Marburg, Donnerstag, 29. Januar 1885.
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Mung der „Pall-Mall-Gozeite*, daß die Ansprüche Eng» lwrs aus da« Ntgerdelta von der Berliner Konferenz an«
Im Nigerdelta ausdrücklich vor. Von einer Sanktionierung drr britischen Ansprüche in jener Gegend könnte schon an« 6tm Grunde keine Rede sein, weil die territorialen Fragen
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tilge auf Kündigung oder Auszahlung von Sparbeträgen entgegennehmen und der Sparkasse nebst dem Sparbuche dt- Antragstellers unter Angabe der Adresse, au welche derselbe da» Buch zurückgesandt zu wissen wünscht, über-
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vollen, um durch dies« Postanstalteu 1. Einzahlungen für ihre Sparkasse gegen eine Entschäcigung von 7e Prozent der Betrage« einer jeden Einzahlung annehmen und der Sparkasse etwa nebst dem bereit» auSgrfertigten Sparbuche, auf welche» eine Einzahlung erfolgt, unter Angabe der Adresse übermitteln zu lassen, an welche der Sparer sein
Der verwunschene Prinz.
Novelle vonLheodorScheffel.
(Fortsetzung.)
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Berlin, 27. Jan. Der Kaiser nahm heute mili
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Abg. Gamp sprach für eine noch oben abnehmende Skala. Abg. Orchelhäuser hält In erster Linie eine Ermittelung für notwendig, ob die Arbitrage« und ähnlichen großen Geschäfte einen hohen prozentualen Stempel tragen können, und be« fürwottet die Zuziehung von Sachverständigen zu dm Beratungen der Kommission, welcher Vorschlag von dem Abg. Dr. Siemen» unterstützt wird. An der Diskussion, die sich besonder» um die Bedeutung der Arbitrage drehte, beteiligten sich ferner, teilweise mehrfach, die Abgg. Graf Stolberg, vr. Grimm, Gamp, Klemm und Singer, welcher letzter« sich für die prozentuale Steuer erklärte. Geh. Rat Neumann ist der Ansicht, daß die Bedenken gegen die prozentualen Sätze de» v. Wedellschen Entwurf» für die Arbitrage sich sehr herabmindern lasten dürsten. Abg. Wörmann hebt die nachteilige Stellung hervor, in welche die deutschen Börsen nach Annahme de» v. Wedellschen Entwürfe» der englischen Konkurrenz gegenüber geraten würden. Abg. Dr. Siemen« erörtert ausführlich die Bedeutung der Arbitrage für unsere Währung und unseren ganzen Geldverkchr, dm wiederholt« Ausführungen de» RegieringSkotnmiffar« gegenüber. Nachdem noch die Abgg. Dr. Porfch, v. Maflow, v. Wedrll- Malchow, Scipio und Trimborn gesprochen, vertagte sich die Kommission nach 11 Uhr bis heute abend.
— Die am 23. d. M. vom „Deutschen Reich«anzeiger* und vom russischen „Regierungeanzeiger* veröffentlichten identischen Noten, durch welche Preußen und Rußland ein Abkommen über die Auslieferung von Hochverrätern und Staatsverbrechern treffen, werden als ein neuer Beweis dr« freundschaftlichen Vrrhältnistes betrachtet, welche« zwischen den vertragschließenden Staaten, wie die Zusammenkunft in Skterniewice bekundete, seit dem vorigen Jahre wieder hergestellt ist. Unter den Bestimmungen de» Vertrage- erregt in der liberalen Preste nur diejenige einige- Bedenken, wonach auch die einer Beleidigung gegen den Kaiser von Rußland oder seine Familie nur angeschuldigten oder angeklagten Personen auSgeliefert werden wüsten, indem man fürchtet, daß dadurch auch mißliebige Unschuldige betroffm werden könnten. Nach dem französischen Texte wären allerdings damit nur solche Beleidigungen gemeint, welch« sich al« „outrage“ (Schmähung, Beschimpfung) darstellen. Zn formeller Hinsicht ist zu beachten, daß der Vertrag diesteit« nicht für da» Deutsche Reich, sondern nur für Preußen abgeschlosteu ist. Da derselbe mit dem Tage des Abschlüsse« (am 13. d. M.) in Kraft getreten ist, so zeigt sich, daß die Regierung denselben al- einen solchen betrachtet, welcher dem Staate keine Lasten ausrrlegt und somit ohne Genehmigung der Volksvertretung Gültigkeit erlangt. Für den Fall, daß der Vertrag deutscherseits auf da« Reich ausgedehnt werden sollte, würde für denselben die Zustimmung de« BundeSratS und de« Reichstag« erforcerlich fein. Daß Oesterreich dem Vertrage beitreten, bezw. einen ähnlichen Vertrag mit Rußland abschließen werde, wird hier allgemein
Herr von Ravenstein und der Doktor prüften eifrig die Obligationen und die Urkunde des BanquterS, denn sie suchten darin eine Bestätigung der Angaben de« ja immerhin noch rätselhaften Fremd« zu finden. E« hielt sich alle« sto wie der Prinz gesagt hatte: ein kleiner Haufen StaatSpapiere und die ubgestrmpelte Urkunde de« Genueser BaukpauseS lag vor ihren erstaunten Blicken.
„Nun, nehmen Sie lieber Herr/ sagte der Prinz mit bittendem Tone zu Herrn von Ravenstein, „e« gehört alle« Ihnen, wenn ich bi» zu meinem Tode in Ihrem Schloste wohnen darf, ich mache nicht viel Ansprüche, ein oder zwei Zimmer genügen mir und von Bedienung wünsche ich nur da« Notwendigste/
Herr von Ravenstein rührte aber dir Wertpapiere nicht an, sondern sagte höflich:
„In meinem Schlöffe können Sie wohnm, Durchlaucht, so lange t« Ihnen gefällt, doch Ihr Geld, Ihr Vermög« darf ich Ihnen nicht nehmen, dazu habe ich kein Recht.*
Der Prinz schüttelte jedoch energisch mit dem Äoi' und sagte: „Ja, ja, so sind alle ehrbaren Leute u*- .. find ein vollkommener Edelmann und nehmen '*! ft „ o keine Geschenke an. Aber wer soll denn da« G/.. ’ - Ich habe keine Verwandten, keine natürli^'’ n p ’'' alle find tot und ich brauche für den?rst>ßeten« diese« Gela nicht mehr, e« reprSr-Uerftoch immer einen kleinen Reichtum. Sie sind fH«r von Ravenstein, Sie können ferner an mU GMe« thun, deshalb bitte ich Sie Geld zu nehmen. Sie hab« vielleicht Kinder, SShne und Töchter, die standesgemäß leben, und da kann eine Vermehrung Ihre« Vermögen« nicht zwecklos sein, zumell ein weiser Vater über die Verwendung de-selb« «acht.* Eortschmg folgt.)
Äinbq akannt worden seien, erklärt die „Nordd. Allg. Ztg.* diese ‘ Lehauptnng für jeder Begründung entbehrend. Die von der Konserenz angenommen« Faffung der Nigerschiffahrt«- otte sehe die Möglichkeit verschiedener Souveränität-rechte
Anzeigen, nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undBogler in Frankfurt a. M-, Kassel, Magdeburg und Wien; RudolfMoffe in Frankfurt ♦ a M., Berlin,München und Köln: L. Daube und 6o. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris.
Mitteln zu laffen. Bejahendenfalls unterbleibt bet den Postanstalten dieser Bezirke die Ausstellung neuer Postsparbücher, jedoch können auch bei diesen Postanstalten Ein- und An-zahlun-en auf bereit» ou-gefertigte Postsparbücher erfolgen. Gewöhnliche und eingeschriebene Briessendungeu, imgleichen Wertsendungen zwischen den al- Vermittlungsstellen öffentlicher Sparkassen tbätigen Postanstalten und den ersteren, sowie von den öffentlichen Sparkaffen an Sparer werden portofrei befördert, sofern die Eigenschaft drr Sendung al« Sparkaffensache auf der Aufschrift erkennbar gemacht ist.* — DaS neueste Petition-Verzeichnis des Reichstag« enthält gegen 600 Nummern. Den größten Raum nehmen die 200—300 Petitionen zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle, Befferung der Lage der Landwirtschaft rc. ein. Viele derselben sind verbunden mit einer Bitte um Reform der Tabaksteuer. Etwa 40 Petitionen richten sich gegen jede Erhöhung der Getreidezölle. Eine ganze Reihe von Petitionen beschäftigen sich mit der Börsensteuer, meist im Sinne einer wett stärkeren Heranziehung der Börsenumsätze zur Steuer. Andere Petitionen richten fich gegen Impfzwang und um Erlaß eine- Gesetze- gegen die Trunksucht. — Der Deutsche Handel-tag wurde heute durch den Geheimen Kommerzienrat Delbrück eröffnet, derselbe verliest ein Schreiben de- Minister- v. Bötticher, der bedauert, wegen Unwohlsein» die Versammlung nicht begrüßen zu könne?. Mendelssohn überbringt die Grüße der Berliner Kaufmannschaft. Bei Konstituierung de- Büreanx wird Delbrück wieder zum Vorsitzenden gewählt. Wörmann begründet eine Resolution, worin eS der Handelstag freudig begrüßt, daß dir Regierung den Anfang mit einer praktischen Kolontalpolitik gemacht habe, die der deutschen Industrie neue Absatzgebiete erschließe, dem Handel Schutz und Förderung gewähre und der Schiffahrt vermehrten Verkehr schaffe. Landgraf (Mannheim), Huber (Stuttgart) und Meisel (Darmstadt) sprechen für vie Resolution, die hierauf einstimmig angenommen wird. — Der Gesetzentwurf betreff- der Krei-ordnung für Heffen-Naffan wird zuerst dem Herrenhause vorgelegt, welche» demnächst zusammentritt.—Der Hauptgewinn der preußischen Klaffenlotterie (450000 Mk.) fiel auf Nummer 86136.
— Die RetchrtagSkommisston zur Beratung der Gesetzentwürfe, betr. die Abänderung de« Reichsstempelabgaben- gesetze« vom 1. Juli 1881 (Börsensteuer), trat gestern abend zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Al- Regterung-kommiffar wohnte der Beratung der Geh. Rat Neumann bei. Von einer Generaldiskusston wurde Abstand genommen und sofort In die Erörterung der Prinziptenfragen eingetreten. Zunächst wurde da« Prinzip der prozentualen Besteuerung zur Diskussion gestellt. Abg. Belfert eröffnete die Debatte mit der Anfrage an den RegirrungSkommiffar, wie sich die Reichsbank zur prozentualen Stempelsteuer stelle. Geh. Rat Neumann erwiderte, daß bei der ReichSbank allerdings Bedenken gegen das Prinzip der prozentualen Steuer beständen, reit« erwähnt, daß mein Leben dasjenige eines wüsten Don Inan« wurde. Dann am Ratne des Abgmndes sandte mir der Himmel ein herrliches Weib, die mich zu einem tugendhaften Leben bekehrt haben würde, wenn mich, den Wüstling — o schändliches Spiel de« Teufel« — nicht finsterer Argwohn gegen meine reine Gattin erfüllt hätte, so daß ich sie in unseliger Verblendung in« Elend und Verberben stieß. O Theresia wa« habe ich an Dir und Deinem Kinde gethan l* —
Wie schluchzend hielt der Fremdling inn« und eine längere Pause folgte. Dann fragte Herr von Ravenstein den Prinzen von Girgenti: „Also Sie wollen nicht in Ihre Heimat znrückkehren, mein Prinz?'
„Nein!' antwortete dieser mit Entschiedenheit, „ich will hier leben und sterben, lange wird e« nicht mehr dauern. Behalten Sie mich so lange in Ihrem Hause, bi« ich in der stillen Gruft meiner Väter Ruhe finden kann. Dort drüben schlafen fie, die wackeren Ahnen und ich will bei ihn« sein, hier ist m ine Heimat, Italien ist für mich verflucht. Ich komme nicht al« Bettler zu Ihnen, Herr von Ravenstein, im Chao« meine« Unglück- und Verderben« konnte ich noch einen kleinen Teil meine« Vermögen» retten, welcher Ihnen gehören wird, wenn Sie mich für den kurzen Rest meiner Tage hier aufnehmen. Hier sind die Ausweise über die Trümmer meine« Vermögen«/
Der Fremdling trennte bei diesen Worten mit einem kleinen Messer eine innere Naht seine« Gewände« auf und zog daran« eine Anzahl wertvoller Staats«Obligationen heran«, desgleichen eine Urkunde, ausgestellt von einem Genueser Bankhause, worin dasselbe bezeugte, von dem Prinzen Amadeo vonGirgenti hundert Tausend Lire al« Depositum empfang« zu hab«.
:nde sq choff. sucht.
Nr. 1,
demselben bestimmt betzuwohnen wünscht. — Die Bevoll- ■gj tiädjttgien zur afrikanischen Konferenz treten morgen zu ----einer Kommststonssitzmg zusammen. Gegenüber einer Mit-
jjrische Meldungen und die Vorträge der Generale von bentn. tzipnvi und von Albedyll entgegen und erteilte nachmittag« ' „„i den Ministern v. Puttkamer und Luciu« Audienzen. — nuat, Der auf den 30. Januar festgesetzte Subskription-ball
Mde auf tert 3. Februar verschoben, well der Kaiser
nach dem Programme der Konferenz nicht zur Erörterung stünsen, weshalb durchweg jede Acußernng vermieden worden sei, welche als eine Anerkennung irgend welcher Ge- dietsansprüche auch nur gedeutet werden könnte. — Der •erben Abg. Freiherr von Manteuffel hat der Reichstag» Kom- chaltem misston für das Postsparkaffen-Gesetz folgender Antrag kwünsq unterbreitet: „Die Kommiiston wolle beschließen: § 47a.
Lor dem Inkrafttreten dieses Gesetze« sind die Verwaltungen der bestehenden öffentlichen Sparkassen zu befragen, ob sie die Vermittlung der in ihren bezüglichen Bezirken einge-
„Um diese Zeit war e« auch, wo mein Großvater, Begleitet von seiner Gattin und seiner Tochter, auf Bitten de« Sohnes Deutschland verließ und nach Sizilien ging, t>o er in der Familie de« Sohne« einen freundlichen Leben»- ibenb verbrachte. Ich war da« einzige Kind meiner Ate«, der Liebling aller Verwandten, und mir lächelte von allen Selten da« Glück. Zwar verlor Ich schon im Älter von zwölf Jahren meine Mutter und zwei Jahre später erlag mein Vater einem hitzigen Fieber, aber meine gute Tante, die einzige Schwester meines Vater«, nahm 8ch meiner in glänzender Welse an. Sie war mit dem Prinzen von Girgentl, der fein Herz an die schöne deutsche verloren hatte, in kinderloser Ehe vermählt und deide Gatten adoptierten mich, der jugendliche Graf Ama- oi diu« von der Eichen wurde durch die Grogmut der Ver- 1» *»ubten Pcinz von Girgentl und Erbe großer Reichtümer, w E« wurde mit in meiner neuen Lebensstellung viel ■ glaubt, obwohl meine Tante oft versuchte, meine Selsen» • Hasten zu zügeln und mir deutsche Charakterfestigkeit, tote Ife e« nannte, anzuerziehen. DaS leichtsinnige Blut steckte *tt in meinen Adern, Italien« ewig lachender Himmel ! M sie mir zu Gebote stehenden Reichtümer machten in« [Ntn meine Befferung schwer und da, al« ich viertln d- Katizig Jahre alt geworden war, auch meine Adoptlv- titttu nicht mehr lebten und ich der alleinige Erbe de« wtajen von Girgentl wurde, trat eine böse Wendung i* »einem Leb« vollend« ein. Ich brauche Ihnen nicht i® Einzelnen zu erzählen, wo« geschah, ich habe Ihn« be-