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Marburg, Dienstag, 3. Februar 1885.

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. ,DaS wär also wirklich das letztemal gewesen, Rupert,' »°gte das Mädchen mit leicht zitternder Stimme, daß wir wt zusammen gebetet hätten, da» letztemal für lange Zeit.' , »Drei Jahre stid keine lange Zeit, Cyrilla,' erwiderte ^Bursche, .mußt halt immer dran denken, daß Du Dir wenn sie um sind, das Brautkränze! anssetzea darfst.' k «Ja, wenn Da mir treu bleibst.'.

Mark, für Hoch - Nenkirch - Grävenbroich 1500000 Mk., für Oppeln-NamSlau 3400000 Mk., für Glatz-Rücker« 1580000 Mk. Ferner für Rogasen-Jnowratzlaw, Deutsch - Crone-Collie«, Löwenberg-Templin, Stralsund-Rostock (mit Abzweigung von Volgast nach Barth), Neustadt a. D. Über Maymburg bi« zur LandeSgrenze, Hemmoor-Vifsel-Hovede, Fulda-Gerrfeld, Warburg-Arolsen, Bissen-Morsbach, Schee - Silschede, zusammen 14 Linien im Gesamtbeträge von 49484000 Mk. Ferner zur Anlage zweiter Geleise auf 8 verschiedenen Linien 5516000 Mk. Schließlich zu Bauausführungen 5700000 Mk.; nämlich für ein Ge- schLstsgebäude in Bromberg, für ein EmpfangSzebände in Kreiensen, und für die Umgestaltung des Bahnhof» in Münster. Die Gesamtsumme, die erforderlich ist, beträgt 60 700 000 Mk., die der Hauptsache nach au» der Reserve und dem Erneuerungsfonds der verstaatlichten Dahnen ent­nommen werden, so daß nur 11216000 Mk. durch Aus­gabe von Schuldverschreibungen gedeckt werden sollen.

In derVoss. Ztg.' wird von einer wichtigen Entscheidung berichtet, welche, da» Abiturienten- Prüfungs-Reglement betreffend, den höheren Schulen zugegangen sein soll. ES handelt stch darin um die soge­nannte Kompensation der Leistungen. Es soll gestattet sein, mangelhafte Leistungen in einem ^oder sogar zwei obliga­torischen Fächern vuSzugleichen. Wern z. B. ein Examinand im Lateinischen und Französischen gute, in der Mathematik und Physik aber noch nicht genügende Leistungen aufzu­weisen hat, so kann man diese« mit jenem balanzieren, so daß genügend herauskommt. Natürlich kommt eL auf den Grad der Mangelhaftigkeit an. So ist ausdrücklich bestimmt, daß Leistungen, die unter dem Stadpuukt der Prima stehen, überhaupt nicht kompensiert werden dürfen. Was also total ungenügend ist, kann nicht durch­gehen. Ferner hat der Examinand keinen Anspruch auf eine solche Ausgleichung, sondern ob dieselbe eintreten soll oder nicht, bleibt dem Ermeffen der Prüfungskommission, in letzter Linie dem königlichen Komwiffarius überlassen. Diese Verfügung soll dazu dienen, die Schüler vor Ueberanspannung durch die Examenvorbereitung zu bewahren und zugleich zur Verhütung der Ucberbürdung beitragen; dann aber, selbstständiges Studium und selbstständige« Denken zu fördern.

Breslau, 31. Jan. DieSchlesische Ztg.' meldet: Dir Breslauer Stucentenschaft richtete einen Aufruf au die Studentenschast von sämtlichen deutschen Universitäten, in dem zu einer gemeinsamen Kundgebung beim Jubiläum des Fürsten Bismarck aufgefordert wird.

Hannover, 31. Jan. Infolge einer von einem provi­sorischen Komitee ergangenen Einladung fand heute unter dem Vorsitz des Herrn v. Bennigsen eine Versammlung statt, zur Beratung über eine Ehrengabe für den Fürsten BiSmarck.

Leipzig, 30. Jan. Das Gerücht, das gestern hier mit großer Bestimmtheit ausgetaucht war, daß die kaiser­

liche Entschließung über die Todesurteile gegen ReinSdorf und seine beiden Genoffen bereits ergangen sei und ihre Vollziehung unmittelbar bevorstche, hat sich al« unrichtig herausgestellt. Wie unS heute glaubhaft versichert wird, ist die Entscheidung über den Vollzug der Urteile noch nicht in allernächster Zeit zu erwarten.

Rupert reckte uns dehnte die mächtige Gestalt,hast ja mein Wort,' meinte er dann,und ich denke, das hat der Poschacher noch nie gebrochen.'

Sie standen j-tzt auf der Brücke, die über die Salzach führt. Die fast grünen Wellen de« Flnffes waren hie und da grau-weiß gefärbt, tosend jagten sie dahin; t« war eitel Glctschirwaffer, daS sic mit sich führten. Die Augen des Paares folgten dem Lauf des wilden WafferS und blickten dann hinauf zu den Bergen.

Du wirst in Ländern kommen, sagt Dein Meister,' nahm Cyrilla das Wort,wo die Ströme langsam und träge dahin fließen, wo eS keine Berge giebt und die Wiesen nimmer so bunt sind wie hier, ich mein daS Heim­weh danach wird Dich zurücktreiben.'

Hast Recht,' erwiserte der Bursche, »da« Heimweh nach zwei Blau Blürn-lein und einem roten Röselein,' damit hatte er stch hastig gebückt und küßte sie rasch auf Mund und Augen, dann gingen sie Hand in Hand weiter; über eine Wiese führte sie ihr Weg, die sah ganz blau, gelb und weiß au», so üppig blühte r» darin. Ein starker, aber wohlthuender Dust, würzig und rein, entströmte ihr; e« war, als zögen ihn die Sonnenstrahlen heraus und Rupert atmete ein paarmal tief auf, al« wolle er noch möglichst rtel davon mitnchmen. Vor ihnen lag an einer sanften Berglehne hingebaut, von hohen Baumkronen überragt, au» denen ein altersgraues Schloß hervorschimmerte, ein sauberer, weißer Marktflecken, dem sie ihre Schritte zu- lenklen.

Wann gehst!' fragte Cyrilla, al« sie dicht davor waren.

Heut wenn die Sonne herunter ist.'

A«rl«ch.

Wie«, l.Febr. Eine auf heute anberaumte Arbeiter- Versammlung, deren TagesordnungArbeiter- und Sozia­listengesetz" lautete, ist behördlich verboten worden. Der 20jährige Eisendreher Thoma» Tiefenbacher au» Kärnthen, welcher der Teilnahme an den jüngsten Dynamitattentaten in der Wiener Neustadt dringend verdächtig ist, wird steck­brieflich verfolgt. Man vermuthet, derselbe sei unter fal­schem Paffe nach der Schweiz geflüchtet.

Rom, 31. Jan. DerMoniteur de Rome' glaubt zu wiffen, daß zwei italienische Erzbischöfe den Kardinal»« Hut erhalten werden.

Paris, 31. Jan. Im Gegensätze zu den anderwei­tigen Meldungen über einen Vertrag der Mächte betreff» Egyptens, insbesondere betreffs einer proportionellrn Garantie der Anleihe sagt dieAgence HavaS', die Anleihe werde von den Mächten nicht nach Maßgabe ihrer Jntereffen an den egyptischen Angelegenheiten garantiert. Die Garantie werde vielmehr eine kollektive, solidarische und ungeteilte sein. Auch scheine man geneigt, die 5prozentige provisorische Kouponsteuer den egyptijchen Gläubigern zmückzuerstatten, falls die Enquetekommission die Ueberzeugung gewinne, daß der Zustand der egyptischen Finanzen ein solche» Opfer von den Gläubigern nicht erheische. Die Datra und Do­mänen würden der Gegenstand einer besonderen Verein­barung zwischen England und Frankreich sein, die dabei allein interessiert seien. Die einzelnen Punkte der Verein­barung seien noch zu diskutieren. Im Prinzipe scheine bi» jetzt nur anerkannt, daß die Dairaverwaltung und die Domänenverwaltung gesondert fortbeständen.

Marseille, 31. Jan. Die Regierung mietete die beiden SchiffeHalabah" undSuez", um durch dieselben 4500 Tonnen Kohlen nach Pondtchery schaffen zu laffen. Die Abfahrt der Schiffe erfolgt am 25. d. Mt».

London, 31. Jan. DieTimes' meldet: Die Mächte nahmen im Prinzip die französischen Gegenvorschläge wegen Egypten» in der von England modifizierten Faffung an. Die britische Regierung empfing indeffen noch nicht die offiziellen Antworten der Mächte. In Derby stand heute ein Mann namen» Newbold vor dem Polizeigerichte, welcher angcklagt war, am 26. Januar mit anderen Per­sonen die Herbeiführung einer Explosion verabredet zu haben, wodurch eine große Beschädigung an Leben und Eigentum bezweckt worden sei. Die weitere Verhandlung gegen den Verhafteten wurde auf eine Woche vertagt.

Bukarest, 31. Jan. Das Enllaffungsgesuch de»

Deutsche- Reich.

Berlin, 31. Jan. Der Kaiser nahm heute militärische Meldungen und Vorträge entgegen und machte um 2 Uhr pchaiittag» wiederum eine Spazier fahrt.Auf derTages- Bnung der heutigen Bunde«rat«fltzung steht außer der Zslltarffnovrlle auch eine Vorlage, betreffend den Abschluß AnsiteferungSvertrageS zwischen dem deutschen Reiche Httb Rügland. Der BundeSrat verwies die Vorlage über titjen AuSlteferunzSvertrag an die zuständigen Ausschüsse vid nahm dann die Vorlage über die Abänderung des Zoll- iarifgejetzeS im wesentlichen nach den Ausschußanträgen m.DerReichsanzeiger' publiziert heute das Gesetz Über den Nachtragsetat für 188485 betr. die Forderung ür den Gouverneur von Kamerun, sowie die Abänderung

Für die Monat- Februar und März nehmen afle Postanstalten Bestellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

W ihren wöcheutlicheu Beilage» entgegen.

Soweit der Vorrat noch reicht, wird der Wandkalender 1885 beigegeben.

F Die «xp. i. Oberh. Zeitung.

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[Unbefugter Nachdruck verboten.)

Die Schleifer vou Bölling.

Eine Geschichte auS dem Bauernkriege.

Erzählt von Ludovica Hefekiel.

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So behüt Dich Gott,' sagte sie, ihm die Hand reichend, und auf Wiedersehen in drei Jahren!"

Er drückte sie noch einmal an sich; sie eilte leichtfüßig den Weg hinan, der zum Schlöffe führte, ohne sich umzu- sehen, d:nn er sollte nicht merken, daß sie «einte, während Rupert durch den Flecken schritt, bi» er endlich vor einem der letzten Häuser anhielt. Der mit Steinen beschwerte Gi-bel war der Straße zugekehrt, ein Bänklein stand neben der niedrigen Thür de« weiß angestrichenen Häuschen», das zu den kleinsten im ganzen Markt- Golling gehörte. Bon dem Bänklein aber erhob sich bei Rupert« Näher« kommen die schlank- Gestalt eine« Jüngling-, der mit Jenem in gleichem Alter sein mochte, in seiner ganzen Erscheinung aber verriet, daß er einem anderen Stande angrhörte, al» dieser. Ein Wamm« von dunkelgrauem Sammet mit kurzen Schößen schmiegte sich eng an den tadellosen Wuchs, rin Dolch mit vergoldetem Griff und ein Geldbeutel warm am Gürtel befestigt; da» enge Beinkleid war von rostfarbener Seide, unter den grünen, in eine lange Spitze auslaufenden Sammetschnhen trug der junge Mann hölzerne mit Riemen befestigte hochhackige Sohlen; eine goldene Kette lag auf der Brust und da» blonde Lockengewirr deckte ein grüne» Hütchen, von dem eine lange rot-weiße Feder herabhing.

Das war die Tracht de» Avels gegen den AuSgang de» fünfzehnten Jahrhundert» und wahrlich, der Junker Sttttch von Kuch! sah stattlich genug darin au».

Ein Freudenschimmer flog über Rupert» Antlitz, al» er den Junker erkannte, deffen schöne» Antlitz blieb bewölkt, obgleich er dem Burschen freundlich die Hand hiustreckte.

Was führt Euch nach Golling, Junker,' fragte Rupert, die Hand Sittich» derb schüttelnd. (Fortsetzung folgt.)

«.scheint täglich außer an Merltage» nach Sonn- und r*,,tagen. Quartal- IhMnementS-Preisbei bet jßition SV« Mk., bei RfWtämter 2 Mk. 50 EL (ejcl. Bestellgeld). Userti.-nSgebühr für die Ntene Zerle 10 Pfa. Wunen für die Zeile F 35 Pf».

. Zw.i Menschen traten unter dem Glockengeläut au» dem ^rchlein, ein Mädchen und ein Mann, jung Beide und Muck anzusehen. Das Mädchen ist fein und zierlich ge- ^chsen, unter dem schwarzseidenes Kopftuch drängt sich das Me Blondhaar hervor; Helle blaue Angen blicken frmnd- aus dem frischen Gesicht heran«, am freundlichsten aber wauf zu dem stattlichen dunkelhaarigen Burschen, deffen Faunes WammS au« demselben groben Wollenstoff gefer- 8* ist, wie ihr Rock. Und wenn das Mädchen aufblickt "ft den blauen, so blickt er hinunter zu ihr mit den brau- jN Augen und unwillkürlich finden sich ihre Hände in ^a-kck Wem Drucke.

Anzeigen, nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M., Kassel, Magdeburg und Wien; RudolfMosse in Frankfurt a. M., Berlin,München und Köln: G. L. Daube und 6o. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u- Paris.

Körperschaften gescheitert, und ich kann mir auch von einem MMien Versuche so lange keinen Erfolg versprechen, al» !i den an der gerechteren Verteilung der öffentlichen Lasten interessierten Schichten der Bevölkerung nicht gelungen ist, dir Majori ät in der Volksvertretung für sich zu gewinnen, grz. v. Bismarck. Die Congo - Konferenz hat da» von dir Kommission festgestellte Projekt, betr. die Deklaration ;u Punkt 3 (Formalitäten der Okkupation) angenommen unb beschlossen, die Redaktion drr Schlußakte der Korn .»ission zu übertragen. Dem Abgeordnetenhause ging sieben die Etscubahnvorlage zu. Dieselbe enthält Forderungen P« Bau einer Bahn Hildesheim-Braunschweig von 3 500000

Auf dem Kirchlein zu St. Nikolai läuten die Abend- Ocken, ein Sonnenstrahl verglüht hinter den Bergen, ein Idntt, blauer Dust legt stch wie ein Schleier um den Göll, N das Tännengebirg, auf deren höchsten Spitzen cS silber­weiß schimmert von frisch gefallenem Schnee, während der ®a[b drunter im lustigsten Grün steht.

Wctzcntiiche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. -Illustriertes Soiintagsblatt

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Perlag von Joh. Ang. Koch.

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iLmiÄ^ Krankenversicherung«^ctze» betr. den Austritt der Mit- [IMiiever aus eingeschriebenen Hilfskaffen. Fürst BiSmarck

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hat auf eine Eingabe desVereins der Gruns- und HanS- kfitzrr für Aachen und Burtscheid" folgendes erwidert: Beilin, 25. Januar 1885. Euer Hochwohlgeboren erwidere ich auf die Eingabe vom November vorigen Jahre», daß tz die in derselben zur Sprache gebrachten Klagen bezüg­lich der GiUNd- und Gebäudesteuer für berechtigt und da» LedürfniS einer Abhilfe für begründet halte. Eine solche lißt sich aber, wie ich Euer Hochwohlgeboren bereits in mirum Gchreiben vom 27. Januar 1882 dargelegt habe, w nut dadurch heibeiführen, daß durch Vermehrung der In« rttofiel direkten Einnahmen deS Reiches die Möglichkeit gegeben sird, für die nnabweislichen Bedürfntffe de» Staate» ander- »kite Deckung zu beschaffen. Alle Bestrebungen der ver­bündeten Regierungen nach dieser Richtung hin sind bisher an dem Widerspruch der Mehrheit der parlamentarischen

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