeten die seltsamst« Formen; wlld durcheinander lagen mächtige mit Moo« überwachsme FelSblöckej hie und da w« vom Himmel nicht dasGe-
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