Einzelbild herunterladen
 

1) die Ziffer 1 erhält folgende Fassung: 1. «er außer den im $ 147 vorgesehenen Fällen ein stehendes Gewerbe be­ginnt, ohne den im § 142 erwähnten Erfordernissen zu genügen; — 2. in Ziffer 2 und 3 ist statt § 14 zu setzen: 1 14a; — 3. die ZfferlO erhält folgende Fassung: 10. wer wissentlich der Bestimmung im § 131 Absatz 2 zuwider einen Lehrling beschäftigt, oder wer einer auf Grund de» 8 100e Nr. 2 und 3 getroffenen Bestimmung zuwider handelt; — 4. nach Z!ffer 10 ist noch hinzuzu- fügen: 11. wer den Bestimmungen de» 8 105 zuwider handelt. _________________________________

Deutsche- Reich.

6erlitt, 21. Jan. Der Kaiser befindet sich nach gut verbrachter Nacht heute besser und hat da» Diner heute außerhalb de» Bette» eingenommen. — Der , Germania" gegenüber erklärt die „Norddeutsche Allgemeine Leitung" in der Frage der Posenschrn SediSvakanz, die Regierung habe uiemal» die Abficht gehegt oder kundgegeben, den rrzbtschSs- ltchen Stuhl zu Zwecken der Germanisterung zu gebrauchen. Die Behauptung der „Germania" sei also unwahr; selbst­verständlich könne die Regierung nicht dulden, daß in Posen eia Äzbischof sitzt, der mit dem polnischen A:el gegen Preußen konspiriert; fle müsse der Gefahr vorbeugen, daß der höchste geistliche Würdenträger in der Provinz seinen Einfluß auf die niederen Klassen der Bevölkerung in den Dienst der polnischen Propaganda stellt. Darüber hinaus gingen die politischen Rücksichten der Regierung nicht. Sie treffe nur die Borsorge, daß der künftige Erzbischof von Posen nicht ein eifrigerer Pole, al» Erzbischof sei. — In der gestrigm Kommisstoussttzung der Afrika-Konferenz verla» der belgische Vertreter Lambermont den Bericht über Punkt 3 de» Konferenzprogramm«, die Formalitäten der Okkupationen betreffend. Eine vollständige Einigung wurde noch nicht erzielt, da der englische Vertreter noch ohne ausreichende Instruktionen war. — Die Kommission zur Beratung der DampfersubventionS-Vorlage beantragt die Postdampfschiffs- Verbindungeu auf den ostastalischen, afrikanischen und australischen Linien deutschen Unternehmern im SubmtsstonS- «ege auf die Dauer bi» zu 15 Jahren zu übertragen unter der Bedingung, daß die Linien monatliche Fahrten einrichten und die Dampferschnelltgkeit mindestens H1/* Knoten be­trägt. — Die „Nordd. Allg. Ztg.", anknüpfend an die au» Australien etngegangene Meldung, daß Neuseeland eine Dampfervrrbindung zwischen Auckland und der Samoa» und Tonga-Gruppe herzustellen beabsichtigt, bemerkt dazu, e» solle versucht werden, der bi» jetzt überwiegenden deutschen Konkurrenz auf Samoa und Tonga eotgegenzutreten und etueu maßgebenden Einfluß in Samoa und Tonga zu ge­winnen. Dir Neuseeländer erwarten jeeenfall« die Aus­dehnung der englischen Herrschaft auf dem östlichen Teil der Südsee. — Nachdem sich in allen Provinzen de» Staate» Vereine von akademisch gebildeten Lehrern an höheren Unterrichtsanstalten gebildet, traten im Oktober vergangenen Jahres zu Breslau Delegierte dieser Provinzial- vereine zusammen und beschlossen, die Wünsche des höheren Lehrstande» in Form einer Petition zur Kenntnis des Herrn Minister» und des Abgeordnetenhauses zu bringen. Am 17. d. M. empfing nun der Herr UnterrichtSmtnister von Goßler eine Deputation, bestehend au» den Herren Direktor Dr. Meffert-Breslau, Oberlehrer Schubririg-Lerlln, Ober lehrer Dr. Mayer-Kottbu« uns Gymnasiallehrer Dr. Aly- Magdeburg, welche mit Ueberreichung der Petition an den Herrn Minister beauftragt waren. Dieselbe bezog sich ersten» auf dir Gleichstellung der akademisch gebildeten Lehrer an höheren UntenichtSanstolten mit den Richtern erster Instanz in Gehalt und Rang unv zweitens auf die gesetz­liche Gleichstellung der Gymnasiallehrer an nichtstaatlichen Anstalten mit denen an staatlichen höheren Schulen, ins­besondere auch hinsichtlich des Wohnungsgeldzuschusses, der Pensionsberechtigung und der Zulassung zur Relikten- kasse. Au» den «eußerungen de» Herrn Minister» ging hervor, daß derselbe den beregten Fragen nach wie vor ein wohlwollenveS Interesse entgrgendrtngt, derselbe wie» aber zugleich darauf hin, daß die Entscheidung dieser Frage nicht ausschließlich in sein Ressort fiele. WaS speziell die Ver­leihung eine» bestimmten Range« an die akademisch gedilceten Lehrer betreffe — bekanntlich haben von allen höheren Beamten c ie Gymnasiallehrer allein keinen bestimmten Rang — so seien die hierüber begonnenen Berhandlungen im Swoße de» StaatSmtnisterium« noch nicht zum Abschluß geriehen, die Erledigung werde au« dem Grunde verzögert, weil die Verleihung eines bestimmten Ranges an die Gymnastal- lchrer eine Mehrbelastung de» Bürget» zur Folge haben «erde. Dann wandte sich die Unterrroung der sogenannten Reliktenfrage zu. Bekanntlich ist durch daS Gesetz von 1882 die Versorgung der Hinterbliebenen der StaaiS- beamten neu geregelt, und zwar in einer sür die Be .m en wesentlich günstigeren Weise als bisher; an den Wohltharen diese» Gesetze» nehmen ober die Gymnastallehrer an nicht- staatlichen Anstalten (al» mittelrare SiaalSbe^mte) nicht Anteile Während nun in mehreren Provinzen durch Be­schluß der Provinzialbehö den die Bestimmungen dieses Gesetzes auch auf die Hinterbliebenen ter Kommunalbeamten ausgedehnt wurden, blieben die nichtuaalllch.n Gymnastal­lehrer auch bet dieser Neuregelung u berückfichttgl, ,so daß für diese noch die alten ungünstigeren Bestimmungen Geltung haben. Den hierauf abzieie, den Vorstellungen der Deputierten gegenüber sagte der Herr Minister eine ein­gehende Erwägung der Angelegenheit zu. Die Deputation schied au» der längeren Audienz, aus der nur die Haupt­punkte hrrvorgehoben sind, in der verstärkten Überzeugung,

daß der Chef der preußischen Unterricht«verwaltung die be­rechtigten Interessen drS höheren Lehrstande» in wohlwollender Weise zu fördern bereit sei.

Brest««, 21. Jan. In der gestern stattgefundenen Generalversammlung de» neuen Wahlveretn» wurde der Antrag eingrbracht, für die Wahlen zum Abgeordnetenhause im Jahre 1885 das Zusammengehen der Deutschkonservattven und Nationalliberalen zu beschließen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Wilhelmshaven, 19. Jan. Heute vormittag 9 Uhr ist S. M. Kreuzer „Habicht" an der hiesigen kaiserlichen Werft in Dienst gestellt. Der Stab ist folgendermaßen zusammengesetzt: Kommandant: Korvettenkapitän Schuck­mann, Offiziere: Kapitinleutnant Borkrnhagen, Leutnant z. S. Lampson, Jann» und Unterleutnant z. S. Buchholz (Wachoffizier), Arzt: Dr. Müller, leitender Maschinist: Schlichter, Zahlmeister-Aspirant WöSnrr. Die Ueber- wetsnng der Besatzung hat bereit« heute morgen 7Vi Uhr längrseit de» Kreuzer« stattgefunden. Die Bestimmung deS Kreuzers ist Westafrika. — Gestern ist nach zwei Jahren vorläufiger Amtsführung der erste Prediger der Zivilgemeinde, Pastor Jahn», endgültig eingesetzt worden; damit ist die Gründung d^r Zivilkirchengemeinde nach vielen Verhandlungen zwischen Berlin, Aurich und Wilhelm-Haven endlich abgeschlossen.

Darmstadt, 21. Jan. Unter dem Vorsitze deS Ober­bürgermeister« Ohly hat sich ein Komitee gebildet, welche« eine Spende zur Disposition des Reichskanzler» anläßlich seines 70. Geburtstages in« Werk setz-n wird.____________

Att-lattd.

Rom, 21. Jan. In der Gemeinde Frasstniera bei Susa wurden 15 Häuser durch Schneelawinen verschüttet und 11 Personen getötet. Zwischen Majola (Provinz Euneo) und Demonte wurden 3 Arbeiter verschüttet. In Frassino (Provinz Cuneo) wurden 30 Leichen aus dem Schnee gezogen und 10 verschüttete Personen gerettet; gegen 40 sind noch verschüttet, zu deren Rettung wenig Hoffnung ist.

Loudon, 21. Jan. Der gestrige KabinettSrat dauerte bis 7V* Uhr. Heute findet abermals rin KabinettSrat statt. — Die „Daily News" glauben, ungeachtet der ge­wichtigen Einwände gegen die französischen Vorschläge de- treffS Egypten- werde eine Basis für weitere Unterhand­lungen sich finden lassen. Die „Time-" hofft, da- Aus­wärtige Amt und da« Kolonialamt würden betreffs der Ftdjt-Angelegenheit eine bessere Verteidigung zu bieten haben, a!S in der Angra-Pequena-Frage. Die „Daily New«" melden: Der Kolonialsekretär für Fidji wurde von Lord Derby nach London berufen und ist bereits hier einge­troffen.—Da» „Reutersche Bureau" meldet au» Melbourne: Dir britische Flagge wurde auf den Luistaden, den Woodla k-, Huon- und Entrtcasteraux-Jnseln gehißt.

Newyork, 21. Jan. Evard» wurde zum Senator von Newyork, Jonathaa Chace (Republikaner) zum Senator von Rhode-Jrlan» gewählt. E meron (Republ kmer) wurde zum Senator von Pennsylvania, Voorhre» (Demokrat) zum Senator von Indiana wiedergewählt. — Der Kommanvcur teS amerikanischen Kriegsschiffe« „Alliance" telegraphierte unterm 18. Januar au« Panama, daß die Revolution in den .inneren Staaten CvlumdtenS fort Dauere. Dir Stadt Bogota sei von den Insurgenten belagert. Eine weitere Depesche ist heute eingegangen, wonach die Ruhe wirder- hergestellt ist.

Valparaiso, 21. Jan. Da« „Reutersche Bureau" meldet: Am Sonnabend Abend wurde der Versuch gemacht, den Präsidenten von Chile mittelst einer Höllenmaschine zu löten; der Versuch mißlang.

Hessen-Nass»«.

Marburg, 22. Jan. Vom Komitee für die Ehren- gäbe zum 70. Geburtstag de« Reichskanzler« Fürsten Bis­marck ist folgender Aufruf erlassen ro.rbeu:

Im deutschen Volke ist aller Orten der Wunsch lebendig, dem Reichskanzler Fürsten Bismarck zu stimm 70. G burts- tage eine Ehrengabe al« Ausdruck deS Dank« ter Nation zu überreichen. Ti- Unterzeichneten haben sich vereinigt, um für dieses Bestreben einen Mrtrelpunkr zu bilden uno ei« Zusammenwirken der da« gleiche Ziel verfvlgkNden Komitee» zu ermöglichen. Wir halten letzteren den Zutritt offin uno werden Mitglieder derselben gr.n in Uustre Mitte aufnehmen. Unser Rus zur Mitwirkung ergeht an alle Deutsche. Wir ersuchen, wo die« noch nicht geschehen ist, nie Sammlungen zu eröffnen und die Zeichnungen und BettiSge an unseren Schatzmeister, den Präsidenten der Se.han lung, Herrn Rötger, einzusmden. Der Bestimmung der Ehrengabe entsprechend werden auch die kleinsten Bei­träge willkommen sein. Ueber die Ausführung werben wir öffentlich Rechenschaft legen.

Herzog vonRat ibor, Präsident de« Herrenhause«, Vor­sitzender. v o n K ö l l e r, Präsident des Hause» der Abge­ordneten, stellvertretender Vorsitzender. Rötger, Präsident der Seehanclung, Schatzmeister.

Außerdem ist dieftr Ausruf noch von Abgeordneten te« Reichstag« und Landtag«, sowie anveren hervorragenden Persönlta.keilen unterzeichnet.

Marburg, 21. Jan. In der heutigen außerordent­lichen Sitzung oe« Gemeindeausschuffe« wurde dem städllschen Reguli-nv zur Sicherung der Verdrauchsavgabe von Fleisch und Fleischwaren uno dem Tarif zur Erhebung dieser Ab­gabe die Zustimmung erteilt. Der für da« Jahr vom 1. April 1885 bis 31. März 1886 zwischen der Stadt und der hiesigen Fleischertunung abgeschlossen, Vertrag,

wonach dieselbe für diese Z it von dem im hiesigen 6ffenl. ltchen Schlachtbau« geschlachteten Vieh statt der Verbrauch,, abgabe die Averflonalsumme von 27 000 M. zu entrichten hat, wurde nach eingehender Beratung einstimmig genehmigt und dabei die Hoffnung au«gesprochen, daß auch die König, liche Regierung diesem durchau« im Interesse der Stadt liegenden Vertrage, wodurch eine sehr kostspielige und und stündliche Kontrolle erspart werde, die Genehmigung nicht versagen werde. Schließlich wurde über eine von mehrer«! Mitgliedern de« Ausschüsse« eingereichte Interpellation, Fragen der städtischen Bauverwaltung betreffend, v rhaidelt. Die gestellten Fragen wurden von Herrn Oberbürgerm ister Schüler beantwortet. Die Interpellation gab Anl.ß zu, Besprechung einer Reihe von Mißstän en, welche bei de« Neubau de« städttschen Mädchenschulgebäude« hervorgetreten sein sollen (Anlage der Fenster, de« Eingangs, de« Sockel«); ein Antrag bezüglich der von einigen Mitgliedern gerügten Mißstände wurde indessen nicht gestellt.

Marburg, 22. Jan. Wie UN« aur Kassel miigeleilt wird, findet im Monat Juli d. I. daselbst der fünfte Ver- bandStag der Feuerwehren de« Regierungsbezirks Kassel statt. Wie bei anderen Feuerwehrtagen, soll auch dort eine größere" Fach-Ausstellung mit demselben verbunden werden. In anbetracht der günstigen Lage Kassels, sowie de« Umstande«, daß die dortige Freiwillige Turner-Feuerwehr zur selben Zett da- Fest ihres 25jährigen Bestehen« feiert, steht eine zahlreiche Beteiligung nicht cur der hessischen, sondern auch der Feuerwehrmänner benachbarter Provinzen zu erwarten. Dieser Umstand dürfte nicht ohne Einfluß auf den Entschluß jur Beschickung der Ausstellung sein, und wir versäumen daher nicht, unsere Leser, speziell alle diejenigen aber, welche solche Ausstellung zu beschicken pflegen, schon heute daraus aufmerksam zu machen.

Marburg, 21. Jan. (Strafkammer.) Der Wald­schütze a. D. Groß zu Roßdorf, angeklagt der Unterschlagung ihm anvertrauter Gelder, war durch erstinstanzliche« Urteil für schuldig befunden und unter Annahme miloernber Um­stände zu 20 Mk. Geldstrafe, sowie in die Kosten verurteilt worden, legte jedoch hiergegen Berufung ein. Aus heutiger Verhandlung ging hervor, daß der Angeklagte in früheren Jahren im Auftrage de« Gemeinde - Gelderhebers Schick Pachtzinsen rc. erhob und daS empfangene Geld nach Abzug seiner eigenen Forde ungen an die Gemeinde regelmäßig ablieferte. So auch im Herbst 1883, nur mit dem Unter­schiede, daß er blefmal ren ganzen Erlös von etwa 110 Mk. für sich behielt, ohne dem Gemeinderechner davon Kenntnis zu geben und dieser dann den Zin« zum zweitenmale eiv- forbtrn ließ und, da sich die Pächter todgeit-n noch einmal zu zahlen, sogar die Zwang-beit, eibung einleitete. Während der GemeinDegelberheber bekundet, daß Groß damals vor­schußweise schon seinen gesamten Gehalt pro 1883 bezogen hatte und zur Anstchnahme deS Velde« kein Recht gehabt, behauptet dieser da« Gegenteil- Die Beweisaufnahme er­gab, daß eine schriftliche Abrechnung nicht stattgefunden hatte und al« diese im Mai 1884 erfolgte, der Angeklagte den Mehrbezug de« Geldes wieder zurückerstattete. Der Gericht-Hof konnte in der Urteilsverkündung nach Lage der Sache eine absichtliche rechtswidrige Aneignung de« Gel el durch Groß nicht als erwiesen ann hmen und sprach den­selben kostenlos frei.— Der Hrndeiemann Jakob Strauß, Mitinhaber der Firma L. Strauß u. Söhne tu Kirchhain, hatte durch da- Schöffengericht in Kirchhain wegen Belei­digung de« Gerlchtrvollzi'her« Schwort in zwei Fällen eine Gefängnisstrafe von 6 T.gen erhalten und hiergegen Berufung eingelegt, mit der Begründung, daß er cmch Dal ihm gegenüber beobachtete dienstliche Verhüten deö Kläger-, welches ihm nicht korrekt erschienen, gereizt worden und weiter die gebrauchten Worte nicht solchergestalt gefallen seien, wie sie die Zeugen bekundeten. DaS heutige Urteil lautete dahin, die Strafkammer nimmt die beiden delei« blgenben Aeußerungen De« Angeklagten im wesentlichen so festgestellt an wie ber erste Richter, ganz abgesehen davon, ob bat Verhalten de« Gerichtsvollzieher« hierzu Anlaß gab oder nicht, wenn sich der Angeklagte hierdurch betroffen fühlte, so hätte er bei vorgesetzter Behörde seine Bejchwnd! vorbringen, nicht aber auf diese Weise seine Erregung aus- lassen sollen; dagegen erschien de.« angewandte Stea!maß al« zu hoch gegriffen und wurde die erstinstanzliche 6tägin< Gefängnlrhaft in eine Geldstrafe von 50 Mk. evenl. 5 Tagt Haft umgewandelt. — Handarbeiter Friedrich August »Maas, 26 Jahre alt, au« Lemgo, steht unter der Anklage einet vorsätzlichen Körperverletzung mittelst gefährlichen Instru­ment«. Derselbe ist schon dreimal wegen Diebstahl, zweimal wegen Widerstände« gegen die Staatsgewalt und einmal wegen Sachbeschädigung vorbestraft und befenterte atu 28. Dezember v. I. au« bet Strafanstalt in Ziegenhain, wurde aber wieder aufgegriffen und saß bi« jetzt in Unter­suchungshaft. Am 11. desselben Mon >t« war er in Ge­meinschaft mit mehreren anderen Sträflingen in Ziegenhain mit Flechten von Strohdecken beschäftigt und höhnte während- dessen einen älteren Mitgefangenen. Al« ihn einer der Ge­nossen, Joseph Heuerte«, hierüber zucechtwle«, ergriff rt ein vor ihm liegende« Messer uns stieß e« diesem in ost Seite; ein gerade Abzug-kommener Wärter verhinderst weitere« Unglück. Die Wunde befand sich auf der linke« Seite unterhalb ber Rippen, war etwa« Über 1 cm breit unb etwa 3 cm tief, beefoalb jedoch ziemlich ungesäorlch da fie nicht in die Tiefe ging, sondern Der Bauchwand entlang lief, auch die Heilung verlief günstig unb schi-e» Der Angeklagte behauptet, ber Verletzte habe ihn zuerst mit der Hand an den Kopf geschlagen, die al« Zeugen vernommenen Mitgefangenen wollen solche» jedoch nicht W